Beiträge von Tiberius Prudentius Balbus

    Balbus, der die ganze Zeit mehr oder weniger teilnahmslos daneben gestanden und alles beobachtet hatte, liess sich von seiner Verlobten in die Reihe der Gratulanten mitnehmen. In ihm erweckte dies durchaus die Hoffnung, dass sich die ganze Angelegenheit bald dem Ende näherte.


    Als sie dann an der Reihe waren, schloss Balbus sich brav den Glückwünschen Vespas an.


    "Auch ich möchte euch gratulieren und wünsche euch für die Zukunft alles nur erdenkliche Gute und für eure Ehe den Segen der Götter."

    Balbus hatte bisher geschwiegen, wollte er doch erstmal hören, was die beiden Tribune zu dem Thema dachten. Wie erwartet kamen von ihnen die üblichen Worte, das ein perfekter Kaiser beides können sollte und ähnlicher Mumpitz. Als beide eine kurze Pause machten, meldete er sich dann zu Wort.


    "Ich bin der Meinung, das es irrelevant ist, ob ein Mann, der zum Kaiser akklamiert wird, eine militärische oder eine zivile Karriere hinter sich hat. Wie ihr beide schon sagtet, kann beides sicherlich vorteilhaft sein, aber beides kann sich auch nachteilig auswirken." begann er.


    "Egal ob der zu akklamierende Kaiser zuvor sein halbe Leben in einem Castell oder in einem Verwaltungsgebäude verbracht hat, solange er es nicht schafft durch seine Persönlichkeit, sein Charisma, die Massen zu begeistern wird er nicht lange an der Macht bleiben.
    Der Faktor, der entscheidend ist für die Dauerhaftigkeit einer kaiserlichen Regentschaft ist sicherlich nicht die Frage, ob ein Kaiser früher auf Feldbetten oder auf Seidenlaken geschlafen hat, sondern lediglich die, ob er es schafft das Volk für sich zu gewinnen.
    Natürlich sind die Legionen ein wichtiges Instrument der Machtausübung, doch gilt dies lediglich ausserhalb Roms. Und dort befindet sich ein Kaiser in der Regel nunmal nicht, sondern er befindet sich in der Regel in Rom auf dem Palatin."
    Das wusste Balbus ziemlich genau, schliesslich hatte er dort oft genug mit dem amtierenden Kaiser gesprochen.


    "Wenn wir schon darüber sprechen, inwiefern eine Bindung zum Militär vorhanden sein sollte, so finde ich sollten wir das realistisch tun. Legionen folgen selten jemandem der sie einfach nur ein paar Jahre als Offizier begleitet hat, sondern eigentlich immer demjenigen der sie bezahlt. Und um die Legionen zu bezahlen, braucht ein Kaiser Rom und das Volk, den von dort kommt das Geld das man den Legionen geben kann."
    Und das das Volk Roms nur deshalb so bereitwillig dem Charisma eines Kaisers erlag, war ganz allein das Werk der Praetorianer, denn die wahren viel loyaler als die Legionen, doch das erwähnte er natürlich nicht. ;)

    Ein Bote aus dem Castellum eilte in das Officium des CPs. Er übergab eine versiegelte Schriftrolle und teilte mit, dass diese als Eilbrief nach Rom musste und das die Gebühren von der Wertkarte des Praefecten abgezogen werden sollten.


    An die
    Administratio Imperatoris
    Palatium Augusti
    Rom, Italia




    Betrifft: Verleihung des Bürgerrechts



    Salve Procuratores!


    In meiner Funktion als Praefectus Alae der Ala II Numidia bitte ich um die Bestätigung der Bürgerrechtsverleihung an unten stehende Equites. Alle erfüllten ihren Dienst für Kaiser und Rom tadellos. Sie haben sich durch ihren nunmehr 25 jährigen Dienst in dieser Einheit laut Codex Militaris das Recht verdient sich Bürger Roms nennen zu dürfen.


    Daher erbitte ich als ihr Kommandant das Bürgerrecht für:


    [zwei Namen]
    Quintus Vibulanus, dann Quintus Fabius Vibulanus,
    [noch drei Namen].


    Alle genannten Equites haben bereits ihren letzten Diensttag angetreten und werden in den kommenden Tagen das Castellum verlassen.




    Balbus schüttelte leicht den Kopf.


    "Derzeit noch nicht. Doch ich denke, dass sich bald etwas ergeben wird, wenn einige der Decurionen das Alter erreichen, in dem man ehrenvoll in den Ruhestand gehen kann. Aber das wird noch ein Bisschen dauern."


    Wenn er Decurionen hätte, die sich für höheres eigneten, so würde er die allerdings sicherlich nicht an eine Legion verschenken, sondern sie in einem freundlichen Brief an Crassus für den Dienst in der Garde empfehlen. Doch das musste der Legat natürlich nicht wissen.

    "Sie war schon in der Verwaltung tätig, als mein Vater noch hier lebte." sagte er. "Also muss sie schon recht lange eine entsprechende Funktion ausführen."
    Er wusste es natürlich nicht genau, genauso wenig wie er wusste, wie alt Venusia eigentlich war. Doch er wusste, dass sein Vater sie sehr schätzte und dass er immer gut von ihr geredet hatte.

    Zitat

    Original von Marcus Vinicius Lucianus
    Ich lächelte "Da sieht man wieder, wie klein das Imperium doch ist..." und drehte mich zu Balbus ".... wenn wir beide unsere Hochzeit hinter uns haben, sind wir dann wohl fast verwandt!" fügte ich lachend hinzu.


    Dann machte ich es mir auf einer Kline bequem


    "Wann habt ihr beide vor, zu heiraten?" fragte ich die Verlobten


    Balbus quittierte die Bemerkung des Legaten mit einem Lächeln und einem Nicken. Von dieser Seite her hatte er das noch nie betrachtet, doch war es sicherlich nicht das schlechteste mit diesem Mann familiär verbunden zu sein.


    Dann suchte auch Balbus sich einen Platz auf einer der Klinen und platzierte sich dort.


    "Einen Termin haben wir noch nicht. Es wird aber sehr wahrscheinlich nicht passieren, bevor Vespas Onkel, der Senator Aelius Quarto aus dem Osten zurückgekehrt ist, wo er an der Seite des Kaisers seinen Dienst als dessen Berater erfüllt."

    Als Vespa eintrat begann er zu lächeln. Er machte einen kleinen Schritt auf sie zu.


    "Meine Herren, ich hoffe es stört nicht, wenn meine Verlobte an diesem Essen teilnimmt. Wir essen normalerweise um diese Zeit zusammen und wegen der Kurzfristigkeit eures Besuches hatte ich noch keine Zeit ihr abzusagen."

    Balbus nickte. "Ich werde entsprechendes in die Wege leiten. Der letzte kurze Bericht den ich erhalten habe, gab jedoch keinen Grund zur Besorgnis. Es scheint dort unten alles soweit ruhig zu sein."


    "In der Ala gibt es lediglich das Übliche. Hin und wieder gibt es ein paar neue Rekruten. Die Ausbildung läuft reibungslos und es gibt wenige Probati, die wir wieder wegschicken müssen.
    Die Patrouillen laufen ebenfalls problemlos und es gibt keine Meldungen von grösseren Vorkommnissen. Lediglich ein paar übermütige junge Germanen verirren sich hin und wieder mal zu uns und so gibt es kleinere Reibereien, die jedoch völlig ohne Probleme verlaufen."


    Die Sache mit den Offiziersernennungen kommentierte er erstmal nicht.

    Auch Balbus nahm Platz. "Meine kleine Schwester hat es vor Jahren gekauft, als sie einen Posten bei der Provinzverwaltung angenommen hat. Nachdem sie nach Hispania übersiedelte stand es leer und wurde nur hin und wieder von meinem Vater genutzt." sagte er kurz zu dem Haus.


    "Ich glaube es hängt davon ab, welche Stellung in der Gesellschaft man hat. Eine hochgestellte Persönlichkeit könnte vermutlich sogar in den kalten Nordgegenden Britannias eine Menge Gäste anlocken."

    Balbus notierte sich den Namen und hörte dem Eques bei seinen Ausführungen zu. Dann nickte er leicht.


    "Eine spätere Versetzung ist natürlich möglich. Und nachdem du dein Bürgerrecht erhalten hast, kannst du natürlich auch in eine Legion in Aegyptus versetzt werden."


    Der andere Punkt war etwas anderes.


    "Bei einer erneuten Verpflichtung liesse sich sicherlich auch ein höherer Dienstgrad für dich anstreben. Doch darüber sollten wir sprechen, wenn es soweit ist."

    Balbus fand es immer schade, wenn Männer die Armee verliessen, denn jeder Veteran der ging hinterliess eine Lücke, die die Probati nur sehr langsam füllen konnten.


    "Nun denn, wenn dein Entschluss gefasst ist, dann werde ich ihm natürlich nicht im Weg stehen." schliesslich war er niemand, der mit dem Knüppel rekrutierte oder zum Unterzeichnen irgendwelcher Dokumente zwang.


    "Deine Abfindung kannst du dir beim Vexillarius abholen, bevor du das Castellum verlässt. Was dein Bürgerrecht angeht, so werde ich noch heute einen Brief nach Rom senden um es bestätigen zu lassen." sagte er.


    "Dafür benötige ich allerdings den Namen, den du dann tragen willst."

    Balbus schaute den Eques an nickte kurz. Dann wanderte sein Blick auf den Tisch, wo mehrere Schriftstücke lagen. Unter ihnen auch die Akten jener Soldaten, deren Dienst in diesen Tage endete. Er zog ein Schriftstück hervor, auf dem oben der Name QUINTUS VIBULANUS stand.


    "Quintus Vibulanus,eine ordentliche Akte, keine negativen Vermerke. Ein guter Soldat." murmelte er, während er auf das Schriftstück blickte.


    "Und du willst uns nun verlassen?" fragte er und blickte auf.

    Das Speisezimmer war, entsprechend der Menge der heutigen Gäste, vorbereitet und um eine Cline erweitert worden. Immerhin sollte ja genügend Platz vorhanden sein.


    Als Balbus den Raum betrat, standen bereits einige kalte Vorspeisen bereit und auch mehrere Kannen Wein und dazugehörige Becher standen bereit. Da er der erste war, nutzte er den kurzen Moment der Ruhe um allein einen Schluck Wein auf seinen Vater zu trinken.

    "Natürlich." sagte Balbus und rief nach eine Sklaven. Diesen instruierte er kurz, woraufhin er davoneilte.


    "Es wird einen kurzen Moment dauern." Natürlich hätte er dem Beamten etwas zu Trinken oder ähnliches anbieten können, doch hatte er in der schwarzen Festung gelernt, dass man Beamte schnellstmöglich loswerden musste.


    Einige Minuten später kehrte der Sklave zurück und übergab Balbus ein Schriftstück. Dieser schaute noch einmal drüber und übergab es dann dem Magister Officiorum.


    An den
    Legatus Augusti pro Praetore
    Marcus Vinicius Lucianus


    Bericht der ALA II Numidia
    ANTE DIEM XII KAL DEC DCCCLVII A.U.C.
    (20.11.2007/104 n.Chr.)


    Allgemeine Situation im Lager:
    Die ALA II Numidia hat Sollstärke
    Ein Lehrgang wurde abgeschlossen und Probati in den aktiven Dienst übernommen.
    Neuzugänge haben uns erreicht und die Ausbikdung begonnen.
    Decurio Lucius Albius Decius wurde mit einer Phalera ausgezeichnet.


    Patroullien am Limes:
    Bei den regelmässigen Patroullien am Limes wurden, abgesehen von den üblichen unbedeutenden Ereignissen, keine besonderen Vorkommnisse gemeldet.


    Mission in Raetia:
    Fünf Turmae sind noch immer im Hilfseinsatz in Raetia und melden keine besonderen Vorkommnisse.




    Balbus schaute auf die Tabula, die ihm jedoch auch keine grossartigen Geistesblitze bescherte. Eine Kleinigkeit fiel ihm jedoch noch ein. "Wenn du einverstanden bist, würde ich Duccia Venusia gerne als Beisitzerin in der Curia belassen."


    Er legte die Tabula nieder.


    "Ein weiterer Punkt wäre Raetia. Mehrere Turmae meiner Einheit sind noch immer dort und ich wüsste gerne, wie es dort vorangeht und wann die Turmae gegebenenfalls zurückkehren können."

    Zitat

    Hier sind die Unterkünfte der Ala II Numidia
    Turma XII, XIII, XIV, XV


    Eine Turma von 32 Mann zerfällt in der Unterkunft in 4 Contubernia (Zimmergemeinschaften), in der sie untergebracht sind.
    Jeweils 2 Turmae bewohnen eine Baracke, wobei sich an den beiden Kopfenden die Unterbringungen für die Decuriones befanden.
    Diese hatten ungefähr diesselbe Wohnfläche zur Verfügung, wie 2,5 Contubernia, also das 20-fache eines einfachen Reiters.