Cubiculum - Claudia Dolabella

  • "Großcousine?"


    Epicharis stand vor der Tür zu Dolabellas Zimmer. In ihrer rechten Hand hielt sie einen versiegelten Brief, den ein Bote am Eingang hinterlassen hatte. Normalerweise war es ganz und gar nicht ihre Art, Post zu überbringen oder Botengänge zu erledigen, aber heute machte sie eine Ausnahme. Mit der Linken strich sie sich das haar in den Nacken und wartete sodann darauf, dass man ihr öffnete oder sie hereinbat.

  • Epicharis öffnete die Tür und trat ein. Sie hatte ihre Großcousine vor Ewigkeiten das letzte Mal gesehen und zuletzt nur mehr flüchtig erfahren, dass sie seit kurzem in Mantua weilte.


    "Salve Dolabella! Endlich haben wir einmal die Muße, uns etwas zu unterhalten, wenn du schon in Mantua bist. Wie geht es dir und wie ange wirst du bleiben - oder gehst du schon wieder?" fragte Epicharis und deutete auf die geöffneten Kleidertruhen, vor der eine Sklavin stand und auf weitere Anweisungen ihrer Herrin zu warten schien.

  • Oh Hallo ...Du bist es... wie schön sagte sie und ging wirklich freudig auf die Cousine zu um sie zu begrüßen.
    Ja, ich habe heute gerade beschlossen doch schon nach Rom zu reisen, die sehnsucht nach meinem Vater ist zu groß lächelt sie .
    Es geht mir gut, wenn man davon absieht das die Reiserei doch sehr anstrengend ist, ich bin es nicht gewohnt ihre Wangen sind gerötet sie schaut die Cousine offen an und spricht dann weiter
    Du siehst einfach fabelhaft aus...wie geht es Dir? Ach setz Dich doch ein Weilchen die Zeit muß einfach sein jetzt deutet auf eine Sitzgruppe, gibt der Sklavin kurze Anweisungen damit diese etwas zu trinken holt, ihre eine Tasche wird sie schnell allein zu Ende packen.
    Lächelnd setzt sie sich zu der Großcousine

  • Epicharis erwiderte die Umarmung ihrer Großcousine und nickte verstehend.
    "Ja, das kann ich gut nachempfinden. Ich hoffe, dass es mein Vater heute Abend zum Essen hierher schaffen wird, ich vermisse ihn auch sehr. Auch was die Reiserei angeht, kann ich deine Worte nur vollstens nachempfinden. Mir geht es nicht anders. Vor allem, wenn ich mit dem Schiff reisen muss...ich werde schnell seekrank."


    Epicharis lächelte leicht beschämt und zuckte mit den Schultern.
    "Jedem sein Manko", meinte sie.
    "Fabelhaft? Ach naja...man tut was man kann. Diese Tunika steht dir übrigens ausgezeichnet, Dolabella."


    Sie deutete auf die gut sitzende Tunika und nickte, während sie schon Platz genommen hatte und nun auf die Sklavin wartete, die eben jedem der zwei Claudier einen gefüllten Becher reichte. Epicharis nippte an ihrem Getränk und sah dann auf den Brief in ihrer Hand herunter.


    "Weshalb ich überhaupt Anlass hatte, dich zu stören, ist dieser Brief. Er ist von einem Pompeius Antipater, und der Ianitor sagte mir, dass es schon der zweite Brief von diesem Herrn sei. Dolabella, du wirst doch nichts Dummes tun?" sprach Epicharis und sah ihre Großcousine an, als sei sie ihre jüngere Schwester, um die sie sich Sogen machte.

  • Ihr Gesicht überzog sich mit einer feinen Röte. Die Worte der Cousine waren ihr unangenehm, der Brief sowieso, was wollte dieser Mensch schon wieder.
    Nein, gewiss nicht, Du weißt ich würde nie etwas tun das meinem Vater schadet sie nimmt der Cousine den Brief ab, läßt ihn aber ungeöffnet.
    Ich weiß nicht warum er mir dauernd schreibt, ich hab ihn ja nur kurz kennengelernt... ich weiß es wirklich nicht beteuert sie fast , dennoch ist sie neugierig und hofft die Cousine möge nicht allzulange bleiben, sie will die Zeilen lesen.Sie nimmt einen neuen Schluck aus dem Becher.Und Du? Erzähl von den Plänen die du hast in der nächsten Zeit versucht sie dann abzulenken

  • "Das weiß ich, Dolabella. Nur vielleicht weiß es dieser Plebejer nicht", entgegnete Epicharis ernst, wenngleich sie trotzdem lächelte. Dolabella würde sicherlich verstehen, was Epicharis damit meinte. Nun gut, sie wusste ja nicht, was in den Briefen stand, und so hütete sie sich, allzu absurde Mutmaßungen anzustellen, aber die Möglichkeit bestand immerhin. Da dieser Pompeius allerdings ein Plebejer war, und noch dazu einer, dessen Name nicht bekannt war, war allein der Gedanke daran aber schon etwas, das ihrem Vater ganz gewiss schadete. Also räumte man besser gleich jeglichen Verdacht aus dem Wege. Epicharis sagte jedoch nichts weiter dazu, denn Dolabella war alt genug, um sich selbst darüber Gedanken zu machen und entsprechend zu handeln.


    "Meine Pläne... Ich weiß noch nicht genau, was ich in absehbarer Zeit tun werde. Vielleicht werde ich Vestalin und gehe nach Rom, vielleicht bleibe ich auch hier, ich weiß nicht. Ich vermisse meinen Vater, aber ich würde auch gern Zeit mit Prisca verbringen.... Mal sehen, welche Lösung sich ergibt. Und was ist mit dir? Was wirst du tun, wenn du in Rom angelangt bist?"

  • Keine Sorge ich werd schon aufpassen , es ist lieb das du dich sorgst , und ja ich weiß ich muß ja noch viel lernen es ist meine erste Reise allein. Ja und da wir dabei gerade sind, ich weiß nicht was ich dann tue in Rom. Erstmal werd ich Vater beichten das ich ausgerissen bin Sie wird etwas rot dabei aber der Cousine darf sie sich ruhig anvertrauen denkt sie und lächelt schief.

  • Epicharis' Lächeln verschwand und machte augenblicklich eine besorgten Ausdruck Platz.
    "Ausgerissen?" fragte sie verwundert und blickte die Großcousine überrascht an.
    "Wie meinst du denn das?"


    Ein prüfender Blick traf Dolabella und Epicharis hoffte, dass sie damit die plötzliche Abreise von mantua nach Rom meinen würde, aber sicher war sie sich nicht. Immerhin war Dolabella jünger als Epicharis, und hatte demnach vermutlich auch mehr Schabernack im Sinn als sie selbst. Epicharis' Vater würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn Epicharis so wäre wie Dolabella, dachte sie sich schmunzelnd. Wobei sie es auf eine gewisse Art und Weise ja noch war, aber nicht öffentlich zeigte....

  • Dolabella merkt gleich den prüfenden Blick ihrer Cousine.
    Ja ich bin einfach da am frühen Morgen aus dem Haus in Achaia und hab dann in der Stadt eine Kutsche genommen , ein Kutscher der mich nicht kannte und bin dann los sie macht eine Pause und schaut Epicharis an, ihr Blick ist eine Mischung aus kessem grinsen und ehrlichen Gewissensbissen.
    Ich hab es da einfach nicht mehr ausgehalten, den ganzen Tag unter diesen veralteten Hauslehrern und weg von Vater setzt sie dann fast entschuldigend dazu
    Meinst Du Vater wird sehr böse sein?`Meinst Du er schickt mich wieder zurück? fragt sie nun die ältere wie eine große Schwester und schautsie abwartend an

  • Epicharis machte große Augen und sah Dolabella entsetzt an. Sie konnte weder dieses Verhalten verstehen noch das Grinsen, was sie im Gesicht der Claudia sah. Langsam wandelte sich ihr Entsetzen in einen bestürzten Ausdruck, und schließlich sah sie nur noch nachdenklich drein und hob unwissend die Schultern.


    "Oh Dolabella, eine Patriziern flieht nicht einfach aus dem Haus ihrer Tante*! Ganz gewiss sorgt sie sich schrecklich um deinen Verbleib und ist schon ganz krank vor Sorge! Und was dir alles hätte passieren können! Man hört die schrecklichsten Geschichten, von versklavten Edelleuten und selbst von Kriegstribunen, die sich nun als Gladiatoren durchschlagen müssen. Ihr Götter habt Dank, dass dir nichts passiert ist!"


    Epicharis legte sich in Erregung die hand auf die Brust und sah Dolabella nach wie vor bestürzt und gleichwie tadelnd an.


    "Was wird dein Vater nur sagen...ich vermag es nicht zu erahnen... Wir werden auf der Stelle Mercurinus opfern gehen, Dolabella. Wir müssen ihm dafür danken, dass er dich sicher auf deiner überstürzten Flucht hierher geleitet hat. Keine Widerrede, das Packen wird eben warten müssen."


    Epicharis erhob sich und streckte ihre Hand nach Dolabella aus.
    "Komm", sprach sie fordernd und sah ihre Großcousine drängend an, um mit ihr zum Tempel des Mercurinus zu marschieren.




    Sim-Off:

    * Ich wusste nicht recht, wer in diesem Haus lebte. Verrätst du es mir, dann werde ich es nachträglich anpassen. :)

  • Dolabella beißt sich auf die Unterlippe und ihre Hand geht sofort wiedereinmal von Unsicherheit geplagt zu ihrem Halsband. Sie hatte nicht geahnt das ihre Cousine auch schon so spießig geworden ist, das hatte sie anders in Erinnerung. So recht weiß sie jetzt gar nicht zu antworten und auch dem Zug an der Hand mag sie nicht wirklich folgen , auf so ein Ritual hat sie jetzt nicht wirklich Lust und ihren Vater wird sie schon irgendwie sanft stimmen , auch wenn sie Angst hat vor ihrem Geständnis. Aber die Claudia ist so bestimmend das Dolabella ihr folgt.Nur leise wagt sie zu sagen
    Aber nicht so lange bitte, ich will bei Zeiten abreisen

  • Es fiel Epicharis durchaus auf, dass Dolabella sich schuldig fühlte und sich auch so verhielt. Der Griff an ihren Hals war wie ein Eingeständnis eines Fehlers. Epicharis betrachtete ihre Großcousine noch einen Moment ernst, dann zeigte sich langsam neben der Sorge auch wieder ein kleines Lächeln, wenn es auch nicht ganz so unbefangen und ungetrübt war wie vor dem Geständnis Dolabellas. Schließlich sah sie, dass Dolabella es zumindest begriffen hatte, wie unschicklich so etwas war, wenn sie es vielleicht auch nicht so bereute, wie Epicharis es sich gern gewünscht hätte. Den leisen Einwand wusch sie mit einer Geste beiseite.


    "Es wird so viel Zeit in Anspruch nehmen, wie es eben in Anspruch nehmen mag. Du möchtest doch sicher nicht, dass Mercurinus dich auf deiner Reise nach Rom ebenso schützend geleitet wie hierher, nicht? Also sollten wir nicht hudeln, sondern sorgfältig opfern. Na, nun komm. So weit ist es nicht, wir gehen zu Fuß."

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