Beiträge von Gaius Caecilius Crassus

    Hmm]


    nachdenklich nippte Crassus an seinem Wein:


    Wäre eine Überlegung wert. Also das mit den Prätoren werden wir auf jeden Fall machen. Lässt du da ein Schreiben aufsetzen und austragen?


    Ob wir die harten Maßnahmen schon vorher ankündigen sollten, halte ich für nicht angebracht. Das würde ja nur die öffentliche Aufmerksamkeit auf solche Unruhen lenken und damit vielleicht auch provozierend wirken. Ich würde vorschlagen, damit noch zu warten. Und bei ersten Anzeichen das unmissverständlich deutlich zu machen.



    Inwiefern? Viel mehr, als das wir den Prozess gegen sie führen sollen, hat er auch nicht mehr gesagt, oder spielst auf was konkretes an?

    Ihre verhaltene Reaktion ließ Crassus für einen kurzen Moment stocken. Freute sie sich etwa nicht ihn wieder zu sehen? Doch schon im nächsten Moment erinnerte er sich wieder an ihren Brief. Wenn sie ihn nicht wirklich wieder sehen wollte, so wäre der Brief von ihr anders ausgefallen. Wahrscheinlich war das nur wieder ein Versuch, die Gravitas der Patrizier zu demonstrieren. Er verwarf den zweifelnden Gedanken und blieb direkt vor ihr stehen. Langsam ließ er seinen Blick von unten bis oben über sie gleiten und verlor sich letztlich in ihren Augen:


    Du schaust bezaubernd wie immer aus, meine Liebste.

    Mit langsamen, aber festen Schritten durchquerte Crassus das große Eingangsportal der Villa Flavia Felix. Für die reichverzierten Wände und Statuen, die er auf dem Weg ins Triclinium passierte, hatte er keine Augen - zu sehr freute er sich darauf endlich wieder Minervina zu treffen. Kurz bevor er das Triclinium betrat blieb er noch einmal kurz stehen und rückte seine Rüstung zurecht. Noch kurz durchgeatmet und dann betrat er das Triclinium, wo er auch sofort Minervina erkannte. Mit schnellem Schritt ging er lächeknd auf sie zu.


    Minervina! Wie ich mich freue dich zu sehen!


    Die zwei Sklaven von Crassus blieben in der Türe zum Triclinium stehen und warteten darauf, dass sie später Crassus rufen würde.

    Crassus räusperte sich und folgte dem Ianitor. Ihm wiederum folgten zwei Sklaven, die eine schwere Truhe in ihrer Mitte trugen. Was darin war, war nicht allzu schwer zu erahnen.


    Danke.


    und verschwand in der großen Türe.

    Gefolgt von seinem üblichen Gefolge erreichte Crassus die Porta der Villa Flavia Felix. Er war ja nicht zum ersten Mal hier, weshalb ihn der Prunk, den dieses Gebäude austrahlte, nicht mehr wirklich beeindruckte. Er richtete seine Rüstung und ließ dann einen der Sklaven anklopfen.

    Nun, das hängt natürlich von den Ausmaßen einer solchen Unruhe ab. nachdenklich strich sich Crassus über das Kinn.


    Brot und Spiele für das Volk wären ja vorbeugende Maßnahmen, die auch nichts mehr bringen, sobald es einmal zu Unruhen kam. Sie verlängern vielleicht die Zeit bis zu den Unruhen, aber ein probates Mittel gegen sie sind solche Spiele sicher nicht. Und ehrlich gesagt sehe ich es auch nicht ein, warum ich mein Privatvermögen dafür verbrauchen sollte. Ich möchte mich ja nicht für ein politisches Amt beim Volk beliebt machen.


    Aber gemäß dem Fall es kommt zu Unruhen: so werden wir diese natürlich in ausreichender Härte im Keim ersticken. Wir dürfen uns da keine Nachlässigkeiten erlauben. Also werden wir den aktuellen Fall, eine aufständische Versammlung oder Bewegung, zerschlagen und im Anschluß müssten wir dann schon ein flächendeckendes Mittel finden, um das Volk wieder herunterzuholen. Also eine temporäre Ausgangssperre hielt ich durchaus für angebracht, um ein klares Zeichen zu geben.

    Crassus konnte sich noch gut erinnern, wie er schon manche Briefe vom Palatium über seine Equites Singulares erhalten hatte. Aber gut, ihm war das doch im Prinzip egal. Letztlich war er ja auch der oberste Chef des Cursus Publicus...


    Natürlich unterstehen die Equites Singulares meinem Kommando.


    Crassus sah auf den Stapel an Briefen, die der Magister in seinen Armen hielt und seufzte. Warum hat er sich nicht einfach gleich an einen Decurio oder Tribunen wenden können, dann hätte er sich jetzt nicht darum kümmern müssen.


    Lasse am besten die Briefe da, ich werde sie dann austragen lassen. Wobei es natürlich eine Weile dauern wird, bis die Briefe dann letztlich überbracht worden sind...

    Salve.


    begrüßte Crassus den eintretenden Magister knapp:


    Natürlich habe ich die - nämlich die Equites Singulares. Die bisherigen Briefe der kaiserlichen Kanzlei wurden doch auch über die Equites Singulares ausgetragen, oder etwa nicht? Warum sollten sie dann also nicht weiter über diese ausgetragen werden?


    fragte Crassus etwas verwundert. Denn bisher wurde er ja noch nie bemüht, wenn es um ein paar Briefe ging. Deshalb verstand er auch nicht warum er aufeinmal deswegen angesprochen wurde, auch wenn es Briefe für den Kaiser waren.

    Crassus schüttelte den Kopf:


    Dafür hatte ich leider keine Zeit. Denn als ich davon hörte, dass der Kaiser nach Osten aufbricht, bin ich fast Hals über Kopf nach Rom zurückgekehrt. Habe noch die nötigsten Sachen erledigt und dann nach Ostia übergesetzt - Corduba war damals schon militärisch befreit.


    Crassus füllte sich und seinem Gegenüber zwei Trinkbecher:


    So schaut es wohl aus. Da bleibt uns wohl nur zu hoffen, dass es so ruhig bleibt wie bisher. Wobei das mit zunehmender Abwesenheitsdauer des Kaisers nicht gerade wahrscheinlicher wird.

    Schon kurz nachdem der Ferrier seinen Gesetzesentwurf eingebracht hatte, begannen auf den Beisitzerrängen einige leisere Diskussionen - besonders zwischen den beiden obersten Reichspräfekten. Im Grunde waren sie ja der gleichen Meinung, doch einige Feinheiten haben sie noch kurz besprochen, ehe der geschätzte Praefectus Urbi anstalten machte, etwas zu bemerken.