• Valgiso ohne Schnäuzer. Diesem Panphilos fehlte die nötige Fantasie wie Valgiso ohne Schnäuzer aussah. Nackig unter der Nase, das war nicht mit seiner ganzen Person vereinbar. Panphilos hatte in dem Fall recht. Es stände ein anderer Mensch vor der Tür. Sie verabschiedete sich.


    " Der Schwatz war für mich sehr ergiebig. Vale, Valigso."


    Aussicht auf einen kleinen Verdienst im Sommer. Sie freute sich. Vor hatte sie nichts, es stand dem Besuch bei Valgiso nichts im Wege.

  • Viele Vorräte hatte sie nicht mitnehmen können. Nach 2 Wochen waren sie aufgebraucht. Ihr blieb nichts anderes übrig, sie musste zur Basilika um neue einzukaufen. Ihren Korb geschultert machte sie sich auf den Weg. Es herrschte Hochbetrieb. die Getreidepreise waren gestiegen. Alwina handelte verbissen um jedes As. Fontinalis Geld hatte sie versteckt. Von ihrem war nicht viel übrig. Kohl, Pastinake und Möhren tauschte sie gegen den selbstgewebten Gürtel. Das nächste Mal musste sie versuchen die Stoffe zu verkaufen. Ihre letzten Geldstücke in der Hand, ging zu einem Metstand. Etwas warmes bevor sie wieder hinaus ging. Ein Becher warmen Met ließ sich geben. Sie betrachtete die Leute die an den Ständen handelten und kauften. Während dessen kühlte der Met soweit ab, dass sie ihn trinken konnte. Eine wohlige Wärme machte sich in ihr breit. Der Met war stark. Sie gab den Becher ab und machte sich daran die Basilika zu verlassen. Bevor es dunkel wurde, wollte sie in ihrer Behausung über dem Barbier sein und am Morgen zu Magonidas gehen.

  • Die Basilika, laut, hektisch mit Menschen und Waren gefüllt. Die unterschiedlichsten Gerüche stürmten auf den Besucher ein. Alwina stand wie beim ersten Besuch fasziniert da, konnte sich nicht sattsehen, horchte in das Stimmengewirr. Er hatte gesagt in 4 Tagen auf der rechten Seite, der 4. Stand. "Der vierte..." Sie sah einen Tuchhändler. " Er hatte gesagt der vierte..."sprach sie für sich. Fragen half weiter. " Salvee, ich suche Notker. Er sagte 4. Stand. Kennst du ihn?" Der Händler brummte und machte einen Mann zwischen seinen Stoffballen munter. Verschlafen sah er Alwina an. " Hobs hiere. Such aus." Zwei kleine Fellbündel mit dunklen Knopfaugen hielt er ihr entgegen. Alt genug, von der Mutter entwöhnt. " Den da, den Strampler." Sie hatte sich recht schnell entschieden, nahm Notker das zappelnde, winselnde Fellbündel ab. " Ingrim...heißt du ab heute."flüster sie ihm ins Ohr. Versteckte ihn unter ihrem Mantel, gab Notker das Geld. Glücklich drängte sie sich zum Ausgang. Ab heute waren sie zu zweit.

  • Nachdem Victor die Legatenrüstung im Mietstall abgelegt hatte fühlte er sich sichtlich wohler. Zum einen weil er sich mit fremden Federn geschmückt sah und zum anderen, weil er als Legatus Claudius wohl auch Zielscheibe eines Attentats werden konnte.
    In seiner Tunica, bekleidet erkannte man nur am Cingullum und den Waffen, daß es sich bei ihm um einen Angehörigen des hiesigen Militärs handelte.
    Agrippa, der Todesängste ausgestanden hatte war immer noch Schweißgebadet, weil er die Barschaft bei sich trug. Genug um eine ordentliche Rüstung zu erstehen.
    Misstrauisch beäugte er die Menschen um ihn herum und vermied es die Seiten welche den geldbeutel bewahrte auch nur einen pes von Victor wegzubewegen. Was auf geneigte Beobachter sicherlich amüsant wirkte. Wie von unsichtbaren Fäden gezogen folgte Agrippa Victor überall hin, auch wenn dieser selber interessiert an einem Stand die Ware bestaunte.
    Victor hatte jedoch nur ein Auge für Schmiede und bald schon trafen sie auf einen Stand der auch Legionärsrüstungen reparierte.
    Mit dem Ansinnen des Claudiers sah sich der Schmied jedoch überfordert und verwies ihn an einen Kollegen, welcher Kunstschmied war und auf feine Treibarbeiten spezialisiert war. Der Sohn des Schmiedes begleitete sie und fing sich einen Sesterz als Belohnung ein, und einen für den Vater welchen er ungläubig anstarrte.
    Agrippa wuschelte ihn lächelnd durch den staubigen Schopf und glüclkseelig lächelnd verschwand der Junge wieder in der Menge der Marktbesucher.
    Victor trug dem Kunstschmied einem ehemaligen Optio der Leg. VIII namens Titus sein Ansinnen vor. Der Optio bedankte sich nach seiner Respektsbekundung gegenüber dem offerierten Rang für das Vertrauen und machte sich sogleich im hinteren Bereich seines Marktstandes zu schaffen.
    Kurz darauf kam er mit einem Brustpanzer zurück. Victor´s erster Blick taxierte die Größe, sie konnte hinkommen.
    Sie erwies sich jedoch als zu groß,...die sechs Wochen auf der Flucht hatten ihn drahtig werden lassen...und die Aussicht auf das was vor ihnen lag verhieß auch nicht gerade regelmäßige eine Cena.
    Der Optio Schmied sah ihn unglücklich an, doch plötzlich erhellte sich seine Miene. Wieder verschwand er im hinteren Bereich, wobei Victor sich fragte welche Schätze er noch dort aufbewahrte und kam mit einem abgedeckten Teil zurück. Nach dem auspacken verdüsterte sich Victors Miene. Das ist die Rüstung eines Praetorianers,...bist du von Sinnen? Der Schmied hob die schmieligen Hände und meinte mit zahnlückigem Grinsen.
    Das Schwarze ist kein Problem, hoher Herr,...ich kann eine feine Schicht aufbringen und er glänzt golden oder silbern,...wie ihr es wollt. Die Treibarbeiten jedoch,...naja...die würden bleiben...
    Agrippa beugte sich über den Panzer und begutachtete die Treibarbeiten.
    Der Auftraggeber musste ein überzeugter Anhänger der griechischen Mythologie gewesen sein. Den Panzer zierte der Kampf Pherseus´mit der Medusa. Der ausgeprägte Muskelbauch und die betont männliche Brust machten den Panzer zu etwas sehr auffälligem.
    Nichts für Victor. Er schüttelte den Kopf und meinte,
    Deine Arbeiten sind sehr gut,Titus, du verstehst dein Handwerk. Er rieb sich das Kinn und betrachtete die Auslage.
    Ich brauche etwas leichtes, aber dennoch schützendes,...nicht ganz so auffallend,...ich muss in der Lage sein es notfalls auch alleine auszuziehen, schnell und ohne Komplikationen.
    Titus betrachtete den Mann vor ihm wie einen Idioten. War er nun Tribun oder Waldläufer? Er räusperte sich und entgegnete,
    Na, ich ähem,...könnte dir eine zweilagige Ledermuskularis machen und zwischen den Lederlagen statt Füllmaterial für die Muskel getriebenes Eisen einsetzen. Der Panzer wäre dann nicht so auffallend, er wäre stabil und würde deutlich mehr Schutz bieten als ein einfacher Lederpanzer. Statt der üblichen Seitenschnallen könnten wir ein Riemengeflecht wie bei deinen Stiefeln einbringen,...man könnte es durch ein paar Bewegungen des Oberkörpers leicht lockern und mit einem Zug wieder stramm stellen.
    Victor nickte zustimmend. Treib mir bitte noch einen schönen römischen Adler für die Brust und zwei springende Wölfe für rechts und links der Bauchmuskeln,...
    Titus nickte händereibend und sagte, Gut nehmen wir Maß,...ich muss noch mit dem gerber sprechen aber ich denke in 5 Tagen kannst du die Rüstung abholen.
    Victor zog die Lippen kraus und entgegnete,
    Schön,...dann mach´mir zwei, eine in Braun und eine in Schwarz. Bei der Braunen die Teribarbeiten goldglänzend bei der Schwarzen Silbergklänzend...
    Der Schmied sah seinen Gehilfen an und der kritzelte die Order auf eine Schiefertabula. Es wurde Maß genommen und über den Preis verhandelt. Nach kurzer Zeit gingen ein zufriedener Victor und ein immer noch argwöhnischer Agrippa zurück zum Mietstall.

  • Überall witterte Agrippa irgendwelche Halsabschneider oder Raubmörder. Gab es denn hier keine nromalen Menschen? Er kam sich vor wie ,...ja wie...wie in Roma. Überall abgerissene Tagelöhner und Habenichtse dazwischen fein ausstaffierte von bettelnden Kindern umlagerte Reiche, deren Diener und Leibwächter alle Hände voll zu tun hatten damit die Herrschaften unangetastet blieben. Schwarze Sklaven, aber vor allem viele Orientale. Mann könnte meinen irgendwo sei eine Schleuse gebrochen und hätte den Abschaum hierher geschwemmt.
    Warum musste Victor auch mit soviel Geld hierherkommen. Es war Agrippa als würden die Aurei höhnisch klimpern bei jedem seiner Schritte.
    Er war heilfroh als sie wieder beim Mietstall eintrafen.
    Stumm half er Victor in die Rüstung und half ihm auf´s Pferd. Wenigstens das würde sich mit der neuen Rüstung erledigt haben. Das konnte Victor dann wohl alleine. Verdossen stampfte er zu seinem Pferd und schwang sich nonchalant in den Sattel um Victor hinaus und in Richtung Castellum zu folgen.

  • Ein paar Einkäufe machen, zu Valgiso gehen. Das waren ihre wichtigsten Punkte für heute. Käse und Speck hatte Alwina gekauft. Auf dem Markt gab es nichts mehr im Überfluß, es wurde kälter. Aus dem Süden versiegte der Strom der Waren allmählich. Es dauerte länger und wurde teurer. Ein Händler machte sich am Morgen ans Packen. Pelze und einige kleinere Pakete, bei denen er tunlichst vermied zu sagen was in ihnen war. Zwei Bewaffnete, seine Begleitung, trieben ihn zur Eile an. Alwina hörte aus der Unterhaltung heraus, dass sie über die Alpen nach Italia wollten. Ihre Chance, gut möglich die letzte, einen Brief zu schicken.
    " Entschuldige, ich habe gehört wo es hin geht. Könntest du diese Tabula mitnehmen? Zur II. Legion? Sie ist in Italia." Der Händler starrte Alwina ungläubig an. " Du meinst, ich laufe der II. Legion über den Weg. Italia ist ja so klein." lächelnd steckte er sie ein. Das Geld nahm er nicht. " Einen Umweg mache ich nicht. Es ist nicht sicher ob wir sie treffen." Alwina kaute auf ihre Lippe. Was blieb ihr übrig. " Versuche es bitte." Sie sah dem Händler und seinen Begleitern hinterher als sie den Markt verließen.

  • Zitat

    Könntest du diese Tabula mitnehmen? Zur II. Legion? Sie ist in Italia."


    Die Sache in der Curia hatte ihn einige Zeit gekostet. Pacatus musste jetzt zusehen, dass er für heute noch ein Dach über den Kopf bekam. Als er sich den Weg über das Getümmel des Forums bahnte, fiel ihm noch ein, dass Struthas in der Basilica auf ihn wartete. Dort versuchte er ihn zu finden und wäre dabei fast über die Waren eines Pelzhändlers gestolpert. Daneben stand eine Frau, die dem Händler einen Brief mitgab.


    "An die Legio II? Ja, denen bin ich begegnet. Ich komme aus Roma und bin gerade erst über die Alpes hierher gekommen, junge Frau. Auf der Passhöhe kamen sie mir entgegen. Wir mussten lange warten, bis wir die Straße wieder benutzen durften. Sie waren auf dem Weg nach Coma. Von dort aus sind sie wahrscheinlich nach Mediolanum oder Verona weitergezogen".


    Er wandte sich an den Händler: "Wenn Du es geschafft hast, über die Alpes zu kommen, dann wird man Dir dort sicher sagen können, wohin die Legio II gezogen ist. Gib dann den Brief einem Händler, der dorthin geht".

  • " Du kommst aus Rom? Du hast die Legion gesehen? " Alwina war aufgeregt und vergaß sich vorzustellen. Sie fragte einen wildfremden Mann aus. Er kam von dort, wo die Legion hingezogen war. " Oh, ich heiße Alwina." stellte sie sich vor. " Entschuldige bitte. Von dort kommt, seit die Legion weg ist, kaum ein Reisender oder Händler." Er war der erste, mit dem sie darüber redete. Vielleicht erzählt er ihr mehr über Rom. " Hast du in Rom gelebt?"

  • Zitat

    Die junge Frau: " Du kommst aus Rom? Du hast die Legion gesehen? "


    Pacatus war ein bißchen verwundert darüber, dass die Frau jetzt einen solchen Eifer an den Tag legte, etwas über Roma und über die Legio zu erfahren.


    "Also Alwina ist Dein Name? Klingt etwas fremd in meinen Ohren. Ich heiße Titus Matinius Pacatus. Ja, ich komme aus Roma, wo ich bisher gelebt habe. Die Legio II habe ich in den Alpes gesehen, wie sie sich abgemüht hat, über die Berge zu kommen. Sie war uns sogar im Weg. Oder eigentlich waren wir ihr im Weg, denn sie haben uns gleich von der Straße gescheucht. Tagelang mussten wir warten, bis der Zug an uns vorbei war. Dann konnten wir weiter, aber nicht lange und wir begegneten weiteren Einheiten und wurden wieder von der Straße gescheucht. Na ja, so haben wir Zeit gehabt, uns die Legio anzusehen. Das war Ende September, es wurde langsam kalt und auf den Bergen hatte es schon geschneit. Sie sind sozusagen auf den letzten Drücker noch hinübergekommen".

  • " Da oben schneit es zeitig." Das wusste sie von Valgiso. Seine eindringlichen Worte vergaß nicht. " Meine Name klingt Fremd für dich? Das liegt daran, dass ich nicht von hier stamme. Ich komme von der anderen Rhenus-Seite und lebe jetzt hier." Sie hatte sich gut eingewöhnt. Die Annehmlichkeiten ihres Hauses und der Stadt wollte sie nicht mehr missen.


    " Was machst du hier? Bist du Händler und gehst im Frühjahr wieder zurück? Laufen die Geschäfte gut?" Alwina wollte nicht den Eindruck erwecken, dass es nur um sie ging. Es war höfliches Interesse an ihrem Gesprächspartner.

  • Zitat

    Die junge Frau: " Was machst du hier? Bist du Händler und gehst im Frühjahr wieder zurück? Laufen die Geschäfte gut?"


    Pacatus zuckte etwas zusammen. Da hatte er eine richtige Germanin vor sich. 'Und die laufen hier so einfach rum', schoss es ihm durch den Kopf. Aber eigentlich hätte er sich das auch gleich denken können, war man hier doch in der germanischen Provinz. Und dann die Fragerei. In Roma machte man das nicht so direkt. Wenn man etwas aus irgendwem rauskriegen wollte, schlich man sich auf verschlungenen Wegen an sein Opfer heran, fragte erst mal dies und das, bevor man die Hauptsache vorsichtig anbohrte.


    "Ich habe gerade eine Stelle als Schreiber in der Curia angenommen. Vielleicht mach ich später auch mal einen Laden auf. Nein. ich gehe nicht zurück nach Roma. Hier ist es besser, frische Luft gibt's hier. Weißt Du, Roma stinkt entsetzlich. Wirklich, Roma ist eine stinkende Jauchegrube. Und seit wir diesen neuen Kaiser haben, stinkt es noch mehr".

  • Hatte sie ihn erschreckt? Das lag ihr fern mit ihren Fragen. Alwina hatte festgestellt, dass es bei den Römern nicht ohne Geschriebenes ging. Verträge, Aufzählungen, Mitteilungen, das machte alles komplizierter und er war einer der sich damit beschäftigt. Das war schon was.
    Fassungslos war Alwina, dass es in Rom stank. Was machten die Menschen in der Stadt und wieso gingen viele dort hin, wenn es so entsetzlich roch. Das Wortspiel mit dem neuen Kaiser verstand sie prompt. Er war kein guter Kaiser, das wollte Matinius damit sagen. " Die Legion ist wegen dem Kaiser nach Italia. Hier ist es sehr ruhig geworden. Du musst aber keine Angst haben. Römer findest du hier mehr als du denkst." Alwina meinte auch die, die die römische Lebensweise und Kultur angenommen hatten. Für Sie wurde es Zeit, zu Valgiso schaffte sie es heute nicht mehr, die Hühner warteten. " Ich muss jetzt gehen. Danke für deine Hilfe. Vale. "Gedanklich war sie nicht mehr hier, für den morgigen Markttag musste sie die Hühner fertig machen.

  • Kurz nach der Öffnung der Stände in der Markthalle hatte sich Curio vom Apollo-Tempel auf den Weg gemacht, u einen Töpfer zu suchen. Unter seinem Arm und in ein Tuch geschlagen hatte er eine kunstvoll gefertigte Patera bei sich. Auf ihr befand sich eine Abbildung des Apollo, der seine Pfeilge auf Python verschoss. Eine schöne Patera, wie Curio fand. Ebenso dachte der alte Aedituus des Apollo-Tempel, der Curio einen Tag zuvor beauftragt hatte, das gute Stück zur Reparatur zu bringen. Denn leider hatte die Pateria einen Sprung, der bereits einiges an Dreck festhielt, der kaum zu entfernen war.


    In der Markthalle angekommen schaute sich Curio um, konnte jedoch keinen Töpfer sehen. Daher fragte er sich bei den anderen Händler durch, die ihn dann übereinstimmend zum Stand des Appius Asconius Tiro verwiesen. Dieser solle, so sagten sie, "magische Hände" haben und zu den besten Töpfern der Umgebung gehören. Curio nickt und folgte dann den Beschreibungen der Händler zu einem auffälligen Stand im linken Seitenschiff der Halle. Leider befand sich der Asconius noch nicht an seinem Stand, sodass sich Curio entschied, etwas zu warten.

  • Es dauerte einige Zeit, bis sich an dem Stand etwas tat. Daher lehnte sich Curio an eine der Säulen und schaute sich um. Zu seiner linken verkaufte eine junge Frau Stoffe und Kleider, teilweise recht ansehnliche Stücke, aber auch sehr funktionelle. Zu seiner rechten versuchte ein grobschlächtiger, bärtiger Händler Werkzeuge an den Mann zu bringen. Noch war es in der Markthalle aber noch relativ ruhig. Vermutlich würde das in einigen Stunden schon deutlich anders aussehen. Denn quillte die Basilica regelmäßig über. Jetzt aber transportierten die Händler mit ihren Sklaven aber noch ihre Waren zu den Ständen.


    Von rechts drang Curio plötzlich ein starker, aber angenehmer Duft in die Nase. Ein Gewürzhändler und sein Sklave hatten die Gewürzschalen an ihrem Stand geöffnet und nun erfüllt sie ihre Umgebung mit dem angenehmen Duft teils bekannter, teils unbekannter Gewürze. Der junge Helvetier schloss einige Augenblicke die Augen und genoss den Duft der Gewürze, als er eine fest Stimme hörte.


    Die neuen Schalen kommen da hin. Die Becher dort. Also so wie immer. Und pass auf! Du weißt wie empfindlich die Sachen sind.


    Curio öffnete die Augen und sah einen gut gekleideten Mann mittleren Alters, der seinem Sklaven genau zuschaute, wie dieser die Waren am Stand verteilte. Dabei wagte er sich kaum, sie fest anzufassen, oft benutzte er nur die Fingerspitzen, was für Curio irgendwie lustig aussah. So beobachtete er den Sklaven einige Augenblicke lang, bevor er sich leicht von der Säule abstieß und auf den Stand zu ging.


    Salve! Mein Name ist Iullus Helvetius Curio und bin Discipulus im Apollo-Tempel. Ich suche den Töpfer Asconius Tiro.


    sagte Curio und schaute den gut gekleideten Mann erwartungsvoll an. Der löste seinem Blick von seinem Sklaven und schaute Curio an, allerdings nicht ohne immer wieder die Augen in Richtung des Sklaven zu drehen.


    Der steht vor dir, ähm, Helvetius. Was kann ich für dich und den Tempel tun?


    Es war das erste Mal, das Curio in "offiziellem Auftrag" des Tempels unterwegs war, weswegen es für ihn schon etwas komisch war, quasi sofort mit dem Tempel gleichgesetzt zu werden. Daher musste er erstmal einmal durchatmen, bevor er die Patera enthüllte und sie vorsichtig auf einen freien Tisch legte. Der Asconius setzte sich an den Tisch, bedeutete Curio sich ebenfalls zu setzen und nahm dann sofort die Patera in Augenschein. Sein respektvolles Gesicht sprach dabei Bände, auch wenn Curio nicht genau wusste, warum es so respektvoll war.


    Eine töpferne Patera? Sehr ungewöhnlich, sehr ungewöhnlich. Aber wunderschön gearbeitet, wirklich sehr schön.


    fuhr der Töpfer dann fort, ohne Curio auch nur zu Wort kommen zu lassen. Curio wusste zwar, dass die Paterae meistens aus Silber oder Gold waren, doch dieses Stück schien, trotz des einfachen Materials, etwas besonderes zu sein. Der Töpfer sah schnell, das Curio recht unschlüssig vor ihm saß. Daher fuhr er nach einer erneuten intensiven Prüfung des Gefäßes fort.


    Du hast mir hier ein sehr schönes Stück gebracht, Helvetius. Zudem sind tönerne Paterae sehr selten. Kennst du vielleicht die Geschichte dieses Stücks?


    fragte Asconius dann, doch Curio konnte darauf nur den Kopf schütteln. Er war noch nicht lange genug im Tempel, um jedes Opfergerät genauer zu kennen, obwohl er mittlerweile alle in der Hand gehabt haben musste. Schließlich musste er sie regelmäßig reinigen.


    Leider nicht. Es geht mir vor allem um den Absprung hier. Und ich möchte fragen, ob du das Gefäß reparieren kannst.


    antwortete Curio und zeigte auf die Stelle, um die es ging. Der Töpfer nickte verstehend und nahm dann den Absprung nochmal genauer in Augenschein. Dabei nahm er die Patera auch auf und wiegte sie leicht vor seinem Gesicht, wahrscheinlich um zu schauen, wie tief der Absprung war.


    Schade. Ich sehe das Problem schon. Nun... Einfach wird es jedenfalls nicht Ich werde die stelle ersetzen müssen und mein Mitarbeiter wird die Zeichnung erneuern müssen. Aber ein so schönes Stück ist es unbedingt wert, repariert zu werden.


    stellte der Töpfer klar und schaute dann zu Curio, der zustimmend nickte. Der Aedituus hat ihm kein finanzielles Limit gesetzt, doch durfte Curio sicherlich auch nicht allzu viel ausgeben.


    Was deine Bezahlung betrifft...


    setzte Curio entsprechend an, doch wurde er sofort vom Töpfer unterbrochen.


    Darüber soll sich der Tempel keine Sorgen machen. Ich mache es für euch etwas günstiger, doch würde ich mich freuen, wenn ihr eine kleine Flasche von eurem Grannus-Wasser dazugeben könntet. Mein Bauch macht mir in den letzten Wochen immer mal wieder Beschwerden.


    Der Töpfer fasste sich dabei, wie um seine Probleme verbildlichen zu wollen, kurz auf den Bauch.


    Das geht natürlich in Ordnung, Asconius. Wie lange wirst du ungefähr für die Reparatur benötigen?


    erfragte der junge Helvetier dann nur die letzten Sachen. Der Töpfer hatte derweil die Patera an sich genommen und schlug sie in das Tuch ein, in dem sie Curio bereits hierhergebracht hatte. Dann rief er seinen Sklaven zu sich, übergab ihm die Patera, wies ihn an, sie umgehend in seine Werkstatt zu bringen und dann zurückzukommen.


    Mit allem drum und dran wird es vermutlich fünf Tage dauern. Dann kannst du sie wieder hier abholen. Ich sorge dafür, dass ihr derweil nichts geschieht.


    So wurden auch die letzten Angelegenheiiten geklärt Asconius reichte Curio seine Hand, der sie daraufhin nahm und leicht schüttelte. Damit war das Geschäft abgemacht. Beide erhoben sich und während sich der Töpfer schon dem nächsten Kunden zugewandt hatte, verließ Curio die Markthalle.

  • Es war dringend an der Zeit, die Casa Acilia wohnlich einzurichten. Aus diesem Grund ließ sich Phryne von ihren Sklaven in die Basilika begleiten. Sie suchte in erster Linie einen geübten Schreiner, aber auch das ein oder andere dekorative Sück, das ihrem exklusiven Geschmack genügte.
    In ihrer Einfachheit konnte sich das Bauwerk nicht mit den monumentalen Basiliken in Rom messen, aber sie ermöglichte zumindest trockenen Fußes und eingermaßen warm Einkäufe zu tätigen. Phryne sah sich um. Sie entdeckte Töpfer und Tuchhändler, aber auch einen Mann, der Holzgefäße verkaufte. Vielleicht konnte er ihr weiterhelfen.

  • Das Einführungsopfer von Silvana stand kurz bevor und Curio machte sich in seiner Mittagspause auf in die Markthalle, wo er für sie ein kleines Geschenk kaufen wollte. Zuerst blieb er an einem Schmuckstand stehen und schaute sich die Stücke an, die ein Goldschmied dort ausstellte. Als er jedoch nochmal darüber nachdachte, wurde ihm scherzlich bewusst, dass es wohl noch dauern würde, bis er ihr ein Schmuckstück schenken könnte. Es würde im Moment nur zu viel Aufsehen erregen und einen Rückschluss darauf zulassen, dass da doch mehr war, als die bloße sittsame Schüler-Lehrer-Beziehung. Bevor der Goldschmied ihn daher in ein Gespräch einbinden konnte schritt Curio weiter zu einem Stand, an dem eiserne Schalen und Teller, aber auch ansehnlich geschmückte Paterae verkauft wurden. Was wäre naheliegender als Einführungsgeschenk für eine zukünftige Aeditua, als eine Patera, schoss es ihm durch den Kopf und ein Lächel erschien auf seinen Lippen. So streifte sein Blick über die Auslageware, wo er allerdings kein angemessenes Motiv fand. Neben Schlangen, Eulen und dem Herdfeuer, das offensichtlich auf den Vestakult verwies, fanden sich zwar einzelne, fanden sich auch Stern- und Sonnenmotive. Irgendwann sprach er den Schmied darauf, ob er Zeit für eine Sonderanfertigung hätte. Der Schmied, der Curio schnell als Aedituus und amtierenden Magister Vici erkannte, nickte sofort und fragre, was sich der Helvetier vorstellte.


    In aller Kürze beschrieb er dann ein Bild, dass ihm in den Kopf schnellte. Eine etwa tellergroße Patera aus Silber mit einem Adler, der von zwei Raben flankiert werden sollte. Links sollte klein unterhalb des Hauptmotivs das Wappentier der Duccier, der von einer Schlange gewürgte Wolf, und rechts daneben der helvetische Widderkopf Platz finden. Für Außenstehende würde das wahrscheinlich nur die Erinnerung an den Lehrer und Betonung des duccisch-helvetischen Verhältnisses bedeuten, Silvana würde aber hoffentlich verstehen, dass da ein bisschen mehr dahintersteckte. Der Schmied nickte und gab an, dass er für die Erstellung ungefähr drei Tage brauchen werde, worauf Curio nickte, denn so würde das Stück definitiv noch vor dem Opfer fertig werden. Ein Handschlag und eine Anzahlung besiegelten schließlich das Geschäft, sodass Curio das Geschenk in vier Tagen abholen könnte.

  • Es war ein ordentlicher Spaziergang von der Canabae bis auf´s Forum und dort in die Markthalle. Hier war ordentlich was los und es gab jede Menge Geschäfte mit alltäglichen als auch ausgefallenen Waren. Das Angebot konnte sich zwar lange nicht mit dem wie Alexandria messen und natürlich schon lange nicht mit dem in Roma. Aber Mogontiacum war immerhin Provinzhauptstadt und daher gab es hier doch einiges was durchs halbe Reich und darüber hinaus seinen Weg hierher gefunden hatte.


    Nachdem sie die Halle betreten hatten sah Corvinus Alpina erst einmal an. Für ihn war der Weg hierher ein Klacks gewesen und er noch nicht einmal aufgewärmt. Alpina aber war ja schwanger und deshalb, sonst war sie ja auch keine Frau die schnell das jammern anfing, etwas gehandicapt.
    "Ich war lange nicht mehr hier....Wollen wir uns vielleicht erst einmal setzen und umschauen?"

  • Der Weg bis zum Forum und dort der Basilika war nicht wirklich weit aber doch ein längerer Spaziergang. Alpina ging gerne über das Forum und schlenderte an den Ständen in der Basilika vorbei. Meist sah sie sich nur die Auslagen an und kaufte nichts. Schließlich hatte sie nicht so viel Geld und wusste durchaus mit dem wenigen was sie hatte, hauszuhalten.


    Als sie die Markthalle betreten hatten, sah Corvinus sie mit leicht sorgenvoller Miene an und fragte, ob sie sich setzen und ein wenig umschauen sollten. Auch wenn Alpina nicht angestrengt war, fand sie den Gedanken nicht schlecht.
    "Wenn du möchtest, gerne."


    Sie sah sich suchend um, wo man sich gut hinsetzen konnte.

  • Es waren einige Tage nach der großen Feier zum Abschluss Runas Ausbildung ins Land gezogen. Die beiden jungen Frauen hatten sich vorgenommen den Nachmittag gemeinsam zu verbringen und nebenbei das tun was sie besonders gut konnten. Reden, Lästern und Einkaufen. Dies war Nelas erster Ausflug nach der Feier. Ihrer Mutter ging es dieser Tage nicht so besonders gut und so wollte sie wenigstens eine Gesellschaft für diese sein. Doch Nela konnte nicht tagelang im Haus sitzen. Hin und wieder musste ihr auch mal etwas frische Luft um die Nase wehen. Auch wenn es nicht der beste tage für eine Unternehmung war, wollte Nela sich dennoch hinaus begeben und hatte den Weg von dem Sitz der Duccii in die Stadt auf sich genommen. Am Tempel hatte Nela dann Runa abgeholt als diese dann zur Mittagsstunde frei hatte. Danach waren sie in Richtung der Basilika gegangen. Das Wetter war regnerisch und so wollten sie in die trockene Markthalle gehen und sich dort die Angebote anschauen. Doch ehe sie sich der Kauflaune hingeben wollten, musste natürlich der Körper gestärkt werden. Auf dem Weg zur Basilika hatte Nela einen Stand mit verschiedenen frisch gepressten Obstsäften entdeckt und dort machten sie ihren ersten Halt. Mit einem Getränk in der Hand hatten sie Schutz unter einem Vordach gesucht. "hast du dir schon was ausgesucht wonach du heute schauen möchtest," fragte Nela ihre Verwandte. "Ich wollte gern schauen was es an Haarschmuck gibt. Ich brauche da eine noch größere Auswahl und vielleicht finde ich auch noch einen schönen Stoff für eine Palla. Da fehlt mir noch etwas Universelles." Eben alles Themen, die eine junge Frau unter anderem so bewegte. Eine Frau passierte die beiden Frauen und Nela stubste ihre Begleiterin an. Als die Frau außer Hörweite war, begann Nela leise zu kichern. "Also man sollte ihr wohl mal sagen, dass dieses Gelb mit dem Orange wirklich nicht zusammenpasst. Die sieht ja auch wie einer dieser bunten Vögel aus dem Süden."

  • Runa hatte sich auf die Mittagsstunde heute wirklich gefreut. Sie war mit Nela verabredet. Einkaufen hieß das heutige Tagesmotto und Runa war irgendwie in Kauflaune. Später würde man so was wohl auch als Frusteinkaufen bezeichnen. Aber Es machten zumindest für den Moment glücklich. Und das konnte beide gute gebrachen. Nela die fast stets und ständig bei ihrer Mutter war und Runa – nun ja Runa und ihre Liebe,, die sie nur im Verborgenen leben durfte.
    Nun ja das war jetzt aber alles ganz weit weg und die beiden jungen Frauen zogen durch die halle. „Schuhe!“ Runa grinste breit. Sie hatte zwar gefühlt das halbe Zimmer voller Schuhe, aber davon konnte man ja nie genug haben. „Und nun ja vielleicht ein neues Kleid für den Sommer?“
    Ja so richtig wusste sie nicht was sie wollte, aber das würde sich sicherlich schon noch ändern. Meistens waren es ja die Dinge, die man unbedingt haben musste, von denen man bisher noch nicht mal wusste das es sie gab.
    Nun musste sie sich ein lautes Lachen verkneifen. „Ja guck oder der dort sollte man sagen, dass figurbetont nicht unbedingt zu ihrer Figur passt.“ sagte sie als eine nun sagen wir etwas beleibtere Frau an ihnen vorbei ging, die ein Kleid anhatte, was gute zwei Nummer nur klein für sie war.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!