Furianus begann zu lachen, als sich der Tiberier zu der Nekropole äußerte und nickte ihm sogleich zu, nahm danach einen Schluck vom Wein.
Der Tiberier kannte sich wohl sehr gut in der Welt der Gespanne aus. Furinaus wollte bescheiden sein, doch der Mann schien diesbezüglich bewandert und so blieb ihm dies nicht verborgen.
"Nun, hassen ist nicht das passende Wort. Ich hege Aversionen gegen diesen Mann, der sich zu unser aller Schande noch Senator nennen darf. Es ist Senator Germanicus Avarus, jener, der von unserem Imperator Caesar Augustus persönlich mit der Nota Censoria belegt worden ist, jener Mann, welcher unsere Vorfahren öffentlich auf der Rostra beleidigte und dadurch einen Aufruhr begründete, der dann vor dem Palast des Kaisers den Kopf des Avarus forderte. Ein höchst erniedrigendes Spektakel für jeden Römer - ich war damals dabei und einer der ersten, der den Senator tadelte. Dieser wich bis heute nicht von diesen schandhaften Worten ab. Solch ein Mann ist für mich der Senatorenwürde in keinster weise würdig. Und da er unsere Ahnen beleidigte, speziell die patrizischen, klagte ich ihn an. Doch leider verloren meine Mitkläger, Tiberius Durus, der Advocatus Imperialis und ich diesen Kampf."
Es war schon damals erniedrigend gewesen, da die Senatorin Tiberia Livia, selbst eine Patrizierin, diese Verhandlung führte und es doch zu dieser Schande kam, dass jener frevelhafte Mann ohne Schuld entkommen war. Eines der Rätsel, welche er bis heute nicht verstand - besser gesagt nicht verstehen konnte.