Atrium - Adria, Hungi

  • Sie gab nur ein Murmeln von sich und begann sobald sie im Atrium angekommen war, äußerst neugierig sich umzusehen.
    Vielleicht kam es ihr nur so vor, aber sie fand noch sehr vieles hier, das sie an ihre Einrichtkunst erinnerte, und eine gewissen Zufriedenheit, vielleich sogar Genugtuung, erfüllte sie.

  • Man ließ selten eine Frau warten, erst recht nicht, wenn es die eigene Frau ist oder war. Und aus diesem Grunde ließ er sich sofort seine synthesis reichen, nicht ohne jedoch Verwunderung kund zu tun über diesen seltenen Besuch. Und vor allem fragte er sich, warum sie denn hier war.


    Er beeilte sich mit dem Anziehen und kam danach sofort ins Atrium. Salve Adria. Verwunderung klang in seiner Stimme mit. Mit deinem Besuch habe ich wirklich nicht gerechnet. Was führt dich zu mir? Wie gehts dir überhaupt?

  • "Es hätte mich gewundert, hättest du damit gerechnet.
    Danke der Nachfrage, mir geht es wunderbar. Du hast vom Nachwuchs in unserem Haus gehört?"
    , fragte sie, nicht ohne Stolz darüber auszudrücken.
    "Wie geht es dir und deiner Frau?" Leider passte die Bezeichnung 'Geliebte' oder 'Verlobte', die ihr leichter über die Lippen gekommen wären, nicht mehr.

  • Natürlich habe ich davon gehört. Darf ich dir meine Glückwünsche aussprechen?


    Er wies mit seiner Linken auf einen Sitzplatz und geleitete sie dorthin. Und er bemerkte ihr Strahlen, als sie von ihrem Sohn sprach.


    Ah, uns geht gut. antwortete er auf ihre letzte Frage und kurz überlegte er, ob er es auch aussprechen soll. Doch diese Überlegung dauerte nicht lange, er freute sich so sehr darüber. Meine Frau ist guter Hoffnung.

  • Sie nahm auch gleich den gebotenen Platz an.
    "Dann darf ich dir die Glückwünsche auch gleich zurückgeben.
    Wann wird es denn soweit sein?"

    Die beiden waren ja mittlerweile auch schon eine Zeit verheiratet, eigentlich hatte man schon fast darauf gewartet.

  • Auch Hungi setzte sich.


    Im Juli. antwortete er und konnte sein Grinsen darob nicht verheimlichen. Endlich wurde er Vater... es hatte auch lang genug gedauert. Hoffentlich wird es ein Junge.


    Aber sag, du bist sicher nicht zum Tratschen hierhergekommen, so gut kenne ich dich mittlerweile. Stimmts?

  • Das war wenig überraschend, welcher Mann wünschte sich nicht einen Sohn als ersten Nachfolger.


    "Du meinst wirklich, ich würde nicht einfach auf einen netten Besuch kommen, ohne Hintergedanken dir Arbeit aufzuhalsen?"

  • "Das ist schön." :)
    Und schon begann sie aber mit dem, weshalb sie hier war.


    "Es geht um den Cursus Iuris.
    Wir haben festgelegt, dass dafür der bestandene CRV vorausgesetzt wird. Ich glaube, das stammt allerdings noch aus Zeiten, als der Cursus Iuris als 'normaler' Cursus Continuus gesehen wurde und auch für das Wahlrecht für die Ämter im Cursus Honorum abgelegt wurde.
    Was meinst du, ist diese Voraussetzung noch sinnvoll?"

  • Hungi seufzte innerlich. Vor lauter Freude über weniger Arbeit hatte er komplett vergessen, den Cursus Iuris umzustrukturieren. Aber da in letzter Zeit eh keiner die Prüfung ablegen wollte, hatte Hungi das wohl weit in seinen Hinterkopf verschoben.


    Der CRV als Voraussetzung? Hungi schaute etwas verwundert. Ich hatte nicht vor, das abzuschaffen. Ich denke, eine gewisse Art Vorbildung ist sogar essentiell um ein guter Jurist zu sein.

  • "Aber ist dafür wirklich eine Prüfung nötig? Auch wenn es ein Grundkurs ist, benötigt man doch gewisse Zeit dafür.


    Ich komme auf dieses Problem, weil vor kurzem jemand bei mir war. Die Dame hat angefragt, ob ihre Sklavin nicht den Cursus Iuris machen könnte. Ich habe die Entscheidung darüber auf dich abgewälzt.
    Was meinst du?"

  • Natürlich ist diese notwendig. Wie kann ich sicher sein, daß der Kandidat zumindest die Grundpfeiler unserer Gesellschaft versteht, wenn nicht durch eine adäquate Prüfung?


    Hungi verstand nicht wirklich, warum sie ihm diese Frage stellte. Aber schon kurze Zeit danach wurde ihm der Sinn einigermaßen klarer. Zuerst runzelte er die Stirn, dann blickte er seine Exfrau ungläubig an und dann... mußte er an sich halten, um nicht seine Stimmung ganz zu vermiesen.


    Wie bitte? Eine SKLAVIN? Warum bei all den Göttern soll eine SKLAVIN den Cursus Iuris machen? Die Sklavin soll im Hause schaffen!

  • Ich bin aber kein Sklavenausbilder! entgegnete er ihr. Wenn diese Person mit ihrer Sklavin juristische Gespräche führen will, dann soll sie es ihr selber beibringen, und wenn sie es nicht kann, hat sie sowieso nichts davon. Er echauffierte sich immer mehr. Man stelle sich vor, bei einem Empfang wird die Sklavin herbeigerufen, sie möge Labeo rezitieren zur Belustigung der Gäste. Na, sicher nicht. Die klaren und wunderschönen Gedanken eines Proculus oder gar das mos maiorum soll ein Sklave mit seinen tumben Worten interpretieren? Erschreckende Vorstellung.


    Nein, nix da. Die Juristerei ist nichts für Sklaven. Da fahren die Fuhrwerke drüber.


    Es wollte ihm nicht in den Sinn kommen, wie jemand auf diese Idee kommen konnte. Entweder man beschäftigte sich selber damit, weil es ihn interessierte, oder es stand ein Rechtsstreit an, in diesem Fall ließ man andere sich mit den leges beschäftigen. Vor Gericht ein Sklave als advocatus, der einem Senator widerspricht... unvorstellbar. murmelte er vor sich hin, als ihm dann ein Gedanke aufkam. Skeptisch schaute er seine Exfrau an.


    Diese Person da... das ist doch keine von dieser Sekte da? Von diesen Christianern?

  • Schon wieder hatte sie etwas entdeckt, was sich seit ihrer Zeit hier nicht verändert hatte. Das Temperament des Hungaricus.


    "Es war sicher nicht angedacht, sie zum Advocatus zu machen.
    Und zu diesen Christianer gehört sie sicherlich nicht."

    Sie überlegte sich den letzten Satz noch einmal, aber bestätigte ihn dann doch nur nochmals. "Sicherlich nicht. Was hätte das damit zu tun?"

  • Kein Advocatus? Also wohl doch zur Belustigung der Herrin. Diese Vorstellung wurde in seiner Phantasie nicht angenehmer, ganz im Gegenteil, sie verschlimmerte sich noch. Und was, wenn sie tatsächlich Christianer waren? Denen kann man ja alles zutrauen. Vielleicht sogar eine Verschwörung?


    Ah, nichts, schon in Ordnung. antwortete Hungi nur. Nur ein kleiner Gedanke, der mir eingeschossen ist. Ein Gedanke, welcher es wert wäre, weiterverfolgt zu werden. Wie auch immer, du kannst ihr ausrichten, daß ich mich weigere, eine Sklavin auszubilden und daß ich es als eine Frechheit empfinde, mit solcherlei Anfragen belästigt zu werden. Wer bei allen Göttern kommt auf so eine stumpfsinnige Idee? Wer ist denn diese ominöse Person?

  • "Aurelia Deandra. Ich weiß nicht ob du schon von ihr gehört hast."
    Adria selbst wusste auch nur wenig von ihr, hatte nur vor einiger Zeit mit ihr zu tun, doch selbst an das Anliegen damals konnte sie sich nicht mehr erinnern.

  • Aurelia Deandra... wiederholte er den Namen. Den Namen würde er sich merken. Ja, kommt mir zumindest nicht unbekannt vor. Vielleicht wenn ich sie sehe. Innerlich nahm er sich vor, seine Kontakte wieder ein wenig aufzufrischen und näheres über diese Aurelia herauszufinden. In diesem Moment erinnerte er sich wieder, warum er den Posten des Prätorianerpräfekten so gern hatte, trotz aller Schwierigkeiten und Ärgernisse: es war doch zu verlockend, mehr über eine Person zu wissen als umgekehrt.

  • "Also du lässt dich nicht umstimmen, was diese Sklavenangelegenheit betrifft.", fasste sie nochmals zusammen. "Oder überlegts du es dir vielleicht noch anders, für eine Patrizierin?"

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