[Porta Praetoria] Haupttor (Vor dem Betreten des Lagers hier melden!)

  • "Ich danke auch, Urbaner", sprach ich. Tatsächlich war ich zufrieden damit, wie sachlich und nicht unfreundlich dieser Purgitius Lurco seine Fragen stellte.

    Ich persönlich hätte mehr mit...Einschüchterung gerechnet, aber bei Diocles, der sich fast in die Tunika machte, war Einschüchterung wohl nicht nötig.

    Nun fiel mir aber noch etwas ein, was mir mein Sklave vorhin erzählt, doch jetzt wohl wegen der Aufregung vergessen hatte.

    "Diocles, du sagtest doch, dass der Tote etwas im Mund hatte?", erinnerte ich ihn: "Was war es? Ein Wollstrumpf? Nein, eine Puppe oder? Ein Wollpüppchen?"

  • Diocles, der gedacht hatte, er wäre seiner Aussage ledig und gimpflich davon gekommen, nickte nun beim neuerlichen Nachtrag seines Dominus mit dem Kopf.

    "Ja, da war ein Wollpüppchen oder so etwas.", sagte er niedergeschlagen: "Der Tote hatte es im Mund."

    Er wollte umbedingt gehen und wäre es nicht völlig unmöglich gewesen, hätte er Dominus Saturninus am Togazipfel gezogen.

    ir-servus.png

    SCRIBA PERSONALIS - AULUS FURIUS SATURNINUS

  • Lurco horchte auf, als Aulus Furius Saturninus von einem weiteren Detail sprach. Sofort zückte er erneut die Tafel um die Angabe zu ergänzen. Eine erste Spur, die möglicherweise zu den Tätern führte.


    "Ein sehr wichtiger Hinweis, gut dass er Dir noch eingefallen ist Aulus Furius Saturninus. Ein Wollpüppchen im Rachen des Toten. Niemand hinterlässt grundlos einen Gegenstand bei einer Leiche, es sei denn er möchte jemand bestimmten damit eine Botschaft hinterlassen. Diese Puppe wird eine Botschaft sein und der Ort, wo sie plaziert wurde spricht für sich - im Mund. Das Püppchen verdeutlich uns, dass jemand zum Schweigen gebracht wurde. Sprich damit haben wir aller Wahrscheinlichkeit nach das Motiv für den Mord. Mit etwas Glück finden wir über die Puppe den Täter. Falls wer in der Zwischenzeit an der Leiche herumgefummelt und die Puppe entwendet hat, beschreibe die Puppe so genau wie möglich. Leg los Diocles, gib Dein Bestes", forderte Lurco ihn auf.

  • Diocles dachte nach, das sah man ihm an, und er wirkte sehr ernst. Dann sprach er: "Es war so ein gedrehtes Wollpüppchen, was kleine Mädchen manchmal zum Spielen benutzen: Kopf, Ärmchen, vermutlich auch Beine. Sie steckte in dem Mund des Toten. Die Farbe konnte ich nicht erkennen, weil...."

    Diocles kam nun die Erinnerung an die klaffende Wunde an der Kehle hoch und er wurde ziemlich blass um die Nase:

    "Ich habe mehr auf die Wunde geachtet.", sagte er schließlich. Wieder versuchte er sich das Bild in Erinnerung zu rufen.

    War ihm noch etwas aufgefallen?

    Er schüttelte den Kopf. Es tat ihm Leid, dass er nicht hilfreicher war, aber er fand nicht alle Tage Leichen auf seinem Weg:

    "Tut mir leid, Domini, ich bin ziemlich schnell weggelaufen: Erst zur Casa Furia und weil mein Herr schon in die Kanzlei gegangen war, dann dort hin. ", endete er.

    ir-servus.png

    SCRIBA PERSONALIS - AULUS FURIUS SATURNINUS

  • Lurco notierte alles fein säuberlich, denn jeder noch so kleine Hinweis konnte bei der Ermittlung entscheidend sein. Dass der Sklave sich nicht jedes Detail gemerkt hätte, war verständlich. Dafür gab er sich Mühe und machte seine Sache gut.


    Alarmierend wäre gewesen, wenn Diocles völlig abgebrüht und emotionslos alles hätte schildern können. Denn dann wäre ihm der Anblick von Leichen vertraut.


    Möglicherweise sogar der Anblick dieser Leiche...


    Aber der junge Sklave wirkte fahrig, gestresst, ängstlich und der Übelkeit nahe. So blass wie er um die Nase war, war dies kein Schauspiel. Manche waren geschickte Lügner, andere heuchelten Angst und Bestürzung. Aber niemand konnte bewusst die Farbe wechseln. Das geschah von allein, eine reine Körperreaktion und sagte viel über den Zeugen aus.


    Lurco musterte den Sklaven wohlwollend.


    "Es muss Dir nicht leid tun, Deine Hinweise waren zweckdienlich und helfen uns weiter. Und nicht jeder hätte den Anstand gehabt, den Leichenfund zu melden. Von meiner Seite aus bist Du mit Deinem Herrn entlassen. Danke für Eure Meldung und Mithilfe.


    Falls mein Vorgesetzter keine weiteren Fragen an Euch hat, dürft Ihr gehen", antwortete Lurco.

  • Die Erläuterungen über die Puppe im Mund fand ich sehr interessant; für so nun ja fast schon symbolistisch hätte ich Romas Verbrecher gar nicht gehalten.

    Ich sagte: "Wenn noch irgendeine Information benötigt wird, findet man mich in der Kanzlei oder nach Dienstschluss in der Casa Furia. Ich wünsche viel Erfolg bei der Ermittlungsarbeit. Es ist gut, wenn solchen Verbrechern das Handwerk gelegt wird."

    Dabei musterte ich Diocles. Ich kannte ihn. Es würde Tage, wenn nicht Wochen dauern, bis sich der Sklave wieder unbefangen auf einen Botengang trauen würde. Irgendwie musste ich den Burschen abhärten. Zirkusspiele oder Zuschauer bei einer Kreuzigung; er sollte natürlich nicht verrohen, aber wir lebten nun einmal in einer rauen Welt.

  • Maro nickte Lurco anerkennend zu.

    "Keine Fragen von meiner Seite aus. Ich danke euch für die Informationen, die ihr uns geliefert habt."

  • "Vale bene", ich verabschiedete mich von dem Centurio sowohl als auch von Miles Lurco, gab Diocles ein Handzeichen, dass er mir folgen sollte und begab mich nach Hause.

  • Lurco verabschiedete Saturninus und seinen Sklaven mit einem freundlichen Nicken und wandte sich dann Maro zu.


    "Sollen Scato und ich der Sache direkt auf den Grund gehen? Wir könnten dabei einen zusätzlichen Kollegen benötigen, der die Gaffer fernhält, während wir uns den Tatort anschauen. Was sagst Du dazu?", hakte Lurco gut gelaunt nach.


    Der Anlass war bedauerlich und schrecklich, aber genau solche Dinge aufzuklären war ihr Beruf. Und je mehr Zeit verstrich, umso mehr Spuren wurden verwischt, breitgetragen oder kamen auf andere Art abhanden. Sie mussten am besten sofort zum Tatort aufbrechen, denn wer wusste, sie lange der Mann schon dort lag? Die Täter waren über alle Berge, aber sie hatten bewusst eine Botschaft hinterlassen und die galt es schnellstmöglich zu sichern. Die Mörder hatten eine Warnung hinterlassen und damit eine Spur. Lurco war bereit diese aufzunehmen.

  • Der Centurio nickte zustimmend.


    "Ja würde ich sagen. Nimm dir Scato mit. Und Ferox und wen du sonst noch brauchst mit zur Absicherung. Ihr kennt das Spiel. Lurco, du bist mir für das Aufnehmen der Fakten verantwortlich. Schafft die Leiche notfalls her. Abmarsch."


    Das würde nun die Standartvorgehensweise. Maro war immer unwohl, wenn er oder Leute aus seiner Einheit für längere Zeit mit wenigen Leuten bei einer Leiche herum lungerten. Die Gefahr einer Falle war immer gegeben. Außerdem konnte man sich die Leiche hier dann wenigstens in Ruhe ansehen. Und mit "man" war heute Scato gemeint.

    Damit das Tor nicht unbeaufsichtigt blieb kommandierte er noch zwei Pechvögel ab, die gerade zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

    "Schaff deinen Arsch jetzt hier her, Terentius. Ja, jetzt... und schau nicht so dumm aus der Wäsche. Was sollen denn die Leute denken? Schon riskant genug, jemanden mit einer Visage wie deiner überhaupt ans Tor zu stellen. Verschandelt die ganze Gegend. Los jetzt."

  • Lange ist es her als sie das letzte Mal vor dem Haupttor stand und versuchte einen Blick von innen zu erhaschen. Nicht einmal das Mitbringsel voller Leckereien hatte den Wachen davon überzeugen können. Doch vielleicht könnte diesmal ihr lieber Avianus helfen. Zumindest war er ihr etwas schuldig. Hatte er sich ohne Gründe von ihr abgewandt. Still ist es um ihm geworden. Nicht einmal ein Brief erreichte sie.


    Sie erschien in hellblau gekleidet, mit kleinen roten Röschen verzierten Muster auf ihre Tunika am Tor und tastete sich ganz vorsichtig heran.

  • Wachwechsel:


    Die Ablöse traf pünktlich ein und es gab nin keinen Grund für die Kameraden zu murren.

    Das Contubernium übernahm den Dienst nin am Tor und richtete sich ein.

    Avianus hatte sich freiwillig gemeldet die erste Wache zu ubernehmen. Er war der Älteste an Dienstjahren womit er sich aussuchen konnte mit wem er die Zeit zu verbringen wollte.


    Kurz war noch die Übergabe besprochen. Keinerlei Auffälligkeiten bis auf eine junge Frau die recht neugierig war.


    Vor dem Tor wartete auch wirklich eine junge Frau.

    Avianus erkanntwbsie nicht sofort da das letzte Mal, als er Musa gesehen hatte, sehr lange her war.

    Ausserdem hatte sich Musa verändert. Sie war älter geworden, nicht älter im Sinne von faltig und grau sondern reifer. Ihre Ausstrahlung war nicht mehr die eines jungen Mädchen, wie sie Avianus im Gedächtnis hatte.


    " Salve. Suchst du etwas bestimmtes? Falls du keinen wichtigen Grund hast so muss ich dich bitten weiter zu gehen."

    Seine Art war neutral. Er war im Dienst und solange es die Situation nicht erforderte würde er weiterhin ohne Emotionen mit den Personen am Tor sprechen



  • Lurco nickte knapp.


    "Verstanden. Ich rücke umgehend mit Scato und Ferox ab. Die Tatortsicherung nehme ich vor, der Bericht ergeht an Dich, sobald ich erste Hinweise habe und wird entsprechend des Ermittlungsstandes aktualisiert. Die Leichenbeschau nimmt Scato vor Ort vor, so können uns weder die Leiche noch mögliche Spuren abhanden kommen. Es ist schon genug Zeit verstrichen. Vermutlich wird es vor Ort, bis auf die Leiche kaum noch Hinweise geben. Was nicht heißt, dass ich nicht danach suchen werde.


    Scato, Ferox und ich werden uns um die Aufklärung des Mordes kümmern. Wir hoffen auf aussagekräftige Hinweise. Wir werden zudem versuchen, Zeugen aufzutreiben, auch wenn das der schwierigste Teil wird. Dass soll nicht Deine Sorge sein Maro. Vale", antwortete Lurco und musste seine gute Laune niederkämpfen, klappte seine Tafel zu und marschierte sofort davon um seinem Befehl umgehend nachzugehen.


  • Wie, er hatte sie vergessen? Dabei hatte sie immer noch ihre blasse Haut, ihr schwarzes Haar und ihren iberischen Teint an sich. Im Gegensatz zu Avianus, der in ihren Augen ein wenig pummeliger und schlaffer wirkte. "Avianus, dein Onkel ist mein Opi. Ich bin es, Musa. Wir hatten doch ... ?" In diesem Augenblick lachten zwei weitere Wachen rechts nehmen ihren Onkel stehend. Sie fanden das Schauspiel sehr amüsant und hofften noch weitere Zugaben zu erhören. Musa hingegen wurde ruhig, ein wenig peinlich war es ihr. "Können wir irgendwo ungestört miteinander sprechen? Vielleicht da drin?" Sie deutete mit dem rechten Finger an Avianus vorbei Richtung hinter dem Haupttor.

  • Verwirrtheit gepaart mit Überraschung zeichneten sich im Gesicht Avianus' ab.

    Gut 2 Jahre hatte er nicht mehr mit der Familie Kontakt gehabt. Was eigentlich unglaublich war denn Rom war auch nur ein Dorf und man konnte zu jeder Zeit die Verwandtschaft besuchen.

    Avianus', vor Überraschung geweitete Augen blickten Musa an.

    "Musa? Wie...warum?" Er wusste in diesem Moment nicht viel zu sagen. Ja, er freute sich sie zu sehen vermutete aber dass es einen triftigen Grund dafür gab dass sie nun hier vor ihm stand

    Nachdem die Überraschung abgeklungen war umarmte er sie kurz und nickte.

    " Aber es muss schnell gehen. Darum halte dich kurz und rede nicht viel um den Brei herum." Kurzerhand nahm er sie am Arm und zog sie ein Stuck weiter abseits.

    "Alles in Ordnung?" fragte er mit skeptischen Blick.

  • Seine Umarmung war sanft und fühlte sich deswegen sehr gut an. "Das ist lieb, Avianus." Beide gingen also ein paar Meter weiter, um ungestört miteinander reden zu können. Die anderen Wachen dachten erst recht, durch diese Aktion, dass die beiden etwas zu verbergen hätten. Einer von ihnen murmelte vor sich hin: "Wenn das Centurio Octavius wüsste... ohne Genehmigung eine Frau ...." Der andere hingegen: "Nicht so laut, vielleicht sehen wir ja was. Der Dienst am Haupttor ist schon öde genug". "Na toll, nun stelle ich mir gewisse Dinge im Kopf vor...".


    "Ja, es ist alles in Ordnung. Ich wollte dich nur sehen. Und warum darf ich nicht in die Castra? Ich könnte dein Zimmer dekorieren. Ich habe daheim ein paar hübsche Ton Vasen. Die Blümchen könnte ich aus Opas Garten mitbringen. Solange es nicht seine Rosen sind. Du kennst die Geschichten, um Opas Rosengarten.", grinste sie und stupste Avianus auf die Rüstung. "Es ist so schön."

  • Seine Umarmung war sanft und fühlte sich deswegen sehr gut an. "Das ist lieb, Avianus." Beide gingen also ein paar Meter weiter, um ungestört miteinander reden zu können. Die anderen Wachen dachten erst recht, durch diese Aktion, dass die beiden etwas zu verbergen hätten. Einer von ihnen murmelte vor sich hin: "Wenn das Centurio Octavius wüsste... ohne Genehmigung eine Frau ...." Der andere hingegen: "Nicht so laut, vielleicht sehen wir ja was. Der Dienst am Haupttor ist schon öde genug". "Na toll, nun stelle ich mir gewisse Dinge im Kopf vor...".


    "Ja, es ist alles in Ordnung. Ich wollte dich nur sehen. Und warum darf ich nicht in die Castra? Ich könnte dein Zimmer dekorieren. Ich habe daheim ein paar hübsche Ton Vasen. Die Blümchen könnte ich aus Opas Garten mitbringen. Solange es nicht seine Rosen sind. Du kennst die Geschichten, um Opas Rosengarten.", grinste sie und stupste Avianus auf die Rüstung. "Es ist so schön."

    Ja...die Rosen waren ein eigenes Thema. Avianus schmunzelte belustigt.

    " Was willst du denn da viel dekorieren? Ich hab den ganzen Schnick-Schnack nich nie wirklich ertragen können." Er strich ihr uber den Oberarm. " Aberbuch danke dir für die nette Geste oder zumindest für den Versuch.

    War das alles? Nur deswegen jist du her gekommen? Oder gibt es doch noch etwas?" Die Brauen zogen sich ein wenig zusammen sodas eine kleine Falte dazwischen entstand

  • Warum war er so distanziert? "Ja, das war alles. Ich wollte dich sehen. Dich in den Arm nehmen. Ein wenig mit dir plaudern. Und und und... doch du scheinst keine Lust dafür zu haben." Sie machte einen Schmollmund. "Ich dachte, dass wir die verlorenen Tage wieder einholen könnten. Dann gehe ich nun eben. Geh nur!" Sie wandte sich ab und ging, ohne sich umzudrehen, fort. Das hat er nun davon. Pfff...

  • Nusa tat als wäre etwas tragisch geschehen. So hatte es zumindest Avianus aufgefasst. Er blickte kurz zurück zu seinen Kollegen und bemerkte dass diese sich weiterhin köstlich über das Paar amüsieren. ' Jana. Lacht nur aber das wird euch schon vergehen

    " Musa. Musaa. Jetzt warte doch."

    Avianus Stimme schwankte zwischen Flehen und Befehlston Er stapfte nun hinter seiner Nichte her, bekam sie am Arm zu fassen und legte seine Hände auf ihre Schultern " Jetzt lauf doch nicht gleich wieder weg." Dabei drehte er zu sich um sie ansehen zu können.

    " Musa Ich bin im Dienst. Als einfacher Miles bringst du mich noch in Schwierigkeite wenn ich während der Torwache mit hübschen, jungen Frauen plaudern. Und das knapp vor Ende meiner Zeit." Er seufzte. " Wenn mein Dienst zu Ende ist und es mir möglich ist komme ich in die Villa. In Ordnung?"

  • Optio Octavio stand am Tor zur Via Tiburtina Vetus und verabschiedete sich von seinen Freunden Bavius Persaeus und Pedius Theopompus. Die beiden wollten ihren Ausgang nutzen und im Alleingang nach Vulpis Lupus suchen. Die beiden und Frugi gehörten zu den wenigen die diesen von Angesicht zu Angesicht gesehen hatten. Ihnen wie allen anderen würde es Vergnügen sein Vulpis zu erwischen und zurück zu schaffen.

    Jetzt wartete Frugi noch auf auf seinen Trupp, dann konnte es losgehen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!