Lucius Quintilius Valerian

  • Valerian war überrascht, wie zuvorkommend er begrüßt und hergeleitet wurde. Vielleicht würde eine Wohnung in diesem Haus seine finanziellen Möglichkeiten doch übersteigen? So hoch war der Sold nicht, auch nicht bei den Praetorianern. Aber mal abwarten. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt und wer nicht fragt, bleibt dumm.


    "Hab Dank", nickte er dem Sklaven freundlich zu und setzte sich. Während er wartete, blickte er sich aufmerksam um. Schön war es hier ja. Schon fast zu schön. Er seufzte.

  • Der Sklave Makitros fand mich im Garten beim Blumen pflücken. Er berichtete mir in einem aufgeregten Ton
    über den Besucher, der nach einer Wohnung fragte und bereits im Atrium auf mich wartete.
    Energisch und mit einem sehr freundlichen Lächeln betrat ich den Raum und ging auf den Mann zu, der da saß,
    um sich blickte und, aus welchen Gründen auch immer, seufzte ....


    "Salve..., mein Sklave sagte, du hättest unsere Anzeige gesehen und interessierst dich für eine Wohnung ..."


    ich machte eine kleine Pause, sah mir den jungen Mann noch mal genau an und fuhr dann fort -


    " Nun, ich bin Sergia Severa, das ist meine Casa und wir haben wirklich schöne Räume zu vermieten ... und
    mit wem habe ich die Ehre ...?"

  • Als eine schöne junge Dame das Atrium betrat, stand Valerian natürlich sofort auf. Ihre strahlenden blauen Augen nahmen ihn sofort gefangen. Was für eine Schönheit! Unwillkürlich straffte er seine Haltung, damit sie einen guten Eindruck von ihm bekam.


    "Salve. Sehr erfreut, Dich kennenzulernen, Sergia Severa. Mein Name ist Lucius Quintilius Valerian. Ich diene bei den Praetorianern und meine Schwester, die in Mogontiacum in Germania weilt, überlegt, nach Rom zu übersiedeln. Sicher ist das noch nicht, doch ich möchte mich trotzdem schon mal nach Wohnraum für die umsehen. Sie wäre allein mit ihrem Sklaven. - - Nun... ich bin mir nicht sicher, ob ich mir eine Wohnung in Deiner wirklich schönen Casa leisten kann. Denn ich werde es wohl sein, der ihre Wohnung bezahlen muss, bis sie eine Tätigkeit gefunden hat, die ihr Einkommen sichert." Er blickte sich um. Schön war es hier in der Tat. Und Valentina würde es bestimmt gefallen.

  • "...Quintilius, .... Quintilius ..." - überlegte ich kurz, nein der Name sagte mir nichts, aber der junge Praetorianer
    machte einen guten Eindruck auf mich, ein höflicher und, nicht zuletzt ein sehr gut aussehender Mann. Und er
    fand die Casa schön, was mich sehr freute, ich nickte zufrieden uns lächelte ihn bescheiden an


    "Danke, nun, ich würde vorschlagen, wir besichtigen zuerst die Casa, auch unseren schönen Garten und dann
    können wir uns über die Bezahlung unterhalten ... Deine Schwester ist natürlich auch willkommen und so lange
    sie keine Arbeit findet, kann sie bei mir als Gast wohnen, wenn sie mag ... "


    Mit einer Geste bat ich Valerian mir zu folgen:


    "Als erstes zeige ich dir das Obergeschoß und unsere schöne Terrasse, dann machen wir unseren Rundgang weiter...,
    bist du damit einverstanden, Quintilius Valerian ?"

  • "Sehr gerne", antwortete Valerian auf ihren Vorschlag der Reihenfolge der Besichtigung hin. Er erhob sich, um ihr zu folgen. Ihr weitergehendes Angebot brachte ihn tatsächlich zum Erröten. Das war mehr als großzügig. "Das... das ist wirklich freundlich von Dir. Zumal Du doch weder mich noch meine Schwester kennst."


    Er folgte ihr in das Obergeschoß, in dem sich einige Zimmer befanden, die alle in einem sehr gepflegten Zustand waren. Die Bibliothek war umfangreich und beeindruckend. Insgesamt war das Haus wirklich geschmackvoll und freundlich eingerichtet. "Wie genau würden meine Schwester und ihr Sklave dann untergebracht? Und wie wäre es mit der Verpflegung? Ich nehme an, meine Schwester wird nicht zur Last fallen wollen und sich lieber selbst verpflegen. Sie kann da sehr starrsinnig sein." Er lächelte ein wenig verlegen, denn er wollte ja eigentlich nicht schlecht über seine Schwester sprechen. Doch die Wahrheit war es und angesprochen werden mußte es auch.


    Mittlerweile kamen sie ins Erdgeschoß zurück und Valerian bewunderte das Triclinium, das Tablinum und die verschiedenen Zimmer. Dann führte Severa ihn auf die Terrasse. "Das Haus ist wirklich wunderschön. Ich bin sicher, es würde meiner Schwester hier gefallen."

  • Nachdem wir unseren Rundgang beendet haben und auch die schöne Terrasse mit Blick auf den Garten bewundert
    haben, kehrten wir ins Atrium zurück. Valerian schien wirklich beeindruckt zu sein und ich war stolz darüber.


    "Du hast Recht, Valerian, ich habe weder dich noch deine Schwester je gesehen, aber ich verlasse mich auf meine
    Menschenkenntnisse und ich nehme an, dass deine Schwester genauso nett und höflich ist wie ihr Bruder..."


    Inzwischen wurden Erfrischungen, das frische Quellwasser und Wein, serviert und und ich bat Valerian Platz zu nehmen


    "Was möchtest du trinken? Also, du hast die Räume nun gesehen, deine Schwester bekommt ein schönes Cubiculum und
    sie kann selbstverständlich das Balneum und die Culina benutzen und sich in der Casa frei bewegen ... Der Sklave wird in
    der Sklavenunterkunft untergebracht. Und wenn er kochen kann, um so besser. Ansonsten kann deine Schwester die
    Dienste meiner Köchin in Anspruch nehmen..., und sie wird mir schon nicht zur Last fallen, keine Sorge ..."


    versicherte ich Valerian und lächelte ihn aufmuntern an, dann trank ich einen Schluck Wasser und fragte nebenbei -


    " Und was ist mit dir, wolltest du nicht auch eine Wohnung mieten?"

  • Ein weiteres Kompliment, das ihn erröten ließ. Er hatte wohl schon zu lange nicht mehr mit netten jungen Frauen gesprochen. "Du bist wirklich liebenswürdig. Niemals hätte ich gedacht, daß gleich meine erste Anfrage nach einer Wohnung so positiv verlaufen würde. Du bist sehr freundlich. Meine Schwester ist lieb und höflich. Jedoch hat sie ihren eigenen Kopf." Er lächelte, denn gerade das mochte er an seiner Schwester. Sie wußte sich zu helfen und konnte sich durchsetzen, wenn es nötig war.


    "Etwas verdünnter Wein wäre sehr nett", sagte er höflich und setzte sich auf den angeobotenen Platz. Hier zu sitzen war wirklich angenehm. "Soweit ich weiß kann Bashir mittlerweile kochen. Er ist eigentlich parthischer Soldat und ich war sehr dagegen, als Valentina ihn kaufte. Doch er hat sich als zuverlässig und treu erwiesen. Ich muß gestehen, daß ich ihm das nicht zugetraut hatte. Anscheinend besitzt meine Schwester eine bessere Menschenkenntnis als ich. Erst dachte ich, sie hätte ihn nur aus Mitleid gekauft, da er aufgrund einer Kriegsverletzung hinkt."


    Als sie dann fragte, ob er nicht selbst auch eine Wohnung mieten würde, grinste er breit. "Sehr gerne würde ich hier wohnen. Das ist sehr viel angenehmer, als sich mit sieben anderen Männern einen vergleichsweise kleinen Raum zu teilen. Allerdings darf ich als Soldat nicht woanders wohnen als in der Castra. Schon für diese Wohnungssuche Ausgang zu bekommen, war nicht ganz so einfach. Es ist mein erster Ausgang, seit ich nach Rom zurückgekehrt bin." Er zuckte mit den Schultern. "Gerade aus diesem Grund, weil ich mich nur selten um Valentina werde kümmern können, möchte ich sie gut untergebracht wissen."

  • Die Sklavin Lyda schenkte Valerian einen Becher verdünnten Wein ein und ich wollte nur einen Becher frisches Wasser.
    Über seine Komplimente freute ich mich sehr und lächelte bescheiden


    "Danke Dir, werter Valerian, wie Du gesehen hast, hat unsere Casa viele leerstehende Räume, da würde ich mich freuen,
    wenn das Haus wieder voller Leben wird... Wir hatten mal eine große Familie, ja, es war einmal ..."


    sagte ich mit einem Seufzer und trank einen Schluck Wasser


    "Über den Sklaven brauchst du dir wirklich keine Sorgen zu machen :D , meine Sklaven haben es gut bei mir, nicht wahr,
    Lyda?..."
    - ich sah die alte Sklavin an und sie nickte sofort, dreimal sogar

    "Nun, wenn Deine Schwester lieb und nett ist, könnte sie mir vielleicht manchmal Gesellschaft leisten, und dass sie ihren
    eigenen Kopf hat spricht für sie ...."


    nickte ich zustimmend und lächelte leicht verschmitzt


    "Ja, das kann ich gut verstehen, dass Du selbst in der Castra wohnen musst, mein Onkel Titus Lupus ist auch ein
    Miles, er kommt manchmal zum Essen, aber muss dann wieder zurück, in seine Castra .... Dein erster Ausgang ...?"


    fragte ich und sah Valerian neugierig an

  • Na, welche Sklavin würde bei einer solchen Frage nicht eifrig nicken, dachte Valerian amüsiert, nahm aber nicht an, daß in diesem Hause Sklaven mißhandelt wurden. Dafür war Severa viel zu freundlich und zuvorkommend.


    "Ja, mein erster Ausgang, seit ich bei den Praetorianern bin. Neue haben erst einmal Ausgangssperre. Und ich glaube, ich hätte auch keinen Ausgang erhalten, wenn ich nicht einen guten Grund, nämlich eine Wohnung für meine Schwester zu suchen, hätte vorweisen können." Die anderen Neuen jedenfalls waren noch nicht außerdienstlich in der Stadt gewesen.


    "Um nochmal auf das geschäftliche zurückzukommen. Was stellst Du Dir als Mietzahlung denn so vor? Ich muß gestehen, daß mir bis jetzt alles viel zu schön vorkommt, um wahr zu sein. Es wäre ideal und ich wäre wirklich beruhigt, wenn ich meine Schwester hier in so netter Gesellschaft und vor allem in Sicherheit wüßte."

  • Es war schon bemerkenswert, wie der junge Praetorianer sich um seine Schwester kümmerte, sogar einen Ausgang
    hat er bekommen, um eine Wohnung für sie zu finden. Der Mann wurde mir immer sympathischer.


    "Ach, wie ich schon sagte, so lange deine Schwester keine Stelle hat, wird sie mein Gast sein, ... nun, normalerweise
    verlange ich im Sommer 50 Sesterzen und etwas mehr im Winter ... wegen der Heizung ..."


    Vorsichtig und mit einem charmanten Lächeln blickte ich Valerian an und hoffte, er wird diese Miete akzeptieren ...

  • Das Leuchten auf der Miene Valerians erlosch unversehens. Ja, so in etwa hatte er es sich schon gedacht. Oder es vielmehr befürchtet. "Dieser Preis ist für das Gebotene mehr als fair. Jedoch leisten kann ich es mir nicht. Als Miles erhalte ich nur 48 Sesterzen in der Woche Sold. Auch wenn ich selbst nicht viel brauche, so doch hin und wieder etwas. Und meine Schwester muß ja auch noch etwas essen. Nein, ich muß leider absagen, so leid mir das tut. Wenn sie nicht eine extrem gut bezahlte Stellung findet, wird sie es sich nicht leisten können. Ich jedenfalls kann es ihr nicht finanzieren." Außerdem wußte er ja gar nicht, ob Valentina überhaupt wollte. Sie hatte nur geschrieben, daß sie darüber nachdachte. Doch er kannte sie. Das konnte bedeuten, daß sie am nächsten Tag ihre Sachen packte und abreiste. Oder eben, daß sie es sich doch anders überlegte und in Mogontiacum blieb.


    "Ich danke Dir für Deine Zeit und auch für Deine Großzügigkeit. Ich werde ihr auf jeden Fall von Deinem Angebot schreiben. Wenn es ihr gelingt, eine entsprechende Stellung zu erhalten, dann wird sie gewiß gerne hier einziehen. Empfehlen werde ich es ihr auf jeden Fall, denn es ist hier einfach nur schön."

  • Ein wenig enttäuscht sah ich Valerian an. Offensichtlich hat er nicht richtig zugehört, als ich sagte, dass ich kein
    Geld von ihm wollte. Aber er wirkte auch etwas frustriert. Dabei wollte ich dem jungen Mann nur helfen.


    "Aber, Valerian, wenn deine Schwester hier bei mir wohnen wird, warte ich so lange mit der Miete, bis sie arbeiten
    geht ... , ich werde auch keine Nachzahlung verlangen ... "


    Dann überlegte ich kurz, er sagte, er bekommt 48 Sesterzen wöchentlich, vermutlich lag hier ein Missverständnis vor,
    ich seufzte leicht und sagte mit einer überzeugenden Stimme


    "Also gut, ich würde vielleicht noch auf ... 40 Sesterzen runtergehen, monatlich selbstverständlich ... , was würdest
    du dazu sagen?"

  • Valerian stutzte. Monatlich! Oh, da hatte er offensichtlich etwas mißverstanden. "Entschuldige. Anscheinend habe ich nicht richtig zugehört. Monatlich... dann... dann würde es wahrhaftig gehen." Seine Miene erhellte sich zusehens, während die Erkenntnis langsam eintröpfelte. "Ich danke Dir nochmals für die Großzügigkeit, Valentina erst kostenlos hier wohnen lassen zu wollen. Doch ich weiß nicht, ob ihr Stolz es zulassen wird, eine solche Güte anzunehmen. 40 im Monat sind sehr großzügig von Dir! Also, dann werde ich ihr schreiben und von Dir berichten. Es wäre schön, wenn sie sich wirklich dazu durchringen würde, nach Rom zurückzukehren. So könnten wir uns wenigstens hin und wieder sehen. Darf ich Dir dann also eine Nachricht zukommen lassen? Sobald ich von ihr erfahren habe, ob sie wirklich herkommt und falls ja, ob sie bei Dir wohnen möchte?" Selbstverständlich konnte er keine Abmachung treffen, ohne sich mit Valentina abgestimmt zu haben. Und der Postweg nach Germanien war lang.

  • Also, es war doch nur ein Missverständnis, aber nun, es hat sich alles geklärt! Ich seufzte erleichtert und lächelte ihn an


    "Ach, das macht doch nichts und du brauchst dich nicht dafür zu bedanken. Mir ist viel wichtiger, wenn das Haus
    wieder voller Leben wird... "


    wiederholte ich mich und dachte wehmütig an die vergangenen Tage zurück ... , dann fuhr ich fort


    "... aber selbstverständlich darfst du mir eine Nachricht zukommen lassen, wenn du was genaueres weißt!
    Und wenn du wieder mal einen Ausgang bekommst, würde ich mich freuen, wenn du mich besuchen kommst,
    zum Essen vielleicht ...?"

  • "Das wäre mir eine außerordentliche Ehre, Sergia Severa. Danke für diese freundliche Einladung. Ich werde sehr gerne darauf zurückkommen. Nun, noch heute Abend werde ich meiner Schwester schreiben." Er erhob sich und neigte respektvoll den Kopf. "Nun muß ich mich leider verabschieden. Es war mir wirklich eine große Freude, Dich kennenzulernen. Und ebenso freue ich mich bereits auf unser nächstes Zusammentreffen." Sie war nicht nur schön, sondern auch noch außergewöhnlich nett und gastfreundlich. Was für ein Glückspilz war der Mann, der sie zur Frau bekam. Oder war sie gar schon verheiratet? Natürlich konnte er nicht einfach danach fragen, das wäre mehr als unpassend.

  • Valerian war ein sehr höflicher junger Mann und mir sehr sympathisch, ich stand auch auf und gab ihm meine Hand
    zum Abschied,


    "Es war mir auch eine Freude, Dich kennen zu lernen, Quintilius Valerian und ich werde auf Deine Nachricht warten,
    auch Du bist hier willkommen, ... wenn es Dir die Zeit und deine Vorgesetzten erlauben ..."


    dann begleitete ich Valerian selbst bis zur Tür und lächelte ihn sanft an,


    "Vale bene, Valerian, und mögen die Götter Dich unterwegs beschützen ..."

  • Valerian drückte ihre Hand leicht und lächelte sie mit vor Freude glänzenden Augen an. "Du ehrst mich sehr damit, hab vielen Dank. Ich freue mich bereits jetzt auf unser nächstes Zusammentreffen." Es war wirklich bedauerlich, daß er schon gehen mußte. Gerne hätte er ihre Gesellschaft noch ein wenig länger genossen.


    Ihr Lächeln, das sie ihm beim Abschied an der Tür schenkte, erwärmte sein Herz in bisher ungekannter Weise. Wie schön sie war! Und wie lieb! "Mögen die Götter auch stets an Deiner Seite sein, Severa", wünschte er von ganzem Herzen. "Vale bene." Seine Schritte waren zögerlich, als er das gastliche Haus verließ. Und er drehte sich auch noch einmal um und hob die Hand zum Gruß, bevor er die Straße betrat und in Richtung Markt davonging. Er wollte doch noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen, bevor er zur Castra zurückkehrte.

  • Valerian war ein außergewöhnlich liebenswürdiger Mann und seine Worte haben mich sehr berührt. Und er hatte
    schöne, große braune Augen, die mich anstrahlten und mein Herz höher schlagen ließen.... Ich stand an der Tür und
    sah ihm nach, und als er sich umdrehte und seine Hand zum Gruß erhob, lächelte ich ihm zu und ging dann wieder
    zurück ins Haus.

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