[Officum] Arbeitszimmer des Magister Officiorum.


  • Duumvir Marcus Octavius Augustinus
    Confluentes
    Germanien



    Salve Vater,
    ich sende dir Grüße aus der Provinz Hispania. Der Proconsul hat mich gestern zum Magister Officiorum ernannt. Falls du mir schreiben willst dann bitte an:


    C. Octavius Cato
    Regia Proconsularis
    Tarraco
    Hispania


    Es würde mich freuen Dich bald einmal wieder zu sehen.
    Mit Grüßen aus dem warmen Tarraco verbleibe ich.


    Caius Octavius Cato



  • Lucius Octavius Detritus
    Architectus Urbi
    Rom
    Italia


    Salve Onkel,
    ja die letzten Zeiten waren sehr turbulent. Ich hatte ursprünglich vor, nach Germanien zu gehen. Jedoch fand ich keine geeignete Stelle. Mein Vater machte mich auf diese Stelle aufmerksam.
    Wegen den Straßeninformationen denke ich, dass ich dir, als Privatmann, weiterhelfen kann. Was genau benötigst du, wofür und bis wann?


    Grüße auch alle anderen Octavier in Rom herzlich von mir.


    Cato
    ANTE DIEM X KAL NOV DCCCLVI A.U.C. (23.10.2006/103 n.Chr.)

  • Am Officium des Verwaltungsvorstehers angekommen, erwartete Herius eine Tafel, die von Abwesendheit erzählte. Etwas aus dem Tritt geworfen, blickte er sich fragend um, doch die Gänge der Regia schwiegen.


    So begab er sich weiter und suchte nach dem richtigen Officium. Wenn er nicht willkommen war, würde man ihn schon wegschcken.


    "IN FUGA FOEDA MORS EST: IN VICTORIA GLORIOSA."

  • Brutus war dem Magister in dessen Officium gefolgt. Er war sich bereits sicher den Magister leicht hinters Licht führen zu können. Dass er bei seinen Gaunereien bisher immer nur mit dem Abschaum der Gesellschaft zu tun hatte und jetzt mit einem hohen, echten römischen Staatsbeamten, schien ihn dabei nicht abzuschrecken. Genau so wenig fiel Brutus die Ungereimtheit auf, dass er als Mann mit römischem Bürgerrecht, für den er sich ja ausgab, zu schlecht Latein sprach. Er setzte sich und wartete darauf, dass der Magister das Gespräch beginnen würde.

  • Ich bot ihm einen Platz an.

    "Du bist also der Meinung, dass du uns heflen kannst, die Revolution in Corduba abzuwenden und die Region wieder ins Imperium einzugliedern?
    Sollte das die Wahrheit ein, steht die Provinz und das ganze Imperium tief in deiner Schuld.
    Nun gut dann beginne bitte mit deiner Aussage, nnne mir zuvor aber bitte deinen Namen."


    Ich trank einen Schluck Wasser und machte es mir in meinem Stuhl bequem. Als Stellvertreter des Proconsuln hatte ich den Vorteil, mir ein Officum auszusuchen und das entsprechende Möbiliar anzuschaffen.


    Das hate ich natürlich auch getan. Das Officum hatte die doppelte Größe eines normalen Officums. Auf meinen Wunsch hin waren die Wände weiß gestrichen worden. Die Möbel waren aus dunklem, massiven Holz.

  • Brutus begann hastig mit seinem gebrochenen Latein zu sprechen:



    "Ja mein Name ist Servius Cluvius Bursa, ich war Kaufmann in Corduba und habe mit vielen Dingen gehandelt unter anderem auch mit Waffen. Als dieser Aufstand in der Gegend losbrach, war ich natürlich empört. Das war Verrat an unserem herrlichen Kaiser, dem wir so viel zu verdanken haben. Ich musste um mein Leben fürchten, da ich natürlich loyal zum Kaiser stehe, deswegen habe ich so getan als würde ich bei der Revolution mitmachen. Die Generäle der Aufständischen wollten immer bei mir Waffen kaufen. Ich habe sie hingehalten oder ihnen schlechtes Zeug zu Wucherpreisen verkauft, so konnte ich immer an den Sitzungen der Anführer dieser Verräter teilnehmen und weiß einige Dinge über ihre Organisation und ihr Handeln zu berichten. Irgendwann haben sie mich dann als Kaisertreuen entlarvt und mir alles weggenommen. Als sie mich umbringen lassen wollten, bin ich geflohen. Nun habe ich keine Sesterze mehr "


    Dumm und/oder habgierig wie Brutus war, hoffte er sogar noch durch die Fehlinformationen seine dicke Geldbörse noch weiter zu füllen. Er zwinkerte dem Magister verheißungsvoll zu und öffnete seine Hand eindeutig zweideutig.

  • Da ich geborener Skeptiker war wunderte ich mich etwas, wie es dieser Mann fertig gebracht hatte Strabo schlechte Waffen zu hohen Preisen zu verkaufen, an den Sitzungen der Generale teilzunehmen und Lebend davonzukommen.


    Aber die Informationen war es sicher Wert.
    "Gut dann teile mir bitte mit, was du in den Sitzungen mitbekommen hast." erkundigte ich mich freundich.

  • Brutus hatte mit einer derart nüchternen und trockenen Antwort und Frage zugleich nicht gerechnet. Vor allem wurmte ihn, dass dieser Cato auch nicht die geringste Reaktion auf seinen Wunsch bezahlt zu werden, gezeigt hatte. Er wurde nervös und sprach auch dementsprechend:



    "Ja, also, äh, Die Generäle dieser unsäglichen abschäulichen Verräter, die haben immer darüber gesprochen, wo sie ihr Heer zusammenziehen um gegen andere Städte zu marschieren und Manöver abzuhalten und die Soldaten aus den Städten zu entfernen.


    WIe mit seinem Auftraggeber abgesprochen nannte er nun ein Tal in der Nähe von Corduba, in dem angeblich die Hauptstreitmacht der Aufständischen ihr Hauptlager aufgeschlagen hätte. In Wirklichkeit eignete sich dieses Tal hervorragend für einen Hinterhalt, in den die kaiserlichen Truppen gelockt werden sollten. Brutus setzte seinen Bericht fort. Er nannte nun auch Städte in der Regio Baetica, die sich angeblich den Rebellen angeschlossen hatten und Städte, die kaiserlich geblieben seien. Dabei sagte er immer genau das Gegenteil der Wahrheit. Damit sollte er beim Feind ein Netz aus Fehlinformationen schaffen. In der Folge begann sich Brutus um Kopf und Kragen zu reden. Er nannte immer wieder neue EInzelheiten von den angeblichen Plänen der Verschwörer und spürte nicht einmal selbst, dass diese Aussagen sich teilweise selbst widersprache.


    Zum Schluss seines teilweise zusammenhanglosen Vortrags stellte er die neugierige Gegenfrage:


    " Was ist denn geplant um diese schändlichen Verräter zu vernichten?"

  • Die Aussagen wiedersprachen sich absolut. Ich notierte trotzdem alles was er sagte.


    "Sehr ineressant das ganze. Ich vertraue dir voll und ganz" log ich. "...aber der Proconsul wird den militärischen Befehlshabern nicht den Angriffsbefehl auf Städte geben, wenn er keine konkreten Beweise hat."

  • Ich folgte der Wache bis vor den Eingang zum Officiums des Magister Officiorum. Ich musste schon beinahe lächeln wie ernst die Wachen hier in der Regia ihre Pflicht nahmen, auf der anderen seite gefiel es mir aber auch.


    Trotzdem hoffte ich, dass man mich ob meiner Zugehörigkeit zur Garde auch hier nicht lange aufhalten würde. Ohne etwas zu sagen trat ich vor die Wachen und stellte mich in voller größe vor ihnen auf. Den Rest verstanden sie doch hoffentlich ohne Worte.


    Zeitgleich zog es der Wachmann der mich hergebracht hatte wohl vor wieder zu verschwinden und seinem Dienst am Eingang nachzukommen....

  • Der Soldat kündete den Miles an und ließ ihn dann ein.


    Ich erhob mich von meinem Schreibtisch, wenn auch ein wenig skeptisch. immerhin stand ein Mann von der Privatarmee des Kaisers vor mir und wollte etwas von mir.


    "Salve Soldat, ich bin Caius Octavius Cato, Magister Officiorum des Proconsuls. Was kann ich für dich tun?"

  • Ich hielt es vorerst nicht für nötig mich vorzustellen. Die Rüstung und Rangabzeichen die mich als Praetorianer auswießen sollten doch einstweilen ausreichen. Ich kam auch gleich zur Sache:


    "Salve Octavius Cato. Bist du derjenige bei dem ich mich über die beiden Verräter Pompeius Strabo und Helvetius Sulla informieren kann?"

  • Der Mann war ein typischer Prätorianer. "Es gilt in Hispania als höflich sich vorzustellen." erklärte ich.


    "Dann möchte ich gerne wissen, wer die Informationen braucht. Der Kaiser oder ein Optio der praetorianischen Garde? erkundigte ich mich und setzte mich auf den Platz. Wenn cih eines nicht leiden konnte, dann war das diese unfreundliche Art, mit der mich dieser Miles behandelte.

  • Ich zog die rechte Augenbraue hoch ob der Antwort des Magister Officiorum. Auch wenn ich noch ein einfacher Miles war, so erwartete ich doch Respekt vor der Uniform der kaiserlichen Garde.


    Deshalb begann ich satirisch:


    "Gilt es in Hispania auch als Höflichkeit dem Kaiser gegenüber einen Aufstand anzuzetteln?"


    Dann machte ich eine Pause und fuhr gleich arrogant fort:


    "Es hat dich nicht zu interessieren wer die Informationen braucht. Wenn ein Soldat der Garde von dir Informationen wünscht, dann will er diese nicht weil er nichts besseres zu tun hat, sondern weil es so ist."


    Ich bäumte mich demonstrativ vor Cato auf und blieb in dieser Haltung einstweilen stehen......

  • Sturkopf schoss es mir durch den Kopf.


    "Wenn du es genau wissen willst hat kein Spanier den Aufstand angezettelt. Hispania, der Proconsul und ich sind dem Kaiser absolut loyal gesinnt. Hunderte oder gar tausende wurden von diesen Barbaren niedergerafft. Und du meinst, dass HISPANIA einen Aufstand angezettelt hat."


    Wenn er Krieg wollte, so konnte er den haben.


    "Ich weise dich noch einmal darauf hin, dass DU Informationen von MIR haben willst. Dementsprechend solltest du dich verhalten!
    Was würden deine Vorgesetzten zu dir sagen, wenn du dich nicht gegen einen zivielen Mann durchsetzen kannst. Woher soll cih denn Wissen, dass du wirklich einen Prätorianer bist? Die Uniform könnte in Rom gestohlen worden sein. Ich habe weder einen schriftlichen Befehl, noch einen Namen...Vielleicht bist du ein Spion, der Versucht herauszufinden, wie viel wir wissen.


    Von mir aus konnte sich dieser Aufgeblasene Jüngling in prätorischer Uniform auf einen Stuhl stellen und mich herablassen anschauen. Es war mir egal. Ich saß bequem und gelassen auf meinem Stuhl und schaute ihn etwas grinsend von unten an.

  • Ich spürte wie Zornesröte in mein Gesicht stieg. Wäre ich nicht so lange auf Disziplin gedrillt worden, ich wäre wohl auf Cato losgegangen. Doch so versuchte ich mich wieder zu beruhigen und ich fuhr in gespielt ruhigen Sätzen fort:


    "Du bist also der Meinung, dass einem Praetorianer eine Uniform gestohlen werden kann. Ich will dir jetzt sagen wie man die Uniform eines Praetorianers bekommt: Man tötet ihn. Ein Praetorianer lebt und stirbt für diese Uniform, doch das kann ein Zivilist wie du wahrscheinlich gar nicht verstehen."


    Damit war dieser Punkt hoffentlich geklärt, denoch erdreistete sich dieser Mann einiges. Bei dem Proconsul hätte ich villeicht soviel Widerstand erwartet, doch von einem einfachen Provincialangestellten? Niemals.


    Nach einer elend langen Pause fuhr ich dann fort:


    "Was würde der Kaiser wohl dazu sagen, wenn er erfahren würde das sich die Provinzverwaltung von Hispania dagegen sperrt Informationen über diese Krise weiterzugeben. Könnte es villeicht sein das ihm der Gedanke kommt das ihm diese Beamten villeicht doch nicht so treu ergeben sind wie sie immer von sich selbst behaupten."


    Ich ließ diese rhetorische Frage kurz wirken bevor ich schon beinahe drohend hinzufügte:


    "Und sei versichert, du hast ja gar keine Ahnung wie ich mich gegen einen zivilen Mann durchsetzen kann wenn es sein muss."

  • "Wenn du mich als normalen Bürger siehst, so muss ich dich enttäuschen. Mein Vater ist ein ehrenwerter Mann in der Verwaltung Germaniens, ich stehe in direkter Blutlinie mit Senator Octavius Anton. Außerdem bin ich die rechte Hand des Proconsulen und nominiertes Mitglied der Ordo Decurionem der Provinca Hispania."


    Zu der Uniform muss ich noch etwas sagen:


    "Woher soll ich denn wissen, ob in den letzten Tagen, Wochen oder Monaten ein pratorianischer Miles erstochen worden..."


    Ich liebte solche Auseinandersetzungen...


    "Was würde der Kaiser dazu sagen, dass seine Beamten Informationen nur an Leute abgeben, welche diese vertraulich behandeln? Ich bin absolut unverantwortungsvoll, wenn ich Berichte über Stellungen, Anzahl der Aufständischen, Truppenbewegungen etc. an jemanden Abgeben würde, der z.B. eine Senatorentoga tragen würde und mir erzählen würde, dass der Kaiser ihn geschickt hat, er mir seinen Namen nicht sagt und ich nichts schrifliches in der Hand habe? ich glaube der Kaiser wäre über ein solches Verhalten sehr bestürzt"


    Sollte er das nicht kapieren, würde ich mich wundern, wie er zu den Garden gekommen war, sollte er überhaupt von diesen kommen. Hochschlafen ging dort nicht wie in der Verwaltung :D
    "Wie hast du denn vor mit mir umzugehen? Willst du mich umbringen? Tu das. Ich sterbe für den Kaiser und für Rom, was meiner Meinung nach ein sehr ehrenvoller Tod ist, meinst du nicht auch? Du jedoch würdest mir mit Sicherheit bald ins Elysium folgen, dafür werden sich die Mächtigen Freunde der Octavier und der Proconsul schon einsetzen."

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