cubiculum | dux et maga epidiphnis habent

  • Leicht angetüddelt vom guten Wein des Abendessens, begab sich Ofella nun in ihr cubiculum - wohlweißlich, was der Abend oder eher die Nacht noch mit sich bringen würde. Sie ordnete einer der Sklavinnen an, der lauen Abendluft das Fenster weit zu öffnen, aber die luftigen Vorhänge bereits zuzuziehen. Einer weiteren Sklavin trug sie auf, viel frisches Wasser mit wenig herbem Wein zu vermengen und diesen Krug geschwind herzubringen. Eine alte Sklavin wies Ofella auf die schwüle Luft hin und fragte, ob sie die großen Federwedel hervorholen sollte, und die Claudia erkannte diesen Vorschlag als guten und beauftragte die Alte, die Fächer unter den neuen Sklaven zu verteilen. Wenn Menecrates der Mann war, den sie nach dem heutigen Abendessen in ihm vermutete, würde er nicht lange auf sich warten lassen, und bei dem sodann stattfindenden Akt tat etwas Abkühlung gewiss gut.


    Eine Sklavin begann, Ofella zu entkleiden, und eine weitere erhielt die Anweisung, ein halbtransparentes Gewand hervorzuholen und sie damit anzukleiden. Vor der Schminkkommode stehend, zog Ofella sich selbst einige Strähnen aus der strengen Hochsteckfrisur, die sie sündig wirken ließen und ruchhaft. Ob es Menecrates gefallen würde, stand auf einem anderen Pergament.

  • Menecrates rückte am Abend mit einer halben Armee an, um seine Gattin aufzusuchen. Die Schritte hallten auf dem Gang, schwollen bis in Höhe von Ofellas Zimmertür an und erstarben abrupt. Die Klinke wurde herabgedrückt, anschließend öffnete sich die Tür. Menecrates durchschritt eine Gasse, gebildet aus Sklaven, bevor er das Cubiculum betrat. Hinter ihm schloss sich leise Tür, seine Mannschaft blieb auf dem Gang. Ihr Auftrag lautete: Unter allen Umständen Brutus fernhalten. :D Nicht noch einmal wollte sich Claudius die Gelegenheit vermasseln lassen.


    Das gedämpfte Licht ließ seinen Schritt stocken - hier waren offensichtlich Vorbereitungen getroffen worden, wie auch ein Blick auf die mit Federwedeln bewaffneten Sklavinnen verriet. Ein leichtes Grinsen, das jedoch nur einen der Mundwinkel leicht anhob, erschien auf seinem Gesicht. Seine Augen wanderten in Spähermanier durch den Raum, bis sie auf dem in kostbare Seide gehüllten Körper Ofellas hängen blieben, die sich ihm inzwischen zugewandt hatte. Nur flüchtig gewahrte er die verwegene Frisur, seine Augen suchten vielmehr die Rundungen ihres Körpers ab, die zur Zeit eindeutig zu großzügig bedeckt waren. Doch dem konnte Abhilfe geschaffen werden. Sein Blick fixierte Ofella, als er langsam auf sie zuschritt.


    Vergleichbar mit dem Appetit, der sich bei der leckeren Ansicht und dem verführerischen Duft einer delikaten Speise einstellt, keimte seine Vorfreude auf, die jedoch nur dem geschulten Beobachter auffiel. Menecrates hatte sich gut unter Kontrolle, noch. Er wusste, was er wollte und würde sich durch nichts mehr von dem eingeschlagenen Weg abbringen lassen. Unmittelbar vor ihr stoppte er, sein Blick durchdrang ihren, vielleicht war es ein Kräftemessen, sie waren beide stark im Willen. Langsam glitten die Augen über den Hals zum Brustansatz, seine Rechte legte sich in die Halsbeuge, bevor sie zur Schulter wanderte, während seine Linke bereits die andere Schulter umfasste. Mit einem Ruck, der bedingt durch den kurzen Abstand ihrer Körper nicht allzu heftig ausfiel, zog er sie an sich heran. Seine Lippen pressten sich eine Spur zu gierig auf ihre, es mochte an der langen Abstinenz gelegen haben, fanden dann aber forschend den Spalt und zeigten ihr auf angenehmere Art, wonach es ihm verlangte.

  • Die Sklavin hatte Ofella gerade erst in den feinen Stoff gehüllt, der leicht im Licht schimmerte, und die Kordel seitlich locker verknotet, als Ofella Schritte hörte, die verstummten. Als ihr Gemahl ohne die Ankündigung eines Klopfens ihr cubiculum betrat, verzog Ofella schon erstmals missbilligend das Gesicht. Seine vermutliche Vorfreude in Ehren, aber klopfen konnte er immerhin...


    So dauerte es einen Moment, ehe sie sich betont langsam umwandte und sich Mühe gab, das Lächeln echt wirken zu lassen, welches ihre Mundwinkel umspielte. Vermutlich sah er es aber gar nicht. Ofellas Lächeln erstarb. Der Claudier blickte nur auf ihre Rundungen. Enttäuscht, dass er ihrem Versuch des liebevollen Lächelns keine Aufmerksamkeit zollte, stand sie wie angewurzelt im Raum. Ihm zuliebe hatte sie versucht, freundlich zu sein und sich liebend zu geben, aber er mit seinem egozentrischen Verhalten machte - wieder einmal! - alles zunichte. Ofella schwieg und betrachtete ihren Gatten, der sich nun langsam näherte. War er verlangend oder beherrscht? Sie fragte sich das, weil sie sein Verhalten nicht deuten konnte, er wirkte so gefasst. Ofella kannte ihren Gatten nicht gut genug, um die feinsten Nuancen seiner Selbst sehen und deuten zu können. Sie waren verheiratet und hatten einen gemeinsamen Sohn, doch darüber hinaus hatte sie sich nie sonderlich für ihn interessiert und er wohl auch nicht für sie, sonst hätte er vermutlich das misstrauische Glitzern in ihren Augen gewahrt, das sich abzeichnete, noch ehe er über den zarten Stoff und ihre Haut fuhr. Sie öffnete die Lippen halb, um etwas zu sagen, vergaß aber kurz darauf, was das gewesen sein sollte, denn Menecrates packte sie grob und riss sie förmlich an sich. Sie spürte sein Verlangen nun auch körperlich, nicht mehr nur rein distanziert und vermutend. Seine Lippen pressten sich auf die ihren, als seien sie das Brandeisen, das einen Sklaven kennzeichnen wollte. Ofella erschrak leicht ob dieses ungezügelten Verhaltens und wollte einen Schritt zurückweichen, doch zugleich sehnte sie sich ab und an nach jemandem, der autoritär handelte, wenn auch liebevoll, und so blieb sie dort stehen, wo sie stand.


    Als Menecrates' Lippen etwas weicher wurden und er sie ein wenig streichelte, entlrampfte sich auch Ofella und neigte ihren roten Lockenkopf auf eine Seite, um der Nase des gewesenen Offiziers den Weg frei zu machen. Zurückhaltend, wie es sonst ganz und gar nicht ihre Art war, öffnete auch sie ihre Lippen einen Hauch und hob die Hände, um die Rechte an seiner Brust zu betten und die Linke um seinen Nacken zu legen. Worte waren nun wohl überflüssig.

  • Aus Menecrates Sicht lief alles wie ein frisch geschmiertes Wagenrad. Der Claudier wäre nie im Traum auf die Idee gekommen, er müsse irgendetwas in seinem Verhalten ändern, um erfolgreicher zu sein. Er mochte sich im Alltag das eine oder andere von seiner Frau sagen lassen, aber wenn es um die Befriedigung ureigenster Bedürfnisse ging, gab er den Ton an, ließ er sich nichts vorschreiben, setzte er auf Stärke und Dominanz. Bereits in einer Feldschlacht erwies sich ein Überraschungsangriff als erfolgreich beim Taktieren vor der gegnerischen Front. Ofellas Vorgeplänkel hatte er kurzerhand ignoriert, ihre Abwehrreihe im ersten Zug durchbrochen. Ein Sieg auf der ganzen Linie, über den Menecrates bereits innerlich triumphierte. Die vollständige Unterwerfung des Kontrahenten stand jedoch noch bevor, aber auch in Bezug auf dieses Unterfangen glaubte der ehemalige Stabsoffizier, wollten Frauen wie belagerte Städte im Sturm eingenommen werden. Zwar wunderte er sich manchmal, warum der Sturm durch das Stadttor durchaus holprig und nicht angenehm gleitend war, schob es aber stets auf die unzweckmäßige Ausrüstung seiner Partnerin. Doch so weit war sein Eroberungszug auch noch nicht. Ihn störten zunächst einige Stoffteile.


    Noch während Menecrates den inzwischen dargebotenen Mund in seinen Einzelheiten erforschte, schufen seine Hände entschlossen Platz. Zwei-, dreimal erklang ein feines Geräusch, das von der Kapitulation des Seidenstoffes kündete. Anschließend lag Ofellas Rücken frei. Er wurde von zwei kräftigen Händen erkundet, wovon die linke kurz darauf die nach Menecrates Auffassung vollkommen unzweckmäßige Position ihrer rechten Hand, die als Barriere zwischen seiner und ihrer Brust lag, veränderte, indem er sie umschloss, sie zunächst über seine Lenden und den Po streifen ließ, es sich dann aber anders überlegte und sie dort positionierte, wo derzeit der Druck und die Hitze für ihn am größten war. Ein wohliges Stöhnen kam über seine Lippen, als er sie durch den edlen Tunikastoff spürte, wodurch der bislang erfolgte Kuss abgebrochen wurde. Seine Rechte stützte ihren Kopf, den er nun für den Moment brauchte, um sich dagegen zu lehnen. Ein Zurückweichen ihrerseits wollte er dadurch von vorn herein verhindern. Den Moment der Besinnung beendeten Gedanken über das weitere taktische Vorgehen. Derzeit konnte sich Claudius nicht entscheiden, ob er Ofella bereits sofort stehend erobern oder er zunächst mehr als nur ihre Hand in seinem Schritt spüren wollte.

  • Ofella war ja schon ein wenig stolz auf sich, dass sie - obschon sie zugegebenermaßen etwas Hüftspeck angesetzt hatte und ihre Rundungen voller erschienen als vor der Geburt Brutus' - ihren Gatten in der Art bezirzen konnte, wie sie es nun tat. Dazu bedurfte es nur ein wenig ausgesuchter Schminke und dieses erlesenen Stoffes, der sich wie Wasser an Ofellas Haut schmiegte und ihre kleinen Problemzönchen verdeckte (besonders die Oberschenkel, denn darin hatte Fiona nicht ganz Unrecht, wenn sie behauptete, ihre Herren litt an Cellulite).


    Die Claudierin wusste zwar um die Vorliebe ihres Gatten, schnell den Sieg zu erlangen - und zwar auf ganzer Linie - doch so leicht geschlagen gab sie sich nicht, das verbot ihre Natur von ganz allein und eigentlich hätte dies Menecrates bewusst sein müssen. Aber im Eifer des Gefechts war ihm diese Kleinigkeit wohl irgendwie abhanden gekommen. Jedenfalls würde er noch auf Widerstand stoßen. Ein erstes Reißen des dünnen, erlesenen Stoffes ließ Ofellas Augen aufspringen und ihren Gemahl entsetzt ansehen, noch während sie ihn küsste. Beim zweiten Ratschen versteifte sich Ofellas Körper und sie trennte sich von ihm, um die Lippen zum Sprechen gebrauchen zu können. "Herius, ich..." begann sie entrüstet, wurde aber von dem dritten Reißen unterbrochen, auf das unweigerlich das Zubodengleiten des zarten Stoffes folgte. Etwas wehmütig sah Ofella an sich hinab auf den runierten Stoff. "...tylusische Seide..." bemerkte sie wehmütig.


    Doch viel Zeit zum Trauern blieb ihr nicht, denn Menecrates strich verlangend über ihren Rückn und nahm anschließend ihre Hand fort. Er schien sich nicht entscheiden zu können, wohin damit, und Ofella war kurz davor, ihm diese Entscheidung abzunehmen und ihm die Falten seiner toga von der Schulter zu schubsen, als sie feststellte, dass er eine tunica trug. Das war aber auch gar nicht weiter wichtig, denn er führte sie nach seinem Gutdünken, und gerade als Ofella sich leicht gelangweilt im Raum umsehen wollte - na sowas, die Decke musste auch mal wieder gestrichen werden! - spürte sie, Menecrates' Begierde mehr als deutlich. Zwei Sekunden lang hielt sie die Luft an, was aber nicht weiter auffiel, da Menecrates ohnehin für sie beide zusammen zu atmen schien, denn laut genug war er dabei ja.


    Ofella, die sich sonst das Zepter nicht aus der Hand nehmen ließ, stand nun vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte sie mitspielen oder ihr wahres Gesicht zeigen? Letzteres würde vermutlich die Geduld ihres Mannes unnötig strapazieren, da sie als Frau bereits von Natur aus etwas mehr Zeit zum Genießen brauchte. Vermutlich würde er ihr aber auch nach der langen Abstinenz weder Genuss bereiten wollen noch es können. Ofelle entschied sich also für das Spiel, denn sie hatte schließlich gewusst, was sie in Rom erwarten würde. Vermutlich würde Menecrates sie nun häufiger aufsuchen, ja vielleicht würde er gar bis zum Morgengrauen bleiben, bis er andersartigen Hunger verspürte? Bei dem Gedanken, in dieser Nacht keinen Schlaf zu bekommen, fasste die Claudia den Entschluss, möglichst gut zu spielen. Während ihre Gedanken sich frei umhertrieben, verschaffte sie ihrem Gatten einen ersten Eindruck davon, was ihn noch erwarten würde. Weiter ging sie allerdings nicht, immerhin war sie schon unbekleidet und er hatte ohnehin gern das Zepter in der Hand - obwohl genau das gerade umgekehrt war. :D

  • Zitat

    Original von Claudia Ofella
    Etwas wehmütig sah Ofella an sich hinab auf den runierten Stoff. "...tylusische Seide..." bemerkte sie wehmütig.


    Bei Ofellas erster, und wie Claudius fand, völlig unnötiger Bemerkung reagierte er noch nicht, wohl aber bei der zweiten. Zum einen, um von vorn herein eine weitere aufkommende Kommentierung zu unterdrücken, zum anderen aber auch, um sie zu widerlegen und - weil er ja bewies, dass er im Recht war - sie gleichzeitig zu beruhigen. "… kann an jeder Ecke neu erworben werden."


    Zum Glück bemerkte er nicht, wie Ofella just in diesem Moment gelangweilt zur Decke blickte. Er hätte dafür keinerlei Verständnis aufbringen können, schließlich war er ja auch vollkommen bei der Sache. Aber so waren Frauen … völlig unzweckmäßig eingerichtet, unlogisch in ihrem Handeln, sinnlose Ziele verfolgend und dabei noch vermessene Ansprüche stellend. Und vor allem beständig taktierend. Als Mann musste man fortwährend auf der Hut sein, nicht übervorteilt zu werden. Diese Gedanken besaßen einen festen Platz in Claudius Denken, und doch spielten sie derzeit keine Rolle, weil der Verstand gerade auf Sparflamme fuhr. Doch trotz allem Begehren nach der langen Abstinenz störte sich Claudius gerade an der Passivität seiner Gattin. Da kam nichts, was ihn gefordert, angemacht oder positiv überrascht hätte. Früher besaß sie einmal Feuer. Ob sie inzwischen in die Jahre gekommen und lustlos geworden war? Ein prüfender Handgriff beantwortete ihm diese Frage. Seine Finger waren trocken wie vor der Berührung, was ein eindeutiges Zeichen für fehlende oder noch nicht in Gang gekommene Leidenschaft war. An seinem Aussehen, seinem Körperbau, seinen Fähigkeiten und seinem Vorgehen konnte es jedenfalls nicht liegen, Claudius war unfehlbar, daran glaubte er. Ihre leidenschaftslose Hingabe resultierte demnach aus ihrem Unvermögen, körperliche Lust zu spüren oder wenigstens in annehmbarer Zeit auf ein gewisses Maß an Erregung zu gelangen. Claudius löste die anlehnende Haltung, betrachtete flüchtig, aber nicht minder nachdenklich, seine Gattin und seufzte leise. Er hätte sofort gekonnt, sie aber offensichtlich nicht. Und wie unangenehm ein Zusammensein unter diesen Umständen war, und das auch noch im doppelten Sinne, wusste er aus Erfahrung. Doppelt deswegen, weil es Schöneres gab, als sich hineinzuquälen und sie außerdem zu schnell wund wurde, was ihre Ausdauer um ein Vielfaches senkte. Wenn nicht Hingabe, dann wollte Claudius wenigstens Ausdauer, damit er ausreichend auf seine Kosten kam.


    Er fasste sie zunächst an der Schulter und hielt sie ein Stück von sich weg, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen.
    "Fett aus der Küche, Flüssigkeit aus meinem Mund oder du kurbelst deine Gedanken an. Freie Wahl, meine Liebe. Heute ist dein Tag."


    Claudius empfand sich als außergewöhnlich gönnerhaft. Sie musste ihm einfach dafür dankbar sein.

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