Die Decimer unterwegs: Auf der anderen Rheinseite

  • "Natürlich sei es euch erlaubt. Der Junge wird euch führen und euch eure Hütte ziegen in der ihr nächtigen könnt."
    Dann nickte er dem Kind zu und dieses stand schon an der Tür und betrachtete wieder einmal die Römer mit großen Augen.

  • Erman führte die Römer zum Gästehaus. Es war nicht sehr groß. An den vier Wänden befanden sich Holzpritschen, die mit Fellen abgedeckt waren. Daneben waren weitere Felle zu finden und auch einige Decken. In der Mitte brannte ein Feuer, dessen Rauch durch eine kleine Öffnung im Dach entweichen konnte. Es war sehr spartanish eingerichtet, aber dafür warm und gemütlich. Die Felle wärmten gut und es schützte vor Wind und Wetter. An jedem Lager befand sich eine kleine Truhe in der man seine Sachen verstauen oder darauf ablegen. Direkt neben der Tür fand man eine Schüssel in der sich Wasser befand und einige Tücher um sich zu trocknen.


    Nachdem der kleine Junge die Männer hierher gebracht hatte, verschwand er schnell wieder und überließ die Männer nun sich allein.

  • "Eigentlich ganz hübsch hier. Mal was anderes als der Marmor auf dem Palatin." scherzte Mattiacus mit seinen Begleitern.


    "Nach meinem Eindruck ist das Treffen sehr gut gelaufen, ihr habt euch hervorragend verhalten, wie es sich für Soldaten Roms gehört"


    Mattiacus legte seine Sachen ab.


    "Es ist Rom wichtig, dass wir mit den Germanen jenseits des Limes ein gutes Nachbarschaftsverhältnis pflegen. Sie sollen der erste Schild sein, fall größere Horden aus dem Osten kommen. Ausserdem sollen unsere Bürger und Untertanen in Mogontiacum ruhig schlafen können. Und darüber hinaus, macht es euch weniger Arbeit." sagte Mattiacus zu den anwesenden Soldaten.

  • Ich hörte mir die Ausführungen Mattiacus an, und fügte noch hinzu:
    "Da habt ihr Recht. Aber das funktioniert nur solange, wie uns die Germanen auch gewogen sind. Wir müssen sie also stets an uns binden und ich weiß nicht, ob wir uns ihrer Vertrauen stets gewis sein können."

  • Mattiacus musste lächeln.


    "Deswegen machen wir ja diese Reise: Um die Anführer der Germanen im Sommer nach Mogontiacum einzuladen und Legatus Meridius sie davon überzeugen kann. Ausserdem haben wir ja noch mehr Geschenke dabei, ausser der einen Amphore Wein."


    Mattiacus gähnte.


    "Am besten suchen wir jetzt ein wenig Ruhe und Erholung, dieses germanische Gebräu hat mich müde gemacht. Ich wünsche euch eine gute Nacht."

  • Mattiacus hatte eigentlich ganz gut geschlafen. Es war ihm zwar ein wenig kalt gewesen, das führte aber auch den Alkoholgenuss zurück.


    Der Schnee des letzten Tages bedeckte nun etwa fingerhoch den Boden.
    Er blickte in den Himmel: Das Wetter war klar, wenn auch ein wenig frisch. Die Germanen gingen schon ihrem Tagwerk nach. In einer Schmiede hämmerte es, ein paar Frauen standen am Brunnen, Kinder spielten auf dem Dorfplatz.


    Mattiacus gähnte kurz und ging dann langsam auf die Hütte des Furisti zu.

  • Mattiacus und seine Gefährten verabschiedeten sich vom Dorf der Mattiaker. Der Furisti versprach, im Frühjahr nach Mogontiacum zu kommen und der Einladung des Statthalters zu folgen.


    So ritten sie weiter, geführt von Herwig, etwa 20 Meilen vom Limes entfernt Richtung Osten. Sie überquerten den Taunuskamm und reisten auf der anderen Seite des Taunus durch dichte Wälder.


    Mattiacus schaute einmal auf seine grobe Karte. Sie waren ungefähr 10 Meilen geritten und mussten in etwa parallel zum nördlichsten Castellums des Limes in der Wetterau sein.


    Ob hier noch eine weitere Germanensiedlung auf ihrem Weg liegen würde, wusste Mattiacus nicht, aber der einigermassen ausgetreten Pfad, dem sie folgten, würde sie schon irgendwo hinbringen. Herwig wird schon wissen, wo er sie hinführte.

  • Wir ritten immer weiter vom Limes weg in die tiefen Wälder Germaniens. Es gewisse Unruhe machte sich breit. Kam man doch nun von den freundlich gesinnten Germanenstämmen zu jenen, die mit Rom bisweilen die Konfrontation suchten. Obwohl viele der Männer über Kampferfahrung verfügten, war es doch etwas anderes ob man sich mit einer ganzen Legion jenseits des Limes wagt und nur mit einem kleinen Trupp.
    Ich befahl, dass wir verstärkt wachsam sein müssen.

  • Mattiacus bemerkte, wie der Trupp ein wenig unruhig wurde. Auch ihm war nicht ganz geheuer.


    "Zum Glück war dieser Germanenstamm Rom und uns freundlich gegenüber eingestellt, dass kann sich aber auch schnell ändern." sagte er zu den anderen.


    Er vergewisserte sich noch, dass sein Spatha dort war, wo es hin sollte und bei Bedarf schnell greifbar war.


    Er wandte sich an Varus.


    "Warst du schon einmal soweit vom Limes entfernt?"

  • Sie waren ein gutes Stück geritten und hatten das Gebiet der Mattiaker verlassen und waren im Land der Chatten angekommen. Hier war er nun selbst ein Fremder. Auch hatte es ihn noch nicht so weit in den Norden getrieben. Doch von Erzählungen wusste er, dass sie bald an einem Dorf angelangen mussten und tatsächlich meinte er in der Ferne etwas auszumachen.
    "Wir sollten bald an einem Dorf ankommen. Wollt ihr vorher rasten oder sollen wir gleich weiter reiten?"
    Herwig war es im Grunde egal ob sie das Dorf bald oder erst später erreichen würden.

  • Mattiacus überlegte nicht lange.


    "Wir reiten weiter. Ich möchte bei Menschen sein, wenn es hier dunkel wird." Die Wälder waren Mattiacus dann doch ein wenig unheimlich. Er hatte gehört, dass dort finstere und wilde Bestien leben. Als aufgeklärter Römer wusste er natürlich, dass das nicht stimmen konnte, aber man wusste ja nie.

  • Und so ritt Herwig weiter und immer auf das Dorf zu. Es war noch ein Stück...Doch bald würden sie es erreicht haben. Der Weg führte sie durch die hier üblichen Wälder. So langsam schien der Winter schwächer zu werden. Die Schnee war dabei zu schmelzen und auch der eisige Wind hatte nachgelassen.



    Am Abend waren sie im Dorf der Chatten angekommen und er stieg vom Pferd ab und ging die letzten Schritten zu Fuß auf die Wachen zu. Nachdem er diesen erklärt hatte wer sie waren und woher sie kamen, deuteten ihnen die Wachen zu warten.

  • Einen Augenblick überlegte Herwig wie er das nun am Besten erklären sollte. Ganz leicht war es nicht die richtigen worte hier zu finden und dich war es wichtig damit die Römer keinen falschen Eindruck gewannen.
    "Feindlich gesinnt, sind sie euch nicht. Aber auch nicht wirklich begeistert. Ihr würdet diesen Zustand wohl neutral nennen. Außerdem haben wir hier auch noch ein Dorf eines Richs erreicht. Er ist der Verwalter nicht nur des Dorfes und seiner Felder sondern auch dieser Gaue. Er hat das Sagen über mehrere Dörfer. Wenn du es also schaffst ihn zu überzeugen wird er dies mit den anderen Dörfern auch tun und du hast schon einmal einige für dich gewonnen. Doch nun müssen wir erst einmal warten ob der Rich uns auch wirklich empfangen will."
    Das war die andere Seite der Medaillie. Eine Sache war es hier anzukommen und die Wachen zu überzeugen. Die andere dass diese dann den Rich überzeugten.

  • "Na wunderbar, da sind wir ja genau beim Richtigen gelandet."


    Er schaute nochmal nach den Mitbringseln, die in seinem Gepäck verstaut waren.


    "Da werden wir wohl mehr als nur eine Amphore des guten Weins schenken müssen." sagte Mattiacus mit ein wenig Ironie in der Stimme.

  • Herwig sah nun ein wenig dumm drein, verstand er nicht so ganz was Matticus damit sagen wollte. Meinte er wirklich, dass die Germanen käuflich wären oder meinte er hier wären die Verhandlungen härter und mehr von diesem Geschick würde hier gebraucht werden? Nun denn...er würde das schon sehen. Nun galt es auf die Wachen zu warten....



    Diese kamen dann nach einer Weile auch wieder und deuteten den Römern wie auch schon am letzten Dorf, dass sie ihre Waffen ablegen sollen und ihnen dann folgen. Herwig war gespannt wieviel Murren dies wohl dieses Mal auslösen würde.

  • "Gut, genau die gleiche Geschichte wie beim letzten Dorf."


    Er ging zu Varus.


    "Die Germanen möchten wieder, dass wir unsere Waffen ablegen, deswegen die gleiche Prozedur wie beim letzten Mal. Ein Teil der miles zeltet hier vor dem Dorf, die Offiziere kommen mit. Einverstanden ?"


    Mattiacus blickte in die Runde.

  • Mein Blick ging über das Dorf und ich ahnte, was jetzt kommen mochte.
    "Geht in Ordnung Mattiacus. Gebt mir deine Waffe, ich werde sie einem der Miletes geben. Geht ruhig vor. Ich werde noch einige Befehle geben und komme dann sofort nach."


    So befahl ich den Miletes ein Nachtlager aufzuschalgen und begab mich, nachdem ich meine Waffen abgelegt hatte, zu Mattiacus.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!