Beiträge von Appius Tiberius Maxentius

    Maxentius versuchte sein Gegenüber zu studieren, könnte er Probleme machen? Könnte er sich als nützlicher Verbündeter erweisen? All dies blieb abzuwarten. „Deine Zeit ist kostbar, darum will ich es kurz machen. Der letzte Verwalter hat dieses Unternehmen meiner Familie fast in den Abgrund befördert.“ Um seine Aussage symbolisch zu untermauern, legte er jene Firmenpapiere auf den Tisch, die er die letzten Tage so eingehend studiert hatte. Sein Bruder, der große Kriegsheld, tat gut daran die Fabricae Tiberiae in seine Hände zu legen. „Die Kosten übersteigen die Einnahmen, wichtige Lizenzen sind ausgelaufen und konnten nicht erneuert werden, weil die Bestechungsgeschenke an die jeweiligen Beamten unterschlagen wurden und es mangelt uns an Privataufträgen. Wir haben ein herausragendes Produkt, aber keine Abnehmer.“ Sein Blick wanderte über die ganzen Werkzeuge, von denen Maxentius nicht die geringste Ahnung hatte. „Ich habe vor im kaiserlichen Palast vorzusprechen, ich möchten unser Produkt direkt an oberster Stelle vorführen.“ Sicherlich, dies war ein mehr als gewagtes Spiel, aber man musste Risiken eingehen um erfolgreich zu sein. „Und da kommst du ins Spiel. Ich brauch dein bestes Gladius und Spatha welches du je geschmiedet hast. Und dein Fachwissen. Du wirst mich nämlich in den Palast begleiten. Natürlich nicht so.“ Maxentius deutete auf die Arbeitskleidung seines Schmiedemeisters. „Wir werden dich Vorzeigbar machen, so gut es eben geht...“ bei diesem Gesicht... Hübsch war sein Gegenüber wahrlich nicht, aber dies musste er auch nicht. Sein Talent lag in seinen Händen. „Außerdem habe ich einen potenziellen Auftrag von einer Gladiatorenschule, welche Schwerter griechischer Art bevorzugen, für die Darstellung historischer Schlachten. Ich würde es bevorzugen, wenn man unsere Produkte für Gladiatoren nicht mit diesen Unternehmen in Verbindung brächte. Es würde einen falschen Eindruck hinterlassen. Bei den Privataufträgen bin ich bereits dich mit 20% am Gewinn zu beteiligen, ich weiß das ist sehr großzügig, aber ich verlange beste Qualität.“ Und sein schweigen... ob sein Gegenüber den Wink verstanden hatte? Er wirkte nicht einfältig.

    Nachdem Maxentius die Außenbezirke von Ostia erreicht hatte, suchte er umgehend die Fabricae auf. Sein Blick schweifte über das Gelände, dies war es also. Jene Fabricae sollte er im Namen seiner Familie verwalten. Seine erste große Aufgabe, er durfte nicht scheitern. Ein Laie sah hier lediglich eine Waffenschmiede, aber Maxentius sah hier wesentlich mehr. Er sah hier die erste Etappe seines sozialen Aufstiegs, eine Zitrone die gepresst werden konnte, um Geld für seinen zukünftigen Wahlkampf anzuhäufen. Er musste die ganze Sache äußerst clever angehen, wenn er hier erfolgreich sein wollte. Als erstes musste er diesen Cadanus auf suchen, dieser Mann war ein begnadeter Schmied. Es war unausweichlich sich mit ihm gut zu stellen, Maxentius brauchte sein Wissen und seine Handwerkskunst. Also ging er hinein, gefolgt von zwei Sklaven, um diesen Barbaren zu finden.


    Die Hitze war von draußen bereits gut wahrnehmbar, aber in den Räumen war es fast unerträglich. Vorsorglich hatte der neue Leiter nicht seine besten Kleider angezogen. Dies hatte zwei simple Gründe, zum einen wollte er sie sich nicht ruinieren, zum anderen wollte er Volksnah wirken, um der Arbeiterschaft kein unnötiges Feindbild zu präsentieren. „Wo ist der, den sie Cadanus nennen?“ Einer der Arbeiter verneigte sich leicht und zeigte auf einen Mann, der sehr beschäftigt wirkte. Ohne Umschweif ging der junge Adlige auf ihn zu, dem allen Lappen elegant ausweichend, der nun das Gesicht seines hinterher laufenden Sklaven traf. „Salve, ich bin Tiberius Maxentius, ich leite diese Fabricae nun im Namen meiner Familie. Du bist Cadanus? Ich habe einiges mit dir zu besprechen, nimm dir bitte die Zeit.“ Er deutete auf einen kleinen Tisch, welcher von zwei Stühlen gesäumt war. Seine alte Verletzung begann sich nun wieder bemerkbar zu machen. Ein stechender Schmerz durchfuhr sein Knie, welchen Maxentius äußerlich ignorierte. Aber er musste sich setzten, er durfte nicht stehen bleiben. Keine schwäche zeigen.

    Ich habe vor Jahren mal einen "römischen Brotaufstrich" und einen Honigkuchen probiert. Ich glaube beides war aus dem Kochbuch des Apicius. Der Kuchen aus Schafskäse und Honig war jetzt nicht sooo gut, aber dafür der Brotaufstrich. Einfach den Schafskäse zerquetschen und mit Salz, Pfeffer, gemahlenen Sellerie und viel Olivenöl mischen und zum Aufstrich verarbeiten. Schmeckt besonders gut zu warmen Brot. Halt ein mediteraner Brotaufstrich, ähnlich der heutigen.


    Achja, sehr kalter Wein mit Honig hab ich auch mal probiert, hieß glaub ich Mus oder Musa?
    Woran ich auch nicht so ran gekommen bin war der Puls Brei, egal ob süß oder deftig. :D

    Das Wetter für diese Jahreszeit war besonders mild und Maxentius hatte sich ein schattiges Plätzchen herrichten lassen. Hier, bei den Zypressen, war er am liebsten. Er studierte einige Gesetzestexte und genoss den Frieden. Wenige Meter von ihm entfernt, natürlich außer Sichtweite, stand ein Sklave und wartete auf seinen Einsatz. Aber an diesen Tag hatte sein Herr keine Aufgabe für ihn. Hätte sein schlimmes Bein nicht wieder geschmerzt, es wäre ein Tag nach dem Geschmack des jungen Patriziers gewesen. Aber seine alte Verletzung holte ihn immer wieder ein, nun pochte die alte Narbe und erinnerte ihn an jenen Schicksalshaften Tag im November, als er vom Pferd fiel. „Verfluchter Gaul...“ sagte Maxentius, ohne vom Papyrus abzulassen. „Dominus, du hast gerufen?“ „Nein, verschwinde.“ Ohne zu zögern ging der Sklave zurück an seinen Platz, er wusste der junge Dominus mochte es überhaupt nicht, wenn er gestört wurde. So vergingen einige Stunden, die Sonne hatte bereits ihren höchsten Stand erreicht, und Maxentius erhob sich. Er streckte sich und lief einige Meter um sich die Beine zu vertreten. Er erwartete einen wichtigen Brief, der noch immer nicht eingetroffen war. Auch wenn man ihm äußerlich nichts anmerkte, dass warten war unerträglich.