Beiträge von Primus Decimus Magnus

    Nun, da klar war, dass sie nicht wirklich verletzt war keimte dann doch ein kleines Lächeln in mir auf, doch bevor es richtig zur Geltung kam, nahm ich Venusia auf die Arme, hob sie auf und stapfte mit ihr zum Ufer, wo ich sie sanft wieder auf ihre Beine abliess....


    "Bist du dir sicher, dass alles in Ordnung ist?"

    Ich lächelte "Würde ich ja, aber glaub mir, bei dem Lärm hier und dem Getobe auf der Rennbahn, hört man, als Reiter, einen einzelnen in der Menge nicht!"


    Wenn man da unten auf dem Pferd sass, war die Konzentration völlig auf das Rennen gerichtet und man hörte zwar die Menge toben und fallweise auch den einen oder anderen Namen, aber eine einzelne Stimme war nicht zu vernehmen.


    Abgesehen davon war ich nicht der einzige der ALA, der sich das Rennen ansah. In einer Kurve der Strecke sassen mindestens 60 bis 70 Soldaten meiner Einheit, die ihre Kollegen ohnehin anfeuerten.


    Trotzdem stand ich auf und rief nochmal hinunter, denn vielleicht konnten sie ihren Praefecten sehen und vielleicht würde sie das noch etwas mehr anspornen....

    Ich nickte nur, während ich ihr folgte... "Ja, die zeit, die man geniesst, vergeht immer schnell!"


    Dann wies sie auf ein Geräusch hin und ich blickte ebenfalls in die Richtung, in die Venusia sah, als plötzlich.... ich wandte mich wieder um und Venusia im Wasser sitzen.


    Nach einer kurzen Schrecksekunde sprang ich vom Pferd zu ihr... "Hast du dir was getan?" ....meine Arme schon bereit, sie aufzuheben.

    Ich wartete die Reaktion von Alienus nicht ab, sondern erteilte gleich die Befehle...


    "Decurio Tubero, du und deine Turma führen die Patroullie fort!"


    Dann wandte ich mich an Alienus


    "Decurio Alienus, wir kehren ins Castellum zurück und wenn wir dort angekommen sind, möchte ich deine Turma vollzählig am Appellplatz angetreten sind! AUSFÜHREN!"

    Ich nickte nur, liess das Gesagte aber unkommentiert, denn mehr wollte ich ja auch nicht und es wäre unnötig gewesen, dem jetzt zuzustimmen.


    Es war mittlerweile schon weit nach Mittag gewesen, die lange Pause in der Wiese, das Wettrennen, alles hatte Zeit gekostet.


    Ich hielt mein Pferd.... "Ich denke, es wird Zeit, langsam umzukehren, damit wir vor der Dämmerung noch ins Castellum kommen!"


    Nachts war es nicht ratsam, unnötig in der Gegend umher zu reiten. Ich hatte zwar keine Angst, aber das Glück herausfordern sollte man nun auch nicht.

    "Das glaub ich dir..." sagte ich und schloss zu ihr auf "..... doch ein unbekanntes Gewässer birgt immer Gefahren! Pferde haben zwar, in vielen Fällen, einen sechsten Sinn, aber rein darauf verlasse ich mich ungern!"


    Ich wollte sie nicht bevormunden, doch hatte ich schon zu oft gesehen, wie Reiter von ihren Pferden stiegen, weil sich im Wasser plötzlich ein Loch oder ein kleiner Abgrund befand und das Pferd blindlings hineinlief und stolperte.

    Ich ritt ihr nach, das Wasser am Ufer war wirklich nicht tief, doch zur Mitte hin könnte es schnell abfallen.


    Dann folgte ich Venusia im leichten Trab und durch das Spritzen des Wasser konnte man nun überhaupt nicht sehen, ob das Flussbett nicht plötzlich abfiel, deshalb verlangsamte ich die Geschwindigkeit wieder, um das Pferd nicht zu verletzen. Schliesslich brauchte ich ihn noch zum Rennen.


    Venusia rief ich nur nach "Sei vorsichtig!" Immerhin war dies ein Fluss und kein kleiner Bach....

    Ich sah meine Männer und war ein wenig enttäuscht über den Platz meines Eques, doch es waren ja noch ein paar Runden und da konnte sich noch viel ändern.


    Dann sah ich verwundert zu Venusia "Achso? Willst du mich jetzt unter Druck setzen...... puh.... da muss ich mir wohl noch was einfallen lasen!"


    Und tatsächlich hatte ich meinen Sklaven beauftrag, mir für das Endrennen mein bestes Pferd fertig zu machen.