Ludi Apollonii Alexandriae

  • Ich liebte Theater. Nur zu gerne ließ ich mich in fremde Welten und Zeiten entführen, verfolgte dramatische Geschichten und komische Eregnisse, sah den Schauspielern dabei zu, wie sie alles gaben, um dem Zuschauer eine Situation vorzugaukeln, welche ein - in den meisten Fällen - bereits lange verstorbener Dichter oder Schriftsteller niedergeschrieben hatte.
    So trug ich ein gelöstes, fröhliches Lächeln zur Schau, als ich an Corvus' Seite ins Theatron kam.
    Den vorgestellten Personen nickte ich freundlich zu, darum bemüht, mir alle Namen zu merken.

  • Nikolaos war die Verachtung, mit der der Eparchos seinen Zöglingen begegnete, nicht verborgen geblieben. Ein feines Lächeln zog sich über seine Lippen, die sich unter diesem Lächeln leicht kräuselten.
    "Ich bin mir sicher, dass sie das sein werden.", sagte er freundlich und nicht ohne eine gewisse Emphasis in seiner Stimme.
    Inzwischen begannen Stadtsklaven, die Beköstigung für die Gäste herbeizuschaffen. Die Priester hingegen bereiteten sich auf das Opfer vor. Das Theatron füllte sich nun immer rascher. Hinter der scene bereiteten sich die ersten Künstler auf ihren Auftritt vor. Doch zunächst würde der Auftritt der Priester beginnen. Zuvor jedoch wurde die sich breit machende Ungeduld mit allerhand Nahrung erstickt. Rund um das Theatron standen Tische, hinter denen Stadtsklaven Brot, Wein und viele andere Dinge verteilten. Händler liefen mit ihren Tragestellen durch die Sitzreihen und boten ihre Waren feil. Einige besonders prächtig geschmückte Staatssklaven trugen besseren Wein in Glaskrügen, eingelegtes Obst, darunter auch Früchte aus fernen Gegenden und andere Delikatessen zu den Plätzen in den ersten Reihen des Theatrons, dort, wo Würdenträger und Ehrengäste saßen.


    Sim-Off:

    In Kürze in der WiSim.

  • "Ich denke nicht das er ärgerlich sein wird. Er wird sich bestimmt freuen dich kennen zu lernen."


    Silanus lächelte seine Cousine an und hielt dann weiter auf den Statthalter zu. Selbstverständlich wartete er einen kurzen Moment bis das Gespräch mit dem anderen Gast beendet war und trat dann gemeinsam mit seiner Cousine auf Germanicus Corvus zu. Da Silanus heute zivile Kleidung trug ersparte er sich einen militärischen Gruß und verbeugte sich stattdessen leicht vor dem Statthalter.


    "Salve Praefectus! Darf ich dir meine Cousine Iunia Varilia vorstellen. Sie ist erst vor kurzem aus Roma angekommen und wird hier in meinem Haus wohnen."

  • Also folgte ich Silanus, es schien ihm wichtig zu sein, mich dem Statthalter vorzustellen. Einen Schritt hinter Silanus hörte ich seine Worte und verbeugte mich leicht als ich den Statthalter begrüßte.


    "Salve Praefectus."


    Mehr brachte ich erstmal nicht heraus.

  • Der Augenblick war nicht mehr fern, da die Priester mit der Opferzeremonie beginnen würden, da wurde der Präfekt von einem weiteren Bekannten gegrüßt. Es war einer seiner Stabsoffiziere und er war nicht alleine.


    “Ah, salve Iunius Silanus!“, erwiderte er den Gruß des Mannes, dem Germanicus Corvus bisher nur in Uniform begegnet war. Ihn in zivil zu sehen war ungewohnt.


    Silanus stellte ihm seine Begleiterin vor.
    “...Iunia Varilia, eeeh... es ist mir eine große Freude.“, sagte er nach einer etwas zu langen Pause in der er die hübsche, junge Frau ein bisschen zu ausgiebig angestarrt hatte. 8o :rolleyes:


    “...ähm... darf ich meinerseits vorstellen: Germanica Aelia, meine Gemahlin, Duccia Venusia und ihr Gemahl Primus Decimus Magnus aus Germania, die uns mit ihrem Besuch ehren und Lucius Aelius Claudianus Marcellus, er ist Iuridiculus dieser Provinz. Und das sind der Exegetes Nikolaos Kerykes und... ähm... na, Moment... Kalthymos und Philon, ja.“


    Es fiel ihm nicht leicht, sich sofort alle Namen zu merken und wie man sieht hatte sich mittlerweile schon ein kleines Grüppchen gebildet.


    “Ihr begleitet uns doch, ja? Unsere Plätze sind dort in der Mitte, ganz vorne. Da hat man die besten Sicht und man versteht auch jedes gesprochene Wort. Wirklich, ihr müsst uns die Ehre geben.“

  • "Salvete", begrüßte Nikolaos die Neuankömmlinge, auch wenn ihm Latein immer zähflüssiger über die Zunge kam. Warum konnten die Rhomäer nicht einfach wenigstens Koiné, besser Attisch, lernen? Nun gut, zwar zeichnete sich dieser Menschenschlag nicht gerade durch einen schönen Geist aus, doch die Römer schienen Meister in der Ordnung zu sein und so ein wohlgeordnetes Heer zu unterhalten, das hier in Alexandria dafür sorgte, dass die Aigypter nicht über die Polis herfielen. Einen Aigypter würde Nikolaos zum Strategos Alexandrinos machen... . Dann könnte sich dieser mit der Stadtwache herumplagen. Dieser würde ein wenig rhomäische Ordnung gut tun. "Ich freue mich, euch hier begrüßen zu dürfen." Damit hatte Nikolaos die Pflichten des Gastgebers erfüllt. Die Stadtsklaven hielten den Ehrengästen silberne Platten mit Speisen und Getränken vor die Nasen. Auch beim einfachen Volk hatte das große Fressen zu Ehren des Apollons begonnen. Doch nun aber zogen sich die Staatssklaven zurück. Das Tympanion wurde mehrfach geschlagen, die Priester des Apollons und seiner Schwestern nahmen eine würdevolle Haltung an. Die Menge verstummte langsam. Da es zur Zeit im Museion keinen obersten Priester gab, hatte der Älteste unter ihnen die Leitung dieses Opfers inne. Einige etwas jüngere Priester gingen ihm dabei zur Hand oder, besser ausgedrückt, führten ihm die Hand. Den Altar besprenkelten sie mit Wasser, in dem Blüten gelegen hatte. Der Altar in der orchestra war mit Lorbeerranken, Orchideen und Thymian geschmückt und mit blauen Seidentüchern. Eine weitere Prozession mit Priestern erschien, sie führte ein weißes Kalb. Sein Fell glänzte in der Sonne, kein Fleck verunstaltete es. Es war, zumindest von weitem betrachtet, makellos.

  • Ein gleichmütiger Blick meinerseits registrierte das Starren des Gatten. Meine Miene ließ keinen Zweifel daran, dass Corvus - hätten wir nicht, wie alle Römer, die es sich leisten konnten getrennte Schlafzimmer - in der heutigen Nacht (und einigen darauf folgenden) auf dem Sofa (bzw. der Kline) hätte nächtigen müssen. Nichtsdestotrotz würde dies ein Nachspiel haben :]
    "Iunius Silanus.", grüßte ich dennoch freundlich und umgänglich, ganz die Diplomatengattin, den Tribun. "Iunia Varilia."
    Auch die Empfängerin von Corvus' Blick erntete ein (falsches) Lächeln und ein Nicken. Pah, so viel besser als ich sah die ja wohl auch nicht aus. :D
    In Zukunft würde ich jedoch dafür Sorge tragen, dass sich das junge Ding möglichst weit weg vom PAeA befand. 8)

  • Hier gab es wirklich viele neue Menschen, die sie noch nie gesehen hatte. Solch Massenveranstaltungen waren immer eine Herausforderung. Viele Gesichter sehen, sich die Namen dazu merken und am günstigsten noch eventuelle Posten und genauso taten es die anderen auch. Ein klein wenig wirkte es so als würde ihr Gastgeber ihre Position ihm gegenüber etwas ausnutzen. Er bot ihnen das Obdach und dafür "durften" sie ihn nun hierher zu diesem großgesellschaftlichen Ereignis begleiten und vermutlich neugierige vom Hals halten, deren Interesse sie mehr auf sich zogen. Durchaus geschickter Schachzug, das musste sie lassen.
    Salve. Es freut mich sehr dich kennen zu lernen,
    gab sie freundlich als Antwort bei der Vorstellung zurück. Si langsam war ein Sitzplatz eine wirklich verlockende Aussicht für sie.

  • "Ich weiß leider ebenso wenig wie du, was wir hier heute zu sehen bekommen. Auch für mich sind es die ersten Ludi Alexandriae. Und unter uns beiden… ja, man fühlt sich etwas alleine in dieser Stadt. Doch das wusste ich bereits, als ich mich für dieses Amt in einer fremden Provinz entschieden habe. Daher denke ich damit umgehen zu können. Außerdem lerne ich, wie du gerade siehst, nach und nach neue Bekannte kennen."


    Beim letzten Satz lächelte der Iuridiculus seine Gesprächspartnerin freundlich an und ließ seinen Blick kurz auf ihren Mann schweifen, der mit anderen Dingen beschäftigt schien. Er wollte gerade ansetzen und eine Gegenfrage stellen, als die kleine Gruppe von zwei weiteren Neuankömmlingen unterbrochen wurde. Marcellus wandte sich um und musterte die beiden. Ein junger Mann mit einer hübschen junge Frau an seiner Seite - vermutlich seine Ehefrau. Als der Präfekt die Runde vorstellte nickte der Aelier den beiden zu.


    "Salve!"


    Die Tatsache, dass es sich bei der jungen Frau doch nicht um die Ehefrau handelte, war für Marcellus interessanter, als dass der junge Mann ein Stabsoffizier der Legio war. Doch er hatte bereits eine Gesprächspartnerin, der er nun wieder seine vollste Aufmerksamkeit schenkte.


    "Du und dein Mann werdet länger hier in Alexandria bleiben, oder ist es nur ein kurzer Besuch?"

  • Ihr fehlten da wohl eindeutig die Reiseerfahrungen. Sicher war er schon viel gereist in einem Leben und kannte viele Städte. Bei ihr waren das ja eher Dörfer gewesen und die waren so klein, dass man immer jemanden traf, der sich mit einem unterhalten wollte. Das war sicher ein kleiner Unterschied, der in seiner Wirkung viel ausmachen konnte und nun auch vorbei. Sie hatte sich auf ihr eigenes Abenteuer gewagt und war nun hier gelandet.
    Sicher wird es ganz interessant werden,
    äußerte sie noch einmal ihre Vermutung zu dem was da nun bald kommen würde. Dann wurde natürlich auch schon die nächste Frage mit einer Antwort bedacht.
    Ursprünglich angedacht war nur eine kurze Zeit. Doch durch diverse Verpflichtungen, die ich in Germania noch zu Ende bringen musste, hatte sich unsere Abreise in Mogontiacum um eine lange Zeit verschoben. Nun wird es wohl ein längerer Aufenthalt werden. Mit einem Kind sind solch anstrengende Reisen nicht sehr empfehlenswert. Aelia war so freundlich uns damals einzuladen. Wir kennen uns von alten Zeiten in der Verwaltung in der Provincia Germania und sie wollte mir doch einmal zeigen wie schön es hier ist. Sie hatte es mir sonst immer nur in Briefen beschreiben können und lud mich ein, es mir doch einmal persönlich kennen zu lernen. Für meinen mann hingegen ist es nicht wirklich neu. Er war vor langer Zeit schon einmal hier.
    Kurz schwieg sie um ihren Redeschwall ein wenig verpuffen zu lassen ehe sie noch eine kleine Anmerkung hervorbrachte.
    Wenn ich mir das bisher auch recht besehen habe, gibt es so viel hier zu sehen und zu entdecken, dass man eh eine Weile hier bleiben muss um behaupten zu können, dass man ganz Alexandria gesehen hat.
    Bei dem Gedanken musste sie schließlich schmunzeln. Venusia und ihre Entdeckungsreise durch diese große Stadt.

  • Etwas verspätet war M.C. am Theatron angelangt. Mit Theateraufführungen und Ähnlichem hatte er zwar noch nie viel anfangen können, aber als Mitglied des Prytaneions war es wohl seine Pflicht, zumindest kurzzeitig zu erscheinen. Außerdem interessierte es den kleinen Alexandriner, wofür er und seine Kollegen die Stadtkasse um einen erheblichen Betrag erleichtert hatten. Auffällig gekleidet wie immer ließ er sich folglich erst einmal versorgen und versuchte, nicht allzu gelangweilt auf die anwesenden Bürger zu wirken, immerhin allesamt potentielle Wähler.

  • Zitat

    Die Stadtsklaven hielten den Ehrengästen silberne Platten mit Speisen und Getränken vor die Nasen. Auch beim einfachen Volk hatte das große Fressen zu Ehren des Apollons begonnen. Doch nun aber zogen sich die Staatssklaven zurück. Das Tympanion wurde mehrfach geschlagen, die Priester des Apollons und seiner Schwestern nahmen eine würdevolle Haltung an. Die Menge verstummte langsam. Da es zur Zeit im Museion keinen obersten Priester gab, hatte der Älteste unter ihnen die Leitung dieses Opfers inne. Einige etwas jüngere Priester gingen ihm dabei zur Hand oder, besser ausgedrückt, führten ihm die Hand. Den Altar besprenkelten sie mit Wasser, in dem Blüten gelegen hatte. Der Altar in der orchestra war mit Lorbeerranken, Orchideen und Thymian geschmückt und mit blauen Seidentüchern. Eine weitere Prozession mit Priestern erschien, sie führte ein weißes Kalb. Sein Fell glänzte in der Sonne, kein Fleck verunstaltete es. Es war, zumindest von weitem betrachtet, makellos.


    Das Kalb wurde an den Altar geführt. Ein Opferhelfer trug zudem einen großen Hammer heran, dessen Griff von einer Blumengirlande und Goldfäden umwickelt war. Der Rhythmus des Tympanons wurde von Kitharae aufgegriffen und weiterentwickelt, die von Musikanten gespielt wurden, die um die orchestra herum verteilt standen. Das Kalb ließ sich durch den Lärm und die vielen Menschen nicht beunruhigen, gleichmütig trottete es in Richtung des Ortes, an dem sein Blut fließen würde, gleichmäßig und mit blöden Augen, wie ein Schaf. In sein letztes Futter hatte man Opium gemischt. So gab es keinen Laut von sich, auch nicht, als es mit einem Seil, das ebenfalls mit Ranken verziert war, an einen Ring gebunden wurde, der in den Altar eingelassen war. Zwei Opferhelfer schoben nun den Kopf des Kalbes auf die glatte Marmorplatte des Altares, beinahe wurde dabei der Asternkranz, der dem Tier um den Hals gelegt war, zerdrückt.



    edit: Signatur entfernt.

  • Über dem asternumkränzten Haupt des Kalbs versprühte nun einer der Opferhelfer Wasser, in dem Jasminblüten gelegen hatten. Dann wurde ein Räuchergefäß über dem Altar geschwenkt.
    "O Apolle! Nimm das Opfer
    das wir dir bringen O Apolle
    und lasse gedeihen die Blü
    ten der Weissagung und der
    Künste O Apolle! Nimm unser
    Opfer und sei uns gütig und
    beschenke uns reich, uns
    die wir brachten dir das Op
    fer O Apolle! O Apolle!"
    stimmte der greise Priester einen Gesang an, in den die anderen Priester einstimmten. Begleitet wurden sie dabei von den Musikanten, nun waren neben dem dumpfen Schlag des Tympanons und den Klängen der Kitharae auch die Töne von Auloi zu hören. Frauen in weißen Gewändern aus Stoffen, die zu fließen schienen, tanzten in der orchestra. Der Schlag des Tympanons wurde schneller. Einer der Priester nahm den Hammer entgegen, holte aus und hielt ihn starr über dem Schädel des Kalbs, als sei seine Hand in der Bewegung erstarrt. Die Musiker ließen ihre Instrumente verstummen, die Tänzerinnen hielten inne.

  • Der Moment der Opferung war gekommen. Wie wohl alle im weiten Halbrund des Theatrons wurde auch Corvus vom Schauspiel der Opferung in den Bann gezogen. Dem zugleich erhabenen, wie blutigem Ritual wohnte doch immer eine gewisse Spannung inne.

  • Der Blick des Präfectus war mir nicht entgangen, ebenso wenig wie die Reaktion seiner Gemahlin. Zwar war es nicht Offensichtlich, doch hatte sie zweifellos den ausgedehnten Blick ihres Gatten bemerkt. Mein Gefühl sagte, das ich vorsichtig sein muß, um nicht bei Aelia in eine unverschuldete Ablehnung zu geraten. Eine unangenehme Situation. Artig gab ich die artigen Höflichkeiten zurück und hoffe darauf, dass dies nicht der Auftakt für Peinlichkeiten sein würde.
    Die Entscheidung, ob wir gemeinsam mit dem Präfectus und seinem Gefolge, die Zeremonie verfolgen würden, überließ ich Sicherheitshalber meinem Vetter.

  • Silanus begrüßte die anderen Gäste, als sie ihm vom Statthalter vorgestellt wurden. Er kannte keinen von ihnen und dementsprechend aufmerksam hörte er bei der Erwähnung ihrer Namen zu. Einer von Ihnen war also ein Decima! Dies machte den jungen Tribunen sofort hellhörig. Vielleicht war er ja sogar mit seinem Patronus Decimus Livianus verwandt. Dies war bestimmt durch eine kurze Frage schnell zu klären, doch leider kam ihm in diesem Moment der Beginn der Opferzeremonie dazwischen und so musste Silanus sein Vorhaben auf später verschieben. Stattdessen verfolgte er, wie auch alle anderen Gäste, die Opfervorgänge.

  • Davon ausgehend, dass es besser ist sich nicht in die ersten Reihen zu drängen, blieb ich hinter Silanus stehen. Aus dieser Perspektive konnte ich von der Opferzeremonie nicht viel sehen. Eigentlich Schade. Mir ging das kalte Lächeln von Germania Aelia aus dem Kopf. Ein Schauer lief mir den Rücken hinunter.

  • Nikolaos hatte die Vorbereitung des Opfers wie gebannt verfolgt von seinem Marmorsessel in der ersten Reihe, den ein aufmerksamer Diener mit einem Kissen ausgepolstert hatte. Der Silberkelch mit Falernerwein, der auf der breiten Armlehne stand, wurde von ihm nicht beachtet. O Apolle, nimm dieses Opfer und nimm es auch als ein Opfer von mir, sagte Nikolaos lautlos.
    Es war still geworden im Theatron. Selbst die unverschämten, aufdringlichen fahrenden Händler wagten es nicht, die Heiligkeit des Opfers zu beflecken mit ihrem Geschrei und ihren geschäftigen Bewegungen. Die Sonne näherte sich ihrem Höhepunkt, Nikolaos Stirn rannen Schweißperlen hinab. Er sah sich verstohlen nach einem seiner Diener um und übersah ihn dabei fast. "Ein Tuch", raunte Nikolaos dem Diener zu. Dieser reichte es ihm wortlos. Mit etwas fahrigen Handbewegungen wischte sich der Exegetes die Stirn, um sich dann wieder ganz auf den Fortgang des Opfers zu konzentrieren.

  • Der Priester fasste nun auch mit der zweiten Hand an den Griff des Hammers. Aus großen glasigen Augen blickte das Kalb ihn an. Er holte weit aus und ließ den Hammer auf den Kopf des Tieres schlagen. Ein Geräusch wie von sehr trockenen Holz, das bricht, war zu vernehmen, da es still war im Theatron, auch auf den hinteren Rängen. Blut spritze über die weiße Marmorplatte des Altares, spritze dem Priester auf dessen tiefblaues Gewand und ins Gesicht, spritzte über den Boden der orchestra, streifte die anderen Priester tröpfchenweise und legte sich kurz vor dem Rand der orchestra auf den Boden, wie um die prachtvollen Gewänder der Zuschauer in den ersten Reihen nicht zu beschmutzen. Nachdem sich der übrige Teil des Blutes zusammen mit Knochensplittern und dem grauen, breiigen Inhalt des Schädels über den Altar gegossen hatte und in Rinnsälen hinabgeflossen war an dessen Rand, über die Loorbeerranken, über Thymian, über Rosmarin, über Seidentücher, war dem großen Blutstrom im Hals des Tieres kein Hindernis mehr, erst stoßweise, dann in einem durchgehenden und schwächer werden Strom wurde das Blut hinausgeschleudert. Schließlich verebbte der Blutstrom.

  • Der Primus Pilus, der sich unauffällig in der Nähe des Praefectus aufhielt um ihn gegebenenfalls zu schützen. Sein Optio war auch in der Nähe und weitere Legionarii waren in einiger Entfernung in Bereitschaft.


    Er blickte kurz zum Opfer und suchte dann die Umgebung wieder nach unerwünschten Leuten ab. Jedoch entdeckte er einige Gesichter, die ihm bekannt waren, sowie einige Personen, bei deren Anblick er es bereute heute als Leibwache des Praefecten unterwegs zu sein. :D

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