• Es war ein wunderschöner, warmer Tag in Alexandria, so wie eigentlich jeder Tag in Alexandria ein wunderschöner, warmer Tag war. Zumindest kam es mir so vor seit ich damals von Italia aus hierher kam. Das Wetter änderte sich eigentlich kaum und auch wenn andere das sicherlich positiv bewerteten, so fehlte mir an manchen Tagen durchaus etwas Abwechslung. Doch ich hatte es mir ja selbst ausgesucht und jetzt musste ich mich damit abfinden.
    Also war es, wieder einmal, ein wunderschöner, warmer Tag in Alexandria, als ich hinaus ins Peristylium unseres Hauses trat. Ich hatte kein wirkliches Ziel dabei und tat es auch eigentlich eher aus Langeweile denn aus einer wirklich sinnvollen Laune heraus. Doch ich tat es und das war, was zählte. Ich ging einige Schritte, bevor ich an einem Blumenbeet stehen blieb um die Blumen zu betrachten.

  • Silanus hatte an diesem Tag Dienstfrei und hielt sich daher nach langem wieder in Alexandria auf. Von einigen Sklaven hatte er bei seiner Ankunft erfahren, dass es seiner Tante wieder besser ging und sie bereits auf den Beinen war. Diese Gelegenheit wollte er nutzen, um sie in seinem Haus Willkommen zu heißen und sich mit ihr über ihre Erlebnisse zu unterhalten. Daher machte er sich auf die Suche nach ihr und fand sie ziemlich bald im Peristylium. Langsam schritt er auf sie zu.


    "Salve Urgulania! Es freut mich, dich wieder auf den Beinen zu sehen."

  • Etwas fand ich merkwürdig, seit ich hier wieder auf meine Familie fand. Es war nichts, was mich störte, sondern lediglich etwas, dass ich ein wenig merkwürdig fand.
    All meine Verwandten hier, egal in welcher verwandtschaftlichen Beziehung wir standen, sprachen mich als Tante an. Ich war mir nicht ganz sicher, aber vermutlich lag es einfach an meinem Alter.
    Und als ich nun vor dem Blumenbeet stand und hörte wie sich Schritte näherten und ich dann angesprochen wurde, wandte ich mich um. Es war Silanus, mein Grosscousin der mittlerweile scheinbar ein recht wichtiger Mann geworden war, denn sonst würden wir sicherlich nicht in der Nachbarschaft des Statthalters wohnen. Ich lächelte.

    Silanus, glaube mir, es freut mich selbst noch viel mehr, dass ich hier rumlaufe.

  • Sim-Off:

    Meine Güte! Ich kann nicht mal den von mir selbst erstellten Stammbaum richtig lesen :D Sorry! "Tante" wird nie wieder vorkommen. Peinlich, Peinlich! :D Habs auch gleich editiert.


    Schließlich hatte er sie erreicht und blieb vor ihr stehen.


    "Es tut mir leid das ich bisher keine Zeit gefunden habe dich zu Besuchen, aber meine Pflichten in der Legio lassen mich oft tagelang nicht nach Hause kommen. Ich hoffe man hat dich in meinem Haus freundlich aufgenommen und sich gut um dich gekümmert."

  • Ich nickte, was hätte ich auch sonst tun sollen.
    Ich wurde hier mehr als herzlich aufgenommen. Die junge Varilia hat sich rührend um mich gekümmert.
    Und dafür war ich ihr mehr als dankbar, denn es war keineswegs selbstverständlich, immerhin waren wir nicht die direktesten Verwandten die es gab.
    Ich weiss natürlich, dass deine Pflichten dich von uns fernhalten und das vergebe ich dir sehr gern, weiss ich doch, dass das, was du dort leistest ein unschätzbarer Beitrag für die Sicherheit des Reiches darstellt.

  • "Das freut mich zu hören und vielen Dank für dein Verständnis. Was hast du nun vor? Wirst du hier in Alexandria bleiben? Wie du siehst ist mein Haus groß genug und ich könnte sogar weitere Mitbewohner aufnehmen. Es würde mich also freuen wenn du dich dazu entschließt hier bei uns zu bleiben, sofern du keine anderen Pläne hast."


    Silanus war über jedes Familienmitglied froh, dass sich dazu entschloss nach Alexandria zu kommen. Für ihn bedeutete es, dass er trotz der Entfernung nach Rom einige bekannte Gesichter und vertraute Personen um sich hatte und für das so manches Familienmitglied war es bestimmt eine hervorragende Gelegenheit hier in Alexandria einen neuen Anfang zu wagen bzw. diese Provinz kennen zu lernen.

  • Nun, nachdem ich ja hier nun nicht mehr allein in dieser Stadt bin, werde ich meine Pläne sie zu verlassen vorerst doch fallen lassen.
    sagte ich, liess dabei aber nähere Erklärungen zu meinen eigentlichen Plänen aussen vor.
    Ich also gerne hier in deinem Haus wohnen. Dann hat wenigstens auch jemand ein Auge auf die junge Varilia während du bei der Legion bist.
    Ich war mir sicher, dass das ganz bestimmt nicht notwendig war, denn das junge Ding machte bisher auf mich nicht den Eindruck als würde sie ohne weiteres in Schwierigkeiten geraten, aber man wusste ja nie.

  • Silanus lächelte. Eine Matrone die sich um den Haushalt und die Familienmitglieder kümmerte war genau das, was diesem haus noch fehlte. Da er selbst noch unverheiratet war, nahm er das Angebot seiner Verwandten nur zu gerne an.


    "Dafür wäre ich dir natürlich sehr dankbar. In der Tat lässt mir mein Dienst bei der Legio nur wenig Gelegenheit ausreichend Zeit mit der Familie zu verbringen. Aber ich hoffe, dass sich dieser Umstand ändern wird, wenn ich mich erst richtig eingearbeitet habe und der Alltag die Oberhand übernommen hat.


    Es wäre schön wenn du dich in der Zwischenzeit um den Haushalt kümmern könntest. Der Maiordomus leistet zwar gute Arbeit und hat die Sklaven unter Kontrolle, doch es ist immer gut, wenn jemand ein Auge darauf hat. Solltest du etwas von mir brauchen kannst du jedoch jederzeit einen Boten ins Legionslager schicken. Es ist zum Glück nicht aus der Welt und im Notfall kann ich recht rasch hier sein."

  • Ich lächelte nun ebenfalls. Die Aussicht darauf hier im Kreise der Familie zu leben hatte definitiv etwas für sich, auch wenn ein anderes Leben sicherlich lukrativer gewesen wäre. Doch ich würde versuchen beides so gut wie möglich zu verbinden.
    Ich bin sicher, dass ich mit diesem Haushalt fertig werde. Ein fähiger Maiordomus ist dabei sicherlich eine sehr grosse Hilfe. Und es ist ja auch nicht der erste Haushalt, den ich führe.

  • Als er den Maiordomus erwähnte, viel ihm auch sofort etwas anderes zu diesem Thema ein, dass er Urgulania unbedingt mitteilen musste.


    "Das einzige worauf du bitte ein Auge haben solltest ist seine lose Hand. Mir ist zu Ohren gekommen das er hin und wieder trotz meines ausdrücklichen Verbotes die Hand gegen die Sklaven erhebt. Ich wünsche nicht, dass unter meinem Dach Sklaven geschlagen werden. Das Problem ist nur, dass sie es sich nicht sagen trauen. Daher solltest du den Maiordomus etwas im Auge behalten."

  • Ich nickte. Soetwas hatte es bei mir noch nie gegeben und das würde es auch nicht. Schliesslich war das Risikio den Sklaven zu verletzen und dadurch seine Arbeitskraft zu verlieren viel zu gross. Immerhin waren Sklaven wichtiges Kapital.
    Verlasse dich auf mich. Ich kümmere mich darum.

  • "Gut. Habe ich sonst etwas verpasst diese Woche? Gibt es Neuigkeiten hier im Haus?"


    Silanus deutete auf eine der leeren Steinbänke, die am Rand des Blumenbeetes standen und wartete dann darauf, ob sich Urgulania ebenfalls setzen wollte und voraus ging.

  • Ich ging auf die Steinbank, auf die er deutete, zu und nahm dort Platz.
    Also eigentlich gibt es nichts grossartiges. Zumindest nichts, von dem ich viel mitbekommen hätte. Aber ich gebe zu bedenken, dass ich auch eine, meiner Meinung nach gute, Entschuldigung dafür habe nicht alles mitbekommen zu haben.
    sagte ich und schmunzelte ein wenig.

  • Silanus setzte sich schließlich ebenfalls neben seine Cousine.


    "Ich kenne natürlich die Berichte über den Überfall auf deine Karawane. Sie waren ein große Thema in einer der letzten Stabsbesprechungen und ich kann dir versichern das alles daran gesetzt wird die Schuldigen aufzuspüren. Es wurde bereits eine Truppe in Bewegung gesetzt die den Auftrag hat den Vorfall zu untersuchen. Doch bisher hatte ich noch keine Gelegenheit mit dir darüber zu sprechen. Möchtest du mir vielleicht erzählen wie das ganze seinen Anfang genommen hat?"

  • Ich weiss nicht genau, was ich dir noch gross erzählen kann. Die Karawane war auf dem Weg nach Westen und in unserem Nachtlager wurden wir von Räubern überfallen. Ich denke ich hatte grosses Glück, dass ich entkommen konnte, im Gegensatz zu all den anderen.
    Ich hatte keine Ahnung, was Silanus hören wollte, was aber auch egal war, da ich sowieso nicht viel mehr sagen konnte als das, was ich bisher schon allen gesagt hatte.

  • Zitat

    Original von Iunia Urgulania
    Ich weiss nicht genau, was ich dir noch gross erzählen kann. Die Karawane war auf dem Weg nach Westen und in unserem Nachtlager wurden wir von Räubern überfallen. Ich denke ich hatte grosses Glück, dass ich entkommen konnte, im Gegensatz zu all den anderen.
    Ich hatte keine Ahnung, was Silanus hören wollte, was aber auch egal war, da ich sowieso nicht viel mehr sagen konnte als das, was ich bisher schon allen gesagt hatte.


    Silanus hörte seiner Cousine aufmerksam zu. Als sie eine kurze Pause machte, hackte er nach.


    "Was wolltest du überhaupt bei dieser Karawane?"

  • Diese Aussage war nicht besonders aufschlussreich und warf nur noch mehr Fragen bei Silanus auf. Warum wollte Urgulania nichts dazu sagen sondern gab sich so verschwiegen und vor allem – welche Geschäfte konnten eine römische Frau mit einer Karawane durch Aegyptus führen? Es war wohl besser dieses Thema vorerst auf sich beruhen zu lassen und vielleicht ein anderes Mal noch einmal zur Sprache zu bringen. Viel würde er heute ohnehin nicht mehr erfahren. Silanus wechselte daher das Thema.


    "Seit wann hältst du dich eigentlich bereits in Aegyptus auf?"

  • Der schnelle und plötzliche Themenwechsel war ganz in meinem Sinne und so beeilte ich mich seine Frage zu beantworten, bevor er doch noch auf die Idee kommen würde das vorherige Thema weiter zu ergründen.
    Wie lange genau weiss ich schon gar nicht mehr.
    sagte ich.
    Ich glaube, ich bin in etwa um die Zeit rum hier angekommen, als der neue Statthalter hier eintraf. Ich hab zuerst eine Weile im Museion gelebt und gearbeitet.

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