• Sedulus war schon zeitig in der Basilika. Mit dabei hatte er zeil Milites welche in der Regia ihren Dienst taten. Sie sollten den Tribunen und ihn flankieren und obacht geben das sich auch ja kein Ankläger oder Beklagter daneben benimmt.


    So marschierte er mit den Beiden in eine noch ruhige Ecke der Basilika wo er halbwegs alles überblicken konnte. Die Händler bauten indessen im Hof und auch in den Säulengängen ihre Stände auf.


    Gelangweilt sah Sedulus dem Treiben zu was sich aber bestimmt noch ändern würde wenn es hier denn erst ein mal so richtig rund ginge.


    Sim-Off:

    Wer lustig ist kann hier gerne als streitbarer Bürger mitmischen. Je mehr um so lustiger und interessanter wird`s. Aber laßt euch wenn, dann von nem Legionär her bringen.

  • Ich sollte sechs Männer zum Quaestor bringen. Sie hatten irgendeinen Streitfall miteinander zu klären, um den sich nun Sedulus kümmern sollte. Nachdem ich mir die Namen der Männer hatte geben lassen, bat ich sie, mir zu folgen. Dann ging ich zur Basilika. Ich war aufgeregt. Denn ich würde wieder meinem Verwandten aus der erfolgreicheren Linie des Stammbaumes gegenüberstehen. Wusste ich doch, dass er der Quaestor war. Die Buschtrommeln im Castellum funktionierten eben hervorragend.


    Da ich nicht genau wusste, wo sich Sedulus in der Basilika befand, dauerte es einige Augenblicke, bevor ich ihn in einer Ecke entdeckte. Ich lief auf ihn zu, während ich darauf achtete, dass sich die Männer, die ich zu ihm geleiten sollte, mir auch folgten. Kurz bevor wir ihn erreichten, bedeutete ich den Männern, stehen zu bleiben und wandte mich an Sedulus.


    "Salve, Quaestor Germanicus Sedulus! Ich bringe dir sechs Männer, die in einem Streitfall deiner Hilfe bedürfen." Ich schaute auf die Liste. "Ihre Namen lauten: Tiberius Duccius Lando, Numerius Hadrianus Capitolinus, Numerius Duccius Marsus, Caesius Alba, Bacillus Titanus und Coruncanius Accius Hator.", meldete ich ihm die Männer an.

  • Nun war es also soweit. Der Markttag, von dem Sedulus vor einiger Zeit gesprochen hatte, war gekommen und Ursus hatte sich eingefunden, um wie versprochen den Beisitzer zu machen, wenn Sedulus sich um die Streitfälle kümmerte. Und so machte er sich frühzeitig auf den Weg zur Basilika, wo schon eifriges Treiben herrschte.


    "Salve, Quästor", grüßte er Sedulus, als er ihn endlich entdeckt hatte und sich zu ihm gesellte. "Sieht ja bisher noch alles ganz friedlich und ruhig aus." Und als hätten seine Worte diesen Frieden gestört, trat kurz darauf auch der junge Soldat hinzu, den Ursus an einem der ersten Tage im Castellum getroffen hatte. In seiner Begleitung befanden sich sechs Männer, die offenbar irgendwelche Streitigkeiten miteinander hatten. Nun, das ging ja überraschend früh los.

  • Salve Tribun Ursus. Schön das du Zeit gefunden hast.


    Grüßte ich den Aurelier grinsend.


    Nehm doch einstweilen Platz. Ich denke lange brauchen wir nicht warten.
    Da sah er auch schon einen ganzen Schwung an Männers auf den Tribunen und sich zukommen. An der Spitze marschierte Germanicus Probus den er wiedererkannte.


    Salve Legionär Probus. Um was geht es hierbei genau?


    Sedulus kannte einige der Namen und sah fragend in die Menge.
    Was sie wohl für ein Problem hatten so früh am Tag.

  • Da erst bemerkte ich auch den Tribun. Ich kannte ihn von der Übung auf dem Campus mit dem Optio und mit Lupus. Nur ungern erinnerte ich mich daran, wie mich Lupus dabei vorgeführt hatte. Doch im Nachhinein hatte sich herausgestellt, dass mein Kamerad schon seit frühester Kindheit eine Fechtausbildung genossen hatte, was die Angelegenheit für mich erträglicher machte. Schnell holte ich mein Versäumnis nach. Bevor ich Sedulus seine Frage beantwortete, salutierte ich schnell. "Salve, Tribun Aurelius!", sagte ich laut zu ihm. Hoffentlich war das noch rechtzeitig gewesen, dachte ich.


    Dann wandte ich mich an Sedulus, um seine Frage nach dem Gegenstand der Anwesenheit der Männer zu beantworten. "Soweit mir es bekannt ist, geht es um den Kauf von Lagerhallen am Hafen, Quaestor." Warum fragte er sie nicht einfach selber, dachte ich dabei verwundert. Schließlich wussten sie doch am Besten, worum es sich handeln würde. Jedenfalls hoffte ich, dass Sedulus nicht noch mehr Fragen an mich hätte.

  • Witjon war mit Lando und Harlif mitgekommen. Er hatte alles nötige in einer Tasche mitgebracht und stand nun mit den fünf anderen Männern vor dem Quästor. Er war sehr gespannt, wie dieser Prozess ablaufen würde. Im Oppidum Brogilus hatte er nur wenige kleinere Prozesse besucht, die auch alle eher weniger interessant waren. An diesem hier war er nun selbst beteiligt und so hörte er genau hin, was jeder einzelne sagte.

  • Ursus setzte sich auf den ihm zugewiesenen Platz und war wirklich gespannt, was die Männer vorzubringen hatten. Den Gruß des Probatus erwiderte er mit einem freundlichen Nicken. "Salve, Probatus Germanicus." Ein gutes Namensgedächtnis war doch wirklich etwas wert. Die Leute fühlten sich immer gleich viel mehr wahrgenommen, wenn man sich an ihre Namen erinnerte. Sicher, sein Gruß war etwas spät gekommen. Doch das war nichts, was Ursus übel nahm. Zumindest nicht in dieser Situation, wo die Aufmerksamkeit des Probatus natürlicherweise mehr auf den Quästor und die Streitenden gerichtet war.


    Um den Kauf von Lagerhallen ging es also. Ursus richtete seinen Blick auf die Männer, die sich anscheinend während der Geschäftsabwicklung uneins geworden waren. Jetzt kam es wohl erst einmal darauf an, was sie dazu zu sagen hatten.

  • Um einen Kauf von wegen Lagerhallen? Was hatte dies bitte mit dem Markttag hier zu tun?


    Nun ja. Ähm. Tut mir leid das der Weg für euch hier her für umsonst war. Es sei denn es gab auf dem Markt irgendwelche Probleme mit einem der Händler oder aber Kunden mit euch.


    Was Sedulus aber nicht wirklich glaubte. Aber gut, wissen konnte er es natürlich nicht.
    So sah er die Männer einen um den anderen an.


    Nun?

  • Witjon machte solche Augen 8o, als der Quästor sagte, er könne nichts für sie tun. Der Kerl hatte sich doch noch nicht einmal ihr Problem angehört! Skeptisch schaute er zu Lando und Harlif, die nun bestimmt etwas sagen würden. -.^

  • Ich trat vor.


    " Ah Queastor Sedulus, schön dich hier zu sehen.
    Worum es hier bei all der Aufregung nun geht ist ganz simpel.
    Der Mann da,
    " Ich zeigte auf den anderen Händler "arbeitet mehr oder weniger mit unlauteren Methoden.
    Wir haben ein paar seiner Leute dabei erwischt wie sie andere Händler, die die gleichen Waren anboten wie er, unter druck setzten und gewalt androhten.
    Letztendlich kamen die Burschen auch zu uns, nunja....vergebens weil.........
    "


    Ich kam nichtmehr auszusprechen was ich wollte denn der Händler fuhr dazwischen.


    "Das ist erlogen, ich habe nichts dergleichen getan. Ich habe meine Waren legal angeboten und war lediglich ein wenig günstiger als die anderen. Ich habe halt die besseren Preise und die besseren Waren.
    Einige wollen das hier nurnicht aktzeptieren.......Meine Männer haben lediglich meine Interessen gewahrt.
    "


    Ich seufzte.


    " Womit nun seine gut erdachte Geschichte auch dir nun vorgetragen wurde.
    Tatsächlich ist es so, das wir die Freya Mercurioque, die gleichen Waren und Dienstleistungen günstiger anbieten als er, dazu mit besserer Qualität und er und deswegen gewaltsam aus dem Geschäft drängen wollte, da wir an keinerlei Verhandlungen mit ihm über dieses Geschäft und einer Aufgabe unseres Geschäftszweiges interessiert waren.
    "


    Ich verschränkte die Arme und sah den anderen Händler düster an, vielleicht wollte Lando dazu ja auchnoch was sagen.

  • Sim-Off:

    So, hab mich mal schlau gemacht. Wenn es sein muß geht das auch mit den Lagerhallen.


    Sedulus hörte beiden Männern zu und fuhr sich über sein Kinn.
    Tja, jeder konnte nun die Wahrheit sagen oder auch nicht.


    Zu aller erst, wie sind eure Namen?


    Mag sein das er den ein oder anderen mal wo gesehen hatte und auch erfahren wie er hieß. Was aber nicht zwangsläufig heißen mußte das er sich den oder die Namen auch merken mußte.


    Habt ihr irgendwelche Zeugen welche nichts mit euch zu tun haben die dies bezeugen können?


    Ich sah sie fragend an und wandte mich dann auch gleich zu Ursus.


    Flüsternt meinte ich zu ihm.

    Was hälst du von dieser Sache? Was ist dein erster Eindruck?

  • Ursus runzelte die Stirn, sagte aber nichts dazu. Eigentlich war das alles noch nicht sehr konkret, fand er. Was hieß denn: Unter Druck setzen und Gewalt androhen? So etwas konnte viele Abstufungen haben und mußte nicht unbedingt rechtswidrig sein. Zumal man ja nicht wußte, was vorher an Provokationen dagewesen war.


    Als sich Sedulus flüsternd an ihn wandte, meinte er, ebenso flüsternd: "Ich würde mal fragen, was da konkret vorgefallen ist. Und dann... Mir sieht das bisher so aus, als hätte der Händler Selbstjustiz geübt, statt sich wegen Preisabsprachen zwischen den Händlern dieser Händlervereinigung an entsprechender Stelle zu beschweren. Allerdings ist mir auch schon anderweitig aufgefallen, daß diese Freya Mercurioque in einigen Bereichen schon nahezu Monopolstellung besitzt. Der Wettbewerb ist hier in Germanien anscheinend besonders hart." Im Grunde ging es jetzt darum, festzustellen, wer von den Parteien tatsächlich gegen geltendes Recht verstoßen hatte.

  • Bei den Worten des Ursus nickte Sedulus da er wahre Worte sprach.


    Ja da hast du wohl recht. Ich hab da auch schon einiges über diese Freya Mercurioque gehört. Und ich finde das sie doch recht groß ist und wie mir scheint auch einiges an "Macht" ausübt für eine Provinz wie Germanien es ist. Sicher hätte der Händler zuvor Anklage erheben sollen, ein Versäumnis welches ihm jetzt vielleicht das Genick brechen wird... Doch hören wir erst ein mal weiter was sie zu sagen haben.



    Und sah dann auch gleich wieder die streitbaren Parteien an.

  • Lando versuchte sich daran zu erinnern wessen Idee das eigentlich gewesen war, den Ausbruch des Händlers Caesius Alba dazu zu nutzen ihm auch de iure die Beine wegzutreten. Er selbst hatte sich bisher damit zufrieden gegeben ihm ab und zu das Lager auszuräumen, oder durch aggressive Werbung die Kunden abspenstig zu machen, denn schmutzige Hände wirkten auf sonst blütenweißen Togen umso dreckiger.


    So hatte er nur widerwillig zugestimmt, einen Soldaten herbeirufen lassen und den Fall erklärt, woraufhin sie nun vor dem Marktgericht standen, und Harlif sogleich nach vorne presche und den Sachverhalt arg vereinfacht dem Quaestor und seinen Gehilfen erklärte. Lando selbst verhielt sich vorerst still und beobachtete Alba und den Hünen Bacillus Titanus, die unruhig auf ihren Füßen standen und besorgte Blicke austauschten.
    Alba hatte gut reden.


    Angefangen hatte das ganze schon zu Zeiten als Harlif noch in Magna herumstreunerte, und er selbst erste Gehversuche mit einem Olivenimport auf dem Markt in der Stadt wagte. Alba war anfänglich nett und hilfsbereit, hatte sich allerdings recht schnell als kläglich untalentierter Machtmensch herausgestellt, der Druck- und Reizmittel viel zu schnell offen legte. Lando selbst hatte sich an dieses Spiel nur allzu schnell gewöhnt, und Alba damit auch relativ schnell ausgebootet. Was darin endete dass Lando in sein Geschäft mit dem Gewürzhandel einsteigen konnte, mit Unterstützung der Familie natürlich, und mit besten Kontakten zu den germanischen Krauthändlern.
    Damals war Bacillus zum ersten Mal gewalttätig geworden, und Lando schrammte nur knapp an einer gebrochenen Nase vorbei.


    Die Kämpfe die in der Zwischenzeit ausgetragen worden waren, waren im Grunde genommen eine Farce. Mit einer immer ausgereifteren Organisation konnten Harlif, der mittlerweile mit eingestiegen war, die Konkurrenz an den Rand drängen, und letztendlich zu einem Nischendasein zwingen.


    Dass Alba sich dieses Mal, mitten auf einem Wochenmarkt, einen neuen Aussetzer geleistet hatte konnte Lando nicht anders als Geschenk der Götter titulieren. Vor Zeugen! Ohne selbst angegriffen worden zu sein! Grandios. Die Nerven des alten Mannes lagen anscheinend blank, und das lag wohl nicht nur daran dass die Freya ihm mit dem Kauf einer ganzen Lagerhalle im Hafen der Stadt wichtige Logistikkapazitäten genommen hatte.
    Harlif hatte natürlich die Chance gerochen dem Mann, der ihnen noch vor weniger als zwei Jahren so zugesetzt hatte, entgültig den geschäftlichen Gar aus zu machen, und Lando dazu gedrängt die ganze Sache hier vorzutragen. Doch Lando wusste dass der Mann kein Dummkopf war, ganz im Gegenteil. Die Sache mit der Ala saß ihm immernoch im Magen, auch wenn er noch nicht wieder von der Sache gehört hatte, und Lando glaubte keine halbe Sekunde daran dass er von dem Mann irgendwas anderes als kaltschnäuzige Neutralität zu erwarten hatte. Was vielleicht auch gut so war... man wollte schließlich nicht ohne Kampf gewinnen.


    "Verehrter Quaestor Germanicus, geschätztes Marktgericht. Mein Name ist Tiberius Duccius Lando, ich bin Curator des römisch-germanischen Handelskonsortiums Freya Mercurioque, dies ist mein Stellvertreter Numerius Hadrianus Capitolinus, und dies der Buchhalter unserer Vereinigung, Numerius Duccius Marsus.", trat Lando schließlich vor, um der ganzen Sache ein wenig mehr Tiefgang zu verleihen: mit einer schön verzierten Axt. "Es ist ein offenes Geheimnis dass die Vertreter des römisch-germanischen Handelskonsortiums Freya Mercurioque und der Geschäftsmann Caesius Alba bereits seit einiger Zeit im Streit miteinander sind, doch wurde dieser Streit bisher auf dem Feld der Marktwirtschaft ausgetragen."


    Es war nicht zu übersehen dass Lando sich nicht wenige Gedanken darüber gemacht hatte wie er die Sache vortragen sollte ohne sich übermäßig als Opfer noch als übermäßig überlegen darzustellen. Das Problem lag eindeutig daran so harmlos wie nur irgend möglich zu wirken.


    "Der Markt im römischen Reich ist kein Kinderspielplatz, das habe ich vor mehr als einem Jahr erfahren dürfen als ich als Kleinunternehmer Bekanntschaft mit einem Geschäftsmann namens Caesius Alba gemacht habe. Seitdem hat sich viel verändert, und doch garnichts. Die Freya Mercurioque ist ein Zusammenschluss aus Händlern der Provinz die in fairen und ehrlichen Dialogen miteinander und mit anderen Geschäfte machen, und dabei unter einem Dach und Selbstverständnis stehen. Das Geschäftsmodell des Alba hat sich allerdings nicht im geringsten geändert. Die Unterdrückung der Konkurrenz mit brutaler Gewalt gehört noch immer zu seinen beliebtesten Methoden auf dem Markt Geltung zu erhalten, und nicht wenige kleinere und größere Händler sind unter der Faust seines Handlangers Bacillus zerbrochen. Natürlich erlaube ich es mir nicht mich und meinen Freund hier," er klopte Harlif auf die Schultern, "als Unschuldslämmer schlechthin darzustellen, allerdings kann ich beteuern dass die Geschäftsmethoden der Freya sich auf die Möglichkeiten der Lex Mercatus und des römischen Gesetzes stützen, und keiner unserer Konkurrenten von unserer Hand körperlichen Schaden erlitten hat."


    Soviel zum allgemeinen Sachverhalt, Lando ließ die Worte in der Luft hängen um ihre Bedeutung zu unterstreichen. Die Rhetorikstunden mit/bei seiner Schwester hatten ihr Ziel nicht verfehlt. Er war innerlich froh darum sich mit seinem Vorgesetzten nicht nur einmal im Detail über die Wirtschaftsgesetzeslage unterhalten zu haben, war Caecilius Metellus doch im fernen Rom nichts anderes als Lando hier in Germanien, und zudem noch vom Kaiser ausgezeichneter Rechtsfachmann auf dem Bereich der Lex. Alles Dinge die Alba nicht einmal im Traum in Betracht ziehen würde, und deswegen auf ziemlich gewaltfreie Art und Weise gescheitert war.


    "Die Tat, die uns heute vor dem ehrenwerten Marktgericht zusammenbringt, ist nur eine aus einer ganzen Reihe von Missetaten von der Hand des Caesius Alba, durchgeführt von seinem hünenhaften wie Angsteinflößenden Handlanger Bacillus, und doch offenbart sie die konzentrierte Niedertracht eines Mannes, der sich öffentlich 'Geschäftsmann' nennen darf. Entfacht hat sich der Übergriff des Bacillus an nichts harmloseren als dem Verkauf von genau 3 Amphoren mit Olivenöl.", er spreizte drei Finger und sah dabei vorwurfsvoll zu Alba, welcher frustriert über den Tagen laut vernehmbar mit den Zähnen knirschte. Er machte eine kurze Pause und fuhr dann damit fort zu erläutern was nun genau vorgefallen war.


    "Mein Konkurrent Alba wird sicherlich bestätigen dass sein Olivenöl, welches er aus Gallia Aquitania importiert, genau 3 Sesterzen teurer pro Amphore ist. Unser Preis liegt mit 12 Sesterzen pro Ampore noch deutlich im gesetzlichem Rahmen des Mindestpreises, unsere Zulieferer verdienen ein gutes Brot mit dem was wir ihnen bezahlen, und dennoch kann der Betreiber des Betriebes, mein Freund Numerius Hadrianus Capitolinus hier, sich nicht darüber beschweren dass seine Angestellten und Hausdiener ein karges Brot essen. Das gleichzeitig der Markt für Olivenöl in den letzten Wochen stark rückgängig ist, macht allerdings für die Profitgier des Alba keinen Unterschied. Anpassung war noch nie seine Stärke, und so sah der Mann nur dass wir Olivenöl verkauften, während seines in den Regalen stehen blieb. Mal wieder. Dass dieser preisbewusste Bürger", Loki deutete auf den Mann in der Mitte, der bisher still und neugierig die Anwesenden musterte, "Zuerst zu seinem Laden, und dann an unseren Marktstand vor unserem Handelshaus kam, und sich schließlich für unsere Ware entschied, brachte für Alba anscheinend das Fass zum überlaufen. Der uns mittlerweile nur allzu gut bekannte Bacillus Titanus tauchte wenige Sekunden später bei uns auf, schlug nach einem unserer Angestellten und ließ seinen Frust an unserer Ware auf, die seiner Meinung nach unlauter feilgeboten wurde, was vollkommener Quatsch ist. Unsere Konszenssionen sind nicht ohne Grund vergeben worden, und man hatte noch nie etwas an unserer Preispolitik zu beanstanden gehabt."


    Lando verschränkte die Arme und wartete darauf dass der Quaestor Fragen stellte, vornehmlich an den Zeugen, welchen Lando ausgewählt hatte weil sein größter Vorteil wirklich absolute Ahnungslosigkeit war. Der Durchreisende Coruncanius Accius Hator war das, was er war: ein absolut ahnungsloses Opfer, der nicht die geringste Ahnung von den Rivalitäten auf dem mogontinischen Markt hatte, und somit der perfekte Zeuge.

  • Sedulus hatte geduldig den Ausführungen des Ducciers zugehört und fuhr sich hin und wieder über sein Kinn.


    Alles schön und gut. Doch leider gehörst du wie du schon sagtest zu dieser Vereinigung bzw. stehst ihr sogar vor. Und wie mir scheint seid ihr euch schon lange nicht mehr grün die Freya Mercurioque und Caesius Alba aus welchen Gründen auch immer und wenn es diese sind die du eben aufgeführt hast.


    Trotzdem hätte ich gerne noch einen "neutralen Beobachter" gehört welcher nicht mit der Freya Mercurioque geschäftlich zu tun hat oder gar mit den Anwesenden befreundet ist und auch nicht unter der Fuchtel von Caesius Alba steht.
    Gibt es hier so jemanden der möge bitte vortreten oder aber ihr kennt wen und schafft mir diesen bei.


    Was die Waren angeht die Alba bzw. durch seine Männer unverwertbar gemacht worden sind. So hat er diese auf alle Fälle zu ersetzen oder aber er entschädigt euch anderstweitig. Bezahlt den Preis der Ware plus ein viertel als Strafe. Außerdem träg er die Gerichtskosten hier.


    Sedulus sah dann Ursus an und fragte.


    Was hälst du von dieser anderen Sache? Das mit dem ersetzen der Ware dürfte ja so weit klar sein, doch die ganze Angelegenheit reicht weit aus tiefer...

  • Sehr nachdenklich hatte Ursus den Ausführungen des Ducciers zugehört. Sie waren auf eine Art und Weise vorgebracht, daß Ursus eine gründliche rhetorische Ausbildung vermutete. Wohingegen der andere Händler ganz offensichtlich ein Mann ohne derlei Vorbildung war. Schon allein das machte viel aus. Die Sache an sich war ziemlich eindeutig, - wenn sie sich so zugetragen hatte, wie Duccius Lando es berichtet hatte.


    "Ich für meinen Teil würde gerne den Händler nochmal detailliert hören. Und die Zeugen. Allerdings scheint die Sache relativ klar zu sein." Ursus sah wenig Chancen für den Händler, daß diese Angelegenheit anders entschieden wurde, als Sedulus es bereits angekündigt hatte. Doch es interessierte ihn, was hier genau vorging. Die Freya Mercurioque schien sich sehr zu bemühen, sich im Rahmen des Rechts zu bewegen. Dennoch hatte Ursus ein ungutes Gefühl. Sie kontrollierten schon zu viel, hatten sich schon zu große Teile des Marktes einverleibt, um völlig harmlos zu sein. Vielleicht war das mal einen Artikel in der Acta wert. Einfach nur, um Aufmerksamkeit zu wecken.

  • Coruncanius Accius Hator
    [Blockierte Grafik: http://farm1.static.flickr.com/83/260015052_bc6066cb0d_s.jpg]


    Neutraler Beobachter?


    "Das wäre dann wohl ich.", hob Coruncanius seine gebrechliche Hand. Ihm war es generell zuwider hier zu stehen, aber das Verhalten des Grobians, nur weil er nicht die Ware seines Chefs kaufen wollte, ging ihm gehörig gegen den Strich. Natürlich hatte er Angst, Leute lagen für geringeres mit offenen Kehlen in den Kanälen, doch man hatte ihm Sicherheit garantiert, und er konnte sich gut vorstellen dass die Leute dieses Handelshauses definitiv mehr Schläger aufbieten konnten, wenn es darum ging. Irgendeine eine große Sippe, diese Germanen, dachte der alte Mann bei sich. Die Provinz konnte den römischen Stempel tragen, doch bedachte man die Bevölkerung, die in ihr wohnte, würde eine Schlägerei zwischen einem Germanen und einem Römer recht kurz verlaufen. Solange natürlich die Obrigkeit nix davon mitbekam...


    So stand Coruncanius unsicher vor dem Marktgericht, wagte es nicht zu dem Kerl zu sehen den man hier öffentlich anklagte, und wagte es auch nicht zu der Gruppe der Freyaner zu gucken.


    "Mein Name ist Coruncanius Accius Hator, ich bin Duumvir von Avaricum. Ich war auf dem Mogontinischen Markt um für meine Heimreise von meinen Gütern südlich der Colonia noch Öl zu kaufen... genauer gesagte: ich hatte vor es zu kaufen. Dazu kam es nicht, wie ihr bereits wisst. Ich glaube deshalb kann man mir nicht den Vorwurf machen nicht neutral zu sein, Quaestor, immerhin ist es nicht mein Schaden wenn zwei Händler sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Eher im Gegenteil.. also..", er versuchte zu grinsen, doch irgendwie wollte ihm das nicht gelingen. Er verfluchte sich selbst für seine Unsicherheit gegenüber den Offiziellen, schließlich hatte er als Duumvir einer Nachbarstadt von Lugdunum oft genug mit solchen zu tun... doch so etwas ähnliches wie Souveränität wollte ihm nicht gelingen. So stand er vor dem Marktgericht und wusste nicht weiter.


    "Ehm.. vielleicht erzähle ich erst einmal wie das über mich gekommen ist, Quaestor und Beisitzer. Ich besitze, wie gesagt, ein kleines Landgut südlich der Colonia, und ich bin quasi nur auf der Durchreise. Die Achse meines Wagens muss dringend geölt werden, also bin ich durch den günstigen Zufall auf den Markt gegangen, um mir drei kleine Amphoren mit Öl zu kaufen, immerhin verbraucht sich das Zeug ja recht schnell auf einer so langen Reise. Ich habe diverse Marktstände besucht, unter anderem den von diesem... öhm... wie hieß er noch gleich? Gaius Albus? Naja, das Öl war gut, aber ich lote immer gerne meine Möglichkeiten aus. Also bin ich weiter, mit meinem Sklaven Keadh, und bin schließlich an dem Stand vor dem großen Haus auf dem Markt gekommen. Als ich mir die Ware dort ansah, ohne Zweifel auch ein gutes Öl, wurde mir erst bewusst dass man mich beobachtete hatte als es zu spät war. Dieser Mann da," seine Hand zitterte als er auf Bacillus deutete, "stieß mich zur Seite, brüllte den Mann hinter dem Stand mit Worten an die ich nicht wiederzugeben wage, und schlug mit einem langen Knüppel auf den Stand ein. Wobei ich hier sagen muss dass die Gewalt des Mannes nur dem Stand galt... welcher allerdings mittlerweile Kleinholz ist. Der Verkäufer kam nicht zu schaden, also, beinahe." Ein klein wenig musste er ja auch selbst versuchen seine Haut zu retten.

  • Und da war dann auch der Zeuge auf den Sedulus gewartet hatte welcher ihm das Gesagte noch ein mal bestätigte.


    So nickte er.


    Wie schon erwähnt wird Alba für diesen Schaden aufkommen müssen. Was diese andere Sache angeht. Nun ja, die wird wohl anderstweitig verhandelt werden müssen. Dafür fehlt mir jetzt die Zeit außerdem müßten auch noch Nachforschungen angestellt werden. Am liebsten wäre mir allerdings wenn ihr euch anderstweitig verständigen könntet. Ich denke so eine Verhandlung bringt beiden Seiten nicht viel außer das der Ruf dabei eventuell geschädigt wird. Und ich kann mir nicht vorstellen das die beide Parteien wollen. Sollte dem nicht so sein, so erhebt doch bitte eine Anklage!


    Von meiner Seite aus, wäre es das. Es sei denn mein Beisitzer Aurelius Ursus hat hier noch etwas beizutragen.


    Sedulus sah den Tribunen fragend an.

  • Ursus hörte sehr aufmerksam zu. Und hätte beinahe den Kopf geschüttelt, doch er riß sich gerade noch rechtzeitig zusammen. Der Zeuge machte einen glaubwürdigen Eindruck. Was hätte er als Auswärtiger schon davon, diesen Händler zu belasten? Andererseits wirkte er ziemlich nervös. Hatte er nicht gesagt, er war ein Duumvir? Dann müßte er doch daran gewöhnt sein, öffentlich zu sprechen und auch mit hohen Offizieren umzugehen. Das fand Ursus schon ein wenig eigenartig.


    Ganz so einseitig wollte er die Geschichte nicht stehenlassen. Also nickte Ursus Sedulus zu. "Ich für meinen Teil würde die Geschichte gerne von Caesius Alba nochmal ausführlich hören. - Also, Alba: Was ist aus Deiner Sicht geschehen? Und wie kommst Dein Mann dazu, einen Marktstand zu zertrümmern?" Eine reine Dummheit. War dem Händler denn nicht klar, daß er sich damit selbst den Boden unter den Füßen wegzog? Wenn er wirklich so dumm war, hatte er es nicht anders verdient, als gegen die Freya Mercurioque zu verlieren.

  • Sedulus hatte nichts gegen dein "Einwand" des Ursus. So nickte er als dieser noch ein mal das Wort an Alba richtete. Im Grunde hatte er da auch gar nicht mal so unrecht. Dennoch würde sich an der Strafe nicht viel ändern. Das heißt wenn Alba ihnen irgendwie dumm kommen würde könnte Sedulus versucht sein sie noch ein klein wenig zu erhöhen. Aber erst wollte er den Händler hören und dann weiter sehen.

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