[Rennstall und Zuchtbetrieb] ASILE EQUARIA CLAUDIA

  • "Schön, dann besuchen wir sie doch gleich einmal."


    Antoninus forderte den Legionär auf, ihm einfach zu folgen. Natürlich sah er, dass er einen Centurio vor sich hatte. Als Angehöriger der Legion war er für ihn damit dennoch ein Legionär. Es war eben ein Sammelbegriff.


    Kurz darauf betrat Antoninus die Reithalle...

  • Wieder stiefelte Vesuvianus hinterher. Neugierig steckte er den Kopf in die Reithalle. Ah, da war ja bereits ein Reitschüler vor Ort. Ein Feuerlöscher, wie Claudius auf Anhieb sah.


    Er stellte sich an den Rand und beobachtete das Geschehen.

  • Metellus bemerkte, das Zuschauer kamen. "Oje, hatte es sich etwa herumgesprochen, das hier eine darbietung der anderen Art stattfinden würde?" Vor so vielen Zeugen müsste er sich noch mehr anstrengen,um sich ja nicht zu blamieren. Er hoffte nur, das seine erneute Nervosität sich nicht auf das Pferd übertragen würde ;)

  • Zitat

    Original von Marcus Annaeus Metellus
    Du meinst also das Pferde, ebenso wie Frauen, den permanenten Druck des Mannes brauchen? Stets wohldosiert aber dennoch merklich?


    Wenn das erst eine allgemeine Einleitung war, dann stieg seine Spannung jetzt erst recht, wie wohl die speziellen Tipps werden würden. vielleicht könnte er ja so manches auf die Mann-Frau-Beziehung übertragen.....und würde bald heiraten können :D


    "Ne ne, Metellus. Von Druck war nicht die Rede. Führung ist das Zauberwort. Gefühlvoll und doch richtungsweisend. Druck erzeugt nur Gegendruck, das weißt du sicher. Jede Frau, selbst diese Stute sucht in gewisser Weise Anlehnung. Wird die Hand des Reiters zu hart, weicht sie aus. Wird sie grob, wehrt sie sich dagegen. Gibt sie aber Halt und Sicherheit, folgt Frau wie Stute nur allzu gern der starken Hand, weil sie Führung, Orientierung und Schutz bietet. Es sei denn ...“ Ich lachte herzhaft. "... es ist eine Leitstute."


    Mit einem Schmunzeln betrachtete ich meinen Reitschüler. Was wohl in dessen Kopf vorgehen mochte.


    "Habe ich dich nun genügend sensibilisiert, um meine Stute erneut deiner Hand anvertrauen zu können?“


    Bevor ich eine Antwort erhielt, betraten zwei Männer die Halle. Ich drehte mich um und erkannte meinen Vater. Den Soldaten in seiner Begleitung kannte ich ebenfalls. Wir hatten uns vor Monaten in Mantua bei Crispina getroffen.


    "Hm, gibt es etwas Wichtiges? Ich erteile gerade eine Reitstunde, da ist jede Störung ungern gesehen.“

  • Metellus saß etwas verwirrt auf dieser Leitstute und fragte sich, ob er hier wohl eine Beziehungstherapie oder Reitunterricht nehmen würde. Und, was Deandra ihm alles über die Umgangsweise mit der Stute erzählte, das erweckte eine neue Frage in ihm, die er schmunzelnd stellen musste:


    Deine Erklärungen sind wie immer Überaus bildhaft, Deandra. Ich hoffe, ich habe es verstanden und werde das Gelernte gleich nutzen können. Doch, so frage ich mich, was ist denn, wenn ich statt einer Stute einen Hengst reite?


    Da Männer und Frauen ja eh gänzlich unterschiedlich sind, also auch bei Tieren, müsste ich dann nicht ein völlig anderes Verhalten an den Tag legen?


    Genüsslich grinsend lehnte er sich leicht zurück, worauf das Tier einen abrupten Satz machte, um dann wieder zu stehen. Anscheinend sprach seine Gewichtsverlagerung ein Gefühl der Stute an ;)

  • ‚Pfiffiges Kerlchen’, dachte ich und musste herzhaft lachen.


    „Das, lieber Klient und Reitschüler, ist mein Rezept - Männer setze ich auf Stuten und Frauen auf Hengste. Die sich ergebenden Parallelen machen nicht nur den Reiz meines Unterrichts, sondern auch ein besseres Verständnis aus. ;) Und du hast vollkommen Recht, ein Hengst bedarf einer anderen Hand - nicht eines völlig anderen „Verhaltens“ - als eine Stute, weswegen ich nur ausgewählten Frauen raten würde, einen solchen dauerhaft zu reiten.“


    Plötzlich reagierte die Stute, was mich zur weiteren Unterweisung mahnte.


    „Hast du noch irgendwelche Fragen? Sonst würde ich gern auf die Gabe der Hilfen zu sprechen kommen. Du siehst, die Stute reagiert. Doch du solltest diese Hilfen bewusst und nicht unbedacht einsetzen.“

  • Zitat

    Original von Aurelia Deandra
    ‚Pfiffiges Kerlchen’, dachte ich und musste herzhaft lachen.


    [B]„Das, lieber Klient und Reitschüler, ist mein Rezept - Männer setze ich auf Stuten und Frauen auf Hengste. Die sich ergebenden Parallelen machen nicht nur den Reiz meines Unterrichts, sondern auch ein besseres Verständnis aus. ;)


    Unwillkürlich musste er dabei an anrüchige Praktiken der alten Griechen denken ;)


    Metellus schwieg lieber, doch sah er sich schon zukünftig in der Kaserne die Pferde von unten betrachten, bevor er sich für eines entschied. Seine Patronin und Reitlehrerin hatte doch recht ungewöhnliche Lehrmethoden ;)
    Das mit den Hilfen interessierte ihn sehr. Vielleicht könnte er ja so manches bei den hübschen Römerinnen anwenden. Begierig schaute er Deandra an.



    "Also werde ich fortan jede Bewegung und jeden Druck fein abstimmen, um so der Stute unter mir genau mitteilen zu können, was ich will, und wo es langgeht. Richtig?"


    Hmmmmm, war wohl doch nicht so schlecht, den Reitunterricht zu besuchen

  • Nachdenklich drehte ich in der Mitte des Reitovals eine Runde. Die vorherige Betrachtung der Mimik meines Reitschülers hatte mich irritiert. Ich konnte mich nicht des Eindrucks erwehren, dass der Unterricht in die falsche Richtung lief. Meine Bemerkungen waren zwar auf witzige Weise formuliert, aber durchaus ernst gemeint gewesen.


    Entschlossen beendete ich meinen Rundgang und nahm - mich vorerst bewusst in zweideutigen Bemerkungen zurückhaltend - die Erklärung der Hilfen vor. Wohl wissend, dass man - wenn gewollt - fast jedes Wort anders deutet kann als ursprünglich vorgesehen.


    „Vollkommen richtig, Metellus.“ Ich nickte ernst. „Jeder Druck muss fein abgestimmt sein. Sind die Tiere nicht verroht, reagieren sie auf kleinste Gewichtsveränderungen oder solche im Griff der Zügel. Schon das kleinste Spiel am Leder überträgt sich in das weiche Maul der Pferde. Dazu später.


    Zunächst zum Gewicht, gerade hattest du die Stute aus dem Gleichgewicht gebracht. Dein Sitz ist von großer Bedeutung. Deswegen habe ich anfangs gesagt, finde dein Gleichgewicht. Ross und Reiter müssen zunächst in selbigem stehen. Wünschst du nun, nach vorn zu reiten, dann lehne dich leicht nach vorn. Damit zerstörst du euer beider Gleichgewicht. Das Ross wird bestrebt sein, selbiges wiederherzustellen und tritt ebenfalls nach vorn. Es sind also nicht die Fersen, die Peitsche oder die Zügel, mit denen du Wünsche überträgst, sondern geschickte Handlungen, die das Pferd glauben machen, es handelt nun aus eigenem Antrieb und nicht aus einem Befehl heraus.
    DAS habe ich übrigens gemeint, als es mir um den Vergleich mit den Frauen ging.“

  • Die Stimme seiner Patronin wurde sichtlich ernster, und er befürchtete, er hatte es mit seinen Spitzfindigkeiten ein wenig übertrieben. Auch er wurde sichtlich ernster. So verlagerte er also sein gewicht ein wenig nach vorne und ließ die kurz gehaltenen Zügel ein wenig lockerer. Die Stute bewegte sich daraufhin willig geradeaus. Metellus stutzte schon. Bei seinem Kasernenpferd würde nichts geschehen. Ein breites Strahlen seiner Augen traf das Antlitz seiner Lehrerin.

    Hey, das ist ja wahnsinnig.......ich habe so gut wie nichts getan....


    Insgeheim hoffte der Optio, sie würde diesen Ausspruch nicht für eine zwischenbemerkung nutzen. Geschmeidig bewegte sich die Stute auf das Ende der Halle zu.

  • Erfreut stellte ich die sofortige Umsetzung meiner Ratschläge fest. Sogleich stellten sich Erfolge ein. Metellus hatte also doch Vorerfahrung. Eine Tatsache, die ich ihm fast schon in Abrede gestellt habe.


    „Sehr schön und nun überlege genau, was du vorhast, denn der Reiter gibt Tempo und Richtung vor nicht das Ross. Willst du anhalten, dann verlagere dein Gewicht nun zurück. Sofort muss dein Ross ebenfalls bremsen, wenn es nicht aus dem Gleichgewicht geraten will. Planst du jedoch die Kurve zunehmen, dann erkläre ich dir jetzt, wie das ohne Reißen am Zügel funktioniert.


    Voraussetzung ist, dass dein Pferd stets den Kontakt zu dir über das Gebiss, die Zügel zu deinen Händen sucht. Bist du zu grob, wird es nicht mehr reagieren, weil du ihm im weichen Maul wehtust. Im schlimmsten Fall beißt dein Pferd auf sein Gebiss. Dann hast du keinerlei Einwirkmöglichkeit mehr. Lehnt es sich aber vertrauensvoll an und hält den Kontakt zu deiner weichen Hand, dann behalte den Zügel der Innenseite, also den, in welche Richtung zu schwenken willst, in genau derselben Länge bei. Den äußeren Zügel verlängere nun. Du siehst ein, eine Verlängerung bringt einem Pferdemaul keinerlei Unbehagen. Um weiterhin mit dir in gutem Kontakt zu bleiben, muss das Pferd nun den Kopf analog der verlängerten Zügelhaltung drehen. Erst dann ist der Halt wieder auf beiden Seiten gleich gegeben. Nun jedoch steht sein Kopf schief zum Körper. Der Kopf weist bereits in die von dir gewünschte Richtung, was automatisch zur Folge hat, dass der Körper folgt. Erst nach dem Abschluss der Kurve nimmst du sanft den verlängerten Zügel zurück und zwar so weit, dass Kopf und Körper des Pferdes wieder eine Linie bilden.


    War das verständlich?“


    Gespannt blickte ich auf meinen Reitschüler und wartete darauf, für welche Forderung an sein Pferd er sich entscheiden würde.

  • Zitat

    Original von Aurelia Deandra
    Bevor ich eine Antwort erhielt, betraten zwei Männer die Halle. Ich drehte mich um und erkannte meinen Vater. Den Soldaten in seiner Begleitung kannte ich ebenfalls. Wir hatten uns vor Monaten in Mantua bei Crispina getroffen.


    "Hm, gibt es etwas Wichtiges? Ich erteile gerade eine Reitstunde, da ist jede Störung ungern gesehen.“


    "Deandra, wohin sollen sich Interessierte für dein Gestüt und den Rennbetrieb hinwenden, wenn dein Büro nicht besetzt ist?"

  • Grübelnd rieb ich meine Strin. "Ich sag's ja, ich brauche unbedingt einen Mitarbeiter für solche Dienste", murmelte ich vor mich hin.


    Lauter sagte ich : "Am besten sie hinterlassen eine Notiz auf meinem Schreibtisch, woraus der Grund des Besuches, der Name und der Ort, wo ich denjenigen erreichen kann, hervorgeht. Ich melde mich dann so schnell ich kann."


    Hoffentlich hatte der Interessent Verständnis.

    "Bitte seid so nett und wartet vor der Halle. Möglich wäre auch mein Officium. Sicherlich bringt euch Leone Getränke und Essen zum Zeitvertreib."


    Bittend blickte ich meinen Vater und Claudius an.

  • Hoch konzentriert versuchte der Schüler all das, was er von seiner Lehrerin erfuhr, auch in die Tat umzusetzen. "Zügel kurz...oder lang......weich......sonst beißt es.....schief....und Körper aufrecht". Er nickte eifrig, um ja zu belegen, das er seiner Patronin auch gelehrig folgte. " Zügel lang und doch gerade schief?" Das Hallenende kam bedohlich näher, und die Stute schritt eifrig darauf zu. Es müsste was geschehen, und zwar schnell. SCHNELL, Metellus...handel, und zwar weise!!!!!


    Schweiß perlte auf der Stirn, es war doch vieles zu beachten. So legte er sein Gewicht leicht zur Linken, denn dort wollte er hin, und den Zügel auf der linken Seite, den zog er unmerklich an. Auch wollte er vor so vielen Zeugen nicht als Weichling gelten, also verlagerte er sein Gewicht merklich nach vorne und stieß mit dem linken Schenkel an die Flanke der stolzen Stute....keine Frau würde er je so behandeln, doch dieses Pferd, und diese Situation, die schrien ja danach. Beherzt war er in seinem Tun, und beherzt war auch die Reaktion....ebenso, wie seine Patronin es ihm sagte. Das brave (?) Tier spürte, das es eine neue Richtung gäbe. Die Ohren huschten hin und her und der Körper der braven Stute spannte sich und ließ die Kraft der Muskeln wirken. Es bog nach links, so wie der Optio es wollte und erhöhte seinen Schritt zu einem eleganten Trapp. Metellus fühlte sich wie Alexander und versuchte auch, so siegesgewiss zu wirken. Und er rief ein lautes "Hey", um dieses stolze Tier noch anzutreiben.

  • Zufrieden klatschte ich Beifall. Diesem Reitschüler musste ich nicht einmal erklären, wie er das Tempo innerhalb einer Kurve erhöht. Indem man nämlich zusätzlich sein Gewicht seitlich nach vorn verlagert, ist das Pferd gezwungen schneller in genau dieselbe Richtung zu treten.


    „Im Grunde muss ich es dir kaum noch etwas erklären. Du besitzt Reiterfahrung, ohne Zweifel, denn du machst vieles bereits von selbst. Wenn ich dich zu einer noch schonenderen Reitweise bewegen kann, will ich dennoch einen weiteren Vergleich wagen.“


    Ich räusperte mich zuvor. Wenn ich etwas verabscheute, dann Gewalt in Form von Peitschen, besonderen Gebisstücken oder scharfkantige Metallauswüchse an den Fersen der Reiter.


    „Ich bitte meine Schülern immer, sie mögen sich vorstellen, selbst einen Menschen – sagen wir auf den Schultern zu tragen. So lange dieser still hält, steht auch der Träger ruhig. Beugt sich derjenige jedoch nach vorn, hilft dem Träger nur ein Schritt in die gleiche Richtung, um dem Umstürzen entgegen zu wirken. Genauso verhält es sich seitlich oder zurück. Keine Gewalt ist für solch eine Reaktion des Trägers nötig. Einzig eine Veränderung der Gleichgewichtsverhältnisse. Hast du das je unter diesem Gesichtspunkt betrachtet?“


    Gespannt wartete ich auf die Antwort meines Reitschülers. Jemand anderer musste ihm ja auch bereits Lehren erteilt haben und ich war gespannt welche.

  • Deandra verstand es immer wieder, farbige Bilder zu malen. Zwar widerstrebte ihm das Bild mit dem Menschen, auf dem er sitzen würde, aber bitte...bislang funktionierte ja ihre Methode.


    Das Pferd trabte indess beständig entlang der Hallenseite. So sicher fühlte sich der Optio nicht, er handelte eher intuitiv als wissend, so dass er immer nur im Stakkato der Hufschläge antworten konnte.


    Nein...Dean...dra....ich ha...be bis...lang nicht...diesen Ge...sichts...punkt be...trachtet.........


    Es holperte nicht ganz so sehr, wie bei seinem Kasernengaul. Aber er reichte ihm dennoch. es war ganz schön schweer, die schenkel am Pferd zu halten, sie wollten immer wieder sich vom Leib des Tieres lösenb und umherschlackern. je mehr er aber drückte, desto schneller wurde es.......


    die Stute lief und lief und ihm lief der Schweiß und Deandra war kaum mehr zu sehen, so schnell lief alles um ihn herum ab

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