Am Stadttor - Wer nach Rom will soll sich Zeit für die ordentliche Durchsuchung und Befragung nehmen!

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    Caius Rubrius Pennus


    Pennus griff sich entnervt an die Stirn. Er bekam so langsam das Gefühl, dass er der einzige war, der die Situation möglichst unkompliziert hinter sich bringen wollte. Nicht nur, weil er absolut keine Lust auf Theater und lange Diskussionen hatte, sondern auch, weil es noch andere Reisende abzufertigen gab.
    "Gut, dass der Schneid nicht für mehr gereicht hat, sonst müsste ich euch zwei noch vor den Prätor zerren", kommentierte der Optio. Der eine spuckte herum, der andere wollte die Leute am Tor nackt sehen. Oh ja, der Krämersohn mochte keine weiße Weste haben, aber er erkannte durchaus auch gewisse andere Dinge. Kaum zu glauben, dass das hier eigentlich ein fader, unspektakulärer Tag am Tor hätte werden sollen. Genau das wäre Pennus sehr viel lieber gewesen. Einerseits wollte er weder dem Peregrinus noch dem Miles ihr kindisches Verhalten einfach so durchgehen lassen, noch weniger wollte er die beiden aber wegen einer derartigen Lächerlichkeit vor den Prätor zerren müssen. Der verärgerte Ausdruck wich langsam nachdenklichen Zügen, als sich in seinen Gedanken nach und anch eine Idee formte. Kurz sah sich der Optio um und nahm den Peregrinus etwas zur Seite.
    "Da hast du dich in eine schöne Scheiße hineingeritten, Titus Aquila. Allerdings ... bestimmt sind wir einer Meinung, wenn ich sage, wir sollten gewisse, ich nenne es mal ... Uneinigkeiten unter uns klären anstatt vor Gericht. Eigentlich könnte man dein Verhalten als Beleidigung sehen, was ich bei einer derart lächerlichen Angelegenheit selbstverständlich umgehen möchte, allerdings besteht damit für mich ein gewisses Risiko, dass jemand annehmen könnte, ich würde meine Arbeit nicht anständig machen. Wie wäre es also, wenn ich dieses Risiko auf mich nehme, im Gegenzug entlohnt werde und du ohne weitere Unannehmlichkeiten durch das Tor schreitest ...?" Er unterstrich seine Worte mit einer kleinen Geste, die dem Peregrinus klarmachen sollte, dass der Optio bereit war, den einen oder anderen Sesterz oder Denar zu empfangen. "Und um meinen einfältigen Miles werde ich mich zweifelsohne ebenfalls angemessen kümmern. Persönlich. Und anschließend vergessen wir das alles einfach."


    Sim-Off:

    @Peticus: Ihr/Euch/usw. kannten die alten Römer nicht. Im IR wird geduzt. ;)

  • Die Worte seines Optio vernahm unser Nero Germanicus Peticus gar nicht gern.
    Persönlich kümmern, klingt nach Schleifen, dachte er bei sich und wieder kroch in ihm die fast unbändige Wut hoch. Alles nur wegen dieses verlausten Krämersohns, dachte er zornig und verbittert.
    Vorsichtshalber nahm er Grundhaltung an wir er es in der Ausbildung gelernt hatte und harrte der Dinge die nun kommen mögen.

  • Als ihn der Optio ansprach und meinte er hätte sich in eine schöne Scheiße geritten, da entglitten Aquila zunächst alle Gesichtszüge:


    " Ich habe mich in die Scheiße geritten?" resümierte er den Satz des Optios und sah diesen verdutzt mit leicht verfinstertem Blick an.


    "Das gibt's doch nicht. Das kann doch alles nicht wahr sein." ergänzte er mehr zu sich selbst als zu den anderen. Dann fing er sich aber und beruhigte sich. Es brachte nichts hier noch lange herumzustreiten, das hatte er mittlerweile gemerkt. Er saß wohl am kürzeren Hebel und die Urbaner waren in der Mehrzahl. Das Schmieren des Optios hätte ihm unter anderen Umständen sogar gefallen, doch leider hatte er nichts bei sich was wertvoll genug gewesen wäre um den Optio zufrieden zu stellen.


    "Die Idee ist gut Optio, geradezu wunderbar. Doch leider trage ich im Moment nichts bei mir, was dich zufrieden stellen würde. Ich habe mein letztes Geld für die Überfahrt von Alexandria nach Ostia ausgegeben."


    Das einzig wertvolle was er bei sich hatte war der Ring seines Vaters, welchen er bei der Abreise von diesem erhalten hatte, doch würde er diesen niemals hergeben. Zum Glück trug er ihn nicht am Finger, sondern an einem Band um den Hals. Er hatte ihn sich umgehängt, als er auf diesen Seelenverkäufer gestiegen war. Er traute der Besatzung einfach nicht. Als er so nachdachte kam ihm eine Idee und er verpackte diese in süße Worte:


    "Ich danke dir für dein Entgegenkommen Optio. Leider habe ich wie gesagt momentan nichts bei mir, was dich zufrieden stellen würde. Allerdings kann ich dir ein Angebot unterbreiten." Dabei sah Aquila verstohlen von links nach rechts und dann wieder zum Optio. "Wie ich schon angedeutet habe ist mein Vater Händler gewisser Luxusgüter. Was hälst du davon, wenn du zu unserem Haus kommst und dir etwas aussuchst was dich zufrieden stellen würde."


    Etwas Anderes konnte er momentan nicht anbieten....

  • Sieh an der gute Optio dachte sich unser Peticus, nach außen immer den ehrbaren spielen und es faustdick hinter den Ohren haben. Nun schauen wir vielleicht kann ich dem Optio helfen und meine Stellung wieder verbessern.
    Er schaute sich den Kerl noch einmal genauer von oben bis unten an. Doch da war es wieder, was ihm erstmalig auffiel, als der Kerl ihm vor die Stiefel rotzte. Ein merkwürdiges Band um dessen Hals. Nun dieses musste so es der Optio noch nicht gesehen, dringend erfahren, wer weiß was sich da verbarg.
    Also hub er an" Optio Caius Rubrius Pennus, Miles Nero Germanicus Peticus hat eine Meldung von scheinbarer Wichtigkeit vorzubringen."
    Er wartete dass der Optio ihn ansprach.

  • Dieser Germanicer konnte eine echte Nervensäge sein. Wollte ihm dieser Kerl weiterhin ans Bein pinkeln oder was sollte das? Da war er gerade dabei mit dem Optio eine Lösung zu finden und Peticus hatte nichts zu tun diese untergraben. Am liebsten hätte Aquila dem Miles wieder die Meinung gegeigt, aber dieses mal nahm er sich vornehm zurück und versuchte es mit Argumenten:


    "Optio, du wirst verstehen das ich diesen Ring niemals hergeben werde. Es ist ein Familienerbstück und ich habe ihn von meinem Vater vor meiner Abreise erhalten. Dieses Erbstück ist mir heilig und du als Römer solltest den Wert von Familie verstehen."


    Titus sah erwartungsvoll zum Optio und führte vielversprechend an:


    "Und mein Angebot steht weiterhin. Ich versichere dir reichlich Auswahl bei meinem Vater. Von bester Seide über Weihrauch, Elfenbein und vieles mehr. Du wirst sicher etwas finden was dich zufriedenstellt. Wir können auch gerne direkt dorthin gehen."


    Peticus hingegen war er nun einen vernichtenden Blick zu, während er auf die Antwort des Optios wartete....

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    Caius Rubrius Pennus


    "Kscht!", machte Pennus zu seinem Miles. Wichtig? So wichtig wie die dreckigen Füße des Peregrinus? Oder eher so wichtig wie sich hier anscheinend jeder vorkam? Heutzutage war ja wirklich alles und jeder ganz besonders wichtig. Ha! Das wichtigste war hier immer noch, dass er, der Optio, eine Entschädigung für das elende Theater bekam, mit dem die beiden Schlauköpfe seine Nerven strapazierten.
    "Das ist aber schade. Ich bin ja im Dienst und hab, wie du siehst, alle Hände voll zu tun, auf meine unfähigen Leute aufzupassen ..." Was nicht einmal gelogen war. "Aber wie kann ich denn sonst sichergehen, dass du dein Wort hältst?", fragte Pennus und setzte ein gespielt enttäuschtes Gesicht auf, auf welches gleich darauf ein wissendes Grinsen folgte. "Was denn, wenn du mir vorläufig als Pfand den Ring übergibst? Da werden wir uns doch bestimmt einig, hm? Und du bekommst ihn auch bestimmt zurück ... denn was sollte ich auch mit irgendeinem alten Ring. Du wirst ihn ganz bestimmt zurückbekommen."


    Sim-Off:

    Sorry, komplett übersehen, das hier ... ^^'

  • Das musste ja so kommen. Diese korrupte Pack war ja schlimmer als alle Halsabschneider mit denen es Aquila im Orient zu tun gehabt hatte. Er war sich aber auch bewusst, dass die ganze Geschichte hier vor Ort noch ausufern konnte. Vermutlich drohte ihm ein Weilchen im Gefängnis, wenn er jetzt nich kooperierte.


    Er nahm den Ring langsam von seinem Hals und hielt in vor sein Gesicht. Er beobachtete das sich drehende Schmuckstück. Es war seltsam. Bisher hatte er nie sonderlich viel auf solcherlei Dinge gegeben, doch nun da er den Ring abgeben sollte schmerzte es ihn doch. Aber es half alles nichts. Er warf noch einen letzten Blick auf den Ring bevor er dann Peticus einen wutentbrannten Blick widmete. Unterdessen reichte er dem Optio langsam den Ring.


    "Ich hätte ihn gerne wieder. Wo kann ich ihn...." es folgte eine kurze Pause "....gegen den entsprechenden Gegenwert wieder abholen?"


    In diesem Moment reifte in Aquila ein Entschluss der vielleicht noch weitreichende Folgen für ihn haben konnte. Doch jetzt wollte er nurmehr eines, nämlich nach Hause und diesen unsäglichen Augenblick vergessen.

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    Caius Rubrius Pennus


    "Ausgezeichnet!", bemerkte Pennus zufrieden und fischte mit einer flinken Handbewegung den Ring samt Kette aus der Luft. "Du wirst deine Entscheidung nicht bereuen! Man kann über mich sagen was man will, aber mein Wort halte ich ganz gewiss. Melde dich am Tor der Castra, Optio Rubrius Pennus, Cohors XII Centuria III ... wegen, ähem ... geschäftlicher Angelegenheiten. Klingt gut, hm?" Pennus hegte keine Zweifel, dass der Peregrinus exakt das tun würde. Als Urbaner saß der Optio schließlich immer noch am längeren Hebel, ganz egal, wie viel Titus Aquila über ihn wusste, so dachte er. "Wir wollen ja beide keinen Ärger, nicht wahr?", kam es von ihm dennoch und ein warnender Ausdruck blitzte in seinen Augen auf, um auch wirklich sicherzugehen, dass der Bursche seinen Platz kannte.
    "Passiere, Peregrinus! Gute Heimreise!", ließ er den Mann nun endlich durch, nachdem sich wieder ein zufriedenes Grinsen auf seinem Gesicht ausgebreitet hatte. "Also, Miles? Was war denn so wichtig?"

  • "Du hast bekommen was Dir zustand Optio, der Ring gehörte Dir von der Zeit an wo der Krämersohn hier an unser Stadttor tratt", antwortete Peticus.
    "Wenn es dem ehrenwerten Optio nicht allzu viel mühe bereitet würde ich gern eine Aufgabe als Verwalter oder Schreiber versehen als hier bei Wind und Wetter sich mit Bauern und Krämern herum zu ärgern. Meine Grundausbildung ist ja beendet und ich würde eine Verwaltungstätigkeit vorziehen, vilelleich hat ja der ehren werte Option einen Tip oder gar einen Posten für mich?"
    Peticus stand vorschriftsmäßig stramm vor dem Optio,, er wollte bei so einem für ihn wichtigen Thema eine gute Figur machen und den Option für sich einnehmen.

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    Caius Rubrius Pennus


    "Naja, mehr oder weniger", kommentierte der Optio. Noch viel lieber wäre es ihm gewesen, wenn er sich gar nicht erst aus seiner Schreibstube vor das Tor hätte bewegen müssen. So hatte er zumindest etwas davon, dass seine Leute keine Ahnung von ihrer Arbeit zu haben schienen. Und jetzt wollte der Bursche noch Sonderaufgaben? Das wurde ja immer besser.
    "Wenn du keine Lust hast, bei Wind und Wetter deinen Dienst zu leisten und dafür zu sorgen, dass Bauern und Krämer sicher sind ...", begann er fast schon theatralisch. Dass er gerade einem armen Tropf seine einzige Habe abgeknöpft hatte, kehrte er geflissentlich unter den Teppich. "... warum hast du dich dann bei den Cohortes gemeldet, Miles?" Vor allem, da selbst ein Immunis nicht zwangsläufig vom gewöhnlichen Dienst befreit war.
    Aber hier war ja sowieso kein Ort, um über derartige Dinge zu diskutieren. Der Miles hatte schließlich Wache zu halten und auf Pennus wartete die Schreibstube.
    "Mach dich wieder an die Arbeit. Melde dich nach Dienstschluss bei mir in den Unterkünften, dann können wir uns über deine Qualifikationen unterhalten."

  • Peticus stand immer noch stramm vor seinem Optio.
    Ja warum hatte er sich eigentlich gemeldet, dachte er bei sich. Er ließ sich nichts anmerken und gab dem Optio eine Antwort.
    " Nun Optio, ich kannte das Kriegshandwerk, kann lesen und schreiben und wollte eigentlich nur Karriere machen. Ich hatte mit einem schnellen Aufstieg gerechnet ohne mich groß durch die Niederung der einfachen Dienste mühen zu müssen. War der Meinung dass allein der Name Germanicus Zugpferd genug ist. Habe mich aber leider geirrt. Dachte weiterhin wenn schon Wache dann sollte der Wächter auch etwas davon haben, habe mich gleichsam geirrt. Egal was soll, werde wie befohlen meinen Dienst aufnehmen und erscheine nach Dienstschluss, wie befohlen in den Unterkünften."
    In der Hoffnung dass diese Antwort den Optio zufriedenstellte, fieberte er dem Dienstschluss entgegen.

  • Das andauernde Ruckeln war zum ständigen Begleiter für Sabinus geworden. In den letzten Tagen waren sie mit ihrem Reisewagen, einer einigermaßen luxuriösen Carruca, stundenlang unterwegs gewesen. Wobei luxuriös jetzt auch übertrieben war, denn wenn man von den paar Decken und Pelzen absah, die die gegenüberliegenden harten Holzbänke wenigstens ertragbar machten, war es doch nicht das, was der junge Claudier aus Cemenelum gewohnt war. Im Inneren spürte man fast jeden einzelnen Stein auf den gut ausgebauten Straßen und bei den Schlaglöchern war es so, als würde der ganze Wagen von einem kleinen Erdbeben erschüttert werden. Immer wieder wanderte der Blick von Sabinus hinüber zu seiner kleinen Schwester, die ihm in den letzten Tagen eine nur leidlich angenehme Reisegefährtin war. Doch war auch seine Stimmung mehr und mehr in den Keller gegangen, sodass auch er nicht mehr in der Lage war, die Stimmung seiner Schwester zu verbessern. Umso erleichterter war nun der Seufzer, der ihm entfuhr, als er von den draußen die Stimme Memnons hörte, der rief, dass die Stadtmauern bereits zu sehen waren.


    Wir haben es bald geschafft.


    sagte er zu seiner Schwester und brachte trotz seiner miesen Stimmung und dem Gefühl, wie ein Stück Fleisch durchgeklopf und -geschüttelt worden zu sein ein aufmunterndes Lächeln zu stande. Endlich würden sie den Reisewagen verlassen und in einem vernünftigen Haus und einem vernünftigen Bett schlafen können. Die letzten Tage waren es zumeist annehmbare Herberge oder Gästezimmer bei Freunden der Familie gewesen, aber all das hatte den unangenehmen Schleier des Provisorischen und die Herbergen... nun ja... spotteten in der Regel allem, was er bislang an Schlafmöglichkeiten erlebt hatte.

  • NIE NIE wieder würde sie eine derartige Tortur über sich ergehen lassen. Sassia hatte sie so darauf gefreut nach Rom zu kommen, doch die Vorfreude war ihr ob der unangenehmen Reise genommen worden. In den ersten tagen hatte es ihr Bruder noch geschafft sie aufzumuntern. Doch auch an seinen Nerven zerrte dieses ständige Geruckel.
    Sassia war sich sicher, das ihr Hintern inzwischen grün und blau war. Kein Wunder, der Stümper von Fahrer schien ja auch jedes noch so kleine Schlagloch zu suchen und auch zu finden.
    So antwortete sie auch entsprechend maulig „Das will ich doch hoffen.“
    Da ihr Bruder aber ja schließlich nichts dafür konnte, dass der Wagenlenker scheinbar völlig unfähig war, schenkte sie ihm dennoch ein zaghaftes Lächeln. „Ich freue mich auf ein Bad und ein schönes weiches Bett. Was meinst du wie unser Großvater so ist?“ Ihre Mutter hatte ja kaum was über den Vater ihres Mannes verlauten lassen, so hatte sich Sassia auch kein Bild machen können. „Ob er sich auf uns freut?“

  • Der Miles Titus Octavius Frugi hatte in dieser Woche Dienst am Stadttor. Händler und Bauern waren schon mit ihren Waren auf den Märkten, trotzdem sah es aus, als ob es heute kein besonders ruhiger Tag würde.
    Der schwere Reisewagen, der langsam auf das Tor zugerollt kam, war nicht zu übersehen. Frugi war jedes mal aufs neue gespannt welche Fahrgäste sich solch ein Gefährt leisten konnte oder meinte sich darin zeigen zu müssen.
    Sicherheitshalber hob er schon früh die Hand, damit der Kutscher ja rechtzeitig sein Gefährt zum Halten brachte.

  • Der Weg aus der Provinz Alpes Maritimae war lang gewesen. Über tausend Meilen Geruckel, schlafen in widerlichen Herbergen, dort meist noch widerlicheres Essen. Die kurzen Aufenthalte bei Freunden der Familie waren auch eher provisorisch und da sie bei zwei Zwischenhalten sogar unangekündigt gewesen waren, hatte dort auch eher jene gewzungene Höflichkeit vorgeherrscht, die einem unerwarteten - und zumeist auch unerwünschten Gast entgegenbrachte. Aber jetzt fand diese Reise endlich ihr Ende und Sabinus hoffte nur, dass die Torwächter nicht irgendwelche Probleme machte. Es gab ja überall übermotivierte Soldaten, die sich am Tor profilieren wollten.


    Nicht nur du.


    antwortete Sabinus auf den Wunsch seiner Schwester nach einem Bad und einem weichen Bett. Erneut entfleuchte dem dem jungen Claudier ein leises Seufzen, gefolgt von einem leisen Stöhnen, als der Wagen erneut ein Schlagloch mitnahm und er mit dem Rücken gegen die Holzwand donnerte. Dieser verfluchte Fahrer sollte gefälligst aufpassen, schließlich transportierte er hier nicht toten Fisch oder rohes Fleisch, sondern zwei Patrizier, Mitglieder der angesehensten und ältesten Familien des Reiches.


    Pass gefälligst auf, du Trottel!


    brüllte er nun hinaus und es folgte eine genuschelte Entschuldigung des Fahrers.


    Unser Großvater ist Senator, Sassia. Er wird sicher eine sehr eindrucksvolle Persönlichkeit sein. Und ich gehe doch stark davon aus, dass er den Ankündigungsbrief von Mutter erhalten hat. Sonst die Post aber mal richtig geschlampt.


    Ein Schulterzucken unterstrich diese Worte, denn Sabinus kannte seinen Großvater ja genauso wenig, wie sie. Wenige Augenblicke später steckte Memnon seinen Kopf in den Innenraum des Wagens.


    Das Tor ist direkt vor uns, Domini. Ich werde uns sofort anmelden.


    Und mit diesen Worten verschwand der Kopf wieder und der Wagen kam mit einem Ruck zum stehen. Außerhalb des Wagens trat der Sklave, ein drahtiger Grieche in mittlerem Alter, nun an den Urbaner heran.


    Salve, Miles. Mein Herr, Aulus Claudius Sabinus, Enkel des Senators Herius Claudius Menecrates, und seine Schwester Caudia Sassia möchten die Stadt betreten.

  • „Salve“, kam mit einem kritisch abschätzenden Blick von dem Miles. So, so Claudier also, erzählen konnten man ihm ja alles, doch mit dem Glauben war es so eine Sache. Den Sklave nicht weiter beachtend, ging er an diesem vorbei, da konnte ja sonst wer oder was drin sitzen. Zumal er und auch einige andere seiner Kameraden annahmen, es gäbe, außer dem Alten vom Mons Esquilinus keine Claudier mehr. Nein er würde sich davon selber überzeugen, denn schließlich hatte er geschworen Rom zu beschützen.
    Neugierig steckte er den Kopf in die Kutsche und stellte erstaunt fest, dass waren ja noch Kinder, zumindest das Mädchen. Nach einem weiteren längeren ab taxierenden Blick fragte er: „Ihr seit also die Enkel des Senators Herius Claudius Menecrates? Woher kommt ihr denn? Ist das ein Besuch? Wie lange wollt ihr bleiben?“ Noch immer ruhte sein Blick auf die junge Claudia, wenn sie denn eine war.

  • Erneut drang die Stimme des griechischen Sklaven gedämpft ins Innere des Reisewagens. Sabinus spitzte die Ohren, denn eigentlich ging er davon aus, dass es keine Probleme mit ihrem Eintritt in die Stadt geben sollte. Doch offenbar reichte dem Urbaner das Wort des Sklaven nicht aus und so erschien wenige Augenblicke später das Gesicht eines Soldaten. Er war älter als die beiden Reisenden und natürlich blieb der Blick des Soldaten an Sassia hängen. Natürlich, sie sah gut aus, aber sie war Patrizierin und für den Soldaten sowieso tabu. So folgte ein gut vernehmliches Räuspern.


    Ja, das sind wird. Aulus Sabinus und Sassia von den Claudiern. Wir kommen aus Cemenelum aus der Provinz Alpes Maritimae. Wir wollen uns bei unserem Großvater niederlassen, es ist also nicht bloß ein Besuch.


    gab er dann zurück und hoffte, dass das Interesse an seiner Schwester dadurch zumindest erstmal abklang. In ihrer Stimmung wollte er nämlich nicht riskieren, dass die Augen eines einfachen Urbaners allzu lange auf ihr ruhten, da konnte er nämlich auf Dauer für nichts garantieren. Aber da seine eigene Stimmung nicht wirklich besser war, musste er sich ziemlich zurückhalten, dem Soldaten dies nicht in aller Deutlichkeit ins Gesicht zu sagen.

  • Oha, der junge Herr scheint recht ungeduldig zu sein, dachte sich der Miles. Sollte er sich abgewöhnen, Ungeduld verführt zu Fehler.
    „Dann wird sich der Senator bestimmt schon auf euch freuen und so alleine ist er dann ja auch nicht mehr. Du trittst dann in die Fußspuren deines Großvaters und möchtest auch Karriere beim Militär machen?“ Frugi wusste er war ein wenig zu neugierig oder aufdringlich, wie immer man es nennen mochte, doch ihm war gerade nach ein wenig Unterhaltung. Wann hatte man beim Wachdienst sonst schon Gelegenheit dazu.
    Erneut betrachtet er das Mädchen und zwinkerte ihr kurz zu. Er rieb sich gleich darauf mit dem Zeigefinger kurz über sein Auge. Bestimmt war ihm da gerade etwas rein geweht.

  • Sassia war davon ausgegangen, dass sie problemlos das Tor passieren würden. Immerhin waren sie Angehörige einer der ältesten Familien des Reiches. Aber nein, da nahm wohl ein Soldat seine Aufgabe äußerst Ernst und glaubte den Worten ihres Sklaven nicht. Sassia war nicht in der Stimmung zu flirten. Erstens fühlte sie sich nach der Reise nicht gerade wohl in ihrer Haut und zweitens war ein Soldat nur wirklich nicht ihre Zielgruppe. So hatte sie für das Zwinkern auch nur ein verächtliches Schnauben übrig, bevor sie sich demonstrativ in die andere Richtung drehte. Bei den Götter, wollte der jetzt den ganzen Lebenslauf ihres Bruders abfragen?
    Die junge Frau trommelte demonstrativ mit ihre Finger auf die mit Decken gepolsterten Holzbank. Sie sagte zwar nichts aber man konnte deutlich sehen, wie genervt sie davon war, dass sie hier unnötigerweise aufgehalten wurden.

  • Sabinus war grade schleierhaft, was der Soldat nun eigentlich wollte. Anstatt sich nämlich auf die notwendigen Fragen zu konzentrieren und sie dann in die Stadt einfahren zu lassen, erdreistete er sich doch allen Ernstes, ihn hier nach seinem geplanten Werdegang zu fragen. Nun sah der junge Claudier aber keineswegs ein, diesem dahergelaufenen Urbaner seine Zukunftspläne dazulegen, gingen sie ihn doch mal so gar nichts an. Doch Sabinus blieb ruhig. Er wusste, dass der Urbaner hier im Zweifel am längeren Hebel saß - auch wenn Sabinus mit Sicherheit dafür sorgen würde, dass jede noch so kleine Hürde, die der Soldat ihnen hier aufbaute, mit gleicher Münze zurückgezahlt werden würde, sor ein Beschwerdebrief mit der Unterschrift eines Senators zudem mit dem Namen Claudius wirkte ja manchmal Wunde. Dann überschritt der Soldat allerdings eine Linie. Hatte er sich allen Ernstes herausgenommen, seiner Schwester zuzuzwinkern? Ebenso wie seine Schwester war von dem Claudier ein säuerliches Schnauben.


    Augen zu mir, Miles!


    forderte er den Urbaner danach auf und begann an seinem Geldbeutel herumzunesteln, den er schließlich demonstrativ neben sich stellte.


    Wie wäre es, Miles, wenn du uns jetzt einfach sagst, was du wissen musst und uns dann in die Stadt fahren lässt?

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