Beiträge von Gaius Caecilius Crassus

    Crassus schaute sich in der Aula Regia etwas um als sie sie betraten, der Kaiser aber noch nicht da war. Es hatte sich in der Aula nicht viel verändert. Er war zwar als Privatmann noch nicht oft hier gewesen, als Prätorianer aber um so öfters. Mal um den Kaiser bei irgendwelchen wichtigen Empfängen zu beschützen, ein anderes mal um ihn über irgendwelche gefährlichen Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten und wieder ein anderes mal, nur um die Wachen zu überprüfen.


    Er bliebt hinter Quarto stehen, richtete seinen Blick zu einem der Fenster und starrte dann gedankenverloren hinaus.

    Crassus erhob sich, als Reverus den Raum betrat, blieb jedoch trotzdem im Hintergrund.


    Nein, wir hatten bisher noch nicht das Vergnügen, wenn ich mich nicht täusche. meinte Crassus knapp, als Quarto Crassus Reverus vorstellte. Sein pochendes Herz begann sich wieder zurückzumelden, als die kleine Gruppe sich aufmachte, um in der Aula Regia mit dem Kaiser zu sprechen.

    Zitat

    Er wollte zu Crassus ... genau wie du. Nur er kommt erst Morgen früh wieder...


    Nicht ganz, Schwesterherz. sprach Crassus schmunzelnd, als er aus einem der Wege zum Atrium in das Atrium selbst hineinschritt. Ich kam schon heute Morgen hier in Roma an, hatte allerdings noch in der Castra zu tun, sodass es mir erst jetzt vergönnt war, endlich nach Hause zu kommen, um nach meiner geliebten Schwester zu schauen. ;) Er erkannte an Lucia vorbei schauend, dass sich noch eine andere Person im Atrium befand. Erst nach zwei maligem hinschauen erkannte er Decius. Marcus!? Hat Hungaricus dir endlich mal einen Tag freigegeben? :D

    Crassus blähte seine Backen auf und ließ die Luft nur langsam und nachdenklich entweichen. Das war ja auch immer so eine Sache mit den Terminen und Daten. Mit jedem neuen Fakt, den Crassus aufnahm, so hatte er das Gefühl, vergaß er einen anderen, älteren. Er sollte sich mal eine Sklavenschar zusammenkaufen, die nur dafür zuständig war, seine Termine auswendig zu lernen.


    Uff, kann gut sein, aber sicher bin ich mir wieder nicht.
    Achja, wo wir grad bei Rennen sind, wie waren eigentlich die diesjährigen Ludi der Ädile? Unglücklicherweise haben sich diese genau mit meiner Germanienreise übreschnitten, sodass ich davon nur wenig bis gar nichts mitbekommen habe...

    Bei uns sah es ähnlich aus: Die beiden Topfahrer haben schon zu viele Rennen gefahren. Somit blieb nur noch ein Fahrer übrig, der allerdings auch nicht mehr zu den jüngsten und leider auch nicht zu den besten gehört. Crassus zuckte mit den Schultern: Aber was solls? Dieses Rennen hatte sowieso keine weitere Aussagekraft. Vielleicht zeigte es, wie es aussehen würde, wenn plötzlich alle Spitzenfahrer tot umfallen würden, aber mehr auch nicht. Nicht einmal über die Zukunft sagt es viel aus, da in einigen Jahren sich die guten Fahrer der schlechteren Mannschaften zu einem der besseren Teams hochgefahren hat - sofern er genug Potential und sich nicht beim Training den Hals gebrochen hat.


    Welche Rennen stehen überhaupt als nächstes an? Mir wollen gerade gar keine einfallen....

    Crassus hatte zwar eben noch die Rennen in Germanien gemeint, erkannte aber, dass Quarto gerade offenbar die letzten Rennen in Rom meinte. So versuchte auch er sich an das Rennen zu erinnern.


    Puhh, an den Namen kann ich mich nicht mehr exakt erinnern, aber er könnte so ungefähr hinkommen.
    Es war durchaus eine Überraschung, dass er gewonnen hatte. Allerdings wurden die Wagenrennen doch von dem Ädil damals abgehalten und dieser war doch ein Roter, wenn ich mich nicht ganz täusche. Das würde zu mindest die U-10Rennen Regel erklären... natürlich ohne, dass ich dem ehrenwerten, bald ehemaligen Ädil etwas unterstellen möchte!

    Mit dieser Antwort hatte Crassus beinahe gerechnet, deshalb schaute er nur wenig enttäuscht drein und rang sich sogar ein Nicken ab. Dass Quarto nun versuchte das Gespräch auf ein anderes Thema zu lenken, war Crassus nur recht. So kam er vielleicht auch auf andere Gedanken und die Ungewissheit würde ihn nicht mehr so sehr plagen, bis endlich der andere Audienzteilnehmer eintreffen würde.


    Prinzipiell nicht schlecht. Allerdings haben unsere Fahrer unsere Erwartungen, die wir vor dem Rennen in Germanien hatten, nicht ganz erfüllt. Wir rechneten eigentlich mit einem Sieg. Ein zweiter Platz hinter dem Spitzenfahrer der Purpurea ist zwar nicht schlecht, aber auch nicht befriedigend.
    Crassus dachte einen Moment nach, bis er sich sicher war, dass Quarto ganz dicht zur Veneta stand. Deshalb fügte er breit grinsend hinzu:
    Aber immerhin waren wir vor der Veneta.

    ... und irgendwann am Abend kam auch Crassus an seiner Casa an. Er war am Tag seiner Ankunft hier in Rom länger als gedacht in der Castra gefangen gewesen. Die Sklaven hatten inzwischen das gesamte Reisegepäck ausgeladen und aufgeräumt, sodass Crassus eigentilch nichts mehr zu tun hatte, außer seine Ankunft ausklingen zu lassen.
    So trat er am Ianitor vorbei in die Casa und ging erst einmal ins Atrium, um zu sehen, ob da jemand gerade war.

    Crassus nickte und setzte sich dann auf den angebotenen Stuhl. Der Kaiser selber wollte ihn gleich sprechen! Nicht, dass er erst selten den Kaiser gesehen hatte - als Prätorianer bekam man da viele Möglichkeiten-, aber mit ihm geredet hatte er nocht lange nicht sooft. Etwas unruhig blinzelte Crassus im Raum umher und stellte dann endlich die ihn quälende Frage:


    Ich gehe davon aus, dass du mir nicht sagen möchtest, um was es genauer geht?

    Crassus konnte das "Herein!" kaum erwarten und trat nur einen Wimperschlag nach ertönen dieses erlösenden Wortes ein:


    Salve Magister Domus Augusti Aelius!
    Ich bin der Praefectus Vigilum, Gaius Caecilius Crassus. Du wolltest mich unverzüglich sprechen?


    fiel Crassus quasi mit der Türe ins Haus, aber er war ja doch sehr aufgeregt. Wahrscheinlich war das der Sinn solcher Briefe: Sie sollten einen heiß machen, sodass einem die Ungewissheit keine Ruhe ließ und man ja keinen Gedanken daran verschwendete, Zeit zu verlieren.

    Crassus, der vor lauter Nervosität beim besten Willen seinen Cousin in der Prätorianeruniform nicht erkannt hatte, wandte ein:


    Ich glaube, ich soll mich gleich bei Aelius Quarto melden.


    Crassus tastete sich ab, hatte er den Brief dabei? Natürlich nicht. Offenbar vor lauter Aufregung vergessen.


    Unglücklicherweise habe ich den Brief nicht dabei, aber wenn ich mich recht entsinne lautete der Wortlaut ungefähr "umgehend in meinem Officium vorzusprechen" oder zumindest irgendsoetwas. Und der Brief kam von ebend iesem Aelius.
    Muss ich dann trotzdem zuvor zum Magister Officiorum?

    Früh am Morgen traf Crassus mit seinem Begleitzug direkt aus Germanien in Rom ein. Er ließ den Zug mit den Sklaven direkt in die Casa Caecilia vorgehen, um noch selbst in der Castra nach den rechten zu sehen. Er grüßte die Torwache, die etwas erstaunt war, dass der Präfect schon wieder da war - Crassus hatte ja auch keinen Rückkehrtermin angegeben - ging über den Exerzierplatz und verschwand dann in der Regia. In der Regia angekommen strebte er direkt auf sein Officium zu. Er ließ sich von dem Scriba vor seinem Officium die Post, nach der Wichtigkeit sortiert, aushändigen und verschwand damit in seinem Officium. Dort angekommen stellte er zufrieden fest, dass noch alles so war, wie er es verlassen hatte, setzte sich auf seinen Stuhl und nahm gleich das erste, und damit auch wichtigste Schreiben, hervor.


    An den
    Praefectus Vigilum
    Gaius Caecilius Crassus
    Castra Vigilum
    Rom


    Salve Gaius Caecilius Crassus!


    Der Imperator Caesar Augustus wünscht Dich in einer wichtigen Angelegenheit zu sprechen.


    Ich bitte Dich deshalb, umgehend in den Palatium Augusti zu kommen und in meinem Officium vorzusprechen.


    gez. Lucius Aelius Quarto
    ----- MAGISTER DOMUS AUGUSTI -----



    ROM - ANTE DIEM XIII KAL IUL DCCCLVI A.U.C. (19.6.856/103 n.Chr.)


    "Imperator... umgehend sprechen... Palatium Augusti."
    Crassus sprang auf, eilte zu einer Wasserschüssel und wusch sich schnell, um den gröbsten Dreck loszuwerden. Schließlich stand auf dem Brief umgehend, und das war sofort, und da Crassus nicht auf das Datum schaute, wusste er nicht, wie lange der Brief schon da lag. Vielleicht schon Wochen!
    Er wechselte seinen Brustpanzer und Helm, sagte seinem Scriba Bescheid und eilte dann schnell Richtung Palast.

    Als Beisitzer der Kurie hörte sich auch Crassus die ein oder andere Debatte dort an. Auch wenn er nicht oft hier war, so war er immerhin ab und an hier - viel mehr war seine Aufgabe als Beisitzer ja auch nicht. Zumindest solange nicht, bis die Kurie ihn um seinen Rat fragte. Sie fragte zwar gerade nicht danach, aber trotzdem erhob er sich und bat um das Wort:


    Männer Roms!
    Es ist irrelevant was ihr meint, glaubt oder wollt. Es ist nicht relevant, ob ihr ihm eine zweite Chance geben würdet oder ihn am liebsten auf der Stelle Kreuzigen würdet. Das ist alles nicht wichtig.


    Crassus blickte den Mitgliedern der Kurie nacheinander in das Gesicht:


    Wenn unser Kaiser meint, dass er, dieser Hadrianus, für dieses Amt nicht geeignet ist, dann ist er es auch nicht. Wirklich, das ist so und daran wird auch nicht gerüttelt - so wahr ich hier stehe!
    Wenn ihr diesen Hadrianus beraten wollt und ihm andere Ämter empfehlen wollt, dann könnt ihr das machen. Aber nicht im Namen der Kurie. Oder ist die Kurie während meiner kurzen Abwesenheit, eine Arbeitsvermittlung geworden?
    Ladet ihn zu euch nach Hause ein und redet dort mit ihm. Von Privatmann zu Privatmann. Da wird keiner etwas dagegen sagen. Aber beratet ihn nicht hier, nicht von Kurie zu Privatmann.


    Es ist keine lästige Pflicht sich den Wünschen -und hier ist es mehr als nur ein Wunsch- des Imperators Caesar Augusts zu beugen, sondern eine Ehre und große Verantwortung zugleich, der wir alle hier zweifellos nachkommen werden.
    Danke.

    Crassus nickte:


    Im gesamten 7Kasernen über ganz Rom verteilt, in jeder Kaserne jeweils eine Kohorte. Am Tag selber finden nur ganz selten Patrouillen statt, da wir da ja "nur" für die Feuerbekämpfung zuständig sind und die Cohortes Urbanae für die polizeilichen aufgaben.


    Crassus dachte einen Moment nach:


    Dann haben wir noch eine zusätzliche Kaserne in Ostia, die den Hafen dort überwacht, da Ostia ja der Hafen für Rom ist.

    Ich hoffe es, Meridius!


    Crassus verabschiedete sich noch einmal von Meridius, dann noch von einigen bekannten Gesichtern hie und da und verschwand dann letztenendes nur wenig später mit seiner Begleitung in Richtung Rom.

    Nach der ganzen sicher noch langen Oferzeremonie, trat Crassus als einer der Ersten, wenn nicht sogar der Erste, auf Meridius und seine Frau zu.


    Meridius, Severa, ich gratuliere euch von ganzen Herzen zu eurer Hochzeit und eurer nun entstandenen Verbindung. Die Götter haben schon gezeigt, dass sie nichts dagegen haben und so werde ich mich hüten, euch nicht bedenkenlos auch alles Gute zu wünschen.


    er lächelte zu Meridius und dann zu Severa. Dieses erst fröhliche Lächeln wandelte sich langsam in ein entschuldigenden:


    Umso mehr Leid tut es mir, mich leider schon verfrüht von eurer Feier verabschieden müssen. Die Reise nach Rom ist lange und meine Einheit sollte nicht so lange ohne klaren Führer sein. Es tut mir ehrlich Leid, aber der Kaiser hatte mich in das Amt des Praefectus Vigilum sicher nicht berufen, um in Germanien zu feiern oder auf auf Reisen zu sein. Crassus lachte.
    Trotz allem danke ich euch natürlich für die Einladung.


    Crassus drückte Meridius' Hand zum Abschied:


    Achja, bevor ich es vergesse, ich habe euch natürlich auch eine Kleinigkeit mitgebracht, auf dass ihr immer mit Wohlwollen an meinen, leider auch nur kurzen, Besuch an allein eurem Tag denkt. Sie sind allerdings vor der Regia, da sie etwas größer ausgefallen sind und so schlecht heimlich hereingebracht werden können. Ihr könnt sie deshalb selbstverständlich nicht jetzt in Augenschein nehmen, aber vielleicht findet ihr später oder Morgen dafür einen Moment Zeit.

    Auch Crassus verfolgte in der Schaar der Hochzeitsgäste die Opferzeremonie. Und auch in ihm stieg die Spannung an, als sich die Priesterin daran machte, die Leber zu untersuchen. Diese Anspannung lenkte Crassus von dem Gedanken der schon in greifbarer Nähe gerückten Abreise ab, sodass er sich, obwohl er sich eigentlich gerade anspannte, etwas entspannte. Denn so eine Reise war zum einen körperlich anstrengend und zum anderen war sie mit vielen Gefahren verbunden, die unterwegs lauerten....