Publius Cornelius Tacitus

Aus Theoria Romana
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Publius Cornelius Tacitus gehört zu den bekanntesten Schriftstellern Roms und ging als Kritiker des Prinzipats in die Geschichte ein.

Leben[Bearbeiten]

Tacitus wurde um 55 oder 60 n. Chr. in Gallien geboren, verbrachte jedoch zumindest seine Jugend bereits in Rom. Dort studierte er Rhetorik und heiratete 77 n. Chr. Iulia Agricola, die Tochter des Feldherrn Gnaeus Iulius Agricola. Etwa zur selben Zeit begann er seinen Weg durch den cursus honorum und amtierte unter Domitian 88 n. Chr. als praetor, unter Nerva 9 Jahre später als consul suffectus. Zwischen diesen Ämtern nahm er etwa zwischen 89 und 93 n. Chr. eine Funktion außerhalb Roms wahr. 112/133 n. Chr. amtierte er als proconsul in der Provinz Asia.

Literatur[Bearbeiten]

Das Werk des Tacitus wurde geprägt von dessen innerem Zwiespalt: Einerseits sehnte er die alte Republik herbei, andererseits wusste er, dass eine Wiedererrichtung derer unmöglich geworden war.

Trotzdem vertraute er der römischen Verfassung nicht, die er für nicht beständig hielt (was er dadurch bestätigt sah, dass Octavian sie schnell aushebelte). So wurde Trajans liberaler Regierungsstil zu seinem persönlichen Ideal der Staatsführung.

De vita Iulii Agricolae[Bearbeiten]

Mit diesem Werk setzte der Autor seinem Schwiegervater Gnaeus Iulius Agricola ein literarisches Denkmal. Dies tat er einerseits aus Respekt zu diesem hochverdienten Mann, andererseits rechtfertigte er dadurch indirekt seine eigene politische Tätigkeit unter der Tyrannei des Domitian.

De origine et situ Germanorum[Bearbeiten]

Dieses auch als verselbstständigter Exkurs bezeichnete Werk beschrieb Tacitus die Germanen, deren Kultur, Land und Herkunft. Dabei übte er gleichzeitig indirekte Kritik an der sittenlosen Gesellschaft.

Dialogus de oratoribus[Bearbeiten]

Hier beginnt Tacitus mit einem fiktiven Dialog über die Vorzüge von Dichtung und Rhetorik, später vergleicht er die republikanische mit der kaiserzeitlichen Rhetorik, sodass er schließlich zu dem Schluss kommt, dass durch die Überwachung und Zensur die moderne Rhetorik zu einer hohlen Kunst geworden ist, die zwar in Rhetorenschulen gelehrt wird, jedoch keinen praktischen Nutzen mehr besitzt.

Historiae[Bearbeiten]

Die Historiae befassen sich mit der Flavischen Dynastie bis hin zum Tode Domitians. Aus Rücksicht auf die lebenden Kaiser beendete er sein Werk jedoch nicht und drang nicht in die Zeit Nervas und Trajans ein.

Ab excessu divi Augusti[Bearbeiten]

Das später einfach als "Annales" betitelte Werk des Tacitus behandelt die frühe Kaiserzeit. In 16 Büchern werden die Regierungszeit des Tiberius bis hin zum Bürgerkrieg nach dem Tode Neros dargestellt.

Bemerkenswert hierbei ist vor allem das Totengericht des Augustus, in dem der Nutzen und die Rechtschaffenheit des Kaisers in Frage gestellt werden. So wird seine "pax Augusta" zu einem blutigen Frieden degradiert und die Sittenlosigkeit innerhalb des Kaiserhauses angeprangert.


Literatur:
Gerhard Metzger, Lateinische Literaturgeschichte, 2001
Manfred Fuhrmann (Hrsg.), Tacitus: Germania, Philipp Reclam jun. Stuttgart, 2000
Wikipedia