Balbus hatte bisher geschwiegen, wollte er doch erstmal hören, was die beiden Tribune zu dem Thema dachten. Wie erwartet kamen von ihnen die üblichen Worte, das ein perfekter Kaiser beides können sollte und ähnlicher Mumpitz. Als beide eine kurze Pause machten, meldete er sich dann zu Wort.
"Ich bin der Meinung, das es irrelevant ist, ob ein Mann, der zum Kaiser akklamiert wird, eine militärische oder eine zivile Karriere hinter sich hat. Wie ihr beide schon sagtet, kann beides sicherlich vorteilhaft sein, aber beides kann sich auch nachteilig auswirken." begann er.
"Egal ob der zu akklamierende Kaiser zuvor sein halbe Leben in einem Castell oder in einem Verwaltungsgebäude verbracht hat, solange er es nicht schafft durch seine Persönlichkeit, sein Charisma, die Massen zu begeistern wird er nicht lange an der Macht bleiben.
Der Faktor, der entscheidend ist für die Dauerhaftigkeit einer kaiserlichen Regentschaft ist sicherlich nicht die Frage, ob ein Kaiser früher auf Feldbetten oder auf Seidenlaken geschlafen hat, sondern lediglich die, ob er es schafft das Volk für sich zu gewinnen.
Natürlich sind die Legionen ein wichtiges Instrument der Machtausübung, doch gilt dies lediglich ausserhalb Roms. Und dort befindet sich ein Kaiser in der Regel nunmal nicht, sondern er befindet sich in der Regel in Rom auf dem Palatin."
Das wusste Balbus ziemlich genau, schliesslich hatte er dort oft genug mit dem amtierenden Kaiser gesprochen.
"Wenn wir schon darüber sprechen, inwiefern eine Bindung zum Militär vorhanden sein sollte, so finde ich sollten wir das realistisch tun. Legionen folgen selten jemandem der sie einfach nur ein paar Jahre als Offizier begleitet hat, sondern eigentlich immer demjenigen der sie bezahlt. Und um die Legionen zu bezahlen, braucht ein Kaiser Rom und das Volk, den von dort kommt das Geld das man den Legionen geben kann."
Und das das Volk Roms nur deshalb so bereitwillig dem Charisma eines Kaisers erlag, war ganz allein das Werk der Praetorianer, denn die wahren viel loyaler als die Legionen, doch das erwähnte er natürlich nicht. 