Wir sind das Volk!

  • Ich verstehe das nicht Onkel, irgend ein paar Idioten brüllen etwas vom Rednerpult und schon macht sich die ganze Meute auf zum Palast. Die Redner interessiert doch gar nicht der Stand der Plebejer, die sind doch nur auf ihren eigenen Vorteil aus. X(

  • Unglaublich, man könnte meinen, wir seien wieder in die Zeit der Secessio Plebis zurückgefallen! Wo bleiben da die römischen Tugenden?!! X(

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    CIVIS

    SODALIS FACTIO ALBATA - FACTIO ALBATA

  • Zitat

    Original von Tiberius Iulius Marius
    Resignierend antwortete ich meinem Onkel:


    Ich werde das nie verstehen. Sieht Rom so aus? Jetzt weiß ich wieder warum ich die Politik nie gemocht habe.


    Scipio konnte nicht glauben, was die Person da sagte. Er ging auf sie zu und sprach sie an.


    "Was redest du da? Es geht hier nicht um Politik! Es geht um die Rechte des Volkes. Wollte ihr das nicht verstehen? Willst du morgen aufwachen und merken, dass du nur noch ein Diener der Patrizier bist?"


    "Hast du nicht gesehen wie sie uns bestechen wollten, damit wir ruhig sind? "


    Scipio zeigte auf den Händler mit dem Bier der Patrizier.

  • Nach der Feuerbekämpfung in Ostia wartete bereits der nächste Einsatz auf das Contubernium, dem Antoninus angehörte. Ausgehend von der Rostra machten sich Unruhen breit und die Corhorte Urbanae rückte an. Im Laufe des Tages teilten sich die Truppenteile. Einige blieben vor Ort, andere zogen mit dem aufgebrachten Pöbel Richtung Palast.


    Antoninus wartete auf seinen Einsatzbefehl. Derweil beobachtete er scharf die Menschen um ihn herum. Innerlich schüttelte er nur den Kopf über diese Aufregung. Entweder hatte sich in seiner langen Abwesenheit das komplette Volk Roms gewandelt oder der Pöbel war zu großen Teilen verdummt. Einige kluge Köpfe unter ihnen gab es ja. Auch das entging Antoninus nicht während er wartete. Die meisten wussten aber offenbar gar nicht, was einen wahren Römer ausmachte.


  • "Glaubst du wirklich ich bin damit einverstanden was die Patrizier da machen,glaubst du das wirklich? Nein bin ich nicht und werde es auch nicht sein. Aber glaubst du so etwas ist der richtige Weg dem Imperator das klarzumachen? Wenn ihr wirklich glaubt durch einen Aufstand wird sich was ändern, dann habt ihr euch getäuscht. Das was ihr hier macht ist ein Angriff auf den Staat und wird die Patrizier in ihrer Position beim Imperator nur noch weiter bestärken. Wenn ihr euch schon umbedingt prügeln wollt, dann geht doch nach Germanien und helft den Legionen."

  • "Tztztz, beruhige Dich, junger Probatus. Steht nicht geschrieben, nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird?
    Was bringt es sich hier und jetzt so fürchterlich aufzuregen?
    Nutze Deine Energie lieber dafür Alternativen zu finden. Mögliche Wege dem Kaiser und vor Allem den Patriziern klar zu machen, dass sie nichts sind ohne die Plebejer.
    Wozu streiten und rumkeifen, wenn man die Luft sich sparen könnte und die Zeit nutzbringender einsetzen?
    Nutze erst Deinen Kopf und dann Deine Zunge. Denn es steht auch geschrieben: Nichts wird besser, wenn man sich kratzt. Also höre auf Dich zu kratzen und erarbeite lieber Ideen."

  • Ich versuchte mich etwas zu beruhigen:


    "Dafür sind Politiker da um Lösungen zu erarbeiten. Für was zum Teufel noch mal halten wir in Germanien den Kopf gegen die Barbaren hin? Für was? Damit sich hier ein paar Idioten und damit meine ich die Redner der Patrizier und Plebejer gegenseitig die Köpfe einschlagen können? Da können wir ja gleich die Germanen nach Rom marschieren lassen. Die sollen sich alle zusammen mit dem Imperator an einen Tisch setzen und dieses Problem friedlich aus der Welt schaffen. Wenn sie auf Krawall aus sind dann sollen sie zu den Legionen gehen und uns unterstützen."

  • Er verkniff sich jeglichen Kommentar zum Thema Germanen, Barbaren und nach Rom marschieren, meinte nur als Antwort:
    "Nun, das sag es ihnen. Sag ihnen, dass sie nach Germanien oder zu anderen Unruheherden gehen sollen um dort Dampf abzulassen und sich den Kopf abschlagen zu lassen. Erkläre den heissblütigen, dass man nicht mehr ganz so heissblütig ist, wenn man ein Sax oder Ger zwischen den Rippen spürt oder ein Gladius oder Pilum.
    Aber erwarte nicht, dass sie Dich verstehen werden. Der Mensch als Individuum mag ein verständiges und vernünftiges Wesen sein, aber der Mensch in einer Gruppe, in einem Mob, wie man so schön sagt ist nicht mehr als ein hirnloses Instrument seiner Gier nach Sensation, Blut und Ärger."

  • Artoria Medeia, wie jede sensationslüsterne Römerin es wohl tun würde, tritt neugierig zu der diskuttierenden Gruppe. Ihr Blick schweift immer wieder zu dem Mob.


    "Soweit jeder Bürger zurückdenken kann, sterben Legionäre auf den Feldern des 'Ruhms' für Rom! Und schon seit weit über hundert Jahren im Norden von uns, ob in Gallien oder in Germanien." Sie hebt die Augenbrauen. "Das kann uns doch nicht hindern auch hier in Rom für unsere Rechte kämpfen zu dürfen. Und manchmal muss man dafür kämpfen, weil Reden und Politisieren nichts mehr bringt." Ihre Rede ist da sehr an den jungen Legionär Marius gerichtet.


    Sie nickt entschlossen und sieht wieder zu dem Mob. Dann wendet sie sich an Scipio. "Guter Mann, Eure Rede war bis zum hintersten Platz zu hören. Doch um welchen Steuererlass geht es denn genau, dass es Wert ist einen Aufstand anzuzetteln." Sie lächelt ihn fragend an.

  • Mattiacus war zufällig vorbeigekommen und hatte auch einiges von der Rede gehört. Einige Dinge sprachen ja für den Redner, das musste auch er zugeben.


    "Hier sind einige haarscharf daran, gegen geltendes Recht zu verstoßen, lasst es nicht zu weit kommen."

  • Ich wandte mich an Medeia:


    "Wenn alles nichts mehr nützt, dann von mir aus, dann sollen sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen wenn sie umbedingt wollen. Aber zuerst sollte man sich mal an einen Tisch setzen. Ich gehe jede Wette ein, dass keiner von diesen "Verfechtern für die Rechte der Plebejer" je versucht hat überhaupt eine Audienz beim Imperator zu bekommen und über diese Angelegenheit mit ihm zu sprechen. Und ob es den Rednern überhaupt um das Wohl der Plebejer ging oder nur um ihre zukünftige politische Karriere, das lassen wir mal dahingestellt."

  • Zitat

    Original von Tiberius Iulius Marius
    "Ich habs ihnen ja versucht zu sagen, hat aber wohl nicht viel genützt wie man sieht. Und gerade das ist der Punkt warum ich nicht Politiker sondern Soldat geworden bin."


    "Willst Du als Soldat weit nach oben kommen, Probatus? Dann wird Dir nichts anderes übrig bleiben als früher oder später in die Politik zu gehen.
    Lerne beide Varianten zu nutzen und zu schätzen. Lerne sie geschickt einzusetzen. Und lerne den Mob zu kontrollieren und Dich nicht durch ihn kontrollieren zu lassen. Und mit dem Mob meine ich nicht nur die Mensch, sondern auch Deine Gefühle, Dein Heißblut, dann wirst Du es weit bringen."
    An die junge Frau gewandt sagte er in einem Moment des Schweigens.
    "Nichts sollte einen daran hindern für seine Rechte einzustehen. Doch sollte man stets die Art des Weges bedenken. Und einen Aufstand, gegen den Kaiser, gegen seine Einheiten, die hinter ihm stehen, zu wagen... ich denke, das grenzt eher an Dummheit und Selbstmord. Es gibt andere Wege, bessere und vielleicht gar gewaltfreiere. Ja sogar beeindruckendere.
    Manch einer hätte es schon eher lernen sollen, dann müssten auch nicht so viele im Norden kämpfen und sterben. Sondern dann könntet ihr Römer mit Germanen besser in Frieden und Eintracht leben."

  • Artoria nickt Marius zu. "In der Tat, da hast Du auch Recht. Einen solchen Auflauf zu verursachen war je her ein Instrument sich in der Beliebtheit des Volkes hochzuarbeiten. Welcher Römer liebt nicht chaotische Aufstände? Besonders wenn er nicht mehr zu tun hat als auf die wöchentliche Getreideausschüttung und die Spiele zu warten..."


    An Munatianus gewandt zieht sie leicht die Schultern hoch. "Bessere Wege? Das wird sich noch zeigen am Ende des Tages, wenn wir wissen, was dies hier erreicht hat oder nicht. Aber in der Sache Germanen...es sind nun mal Barbaren und mit Barbaren kann man nicht vernünftig reden."

  • Medeia blickt in etwas erstaunt an. "Ich denke, wir tun das im Moment schon!" Sie lächelt leicht. "Schließlich tauschen wir Argumente und Gegenargumente aus und führen somit eine Disputatio. Wir bedrohen uns dabei nicht mit Waffen oder Keulen und werfen uns außerdem nicht unflätige Worte entgegen oder gar Drohungen um Leib und Leben!"


    Sie deutet leicht auf den Mob. "Die da unten, sind auf jeden Fall nicht mehr vernünftig."

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