ho tou nikoalou oikos

  • Ein junger Brusche, der sich an diesem Tag ein paar Drachmen dazuverdiente, überbrachte einen unscheinbaren, kleinen Brief. Er musste heute noch mehr Briefe hier in der Basileia abgeben, aber die Begleitung durch die römische Wache störte ihn dabei nicht besonders. So leicht verdiente sich das tägliche Brot sonst nicht, und so oft kam er auch nicht nach Basileia.


    Also übergab er an der Türe die Einladung, wie es ihm aufgetragen wurde, und machte sich dann auch schon weiter auf den Weg.



    Einladung


    Hiermit möchten wir dich, Nikolaos Kerykes, recht herzlich zu unserer Hochzeit einladen. Sie findet am ersten Tag des Gamelión/ANTE DIEM IV ID IAN DCCCLIX A.U.C. (10.1.2009/106 n.Chr.) in der megaro Bantotakia statt. Das ist das frühere Haus des Kitharisten Philolaos im Broucheion. Die Zeremonie wird der ehrenwerte Priester Geórgios Krateidos leiten. Diese wird nach der offiziellen Eheschließung durch den Eponminatographos stattfinden, welche im engsten Familienkreis begangen wird. Für Speis und Trank wird ausreichend gesorgt sein.
    Wir würden uns sehr über dein Erscheinen freuen, natürlich sind auch Begleiter recht herzlich eingeladen.


    Voller Freude
    Penelope und Ànthimos Bantotakis.

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  • Der Torwächter, übrigens einer der wenigen Sklaven, die im Haus lebten, nahm den Brief an sich und brachte ihn dem Herren, der in einem der für die Aufbewahrung von Büchern eingerichteten Räumen las. Nikolaos sah das Siegel, das ihm nicht bekannt vorkam, erbrach es und las den Brief. Er erbleichte. Obgleich er diesen Tag hatte kommen sehen und auch wusste, das er unausweichlich war. Dieser Ánthimos hatte offenbar in Mithridates Castor einen Gönner gefunden, und wer wusste in wem noch. Mithridates, das wusste Nikolaos, war keineswegs arm, auch wenn er etwas knauserig schien. Erster Tag des Gamelión... Sein Gesicht erhielt wieder Farbe. Nun aber verkrampften sich die Finger am Papyrus. Dieser Ánthimos war kein Hungerleider mehr... Er hatte offenbar reiche Gönner gefunden... Er war sogar mit einer überwältigenden Mehrheit in ein Amt gewählt worden... Bei der Götttin der Weggabelungen, der finsteren Zauberin! Bei Isis, die ihn nicht erhört hatte! Ein hässlicher Fluch kam nicht über des Nikolaos Lippen. Stattdessen rief er Peistratos.


    "Ja, Herr?"


    "Schicke nach Heraklitias, dem Bildhauer. Ich brauche bis zum ersten des Gamelión eine Statue. In Lebensgröße soll sie sein. Heraklitias soll zu mir kommen. Er soll zuvor dafür sorgen, dass er rechtzeitig an besten Stein kommt, an Farben und an unterschiedliche Frauen, die ihm dazu Modell stehen werden, oder eine von ihnen, kommt. Ich will sie gemeinsam mit ihm auswählen. Bis zum ersten des Gamelión! Er soll alle anderen Arbeiten unterbrechen. Ich werde ihm Geld geben, mit dem er seine anderen Auftraggeber entschädigen kann... Oder besser: Ich zahle für alle seine Aufträge! Koste es, was es wolle! Er soll noch heute hierher kommen, damit wir alles besprechen können. Er soll den anderen Auftraggebern - ach, das wird er selbst wissen. Los, geh! Verliere keine Zeit!"


    Peistratos war an die Marotten seines Besitzers gewöhnt, doch an diesem Tag schien der Herr besonders verwirrt zu sein. Schweigend nickte er und eilte sogleich aus dem Haus. Nikolaos konnte sehr unangenehm werden, das wusste Peistratos, wenn man ihm in einer solchen Lage widersprach.

  • "Hmm… Ich verstehe."


    Langsam erhob sich Silanus aus der Liege. Es war tatsächlich ein kurzer Besuch, aber er war sehr informativ. Ohne Zweifel würde es eine Aussprache geben, sobald Silanus zurück ins Castellum ritt.


    "Dann danke ich dir für deine offenen Worte und werde mich nun zurückziehen. Sollte sich etwas ergeben, dass für dich von Interesse sein könnte, werde ich dir eine Nachricht zukommen lassen."

  • Etwas eigenartig kam es Nikolaos vor, dass der Iunier ihn so plötzlich verließ und auf seine Fragen zur Gesundheit der Familie nicht antwortete. Er hoffte, Iunius Silanus wäre kein Spitzel des Legionspräfekten, der nun aufbräche, um diesen zu unterrichten. Wobei er in einem solchen Fall sicher länger geblieben wäre, um Nikolaos noch weiter auszuhorchen. Der Gymnasiarchos prüfte den Blick seines Gegenübers und konnte keinen Funken Hinterhältigkeit darin erkennen. So nickte er freundlich und reichte seinem Gast die Hand.


    "Ich habe dir zu danken für das offene Ohr, das du meinen Sorgen zuwandtest.", sagte er höflich. "Du bist im übrigen herzlich eingeladen, mich in Zukunft auch von dir aus und zu Gesprächen über erfreulichere und heitere Dinge zu besuchen. Schließlich sind wir gewissermaßen Nachbarn. Ich wünsche dir einen guten Abend."

  • Gerade rechtzeitig hatte Herklitias die Aphrodite-Statue fertiggestellt. Sie erfüllte die Ansprüche des Nikolaos, was sonst nicht häufig der Fall war. Eine Dienerin hatte sie in Seidentücher gewickelt und darum Bänder und Blumengirlanden gebunden.


    Nun stand sie im Schlafzimmer des Nikolaos. Dieser saß in einem Sessel aus Schilfrohr, der eine hohe Lehne hatte. Ein Diener arbeitete an seiner Frisur. Mit geschickten Handbewegungen drehte er das Haar des Herren zu kunstvollen Schneckenlocken auf, nachdem er es zuvor in Rosenöl gewaschen hatte und mit Asche geschwärzt. Peistratos las Nikolaos derweilen einige Verse aus der Odyssee vor, um Nikolaos zu erheitern, was nicht gelang. Sein Gesicht blieb ernst und starr, seine Hände umklammerten die Lehnen des Sessels.


    "Schluss jetzt.", stieß jetzt Nikolaos hervor. "Lege lieber meine Gewänder bereit."
    Sofort folgte Peistratos der unfreundlichen Anweisung. Er kannte seinen Herren gut genug, um zu wissen, dass niemand ihm in einer solchen Stimmung widersprechen sollte.
    "Welche Gewänder...?"


    Nikolaos Stirn kräuselte sich. Seine Mundwinkel zuckten.


    "Den dunkelblauen Seidenchiton mit dem kerýkeion-Ornament, die purpurne Chlamys aus Seide, den Gürtel mit Elfenbeinschnalle, die roten Calcei mit den Elfenbeinspangen, für den Weg eine dunkle Wollchlamys."


    Peistratos nickte und legte rasch alles bereit. Der Diener hatte inzwischen sein Werk vollendet. Er hielt Nikolaos einen Spiegel aus glattpolierter Bronze hin.

  • "Dämmert es schon?", fragte Nikolaos. Die Dämmerung in Alexandria war kürzer als in Athen oder Rom. Peistratos ging zu einer der hohen Türöffnungen an der Peristylumswand des Schlafraumes und schob den Vorhang aus dünner Seide beiseite.
    "Noch nicht, Herr..."


    "Peistratos! Hole Früchte und andere Süßigkeiten aus dem Vorratsraum. Und Blumen natürlich. Du hast doch heute dies alles vom Markt geholt?"


    Peistratos nickte und verließ den Raum. Er war froh, nun nicht mehr in Reichweite des Herrens sein zu müssen. Dieser behandelte zwar in der Regel zumindest seinen Lieblingssklaven gut, doch wenn Nikolaos in säuerlicher Stimmung war, hielt selbst der geduldigste aller Menschen es kaum mit ihm aus.


    Der Diener war dazu übergegangen, sich Nikolaos Gesicht zu widmen. Im Bad machten derweilen andere Diener sauber. Zwei Stunden lang hatte Nikolaos an diesem Tag gebadet. Dies ganz allein. Kein Gast hatte ihm Gesellschaft geleistet und Diener durften die Baderäume nur auf Zuruf betreten und nur, um den Herren mit Wasserkrügen, Ölfläschchen, Striegeln und Schwämmen bei der Reinigung zu helfen. Peistratos suchte in den vielen Vorratsräumen des Hauses nach dem, wonach Nikolaos verlangte. In der Dunkelheit der fensterlosen Räume, die nur die Öllampe erhellte, die der Sklave trug, war es schwer, irgendetwas zu finden.

  • "Bestien! wollt mich zerfleischen!", rief Nikolaos plötzlich aus. Die Diener, die zuvor überflüssige Gesichtsbehaarung mit einer Pinzette ausgezogen hatten, sprangen erschrocken zurück. "Verzeih, Herr, doch anders als mit Schmerzen-" "Ja ich weiß! Macht weiter!", zischte Nikolaos ungeduldig. Seine Hände verkrampften sich um die Armlehnen des Sessels. Peistratos trat mit einem Korb voller Süßigkeiten in der einen und einem Korb voller frischer Blumen in der anderen Hand ein.


    "Die Dienerin soll das zurechtmachen.", sagte Nikolaos und blickte Peistratos an, nicht die Dienerin. Diese nahm gehorsam dem Sklaven die Körbe aus der Hand.
    "Sie soll damit nach draußen gehen. Dieses Gewusel macht mich krank!"


    Die Dienerin ging zum Hof hinaus. Nikolaos nahm einen tiefen Atemzug. "Peistratos, die Odyssee -" Gerade sah sich der Sklave nach der Schriftrolle um- "Nein, doch lieber nicht.", sagte der Hausherr. "Bring das wieder in die Bibliothek und hol' etwas von Sappho, das siebte Buch vielleicht." Peistratos machte sich augenblicklich auf den Weg. "Nein!", rief ihm Nikolaos hinterher. "Du kannst das nicht vortragen. Dir fehlt die Stimme dazu." Beleidigt kehrte Peistratos um. "Nimm Platon - nein, lieber gar nichts mehr. Ich kann das irre Geschwätz nicht mehr hören."


    Sein Gesicht erstarrte wieder. Die Diener hatten ihr schmerzhafte Werk vollendet. Nun trugen sie Schminke aus Kalk und Bleiweiß auf. Mit Rötel gaben sie dem Gesicht wieder etwas Farbe zurück. Kohle vertiefte die Schatten.

  • "Peistratos! Ich brauche jetzt Theriak.", sagte Nikolaos, deutlich sanfter als zuvor. "-es wäre nett, wenn du ihn holen könntest.", fügte er sogar freundlich an, wennauch etwas hastig und gepresst.


    "Ja, Herr."


    An einem anderem Tag hätte Peistratos den Herren darauf hingewiesen, dieser habe bereits seine tägliche Menge Theriak genommen, doch Peistratos vermutete, Nikolaos würde darauf etwas antworten wie Wer ist hier der Herr, ich, oder etwa du, dass du mir Vorschriften machst?.


    Der Sklave ging daher gehorsam hinaus auf die Säulenhalle am Hof und von dort aus in einen Vorratsraum. Er nahm nur einen kleinen Brösel Theriak, da er wusste, dass dieser Theriak von jenem Herrsteller sehr stark war. Vorratsgefäßen entnahm er fette Wurzeln einer seltenen Pflanze aus Indien, Kardamom und Smyrna. In einem anderem Vorratsraum füllte er Wein in einen Krug ab. Auch Honig nahm er. Mit diesen Zutaten vermischte er den Brösel Theriak, wobei er eine Feinwaage und einige Maßgefäße verwendete, um die richtigen Anteile zuzugeben. Ab und an kostete er winzige Menge und gab darauf von einer der Zutaten etwas mehr hinzu. Nikolaos durfte nicht wissen, dass der Theriak gestreckt war.


    Als er zufrieden war, formte er die Masse zu einer Kugel und legte sie mit einer Silberzange in ein Silberschälchen, das er Nikolaos brachte. Dieser griff mit einer fahrigen Handbewegung nach der Kugel und schob sie sich in den Mund, wo er sie ausgiebig kaute.


    Seine Züge entspannten sich. Nur seine Hände umklammerten weiterhin die Armlehnen. Er erhob sich und ließ sich von Peistratos und zwei Dienern in die Kleider helfen. Schließlich nahm er wieder Platz, damit einer der Diener ihm die Calcei anlegen konnte.


    "Die Statue muss vorsichtig auf einen Karren geladen werden und dort gut verstaut. Ich möchte keinen Kratzer an ihr bemerken. Ich werde die Sänfte nehmen."

  • Sie erreichten das Haus. Peistratos hatte den Herren und dessen Begleitung schon kommen sehen und ließ die drei jungen Menschen ein.


    "Chaire, Peistrate. Sind die Lohndiener noch hier?"


    "Chaire, Nikolae. Ja, sie sind noch hier."


    "Gut. Dann sage ihnen, sie sollen das Wasser in der Bleizisterne erhitzen, falls es nicht noch warm ist, und das Hypokaustum befeuern. Außerdem sollen sie frische Kleidung bereit legen und dem Gast-"
    Er nickte höflich in Richtung des blonden Römers.
    "beim Baden helfen und bewirten, falls er es wünscht. Und auf den Hund soll einer aufpassen.", sagte Nikolaos noch im Hof. Peistratos nickte und machte sich auf den Weg, die Lohndiener anzutreiben. Diese waren ungleich träger als die zum Haushalt gehörigen Sklaven, da sie Tagelöhner waren und in der Regel eine festgelegte Summe am Abend erhielten.


    Sie erreichten die Säulenhalle gegenüber des großen Tores.


    "Du kannst in den Raum am rechten Ende der Säulenhalle gehen, werter Duccius Rufus. Fühl dich wie zuhause."


    Dann wandte er sich an Iunia Axilla.


    "Warte hier. Ich hole die Tafeln."


    Er verschwand in seinem Schlafraum. Der schwere Türvorhang schien ihn zu verschlucken. Es dauerte eine Weile, ehe er wieder hinter dem Vorhang hervortrat. Schließlich hatte er die Briefe gerade eben erst geschrieben.


    Einen ganzen Stapel an Wachstafeln trug er und überreichte ihn der Iunierin.


    "Es wäre sehr gut, wenn die Briefe bis heute Abend abgeschrieben und verteilt wären. Das Abschreiben kannst du in der Schreibstube im Gymnasion erledigen."



    An Lyros, Altes Gasthaus, Alexandria



    Ich möchte dich daran erinnern, dass die Pacht des letzten Monats noch aussteht. Bitte begleiche sie so rasch wie möglich. Sollte dir dies nicht möglich sein, verschweige es nicht, sondern suche mich auf, damit wir darüber beratschlagen können.



    Nikolaos





    An Marcus Achilleos, Akademie des Marcus Achilleos, Alexandria



    Werter Marcus Achilleos,


    es wäre mir eine Freude, dich meinen Gast in meinem Haus in Alexandria nennen zu dürfen. Bitte gib mir diese Gelegenheit, das Versprechen, das ich dir gab, einzulösen.


    Nikolaos





    An den Verwalter des Landgutes des Nikolaos bei Alexandria



    Ich will dich darauf hinweisen, dass ich seit einiger Zeit gedenke, einige Tage auf dem Land zu verbringen, sobald es mir meine Geschäfte in der Stadt erlauben. Dies benötige ich sehr, um meine angegriffene Gesundheit wiederherzustellen oder wenigstens zu schonen. Daher bitte ich dich, das Haus und das Anwesen für meine baldige Ankunft bereitzuhalten.


    Nikolaos





    An Nikodemos, wohnhaft auf seinem Landgut bei Alexandria



    Werter Nikodemos,


    zulange schon hörte ich nichts von dir. Bitte lies darin keinen Vorwurf! Es ist lediglich die Sorge um dich. Daher lasse mich bitte wissen, wie es dir geht, ob deine Gesundheit wieder - zumindest - teilweise eingetreten ist. Gerne möchte ich dich besuchen, fürchte aber, durch ein plötzliches Eintreffen dich zu belästigen. Also bitte ich dich darum, mir mitzuteilen, ob du meinen Besuch wünschst und, falls ja, wann ich dich nicht störe, sondern du meinen Besuch genießen kannst. Ich hoffe, die Gebrechen deines Alters, von denen du oft berichtetest, entlassen dich zuweilen aus ihren Klauen.
    Ich weiß, dass dich die Geschäfte der Polis mehr anwidern als interessieren, aber ich möchte dir einen kurzen Bericht darüber geben:
    Ich bin wieder Gymnasiarchos für eine Pyrtanie. Die ehrenwerte Iunia Urgulania, eine Römerin deren Schutzherr ich bin, die dadurch, so hoffe ich sagen zu können, auch deinem Über-Schutz angehört, wählte das alexandrinische Volk zum Exegetes. Ich weiß, du schätzst es nicht, dass sich Frauen in Bereiche des Lebens drängen, die unsere Vorväter ihnen verwehrten, jedoch glaube ich, es ist durchaus gut für die Polis, diese Römerin als Fürsprecherin zu haben, zumal ihr Vetter ein hoher Offizier des römischen Stratos ist. Cleonymus ist Kosmetes. Desweiteren sind da zwei Brüder, der eine, Thimótheos, Sohn eines gewissen Kyriakos, ist nun Strategos, der andere, ein gewisser Ánthimos ist Agoranomos.


    Ich hoffe, bald wieder von dir zu hören.


    Nikolaos


  • Dem Gespräch zwischen Nikolaos und seinem Sklaven – sie nahm einfach an, dass es ein solcher war – versuchte Axilla nicht allzu sehr mitzubekommen. Sie hatte keine Ahnung, ob Rufus davon überhaupt etwas verstand, das war ja immerhin auf griechisch gesagt worden. Und ein kleiner Teil von ihr fand es da ungerecht, wenn sie alles mitbekäme. Aber der neugierige Teil hörte halt doch zu.
    Sie betrat mit Nikolaos und Rufus das Haus und lächelte ihm noch zu, als Nikolaos ihm den Weg ins balneum erklärte. Sie selber ging mit Nikolaos mit und blieb da stehen, wo er es ihr gesagt hatte. Ein wenig neugierig schaute sie sich um. Das Haus war schön, wenn auch sehr anders als die villa, in der Urgulania und sie selbst wohnten. Und sehr viel griechischer. Aber lange hatte sie auch gar nicht, um sich alles anzuschauen, denn da kam Nikolaos auch schon wieder zurück. Er war zwar doch ein ganzes Weilchen weg gewesen, aber nicht solange, als dass Axilla sich wirklich getraut hätte, herumzustromern und sich etwas genauer anzusehen.
    Er drückte ihr einige Wachstafeln in die Hand, die sie nahm und versuchte, zu halten, ohne dass eine sich noch selbständig machte. Da hatte sie ja am Nachmittag dann noch ein wenig zu tun.
    “Gut, das werd ich dann machen und sie dann auch gleich losschicken. Kommst du heute Nachmittag dann noch einmal ins Gymnasion oder bleibst du dann gleich zuhause?“
    Das wäre interessant zu wissen. Wenn sie heute Nachmittag dann außer den Briefen nichts mehr hatte, käme ihr das natürlich nicht ungelegen. Dann würde sie die Briefe wohl zuhause schreiben und dann einen Sklaven damit losschicken, das wäre auch praktischer für sie.
    Außerdem wollte sie jetzt sowieso auf Rufus noch warten. Er war ja ihr Gast, und den konnte sie nicht allein dann zur Regia laufen lassen. Und auch, wenn sie Nikolaos wohl vertraute, dass er ihn wohl hinbringen würde, sie hatte für den germanischen Römer die Verantwortung übernommen.

  • Ragin verstand nicht alles, was Nikolaos zu seinen Sklaven sagte, dafür redete er einfach zu schnell. Aber es reichte um mitzubekommen was alles gesagt wurde, zumindest ungefähr.



    "Danke, das ist sehr nett. Einen Moment, ich muss gerade noch meine Kleidung vom Pferd holen."


    So verschwand er schnell nach draußen und holte sich frische und vor allem römische Kleidung. er wollte ja einen guten eindruck in der Regia machen, und seine normale Kleidung war hier wohl sehr exotisch. Und das hieß auffällig und das wollte er nicht unbedingt. Wobei sein Pferd und sein Hund ja auch schon auffällig waren.


    Als er dann zurückkam hatte er aber doch noch eine Frage an den Griechen: "Habe ich das richtig verstanden, sie sollen mir beim Baden helfen? Ich würde das lieber alleine machen. Also ich habe ja nicht dagegen in der Thermae, aber mich von einem Sklaven waschen lassen...das ist so bei uns nicht üblich, also das möchte ich lieber selbst machen."


    Alles in ihm sträubte sich bei dem Gedanken, sich von einem Mann oder einer Frau waschen zu lassen. Er war ja weder alt und gebrechlich, noch war er ein kleines Kind. Wenn die Griechen das wirklich immer so machten, dann mussten sie sich nicht wundern, dass sie als dekadent galten.


    Sim-Off:

    Ich denke wir machen das, bevor Nikolaos ins Schlafzimmer verschwindet und schreibt.

  • Dass der Gast auf die Hilfe von Dienern bei der Köperreinigung verzichten wollte, befremdete Nikolaos. Alleine erreichte man doch gar nicht alle Winkel des Körpers... . Vielleicht lag es daran, dass der junge Mann offenbar aus dem Norden kam. In Ägypten schienen die Hellenen, natürlich nach den Juden und den Römern, sogar noch am Schamhaftesten, was (öffentliche) Nacktheit anbetraf.


    "Das ist ganz dir überlassen.", sagte Nikolaos freundlich. "Erlaubst du jedoch, dass dir zuvor die Diener eine kleine Stärkung bringen? Oder möchtest du dich lieber zuerst waschen?"


    Einer der Diener wartete, im gebührenden Abstand, auf ein Zeichen des Nikolaos. Der Hausherr wollte sich nicht lumpen lassen. Schließlich hatte der junge Mann sicher eine lange Reise hinter sich, auf der er überwiegend fade Schiffskost gegessen hatte.

  • Die Frage der jungen Iunierin brachte Nikolaos in Bedrängnis. Für gewöhnlich vermied er es, am Nachmittag Arbeit, gleich in welcher Form, nachzugehen. Nun aber schien ihm diese Frage fast vorwurfsvoll zu klingen.


    "Ich denke, ich werde am Nachmittag dort sein.", sagte er langsam, doch nicht zögerlich. "Sehr freundlich ist es von dir, dass du dich mit dem Austragen beeilen möchtest. Doch willst du nicht zunächst eine Kleinigkeit essen?"


    Nikolaos wollte schließlich nicht den Anschein erwecken, Axilla herumzuscheuchen. Er konnte auch freundlich sein... . Seine Mißstimmung vom Vormittag verflüchtigte sich langsam. Auch verzieh er der Schreiberin ihre Anzüglichkeiten. (Wobei es ihn noch immer sehr interessierte, was wohl Urgulania von Derartigem halten würde...)


    "Noch sind meine Lohndiener im Hause, könnten also sehr rasch eine kleine Mahlzeit zurechtmachen.", fügte er hinzu und lächelte.

  • Ragin freute sich, dass Nikolaos das offensichtlich nicht negativ aufnahm.


    "Das ist wirklich ein sehr freundlich. Allerdings muss ich darauf bestehen, dass es wirklich nur eine Kleinigkeit sein wird. Zum Einen möchte ich dir nicht allzu viele Umstände machen, denn ich habe deine Hilfsbereitschaft schon sehr strapaziert. Und zum Anderen muss ich zugeben, hat mich die Fahrt mit dem Schiff schon sehr mitgenommen. Bis sich mein Magen wieder beruhigt hat, wird das sicher noch ein paar Tage dauern. Ich würde dann sagen wir essen etwas nach dem Baden. Dann wird es mir sicher schon etwas besser gehen."


    Ragin ging dann in das besagte Zimmer und badete und wusch sich so schnell wie möglich. Dann kam er frisch angekleidet zurück. Beinahe sah er jetzt aus wie Römer, zumindest was die Kleidung betraf. Er ließ seinen Blick ein wenig schweifen. Das griechische Haus sah ganz anders aus, als die Casa Duccia und war natürlich gar nicht zu vergleichen mit ihrer Hütte in Germania Magna. Es sah alles sehr schön aus, und Ragin war sehr beeindruckt von all den Kostbarkeiten, aber irgendwie hatte er überall ein wenig Angst etwas kaputt zu machen. Axilla wartete dort noch, aber auch Nikolaos war offenbar gerade zurückgekommen und überreichte ihr ein paar Wachstafeln.


    Mittlerweile waren auch schon paar leckere Sachen zm Essen aufgetragen worden. "So, da bin ich wieder. Ein Glück, dass das ganze Meersalz endlich runter ist von meiner Haut. Das wird auf die Dauer wirklich sehr unangenehm." Dann wandte er sich an Axilla.


    "Das war wirklich sehr nett von dir, dass du mich als dein Gast ausgegeben hast. Meinst du ich wäre nicht durchgelassen worden, wenn ich gesagt hätte, dass Duccia Venusia mich erwartet?"


    Irgend einen Grund musste es dafür ja geben. Und es war ihm nicht entgangen, dass sie die Wachen ohne Durchsuchung passieren konnte. Vielleicht war sie ja auch eine wichtige Persönlichkeit. Vielleicht hatte man ja als Scriba des griechischen Duumvirs hier in Alexandria einen ganz anderen Stellenwert als ein vergleichbarer Scriba in Mogontiacum. Aber warum hatte der Soldat dann Nikolaos durchsuchen wollen? Irgend etwas anderes musste da noch sein, dessen war Ragin sich jetzt sicher.

  • Schade, dann musste sie wirklich doch auch ins Gymnasion, wenn Nikolaos noch mal kommen würde. Wäre ja aber auch zu schön gewesen, einen Nachmittag faul daheim zu verbringen. Axilla wollte ja wirklich arbeiten, aber nach nun fast zwei Wochen hätte sie auch nichts gegen ein bisschen Ausschlafen einzuwenden gehabt, oder einen freien, faulen Nachmittag. Aber sie wollte sich gar nicht beschweren, und das nächste aNgebot von Nikolaos machte sie ohnehin etwas verlegen.
    “Das ist wirklich sehr nett von dir. Hätte ich vorhin am Hafen nicht schon was gegessen, wäre es mir eine Ehre. Aber ich fürchte, ich würde wohl platzen, wenn ich mehr esse als vielleicht drei Oliven.“
    Das war zwar übertrieben, aber Axilla konnte wirklich nichts essen. Sie war ein wenig nervös und aufgeregt, weil sie zum ersten Mal in Nikolaos’ Haus war und er doch ihr Chef war. Und wie immer, wenn sie nervös war, hatte sie absolut gar kein Hungergefühl mehr. Allein der Gedanke an Essen erschien ihr fast schon widernatürlich. Aber da war die ausrede mit der Garküche am Megas Limen ihr grade recht.
    Viel weiter hätte sie auch gar nicht argumentieren können, denn da kam schon Rufus zurück. Er sah gut aus in seinen anderen Sachen, sehr viel römischer. Nicht, dass Axilla was gegen seine doch sehr germanischen Sachen gehabt hätte, aber so war es ihr einfach vertrauter. Wobei man selbst das hier in Alexandria mit den hundert Farben und Formen an Kleidung nicht sagen konnte. Trotzdem fand sie, er sah gut aus.
    Dass er dann aber auf sie zukam und sie direkt ansprach, überraschte sie dann doch und entlockte ihr kurz ein verlegenes Lächeln. Ein ganz klein wenig fühlte sie sich wegen ihrer Gedanken ertappt und kurz fragte sie sich, ob das mit dem Gast nicht vielleicht doch etwas war, was gute, anständige, römische Mädchen nicht hätten tun sollen. Aber nun war es zum einen ohnehin zu spät, und zum anderen tat es ihr ja auch, wenn sie ehrlich war, überhaupt gar nicht leid.
    “Doch, doch, bestimmt hätten sie dich auch durchgelassen. Aber dann hättest du eine Eskorte mitgekriegt, die dich bis zur Haustüre begleitet hätte und gewartet hätte, dass Duccia Venusia bestätigt, dass du ihr Gast bist. Und dann wärst du jetzt nicht sauber gebadet und umgezogen und wir drei hätten nicht hierher kommen können. Und ich glaub ja nicht, dass du irgendwas anstell… ähm…“
    Logisches Denken sollte vor dem Sprechen erfolgen, nicht wie bei Axilla mitten drin einsetzen. Sie merkte grade noch, was sie da so salopp zu sagen gedachte, und fing sich in einem sehr unrhetorisch klingenden Laut. Die Feinheiten der nach Sokrates aufgestellten höheren Formen der Rede würde sie wohl nie erlernen, das war wohl überdeutlich, als sie versuchte, sich zu retten.
    “Ähm, also, ich meine, ich dachte, das sei unnötig. Und ich hab dich auch gar nicht als meinen Gast ausgegeben. Ich hab das schon auch so gemeint. Also, wenn es dir nichts ausmacht, dass du jetzt solange mein Gast bist, bis du bei deiner Cousine bist, dann bist du natürlich ihr Gast. Wobei wir beide ja grade hier Gast sind.“
    So langsam wurde Axilla richtig hektisch. Sie war Meisterin der Verschlimmbesserung, und grade merkte sie es wieder. Vielleicht sollte sie am besten einfach ihren Mund halten. Oder gleich zunähen, damit er in Zukunft keinen Unfug mehr anstellen konnte.

  • Ragin musste grinsen. Irgendwie erinnerte ihn Axilla ein wenig an sich selbst, denn manschmal redete auch er bevor er nachdachte. Das hatte in den letzten Monaten etwas nachgelassen, denn seit Ratbald fort war, war Ragin deutlich ernster und grüblerischer geworden als zuvor. Doch das alles war hier so weit weg, dass er schon wieder etwas unbeschwerter geworden war.
    "Eine Eskorte? Das wäre wirklich sehr unangenehm gewesen. Irgendwie machen mich die römischen Soldaten immer ein wenig beklommen. Man fühlt sich immer so, als hätte man gerade etwas Verbotenes angestellt.", meinte er fröhlich.


    "Ich bin aber gerne dein Gast, bis du mich abgeliefert hast. Und ich verspreche dir, dass ich nichts anstellen werde.", meinte er breit grinsend. Ihren Ausrutscher fand er erfrischend ehrlich und nahm ihr das nicht krumm, denn er konnte sie durchaus verstehen. Er nahm sich eine Olive und steckte sie in den Mund. Hunger hatte er keinen, aber er musste halt etwas essen, schließlich wolte er ihren Gastgeber nicht beleidigen. Die Olive schmeckte salzig und das war genau das Falsche gewesen. Angestrengt schluckte er sie hinunter.


    "Aber ich muss sagen ich bin beinahe überwältigt wie viele nette Menschen ich schon in meinen ersten Stunden hier getroffen habe. Und dann noch diese Stadt! So riesig und prächtig habe ich sie mir nicht vorgestellt. Die ganzen Gebäude und die vielen verschiedenen Menschen sind schon sehr sehr beeindruckend. Allerdings sind diese Temperaturen hier schon ein wenig merkwürdig, wo doch eigentlich noch Winter ist. Wird es noch viel wärmer? Ich meine ich habe mich ja auf die Reise vorbereitet, habe ein wenig Koiné gelernt und einige Reiseberichte gelesen, aber irgendwie habe ich das nicht glauben können."

  • Bei seinen ersten Worten musste Axilla etwas stutzen. Sie wollte jetzt nichts falsches sagen, auch nicht in Anwesenheit von Nikolaos, aber das konnte sie so eigentlich nicht wirklich ganz verstehen. Auch wenn sie wusste, dass es wohl vielen Griechen so ging. Aber Rufus war doch auch Römer?
    “Hmmm, findest du? Naja, weißt du, in meinem Zweig der Familie waren alle Männer bei der Legion, also…“
    Nein, da konnte sie wirklich nicht mitreden. Alle ihre Onkel und vor allem ihr Vater hatten bei der Legion ihr Leben gelassen. Sie verband also mit Soldaten nichts schlimmes oder bedrohliches, sie verband damit auch immer ihre Familie und diejenigen, die sie geliebt und verloren hatte. Aber das war ihr ohnehin ein unangenehmes Thema, und sie fuhr sich kurz über den Unterarm, der seltsamerweise fröstelte. Und das, obwohl es, wie Rufus richtig bemerkt hatte, sehr warm war.
    Doch Axilla ließ sich von diesen Gedanken nicht ablenken und setzte daher ein Lächeln auf. Damit konnte sie sich selbst auch immer gut von der Traurigkeit ablenken, als meine der Körper, wenn sie lachte müsste er auch fröhlich sein. Und außerdem überspielte es immer sehr gut das, was in ihr wirklich vorging.
    “Oh, ja, es wird noch sehr viel wärmer. Es ist fast schon wieder kalt. Aber wenn du etwas länger bleibst, gewöhnst du dich daran. Ich glaube, als ich angekommen war – also, das war im Sommer – hab ich eine Woche lang gemeint, ich zerfließe. Vor allem, da nie auch nur ein klitzekleines Wölkchen am Himmel war. Aber danach war es, als hätt ich es gar nie anders gekannt. Wahrscheinlich würd ich in Tarraco schon wieder frieren, selbst im Sommer. Aber jetzt wird es erstmal noch ein Weilchen viel regnen, da bleibt es so kühl. Hab ich mir sagen lassen. Aber Nikolaos kann dir das sicher besser bestätigen.“
    Sie hatte ja keine Ahnung, wie lange Rufus denn bleiben würde. Von daher war für ihn der Sommer hier in Alexandria vielleicht auch gar nicht relevant. Und sie wollte jetzt nicht zuviel reden, immerhin war Nikolaos der Gastgeber und nahm es ihr am Ende noch krumm, wenn sie sich so viel mit Rufus unterhielt, ohne ihn mit einzubeziehen. Auch wenn sie wirklich gerne viel mehr reden würde, sie hatte so selten jemand gleichaltrigen, mit dem sie vernünftig plaudern konnte. Da war sie halt auch nur ein Mädchen und gesprächig, wenn sich die Gelegenheit anbot.

  • Sie lagen im Speiseraum links vom andron des Hauses. Von der Klinengruppe aus konnte man durch den langen Peristylongarten bis auf das Meer hinaus blicken. Ein frischer Wind kam von dorther und bewegte zuweilen die Vorhänge, die zart und zerbrechlich schienen.


    Ein kleines Mahl nur, wie man es mittags in dieser Gegend einzunehmen pflegte, trugen die Lohndiener auf. Peistratos, der alte Lieblingssklave und Hausverwalter des Nikolaos, ließ sich nicht blicken. Darüber sah der Hausherr hinweg. Schließlich nahm er ihn oft genug in Anspruch, und Nikolaos wusste selbst, dass er nicht immer ein angenehmer Herr war.


    Oliven, in Öl gebratenes und in Kräutersud oder Garum eingelegtes Gemüse,Obst unterschiedlicher Art und Zubereitung sowie scharf gewürztes Räucherfleisch trugen die Diener auf, und natürlich Wein, der jedoch mit Wasser stark verdünnt war.


    Der hatte das Gespräch der beiden zart lächelnd verfolgt. Dass die junge Iunierin ihn nun einzubeziehen versuchte, rührte ihn beinahe. Er nahm einen Schluck Wein aus dem seinen der Becher aus hauchdünnem, grünem Glas, die auf dem niedrigen, runden Zitrusholztisch standen, er nahm eine Olive und zerkaute sie mit wohlgewählten, gewollt grazilen Bewegungen, ehe er antwortete.


    "Kalt ist es an diesem Tag. Im Vergleich zu manchen Tagen im Sommer, wie denen im Zeichen des großen Hundes zu Beginn der Nilflut. Noch ist es sehr angenehm hier. Doch bald weht der heiße Wüstenwind. Dann sind die Straßen manchmal voll von Staub, und man tut besser daran, einen Schleier zu tragen."


    Er lachte kurz und heiser und nahm sich eine weitere Olive.


    In Bezug auf die römischen Soldaten konnte Nikolaos dem jungen Duccier nur allzu sehr rechtgeben. Doch er wollte nichts von sich geben, dass seine Schreiberin am Ende noch in den falschen Hals bekäme. Das, so glaubte er, würde sie mit Sicherheit, auch wenn ihr Vormund zu den angenehmeren Vertretern der Legion gehörte.


    "Zu Beginn der Nilflut wirst du kaum einen freien Handwerker finden, der bereit ist, dein Dach auszubessern oder sonstige Arbeiten zu verrichten.", fügte er noch hinzu. "Wer es sich leisten kann, ist in jenen Tagen faul."


    "Im Gegensatz zu Mogontiacum ist es sicher selbst heute sehr warm hier.", meinte er, ohne überhaupt zu wissen, wo genau dieses Mogontiacum lag. "Stimmt es, dass dort zu dieser Zeit Schnee liegt, zuweilen so hoch, dass manche Straßen gänzlich unbefahrbar sind?"


    Weiter als hundert Meilen hatte sich Nikolaos in seinem ganzen Leben nie vom Mittelmeer entfernt. Die Vorstellung, die er vom Land der Germanen, die eigentlich, so wusste er wage, aus vielen Völkern bestanden, war nicht angenehm.


    "Wie sieht Mogontiacum aus? Hat es viele Einwohner?"





    Sim-Off:

    Jetzt habt ihr ohne mich mit dem Essen angefangen... ;)
    Gleich gibt's Angebote in der WiSim.

  • Wüstenwind, der voller Staub war? Das klang irgendwie furchterregend. Ragin nahm einen Schluck von dem verdünnten Wein. Met war ihm normalerweise zwar lieber, aber der hier schmeckte wirklich gut. Eigentlich hatte er ja noch so viele Fragen, aber zuerst einmal beantwortete natürlich die Fragen die an ihn gerichtet waren.


    "Ja, momentan ist kaum eine Straße bei uns wirklich befahrbar. Mein Pferd, mein Hund und ich sind aber zum Glück an Schnee gewöhnt, und diesen Winter ist auch nicht allzu viel davon gefallen, vielleicht zwei pedes. In richtig harten Wintern, so wie letztes Jahr, war der Schnee allerdings gut mannshoch. Solche Temperaturen wie hier jetzt, haben wir normal aber nur im Sommer, der Gedanke dass es noch viel heißer wird ist ein wenig erschreckend für mich."


    Er versuchte etwas von dem eingelgten Gemüse.


    "Mogontiacum ist viel kleiner als Alexandria, vielleicht so groß wie eines der Stadtviertel hier. Für diese Provinz ist es eine große Stadt, deutlich größer als etwa Confluentes. Die Straßen durchlaufen die Stadt meistens gerade. So kommt man vom Castellum direkt an andere Ende der Stadt, dort ist der Hafen und die Brücke über den Rhenus. Neben einigen römischen Casae, gibt es natürlich viele traditionelle Häuser der Stämme dort, wenn man mal von den römischen Verwaltungsbauten, schließlich hat dort die Provinzcurie ihren Sitz, und Handelshäusern absieht. Außerdem merkt man, dass die Stadt geplant ist und aus dem Castellum hervor ging. Um Mogontiacum herum sind viele Wiesen sowie große und dichte Wälder in denen man sehr gut jagen kann. Dort gibt es viele Hirsche aber auch Wölfe und Bären. Deswegen bin ich auch immer froh, wenn ich die gute Amala bei mir habe."


    Sim-Off:

    Danke;)

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