Nach Magna - in fremder Heimat


  • Nachdem sie an Land gegangen waren, und Loki den Kapitän für die Überfahrt bezahlt hatte, hatte er schnell eine alte Scheune ausgemacht in der sie zusammen mit ihren Pferden die Nacht verbringen konnten. Der Bauer dem sie gehörte hatte ihnen die Gastfreundschaft ohne finanzielle Hintergedanken angeboten, und so konnten sie ihre Pferde in der Hütte unterbringen.


    Die Dämmerung des Abends schritt immer weiter vorran, und Loki hockte neben dem offenen Tor. Wenige hundert Schritte weiter begannen die römischen Wehranlagen, die um das Kastellum gebaut worden sind. Er hatte sich ein paar Stücke Olivenholz mitgenommen, um etwas zu haben mit dem er nachdenken konnte, und so kaute er auf einem herum und schaute in Gedanken versunken auf die andere Seite des Flusses.

  • Ich sattelte Trandill ab und legte meine Sachen zu einem bequemen Nachtlager zusammen.
    Trandill bekamm ein wenig frisches Gras und reste vom Heu aus der Scheune.


    Als dann soweit alles fertig war ging ich zu den Bündeln mit den Waffen rüber und schnürte sie auf.


    Ich griff mir ein Sax, das noch gut in Schuss zu sein schien und begutachtete es ein wenig genauer.
    Gleiches tat ich mit einem der Bögen und spannte ihn um die Sehne zu testen, sie schien frisch und gut zu sein, sie würde viele Schuss aushalten.


    Ich legte den Bogen und einen Köcher mit Pfeilen zu meinen Sachen und ging mit dem Sax zu Loki....


    " Heilsa Loki.
    So Nachdenklich, was los? Macht dir die Reise sorgen?
    "


    Ich legte das Sax neben mir auf den Boden, aber so das ich es schnell aufgreifen konnte.

  • Er bildete die Nachhut der Reisegesellschaft und folgte der Gruppe unter der Führung Lokis zu einer Scheune. Dort sattelte er ab und brachte seine Sachen in eine Ecke der Scheune, nachdem Fjalar versorgt war. Seine Waffen hatte er mittlerweile auch wieder beisammen und so stand er dann da und überblickte die Situation in der Scheune. Nicht gerade eine totsichere Angelegenheit, aber für eine Nacht würde sie es schon tun.

  • Eila war mit den Anderen an der Hütte angekommen. Doch während des ganzen Rittes hatte sie immer wieder Irminar beobachtet, der irgendwie ein wenig abwesend wirkte. So begab sie sich, nachdem Neisti abgesattelt und versorgt war, anstelle zu Marbod, zu Aulus. Sie trat von hinten an ihn heran und meinte dann : "Was ist mit dir? Du warst so schweigsam die ganze Fahrt über."

  • Er war gerade in dem Gedanken versunken, wie sie die Wachen für die Nacht aufteilen könnten, als er eine vertraute Stimme hörte. Er zuckte ein wenig zusammen, so überrascht war er von Eila. Er drehte sich zu ihr herum und blickte in ihr fragendes Gesicht. Nun, es gab nichts zu erzählen, oder?? Was soll man da unnütze Worte wechseln?? Es war eine recht stumpfsinnige, aber einfache Antwort. Er erwähnte seine Gedanken vorerst einmal nicht, es gab eigentlich ja auch keinen Grund dafür. Warum, war es denn so auffällig??

  • "Vielleicht nicht für die anderen, aber für mich war es das."meinte sie dann mit einem leicht aufmunternden Lächeln. Sie ließ ihren Blick durch die Scheune schweifen, wo sie die Nacht verbringen würden.
    "Wollen wir ein paar Meter gehen? Vom ganzen Schiff fahren und dann Reiten wissen meine Füße schon kaum noch, wie das geht."

  • Er erwiderte kurz ihr Lächeln. Von mir aus gerne. Er verstaute seinen Dolch noch am Gürtel und ergriff sein Sax und ordnete wieder seine Sachen. Nach dir... und wies ihr mit seinem Arm den Weg aus der Scheune.

  • "Na dann." lächelte Eila und ging vor Irminar aus der Scheune heraus. Von dort aus schritt sie ein paar Meter weg von der Scheune zu einem schmalen Weg. Es war klar, dass die beiden allein sich in der Gegend in der sie mittlerweile waren nicht mehr allzu weit von der Gruppe entfernen sollten.
    Als Irminar dann neben ihr war, sprach sie beim weitergehen mit ihm : "Ein komisches Gefühl, wieder in der Heimat zu sein. Und doch, sobald ich die Grenzen des römischen Reiches verlassen hatte, habe ich das Gefühl freier Atmen zu können."
    Sie blickte um sich, betrachtete die Bäume, die ihr hier höher erschienen, die Vögel, die hier freier wirkten und das Moos, welches ihr dichter und satter vorkam. War das Einbildung? Oder Sehnsucht? Sie wusste es nicht, aber diese Gefühle konnte sie nicht leugnen.

  • Er folgte ihr aus der Scheune und hatte nach wenigen Schritten zu ihr aufgeschlossen und beobachtete währenddessen aufmerksam die Umgebung. Er wollte bei jedwedem Anzeichen von Gefahr, die potenziell immer drohte, sofort gewarnt sein. Er versuchte dies sich jedoch so wenig wie möglich anmerken zu lassen und lauschte Eilas Worten. Ein wenig musste er schmunzeln ohne dabei Unaufmerksamkeit aufkommen zu lassen.


    Nun, dann warte erst einmal ab, wie es dir ergeht, wenn wir erst weiter nach Magna vordringen. Er kannte diese Gefühle nur allzu gut, hatte sich im Laufe der Zeit aber daran gewöhnt mit seinen dahingehenden Gefühlen umzugehen. Lass dich dadurch nur nicht allzu sehr blenden. Es ist die selbe Luft, die wir atmen und der selbe Boden auf dem wir laufen. Erst das, was wir mit unseren Gedanken daraus machen, macht es zu etwas Besonderem oder eben auch zu etwas Gefährlichem. Er blickte währenddessen über eine kleine Wiese nud betrachtete eine kleine Baumgruppe, wo gerade zwei Hasen im Unterholz verschwanden.

  • Eila blickte auf die Baumkronen, die nur an wenigen Stellen die Sonne durch die Blätter auf den Boden scheinen ließen.Doch dies würde sich bald ändern, immerhin waren auch jetzt schon nur noch die Hälfte der Blätter überhaupt an den Bäumen und selbst die waren bereits gelb und orange gefärbt.
    Die junge Germanin ließ sich die Worte ihres Begleiters durch den Kopf gehen.
    "Ich denke ein Teil von mir wird immer hierher gehören und sich überall sonst verloren vorkommen." meinte sie dann leise und nachdenklich.
    Einige Schritte später ging sie in die Hocke. Sie griff mit den Händen die Erde, die den Weg bedeckte und nahm eine Faust voll hoch und zeigte sie Irminar.
    "Ist das..." dann zeigte sie mit der anderen Hand auf ihr Herz "oder das meine Heimat?"
    Mit großen blauen Augen schaute sie zu ihm auf. Warum auch immer überkamen sie hier Gefühle, mit denen sie nicht gerechnet hatte. Sie fühlte sich hin und hergerissen, zwischen der alten und neuen Heimat, zwischen dem Dasein als Germanin und einer Ausländerin im römischen Reich. Und sie wusste in diesem Moment selbst nicht mehr, was sie nun wirklich war.

  • Er konnte ihre Gedankengänge oder vielmehr das, was sie ihm davon preisgab nur allzu gut nachvollzeihen. Wie oft hatte er selbst über Ähnliches nachgedacht und nur allzu sehr versucht eine Antwort zu finden. Er war ein wenig überrascht als sich die junge Germann plötzlich hinhockte und ihn vor diese Frage stellte. Es machte ihn ein wenig traurig, dass sie sich mit solchen Fragen auseinandersetzte. Sie hatte ihr Leben noch fast gänzlich vor sich und schon in diesem Alter mit solchen Fragen konfronteirt zu werden konnte nur als eine Prüfung der Götter verstanden werden. Er erwiderte ihren fragenden, ja fast schon mitleiderregenden Blick und blickte in diese tiefblauen Augen und versuchte dir richtgen Worte zu finden. Ein leichtes, fast schon gütiges Lächeln umspielte seine Lippen ohne eine gewisse Ernsthaftigkeit zu gefährden.


    Eila... und er nahm ihre Hand mit der Erde in seine ... wenn ich ehrlich bin, kann ich dir keine eindeutige Antwort geben. Du wirst es selbst heraus finden. Heimat ist ein Begriff, den jeder verschieden erfährt und wahrnimmt. Du bist Germanin und wirst es wo auch immer du sein wirst bleiben. Es ist ein Teil von dir - ein Teil deines Herzens. Und dies wirst du bei alldem was auch immer du tun wirst nie verleugnen können. Der Ort an dem du dann sein wirst...was spielt das für eine Rolle? Alles was du für dich brauchst ist in deinem Herzen. Das vergessen wir nur allzu leicht. Eine Antwort auf deine Frage wirst nur du für dich treffen können. Er schwieg einen Augenblick und ließ ihre Hand wieder los. Seine Worte mussten verwirrend für sie sein und doch konnte er ihr eine Antwort nicht abnehmen. Auch er hatte daran einige Zeit zu knabbern.

  • Natürlich war Eila klar gewesen, dass Irminar ihr diese Frage nicht wirklich würde beantworten können. Vielmehr war es etwas, was sie selbst würde herausfinden müssen. Sie zerrieb die Erde, die sie eben noch dem Duccier gezeigt hat zwischen ihren Händen und verharrte noch einen Moment, bevor sie wieder aufstand und an seiner Seite weiterging.
    "Ich hatte nie vor meine Heimat zu verlassen." erzählte sie dann. "Natürlich habe ich bei Syrus Erzählungen über seine Heimat davon geträumt diese fernen und fremden Regionen zu bereisen. Doch seine Heimat zu verlieren und fort zu müssen ist etwas ganz anderes...Mein Bruder hat sich großartig eingefunden und es gibt vieles in Mogontiacum, was mir schon jetzt etwas bedeutet. Dennoch verbinde ich es nicht mit dem Wort "Heimat". Ich denke mein Herz weiß selbst noch nicht, wo es nun wirklich daheim sein wird."

  • Sie liefen mittlerweile weiter und wie zu erwarten war, schien Eila noch ein weni verwirrter als zuvor. Doch wer konnte es ihr schon verübeln?? Er hatte selbst solche Phasen durchlebt und musste zwangsläufig an seine Geschichte zurückdenken. Ein schwieg einen kleinen Moment nachdem Eila geendet hatte. Wie du weißt, haben wir beide eine ähnliche Gechichte. Und wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich Mogontiacum als alles andere als meine Heimat bezeichnen würde. Heimat ist für mich das, was man aus seinen Erfahrungen, aus seinem Leben und aus den Menschen, die man liebgewonnen hat macht. Wer das alles nur auf einen Ort reduziert, der macht es sich in meinen Augen ein wenig zu leicht. Ich bin schon so weit gereist und so viel herumgekommen und irgendwie ist meine Heimat ein Teil von allem.


    Er blickte sie von der Seite an und schmunzelte leicht. Ich weiß, es mag sicherlich unverständlich klingen und verwirrend sein. Ich kann deine Gedanken und Gefühle verstehen. Ih habe auch lange gebraucht bis ich an diesen Punkt gelangt bin. "Vertraue dir selbst, deinem Herzen und den Göttern und du wirst den richtigen Weg in deinem Leben finden." Diesen Satz hat man mir, als ich in etwa in deinem Alter war, gesagt und nun ja...im Laufe meines Lebens habe ich ihn erst wirklich verstanden. Es hört sich im Grunde recht einfach an, doch in Wirklichkeit ist es verdammt schwer. Vertraue du dir auch selbst und auf dein Herz. Ich bin mir sicher .. du wirst eine Antwort auf deine Fragen schon finden. Versteife dich nur nicht darauf. Wenn es an der Zeit ist, werden die Götter dir schon ein Zeichen geben.

  • Kaum bevor sich das erste Morgenrot ankündigte wachte Loki auf. Er lauschte in die Klangkulisse der Scheine herein, und konnte nichts als die gleichmäßigen Atem seiner Freunde und die ihrer Reittiere ausmachen.
    Als er sich aufrichten wollte bemerkte er dass er blockiert war: Eila hatte sich in der Nacht mal wieder so herum gerollt dass sie jetzt mit ihrem Kopf auf seinem Bauch lag.
    Loki lächelte. Wie zuhause.


    Als er es schließlich geschafft hatte sich von ihrer Besetzung zu befreien ohne sie dabei aufzuwecken stand er unschlüssig zwischen den Schlafstätten seiner Freunde rum, bevor er sich entschloss nach draußen zu gehen. Als er langsam die Tür aufschob drang ihm ein Hauch eiskalter Luft entgegen.
    Loki schlug mit den Armen um sich warm zu machen, streckte sich und blickte in die morgendliche Düsternis. Irminar hockte immernoch in dichtes Fell gehüllt an einer kleinen Hütte, kaum zu erkennen in der Dunkelheit. Loki nickte ihm nur müde zu und gab zu erkennen dass es nichtmehr nötig war Wache zu halten.
    Der Bauer, der ihnen Unterschlupf gewährt hatte, hatte seine Tiere noch draußen gelassen, und ihre schwarzen Schatten vor dunklem Grund gaben der Gegend rechts des Rhenus ein gespenstisches Leben. Das Gras war gefroren, und Loki musste erkennen dass der Winter wohl schneller kommen würde als erwartet.


    Was ihre Reise nicht vereinfachen würde.


    Als er wieder in die Scheune trat, lagen immernoch alle schlafend da. Loki kniete sich neben seine Schwester und strich ihr sanft durchs Gesicht.


    "Wach auf, Kleines."

  • Während sie liefen, und sie liefen nicht gerade aus sondern schlugen einen leichten Bogen um sich nicht zu weit von der Scheune zu entfernen, lauschte Eila Irminars Worten. Er schien viel von dem, was in ihr vorging zu verstehen. Und irgendwie hatte sie daher das Gefühl mit ihm etwas zu teilen, was sie anderen nur schwer hätte beschreiben können. Es tat einfach gut einen Gleichgesinnten zu haben.


    "Es klingt nicht unverständlich. Ich verstehe, was du meinst." sagte sie dann und zog ihren Mantel ein wenig Enger um ihren Leib, weil es mittlerweile doch schon recht kalt wurde und seit sie Mogontiacum verlassen hatten, hatte es kein einziges wärmendes Feuer gegeben.


    Sie schritten ein wenig weiter ohne zu sprechen und Eila dachte ein wenig nach. Über den Begriff Heimat, über ihren Bruder und Marbod, über die Duccier, Mogontiacum und Irminar. Es war so vieles, was erst einmal geordnet werden musste, was einen Platz in ihrem Leben finden musste, dass sie sich Momentan sehr oft orientierungslos fühlte. Sie musterte den Duccier von der Seite und genoß es einfach in der Ruhe neben ihm herzulaufen.


    "Wieso bist du eigentlich so viel gereist?" fragte sie dann nebenbei. "Ich meine, was trieb dich dazu?"

  • Es war ein herrlicher Frühlingsmorgen, die Sonne schien und die Wiesen trugen ein saftiges Grün. Der Wind wehte sacht und trug einen kaum merkbaren Hauch von frischen Blüten mit sich. Sie lief über einen Hügel, laut lachend, weil ihr Bruder sie jagte. Sie stolperte und fiel ins mit Gänseblümchen übersähte Gras. Doch auf einmal war es nicht mehr weich und frisch, sondern war kratzig und roch vermodert. Sie blickte auf und erkannte, dass die ganze Gegend verwüstet war und als sie sich nach ihrem Bruder umblickte, war es nicht mehr dieser, der sie verfolgte, sondern eine Horde von schreienden und gröhlenden Männern die keine Gesichter hatten. Sie rappelte sich auf, wobei die vertrockneten Halme ihr Arme und Beine zerkratzen und begann, zunächst leicht stolpernd, zu rennen. Sie rannte, und rannte und rannte und es schien kein Ende zu nehmen, doch im Gegensatz zu ihren gröhlenden Verfolgern wechselte die Umgebung. Zunächst wurde es kälter und was vorher verbrannt war lag nun unter Eis. Eila war bitterkalt, doch sie rannte weiter und weiter. Sie passierte eine unwirtliche Gegend nach der anderen. In der einen war es eisig, in der nächsten heiß, die ein überwuchert mit scharfblättligeren Pflanzen, die andere schien nur aus Staub und Sand zu bestehen. Langsam wurde sie steiniger und karger, bis sie das Gefühl hatte an einem Ort zu sein, an dem es nie Leben gegeben hatte. Noch immer hörte sie die Stimmen und das Schreien der Verfolger, doch als sie sich endlich umwandte, merkte sie, dass es nur noch die Geräusche waren und von ihnen selbst nichts mehr zu sehen. Völlig ausgelaugt, die Füße aufgerissen und der halbe Körper zerkratzt ließ sie sich auf einen der Steine sinken und begann bitterlich zu weinen. Sie war völlig allein und ohne Orientierung.
    Und dann wachte sie auf...


    "Wach auf, Kleines!" hallte es in ihrem Kopf wieder und zögerlich öffnete sie ihr eines Auge. Als sie ihren Bruder so über ihr knien sah und dann auch langsam erkannte, wo sie sich befand schlang sie ihm im ersten Moment die Arme um den Hals und klammerte sich fest. Sie klammerte sich an ihren Bruder um sicher zu sein, dass er echt war und sie nicht mehr in diesem Alptraum.


    Nach einigen Sekunden ließ sie ihn los und sah ihn mit noch immer leicht verwirrtem Blick an.

  • Eila war zu Aulus gegangen, hatte ihm selbst dabei nicht mal eines einzigen Blickes gewürdigt. Darüber hätte Sextus noch hinweggehen können, doch dann verließ sie gemeinsam mit Aulus die Scheune und Sextus Bewegungen, mit denen er Flux mit Heu abrieb wurden fahrig und ruckhaft. Er konnte es selbst nicht so ganz verstehen, was mit ihm los war, aber Sextus konnte nicht verhehlen, dass es ihn wirklich störte, sie zusammen mit Aulus zu sehen.


    Rasch wandte er den Blick ab und betrachtete seine Hände, wie sie mit einem Bündel Stroh über Fluxs glänzendes Fell fuhren. Die beiden anderen redeten miteinander, und so war sich Sextus recht sicher, dass es ihn alleine störte, wie lange Eila und Aulus weg blieben. Flux schnaubte vorwurfsvoll, weil sein Herr ihn schon seid fünf Minuten über die gleiche Stelle rieb. Überrasch sah Sextus auf und murmelte: "Entschuldige, mein Junge!" Er ließ das Stroh fallen und tätschelte Flux den Hals. "Wo bleiben die nur?", fragte er leise seinen treuen Begleiter und schielte zum Eingang. Und in Gedanken fügte er die Frage an: 'Und was machen die nur?' Unhörbar seufzend drehte er sich wieder zu Flux und begann mit den Fingern seine Mähne zu kämmen.

  • Er nahm ihr es nicht wirklich ab, dass sie ihn verstand, dafür war die Sache zu komplex. Doch er beließ es dabei und ließ sie mit ihren Gedanken allein, während es in einem großen Bogen zurück ging. Als sie ihn auf seine Reise ansprach musste er unwillkürlich schmunzeln. Ich war jung und töricht genug zu glauben ich müsste die weite Welt sehen - müsste etwas erleben und die Geheimnisse der Welt erkunden. Bis zu dem Tag, an dem ich fast zu meinen Ahnen gegangen wäre, hat das auch alles funktioniert. Das Schmunzeln war verschwunden und machte wiederum einem ernsthaften Ausdruck platz, der zwei Vögel am Himmel verfolgte.


    Heute würde ich, ohne dass ich die Erlebnisse dieser 15 Jahre verleugnen möchte, sagen, dass es naiver Leichtsinn war von zu Hause wegzugehen. Vor allem wenn man bedenkt, was später mit den Dörfern passierte. Und ich bereue es zutiefst diesen Schritt damals gemacht zu haben. Doch die Götter haben diesen Weg für mich vorherbestimmt. Ich muss mein Schicksal akzeptieren und das Beste daraus machen. Ein aufmunterndes Lächeln kam wieder auf und er blickte zu ihr ohne dabei vom Weg abzukommen.

  • Er hatte damit gerechnet angemault zu werden, beschimpft oder sonstiges... aber damit ganz sicher nicht. So kam es auch dass Loki dachte seine Schwester wolle ihm das Genick brechen, so fest drückte sie sich an ihn.
    Als er sie ihn schließlich wieder losließ, wusste Loki direkt was los war, als er in ihre Augen sah. Genau in solchen Momenten machte er sich die größten Vorwürfe, weil sie ihn ansah wie ein kleines Kind das nicht verstand warum man es alleine gelassen hatte.


    Er schluckte trocken, und wusste nicht was zu sagen. Dann jedoch lächelte er wieder milde und setzte seine typische Maske auf, wenn es darum ging anderen Mut zu machen wenn ihm garnicht mutig zumute war (was eine Wortkombo!!!). Er hatte sich das antrainiert als er noch eine Zukunft als Krieger in seiner Heimat gehabt hatte. Tagelang auf dem Hof arbeiten, wenn es Ärger gab Ger, Sax und Schild packen und auf ins Getümmel. Nun war es bald wieder soweit, doch Loki hatte neue Freunde auf seiner Seite. Und eine gewaltige Verantwortung...


    Er streichelte seiner Schwester wieder sanft über das Gesicht, bevor er den Mund aufmachte: "Es ist alles in Ordnung, Kleines. Wir müssen los."

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