• Am heutigen ersten Tag des Monats Decembris feiert man das Fest des Neptun. Logisch, dass dies auch für die Männer der Classis ein Feiertag sein sollte.


    Daher kam der Befehl, dass die gesamte Classis sich innerhalb einer Stunde in Galauniform besammeln sollte.


    Ich selbst machte den wunderschön verzierten Panzer bereit, den ich nach meinem letzten Feldzug geschenkt erhalten hatte, die schneeweisse Galatunika, den ebenso weissen Mantel, und kontrollierte die Waffen nocheinmal auf ihren Glanz.


    Dann zog ich mich langsam, Stück für Stück an, vergass nicht den Torques und die Phalerae und betrachtete mich in einem polierten Spiegel. Mir gefiel was ich sah.


    So trat ich dann auf den Platz hinaus, wo die Soldaten, ebenso herausgeputzt, sich langsam besammelten. Es war ein kalter, aber sonniger Frühwintertag und wir glitzerten und glänzten alle in unseren sauber polierten Ausrüstungen und den weissen Tuniken und Mänteln.

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  • Wir hatten uns auf dem Platz formiert und standen nun vor dem Kommandeur. Der Anblick war prächtig. Rund 200 Soldaten standen mit auf Hochglanz polierten Rüstungen auf dem Platz und sahen stolz nach vorn. Zu Ehren Neptuns hatten wir uns hier versammelt. Neptun war unser Schutzgott; da war es eine Frage der Ehre, ihm Respekt zu zollen. Ich hatte ihm heute morgen ein Huhn und eine Amphore Wein geopfert. Unser Schrein war überfüllt mit den Opfergütern. Einige Bettler in Rom hätten sich gütlich daran getan. Doch wir hatten zum Glück genug, um etwas davon opfern zu können. So standen wir gut gelaunt und hoch erhobenen Hauptes auf dem Platz.

  • Ich bin stolz darauf, hier als Kommandant heute zu stehen und zu sehen, dass das Heiligtum des Neptun von Opfergaben nur so überquillt. Nur leider, so wollen es die Götter, gibt es hier noch keinen Priester, der sich darum kümmern könnte, daher werde ich diese Aufgabe übernehmen. Neptun und Mars stehen sich bei den Truppen sehr nahe und den Kommandanten obliegt die Aufgabe, sie zu ehren, genau wie jedem einzelnen Soldaten auch.


    Dies werde ich in den nächsten Stunden tun. Die Classis hat an diesem Tag dienstfrei! Verbringt ihn in Andacht und Ehrfurcht vor den Göttern!

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  • Wir salutierten erhobenen Hauptes und hielten dann eine kurze Andacht, bei der wir schweigend die Götter ehrten, indem wir einfach nur dastanden und fest an sie dachten. Ich hatte das Gefühl, Neptun würde am heutigen Tag besonders über die Flotten des Imperiums wachen, denn sie waren es, die in seinem und im Namen des Kaisers die Grenzen unseres großen Reiches sicherten und beschützten.
    Schließlich löste sich der Block auf und alle gingen grüppchenweise zum Tempel. Jeder hatte einen Wunsch oder eine Frage vorzubringen. Im Geiste würde er sie beantwortet bekommen. Mit frischer Kraft machten wir uns auf zum Essen.

  • Ich selbst ging ebenfalls zum Tempel. Mit vielen Gebeten und noch mehr Weihrauch wurden auch die anderen Götter geehrt und die Gaben an Neptun eine nach der andern im Fluss versenkt.

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  • Nach dem Essen gingen wir, wie die meisten anderen auch, hinunter zum Fluss und opferten direkt in Neptuns Heimstatt. Inmitten des Wassers wurde ich eins mit ihm und fühlte, wie er mich durchströmte. Dieser Tag war bewegend genug für mich. Obwohl ich mich für das Germanentum interessierte, verehrte ich doch die römischen Götter in tiefem Respekt und mit noch tieferer Demut.
    Dabei zog ich Neptun oft den anderen vor, denn er beschützte uns auf dem Fluss und wachte über die Wasserstraßen Germaniens, obwohl viele behaupteten, er wäre erst im Mare Nostrum wirklich daheim. Es würde sich zeigen müssen, ob wir auf seinen Beistand angewiesen sein würden.

  • Zitat

    Original von Publius Terentius Pictor
    Inmitten des Wassers wurde ich eins mit ihm und fühlte, wie er mich durchströmte.


    Neptun beobachtete zufrieden die Soldaten der Classis bei ihren Opferdarbietungen. Als kleines Zeichen, dass er die Opfer angenommen hatte, schickte Neptun eine kurze, warme Strömung in Richtung der Soldaten, die im Wasser standen.

  • Ich spürte, wie sanft warmes Wasser in meine Richtung strömte. Es umfloss meine Beine und fühlte sich wohlig auf der Haut an. Es war eine Wohltat und ich genoss es, denn zuvor hatten wir in kaltem Wasser gestanden. Ich wunderte mich über diese warme Strömung, denn natürlichen Ursprungs konnte sie bei diesem Wetter nicht sein. Im Gebet dankte ich Neptun, den ich als den Urheber auszumachen glaubte, denn er musste unsere Opferungen empfangen haben.

  • Beim Tempelchen war ich mittlerweile zu denjenigen Gaben durchgedrungen, welche erst noch geschlachtet werden mussten. Es gab einige Ziegen. Diese führte ich nun ans Wasser.

  • Ich sah, wie einige Soldaten, allen voran der Kommandant, die Opfergaben dem Fluss übergaben. Ich ging mit Quintus hoch zum Schrein und wir halfen den anderen, die Opfergaben ins Wasser zu transportieren. Doch wurden zumindest der Wein und was Brot sofort vom Wasser davongetragen. Das Fleisch trieb eher unwillig und träge dahin.

  • Ich band die Ziegen an Pflöcken fest und bereitete alles zum Schlachtopfer vor.


    Mit Gebeten tötete ich die erste Ziege und fing das fliessende Blut in einem silbernen Gefäss auf.


    Danach goss ich das Blut, wiederum unter Gebeten, in den Fluss. Das Fleisch jedoch opferte ich auf dem dafür vorgesehenen Altar. Neptun wurde wie auch Mars, manchmal auch durch Feueropfer bedacht.

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