atrium | Nuptiae Consulares

  • Wie immer etwas verspätet aber dennoch rechtzeitig traf Lepidus im Atrium der Villa Aurelia ein. Die Augen auf der Suche des zu vermählenden Paares bahnte sich Lepidus den Weg durch die Gästeschar.
    Mit einem "Salvete!" begrüßte Lepidus die anwesenden Gäste und nahm ganz in der Nähe seines Patrons und seiner Künftigen Aufstellung.
    Lepidus nickte seinem Patron zu, der heute wahrlich einen großen tag hatte.
    Es würde sich sicher noch Zeit finden, das ein oder andere Wort zu wechseln, doch vorerst wollte er das Hauptaugenmerk nicht auf sich lenken.

  • Auch Celsus nahm erfreut die positive Voraussage des Haruspex zu Kenntnis. Wenn sich Durus in seinem hohen Alter noch eine Ehe zumutete, dann sollte er doch auch wenigstens noch etwas davon haben! Abgesehen davon bedeutete eine größere Kinderschar, dass er selbst nicht so sehr in den Mittelpunkt des Interesses gerückt wurde, und das war ihm im Grunde nur Recht...


    Septimas Bemerkung über seinen Intellekt brachte ihn zum schmunzeln. Als er ihr antworten wollte, stellte Celsus fest, dass er sich schon wieder den Hals verrenken musste um sie anzusehen.


    "Wo wir gerade beim Üben sind... Was hältst du davon, wenn du dich zur Abwechslung mal neben mich stellst und mir und den übrigen Gästen deinen Anblick gönnst? Sonst kommt hinterher noch jemand auf die Idee, du hättest Warzen im Gesicht oder ich vielleicht Mundgeruch..." zwinkerte er ihr zu.


    Nachdem er bereits auf ihre Hinweise hin die wichtigen anwesenden Herren abgenickt hatte, begann Septima jetzt mit dem für ihn wesentlich interessanteren Teil: den weiblichen Gästen.
    Sein Blick folgte ihrer Beschreibung und Celsus nickte anerkennend, als er Flavia Celerina ansah, die tatsächlich sehr hübsch anzusehen war. Dann ging es auch schon weiter mit den Namen, und die Augen des jungen Tiberiers weiteten sich leicht, als er die junge, schwarzhaarige Frau betrachtete, die laut Septima eine Aurelia war.


    "Oh, ich bitte darum, und meinetwegen kann es auch gern früher als später sein. Angenehme Gesprächspartner kann man doch nie genug haben, findest du nicht?" sagte er dann mit einem leichten Grinsen und einem weiteren Blick auf Prisca.

  • Die Opferung sah Cimon nicht wirklich, denn er achtete lieber darauf, ob er irgendwo gebraucht wurde. Nachdem es niemandem zu stören schien, das Marei dem Jungen sehr nahe war, war es auch dem Nubier nun recht. Die angenehmen und positieven Worte die der Opferung folgten sorgten für ein kurzes aber durchaus ehrliches Läheln bei Cimon. Ansonsten bemühte er sich weiterhin im Hintergrund zu bleiben und nicht zu sehr aufzufallen.


    Den Sklaven der Gäste zeigte er ein willkommenes Kopfnicken. Dabei behielt er seine grade und stolze Haltung bei, um seinem Herren Ehre zu machen. Doch bei jeder Regung sah man ihm sicher seine Ergebenheit deutlich an.


    Mit einem Blick zu dem Ort des Geschehens stellte Cimon fest das er Glück hatte jetzt nicht für die Reinigung des Fußbodens zuständig zu sein. Wann hatte er eigendlich angefangen sich Gedanken über seine Aufgaben zu machen? Und seit wann mochte er etwas nicht? Seit wann interessierte es ihn, welche Arbeiten gut oder schlecht waren? Vermutlich seit es seinem Herren interessierte, wo Cimons Stärken waren.


    Allerdings achtete er nun natürlich darauf das es niemandem dursten sollte. Gespannt darauf, was folgen würde, beobachtete der Nubier aufmerksam alle Anwesenden. Noch nie hatte er einer derartigen Feier beiwohnen dürfen. Was seine Augen durchaus zum Leuchten brachte.

  • Alle im Raum schienen den Atem anzuhalten, als der Greis offenbar als Scherz sagte, unserer Ehe seien keine gute Zukunft prophezeit. Mir jedoch stockte nicht nur der Atem, auch mein Herz schien einen Augenblick auszusetzen. Unwillkürlich hob ich meine Hand und musste einen schrillen Aufschrei unterdrücken. Dieser Mann hatte die Macht diesen Tag - den wichtigsten Tag meines Lebens - zu versauen. Ja, er konnte mein ganzes Leben versauen. Und genau das schien er zu machen: nicht, dass ich mich besonders glücklich in die Hochzeitspläne geschmiessen hätte. Doch nach einigem Nachdenken und Verdrängen hatte ich mich doch ganz zufrieden damit abgefunden und mittlerweile freute ich mich sogar auf das, was da kommen würde! Und da wagte dieser olle Tattergreis... Als die Runde aufatmete, weil der Haruspex doch eine sehr gute Zukunft voraussagte, wusste ich nicht ob mir nach weinen oder lachen zu Mute war. Am liebsten hätte ich den alten Mann geschlagen. Es war wirklich ein Glück, dass der Schleier mein Gesicht verdeckte...
    Langsam erholte ich mich von diesem Schrecken und betete innerlich, dass für das Unterschreiben des Vertrags meine Hand nicht mehr so zittern würde. Oder musste nur mein Vormund unterschreiben?
    Schliesslich entdeckte ich auch Aurelia Prisca und war sehr sehr dankbar dafür. Sie verkörperte das gute Alte und ein wenig Sicherheit. Immer noch mit etwas seltsamen Gefühlen spürte ich, dass auch Tilla mir fehlte.
    Prisca begrüßte mich nur mit einem Lächeln, sie schien aber auf keinen Fall mehr böse zu sein. Also beschloss ich erneut alle meine Kraft zusammenzunehmen und diesen Tag zu geniessen. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich derartig im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand. Durus tat das dauernd im Senat, schoss es mir durch den Kopf und in einem der wenigen Augenblicke, in dem sich unsere Blicke trotz des ganzen Rummels trafen, lächelte ich ihn bewundernd an. Er machte wirklich eine sehr starke, eine sehr gute Figur. Umso wichtiger, dass ich meinen Part nicht vermasselte.
    Nach den Haruspizien ergab sich eine kurze Pause in der Zeremonie und mir blieb ein wenig Zeit, die Gäste zu betrachten. Obwohl wir alle im selben Raum standen, spürte ich eine ungewohnte Distanz zu ihnen.
    Orestes war da. Ursus war da. Prisca ebenfalls. Wie unterschiedlich meine Beziehungen allein zu diesen dreien war und wie sehr sich alle drei durch diesen Tag verändern würden. Und dann waren viele große Männer und Frauen da. Kaiserliche Familienmitglieder, Politiker, Vertreter tatsächlich aller wichtigen patrizischen Familien Roms, die ich bald kennenlernen würde, die oder vielmehr deren Frauen wohl wichtig in meinem zukünftigen Leben werden würden. Und dann war da noch Durus. Der so stark neben mir stand und Autorität verstrahlte. Ich wünschte mir von Herzen ihn näher kennenzulernen. Ich war wirklich bereit, mich auf diese Ehe einzulassen! Dieser Gedanke machte mich sehr glücklich und ruhig... aber ich wusste nur zu gut, dass das bei mir allzu oft nicht besonders lange anhielt.

  • Die Ansprache des stattlichen Mannes, der sich als Bräutigam entpuppte, erhöhte wieder den Grad seiner Aufmerksamkeit, die der Parther auf das Geschehen lenkter. Gespannt verfolgte er, wie zwei Sklaven ein Lamm herbei zerrten, welches wohl als Opfertier gedacht war. Und er irrte nicht, denn mit einiger Bestürzung wurde er Zeuge, auf welch dilettantische Art und Weise man das Tier tötete. Angewidert wandte er seinen Blick ab. Er würde sich wohl nie mit den barbarischen Rieten dieser Menschen anfreunden können.
    Stattdessen wurde er auf einen anderen Genossen seines Standes aufmerksam, welcher ihm freundlich zunickte. Der Geste des fremden Sklaven, seiner Hautfarbe nach musste es sich um einen Nubier handeln, hatte eine wohltuende Wirkung auf Cassim. In der Villa der Flavier genoss er zwar seit neuestem eine weitaus bessere Stellung, als die, die Aristides ihm kurz nach dem Scheitern seiner Flucht aufgebürdet hatte. Jedoch wurde er weiterhin von den meisten seiner Standesgenossen gemieden. Noch immer schwebte das Schwert der Angst vor einer Bestrafung über den meisten Sklaven, die ihnen nach Aristides Worten drohte, sofern sie sich mit ihm einließen.

    "Salve!", flüsterte er leise dem Nubier entgegen, in der Hoffnung, er könne nach Wochen der Absenz, endlich wieder einmal ein zwangloses Gespräch mit einem anderen Individuum führen.

  • Nach einiger Zeit kam ein anderer Sklave eines Gastes in die Nähe von Cimon. Er war recht großgewachsen und machte den Eindruck als sei er eher als Schutz denn als einfacher Leibsklave mit seinem Herren hier erschienen. Der Nubier wusste sehr genau, wie dieser sich nun, in vermutlich sicherer Umgebung fühlen musste und er wiederte den Gruß mit einem freundlichen nicken. Nur kurz aber dafür um so schneller sah er sich um, konnte niemanden entdecken, der ihn gerade brauchte und wand sich somit völlig dem Anderen zu. Solange seine Aufgaben ihn nicht daran hindern würden, konnte er mir ruhigem Gewissen ein gutes Gespräch führen. Zumal er langsam aber sicher lernte mit Freuden fremden entgegenzutreten. Auch wenn man ihm diese Gefühle nur selten ansah.


    Natürlich sprach er sehr leise und dennoch verständlich. Es galt zwei Dinge miteinander zu vereinbaren. Einerseits die Höflichkeit, die er jedem Gast, auch dem Sklaven eines solchen, entgegen zu bringen hatte und andererseits seine Pflicht darauf zu achten das die Herrschaften niemals gestört wurden. Seiner Meinung nach gelang es ihm recht gut. Dennoch machte er ein leichtes Zeichen und bemühte sich mit dem anderen einen guten Platz, etwas mehr noch im Hintergrund zu finden.


    "Salve. Kann ich dir etwas geben?"


    Mit diesen Worten reichte er ihm bereits einen Becher mit sehr stark verdünnten Wein. Cimon hatte extra für solche Momente einige einfachere Becher entsprechend vorbereitet gehabt. Nun machte es sich also positiv bemerkbar, das der Nubier ständig so viel nachdachte... endlich. Er reichte den Becher mit einem einladenden Nicken sowie einem nur leichten Lächeln, was nicht lange blieb. Dennoch wirkte der Nubier nicht wirklich unfreundlich. Vieleicht ein wenig... ruhig und zurückhaltend...wie er dachte.


    "Mein Name ist Cimon. Servus des Senator Aurelius Ursus."


    Das Stolz in seiner Stimme mitklang konnte Cimon nicht verhindern. Nicht auf sich, oder irgendetwas was sein Leben ausmachte...nein, nur und einzig auf seinen Herren. Er war den Göttern dankbar dieses Glück durchleben zu dürfen, nachdem doch alles andere zuvor nur aus Schmerz und Erniedrigung bestanden hatte. Voller Erwartung wartete er auf die Antwort des anderen. Denn trotz der meist recht guten Wahrnehmung des Nubiers, war ihm völlig entgangen, wen der Fremde begleitet hatte. Aber sicher muss es jemand sehr wichtiges gewesen sein. Obwohl... ein kurzer Blick... hier war jeder Gast sehr wichtig...gut der eine mehr als der andere...aber eigentlich ... es gab keine unwichtigen Gäste. Alle Gäste waren gerade die wichtigsten... ja, das würde er sich noch einige male selber sagen müssen, um auch entsprechend zu handeln, wenn es darum ging.

  • Das Zögern des Nubiers, rief bei dem Parther ein seltsames Behagen hervor. Unmöglich konnte sein übler Ruf bereits die Schwellen fremder Häuser überschritten haben. Es musste ein anderer Grund vorliegen, weshalb er sich ihm erst dann widmete, nachdem er sich umgesehen hatte. Im Augenblick waren sie Ungestört. Die ganze Gesellschaft war mit der Opferzeremonie und der Deutung der Innereien des Opfertieres beschäftigt. Um zu gewehrleisten, dass weder die beiden Sklaven bei ihrer Unterhaltung, noch die Hochzeitsgesellschaft gestört wurde, traten beide etwas in den Hintergrund.
    Nur pro forma schien der Nubier ihn zu fragen, ob er ihm etwas anbieten konnte, denn im gleichen Atemzug reichte er ihm bereits einen Becher mit verdünntem Wein, welcher der Parther dankend annahm. Cassim erwiderte das Lächeln des anderen Sklaven und nahm einen Schluck. Zwar handelte es sich um einen stark verdünnten Trank, dennoch mundete er dem Parther. Der Nubier mutete eher zurückhaltend an. Er trank nicht. Er war lediglich darauf bedacht, selbst einem anderen Sklaven zu Diensten zu sein, was den Parther doch sehr beeindruckte. Dies lag allenfalls daran, dass er selbst nur eine sehr kurze Zeitspanne seines Lebens Sklave war.
    Der Nubier stellte sich vor und verriet im gleichen Atemzug auch den Namen seines Herrn, welcher ein gewisses Maß an Stolz in ihm hervorrief. Cassim hatte offensichtlich Schwierigkeiten damit es Cimon gleich zu tun. Nicht mit diesem Anflug von Stolz. Nach dem Scheitern seiner Flucht hatte er es sich eingestehen müssen, dass der stolze parthische Gefangene tot war. Er war nur noch ein Sklave, mehr nicht!
    "Mein Name ist Cassim. Ich bin Sklave des Flavius Gracchus." Cassim hatte sich zwingen müssen. Es wollte nur widerstrebend über seine Lippen kommen. Er sah sich kurz um, in die Richtung, in der er den Flavier vermutet hatte. Allerdings hatte er gehofft, mit dem Nubier nicht um die Wichtigkeit des eigenen Herrn wetteifern zu müssen. Im Grunde wollte er nur einige Worte wechseln, die ihm auf andere Gedanken bringen sollten. Gedanken, die nichts mit seinem Schicksal und noch weniger mit dem Flavier zu tun hatten.
    "Cimon! Es freut mich, dich kennenzulernen. Du bist Nubier, nicht wahr?", erkundigte er sich und wollte das Gespräch in eine andere Richtung führen.

  • Septima schaute um die Säule herum zu Celsus. „Aber ich stehe doch neben dir!“ meinte sie gespielt entrüstet. „Na gut, nichts soll uns trennen außer einer Säule im Atrium.“ witzelte sie anschließend weiter. Wie gut das sie sich inzwischen einen anderen Platz gesucht hatte, sonst würde Celsus wer weiß was von ihr denken und er sprach sogar etwas davon aus. Und dabei lag er mit seiner Vermutung gar nicht mal so falsch, nur das sie die Warzen nicht im Gesicht gehabt hatte. Schnell schüttelte Septima die unangenehmen Erinnerungen an ihre Kindheit wieder ab. Dabei flog ein Kämmchen mit silbernem Aufdruck aus ihrem Haar und fiel klirrend zu Boden. Erschrocken schaute Septima hinter ihrem Haarschmuck her. ‚Verdammt noch mal, Frija… Konntest du meine Haare nicht ordentlich stecken.’ fluchte sie ihm Geist auf ihre Serva. Wer hatte dieses Missgeschick mitbekommen? Eine Haarsträhne löste sich aus ihren kunstvoll hochgesteckten Haaren und fiel auf ihre Schulter herab.

  • Ein Klirren ließ Ursus den Kopf wenden, um zu sehen, was dort geschehen war. Dann sah er einen kleinen Kamm auf dem Boden liegen und erspähte dann die Besitzerin derselben. Seine Augenbraue wanderte verwundert nach oben. Die unbekannte Schöne, die er auf dem Fest der Germanicer gesehen hatte. Wie kam sie hierher? Und wer war der junge Mann dort neben ihr? Ihr Ehemann? Oder Verlobter? Vermutlich. Ach, was juckte es ihn? Er hatte doch bereits um die Hand einer Frau angehalten. Da sollte er besser nicht nach anderen Frauen gucken. Es wurde Zeit, daß er diese geheimnisvolle Septima kennenlernte. Allerdings hatte Durus sich noch nicht geäußert. Nunja, vielleicht wollte er dies hier erst hinter sich haben, bevor er eine weitere Hochzeit zu planen begann.


    Es ging nun an den Abschluß des Vertrages. Natürlich war alles schon lange im Voraus besprochen und abgemacht worden, so daß es jetzt kaum zu Überraschungen kommen würde. Und trotzdem lag auf diesem Moment noch eine gewisse Spannung. Ursus hatte seinen Blick auf seine Cousine gerichtet. Laevina wirkte so unglaublich ruhig und sicher. Keinerlei Zweifel schienen sie zu beherrschen. Bewundernswert!


    Sein Blick schweifte nun zu Orestes. Er war wohl der nächste, der solch eine Zeremonie vor sich hatte. Auch er schien völlig ruhig, schaute nicht mal nach Arvinia, die auch anwesend war. Das war auch eine wunderbare Frau. Orestes konnte sich sehr glücklich schätzen. Hoffentlich war diese Septima einigermaßen erträglich. Daß es in der Familie der Tiberier noch eine Frau geben sollte, die so schön, sympathisch und klug zugleich war, konnte Ursus kaum glauben.

  • Nachdem Durus seine Cousine nicht erblickte, beschloss er, die Zeit für eine andere Angelegenheit zu nutzen - er hatte ja noch einen Entschluss zu verkünden, auf den Ursus sicherlich schon wartete. Und so beschloss er, seine Braut, deren anerkennenden Blick er wegen des Schleiers leider nicht sehen konnte, noch einmal allein zu lassen.


    "Entschuldige mich einen Augenblick, meine Liebste!"


    meinte er nur und verschwand wieder in der Menge, ehe noch der Tisch mit dem Ehevertrag aufgebaut wurde. Es dauerte nicht lange, da sah er den jungen Aurelier, der die ganze Szenerie zu betrachten schien. Rasch trat er an ihn heran, überlegte kurz, ob er Septima gleich hinzuholen sollte, doch er konnte sie in der Menschenmenge nicht erblicken - nur Celsus, der neben einer Säule stand und sich offenbar die jungen Damen Roms ansah - das war gut, er würde möglicherweise eine von ihnen heiraten!


    "Salve, Aurelius Ursus. Ich habe eine gute Nachricht für dich!"


    begrüßte er den Aurelier mit einem gewinnenden Lächeln, woraufhin er sich noch einmal nach Septima umsah - wo steckte sie nur?

  • Cimons Verhalten schien bei seinem Gegenüber positiv aufzufallen, was ihm ein Lächeln entlockte. Kurz erwiederte er das Nicken und legte den Kopf nur leicht schräg. In solchen Momenten bediente der Nubier auch einen Sklaven mit Freude.


    Die Antwort auf seine Vorstellung erschien ein wenig weniger stolz, doch dafür mochte es gute Gründe geben, die Cimon nichts angingen und die er in keinster weise zu bewerten hatte. So rührte sich keum etwas in seiner ruhigen Mimik. Nur das Lächeln und ein Nicken zum Gruße mochten verdeutlichen das er sich über diese neue Bekanntschaft freute. Das umsehen des anderen wirkte nur wenig angenehm. Aber auch hier wollte der Nubier keine voreiligen Schlüsse ziehen.
    Seine Stimme wirkte nun fest aber nicht unfreundlich, wobei er nochimmer darauf achtete ja nicht auf zu fallen. Gleich, ob sie etwas beiseite standen, Cimon achtete beständig darauf, wo die Gäste waren und das sie niemals mit ihrem Verhalten negativ auffallen würden. Noch schien es niemanden zu geben der ihn brauchte und die anderen Sklaven waren schlussendlich ja auch noch da. Es war allerdings nicht seine Art sich darauf auszuruhen und somit anderen mehr Arbeit zu machen.


    "Ah, Cassim, es freut mich ebenso dich kennenlernen zu dürfen. Ja, ich kann die Herkunft meiner Mutter wohl nur schwer verbergen. Bei dir fällt es mir um so schwerer zu erraten wo du wohl herkommen magst. Zwar ähnelst du zwei meiner Freunde, doch ich bezweifle, das mein bescheidenes Wissen dazu ausreicht, daraus irgendwelche brauchbaren Schlüsse zu ziehen. ...Es sei denn du solltest Parther sein."


    Seine letzten Worte sprach er eher im Scherz aus. Er kannte bisher nur Bashir und Phraates, also konnte diese ähnlichkeit auch einfach von einer zwar räumlichen Nähe stammen, aber dennoch andere Gründe haben. Cimon glaubte nicht an seine Menschenkenntnis. Sicher würde sein Gegenüber ihn auslachen...oder schlimmer noch beleidigt sein, weil er von einem ganz anderen Ort kam...einem den der Nubier kennen musste... Cimon stockte das Herz und er bemühte sich all dies nicht zu deutlich zu zeigen, während er auf die Antwort von Cassim wartete.


    Noch bevor Cassim ihm antworten konnte sah Cimon an diesem vorbei. In jenem Augenblick flog etwas silbernes durch den Raum und schlidderte auf dem Boden zu seinen Füßen. Langsam bewegte er sich dorthin und sah Cassim fragend an. Flink hob der Nubier die Haarspange auf. Sie war wunderschön gefertigt. Seine aufmerksamen Augen machten schnell die Besitzerin aus und er versuchte ihre Augen aufzufangen und mit einer unauffälligen wie auch untertänigen Handbewegung auf dieses Kunstwerk an Haarschmuck hinzudeuten.
    Dann wurde ihm bewusst das er doch keine ahnung von soetwas hatte. Hilfesuchend, fast panisch suchte er nun nach Caelyn. Vieleicht würde sie der Dame helfen können, das Haar wieder zu richten. Sollte er diese nicht sehen, so musste er eine andere Sklavin zuwinken, damit diese helfen würde. Oder würde die Herrin etwa wollen, das er ihr hilft? Nun musste er einfach abwarten, ob und wie die Dame reagierte, um dann selber handeln zu können.


    Bei allem sah er zunächst entschuldigend zu Cassim. Die Herrschaften gingen einfach vor, auch wenn er mit einer einladenden Geste versuchte deutlich zu machen, das er sich gleich nur zu gerne weiter mit ihm unterhalten wollte.


    Sim-Off:

    Edit: letzten beiden Absätze hinzugekommen

    ir-servus.png

    CUSTOS CORPORIS - TITUS AURELIUS URSUS

    Einmal editiert, zuletzt von Cimon ()

  • Cassims Befürchtungen schienen ungerechtfertigt gewesen zu sein. Niemand hatte Cimon vor dem parthischen Sklaven gewarnt, der es gewagt hatte zu fliehen und dabei sogar auch noch Hand an die Mitglieder der Familie seines Herrn zu legen. Unmerklich atmete der Parther erleichtert auf. Cimons Gründe, weshalb er sich zögerlich verhielt, waren anders einzuordnen.
    Der Nubier begann von seiner Herkunft zu sprechen. Ganz offensichtlich gehörte Cimon zu der Sorte Sklaven, die bereits in Gefangenschaft geboren worden waren. Ein solches Leben war für den Parther nicht nachvollziehbar. Ein Leben lang ohne eigenen Willen. Doch selbst bei diesen Menschen brach von Zeit zu Zeit die Sehnsucht nach Freiheit durch. Hannibal war das beste Beispiel dafür gewesen. Wie sehr schmerzten ihn immer noch die Erinnerungen an den Gefährten, der so jämmerlich sein Ende am Kreuz gefunden hatte!
    Doch die weiteren Worte des Nubiers ließen den Atem des Parthers stocken. Er glaubte, sich erst verhört zu haben. Doch nein, der Nubier hatte es gesagt, ob dies nun im Scherz geschah oder er es ernst gemeint hatte, er hatte geglaubt, in ihm einen Parther zu erkennen.
    Seitdem er in den Besitz der Flavier gegangen war, hatte Cassim keine Gelegenheit mehr gehabt, einen Landsmann zu treffen, obwohl er davon gehört hatte, wie sehr die römischen Sklavenmärkte nach dem Parthienfeldzug von Parthern überschwemmt worden war.
    "Ich bin Parther!", antwortete er prompt. "Du hast zwei Freunde, sagst du, die mir ähneln?", fragte er vorsichtig. Dies wäre zu schön, um wahr zu sein. Er malte sich bereits aus, auf seine Landsleute zu treffen. Das war, wie ein Stück Heimat, inmitten der Fremde.
    "Du kennst zwei Parther, Cimon? Bitte, erzähl mir von ihnen!" Eine verhaltene Freude keimte in Cassim auf. Wenn Cimons Freunde tatsächlich Parther waren, so wollte er alles daran setzen, diese kennenzulernen. In diesem Augenblick taten sich ihm völlig neue Möglichkeiten auf. Dies konnte von Grund auf sein ganzes zukünftiges Leben verändern.

  • Nur für einen kurzen Bruchteil sah Septima, wie einer der ihr nicht weiter bekannten Männer herüber schaute. Schnell lehnte sie sich gegen die Säule. Wie sehr war ihre Frisur zerstört? Vorsichtig tastete Septima ihr Haar ab, was es womöglich nur noch schlimmer machte, also ließ sie die Hand ganz schnell wieder sinken. Einer der Skalven, zu dem ihr Steckkamm geflogen war, bückte sich und hob ihn auf. Wieso brachte er ihn ihr nicht? Septima fing grimmig den Blick des Sklaven auf und befahl ihn durch einen kurzen Wink zu sich. Immer noch gut durch die Säule verdeckt, fragte sie ihn in barschen Ton. „Bist du aus dem Hause der Aurelier?“ Kurz wartete sie die positive Antwort ab. „Dann bring mich sofort zu einer Ornatrix.“ forderte sie den Nubier auf und wollte so schnell wie möglich mit ihm das Atrium verlassen. Viel zu peinlich war ihr die Situation. Aber trotzdem wand sie sich hinter der Säule her, noch kurz an ihren Vetter. „Bitte entschuldige mich, Celsus. Ich stelle dir Prisca gleich vor wenn ich wieder zurück bin.“ sprach sie mit freundlicher Stimme, ganz anders als gerade eben noch mit dem Sklaven, der sie hinaus begleiten soll.


    Aus dem Augenwinkel bekam Septima noch mit, wie ihr Onkel zu der Gruppe von Männern ging und irgend etwas mit ihnen besprach. Dabei schaute er sich suchend um. ‚Oh nein… das wird doch wohl nicht...!’ Septima versuchte Luft zu sein und auf schnellstem Wege mit dem Nubier zu verschwinden. Erst als sie aus dem Atrium verschwunden waren, atmete Septima auf und ließ sich in den hinteren Teil des Hauses führen.

  • Zitat

    Original von Tiberia Arvinia
    Wo war Albina eingentlich mit ihrem Ehemann Macer?


    Die Frage war ziemlich leicht zu beantworten: Albina war gebeten worden, eine besondere Rolle im Rahmen der Zeremonie zu spielen, was eben eine besondere Vorbereitung erforderte. Und Macer legte als amtierender Praetor keinen Wert drauf, bei der Hochzeit des amtierenden Consuls zwischen den anderen amtierenden Magistraten besonders aufzufallen. Kurzum, die beiden waren da und während Macer fröhlich mit ein paar anderen Senatoren plauderte, war Albina so beschäftigt, dass sie noch nicht dazu gekommen war, sich mit irgendeinem der Gäste eingehender zu beschäftigen.



  • Noch während alles für die Unterzeichnung des Ehevertrages vorbereitet wurde, kam der Consul persönlich direkt auf Ursus zu. Die letzten paar Schritte ging Ursus ihm entgegen, - nachdem er sich vergewissert hatte, daß tatsächlich nur er das Ziel des Tiberiers sein konnte. "Salve Consul Tiberius. Ein sehr gutes Omen wurde für eure Ehe vorausgesagt. Ich freue mich für euch beide. Meine Cousine hat wirklich großes Glück mit Dir als Ehemann. Und ich verspreche sicher nicht zuviel, wenn ich sage, Du ebenfalls mit ihr." Hier wurde eine gute Ehe gegründet. Oder vielmehr waren die Voraussetzungen für eine gute Ehe alle vorhanden. "Du hast eine gute Nachricht für mich? Geht es um Tiberia Septima?" Immerhin hatte er an jenem Tag mehrere Anliegen gehabt und am Ende spielte der Consul auf eine der anderen an.

  • "Allerdings, allerdings."


    kommentierte Durus die Bemerkung über die Haruspizin, die dem Haruspex Primus wohl den Kopf gerettet hatte, denn wären hier schlechte Omen herausgekommen, hätte Durus dem Tarquinier wohl das Leben zur Hölle gemacht - so wie dieser diese Hochzeitsfeier zur Hölle gemacht hätte. Doch es war ja alles gut gegangen!


    "Allerdings. Ich habe mit ihr gesprochen und sie wäre mit einer solchen Verbindung einverstanden - ich ebenfalls. Der Hochzeit stünde also nichts mehr im Wege."


    Er blickte sich noch einmal um, doch noch immer konnte er Septima nicht in der Menge entdecken, sodass er entschuldigend zu Ursus sah


    "Sie ist ebenfalls hier - bist du ihr schon einmal begegnet?"


    Durus ging zwar davon aus, doch sicher war er sich nicht - vielleicht hatte der Aurelier auch nur den Tiberischen Stammbaum studiert und ein paar Informanten gehabt.

  • Celsus sah Septima überrascht hinterher, als diese urplötzlich in Begleitung eines ihm unbekannten Sklaven aus dem Atrium eilte.


    "Ich bitte darum!" rief er ihr noch hinterher und schüttelte dann leicht irritiert den Kopf.


    Da seine Gesorächspartnerin nun zumindest vorübergehend verschwunden war, bot sich dem jungen Tiberier eine günstige Gelegenheit seine Pflichten als treues Familienmitglied zu erfüllen und die Glückwünsche an das Brautpaar nachzuholen. Kurzentschlossen ging er zu Durus hinüber, der sich gerade mit einem ihm unbekannten jungen Mann unterhielt, nickte diesem freundlich zu und wandte sich dann an seinen vermutlichen Vater in spe.


    "Ich möchte mich gern noch einmal für die Einladung zu dieser Hochzeit bedanken und dir und deiner Gemahlin, " bei diesen Worten warf er einen Blick zu der verschleierten Braut hinüber, "alles Gute für euer gemeinsames Leben wünschen. Bei einem derartig vielversprechenden Omen dürfte dem wohl nichts im Wege stehen."

  • Cassim war also Pather? Cimon sah ihn überrascht an. Als die Frau, deren Haarschmuck er in Händen hielt, ihn zu sich befahl, bemerkte Cimon das es ihm leid tat, zu sein, was er war.


    "Ja, ich kenne zwei Pather. Sie sind wirklich gute Freunde. Bashir und Phraates sind ihre Namen. Auch wenn ich nicht glaube das du sie kennst, erzähle ich dir gerne von ihnen. Doch du entschuldigst mich kurz? Ich werde verlangt."


    Seine Frage war mehr eine Feststellung, doch er wollte nicht das sich der andere Sklave einfach so 'abgestellt' fühlen würde. So nickte er ihm noch einmal zu, bevor er davon eilte. Der Nubier bestätigte mit knappen Worten und einem ergebenen Nicken die Frage der Herrin und senkte leicht den Kopf. Sie schien ihm sehr ...patrizisch zu sein und wollte keinen schlechten Ruf auf seinen Herren fallen lassen, nur weil Cimon sich nicht benehmen konnte.
    Eine Ornatrix? Cimon fühlte Panik in sich. Von solchen Dingen wusste er nichts und wusste auch nicht wen er nennen sollte. Caelyn sah er noch immer nicht und brachte so die Herrin ergeben in den hinteren Bereich des Hauses. Noch immer hielt er unsicher den Schmuck in seinen Händen. Leicht zitterten diese ob der Befürchtung hart bestraft zu werden. Wo auch immer dieses bereits bewältigt geglaubtes Gefühl herkam.


    Zwar gewann sein Rücken an stolzer Haltung wieder, doch sein Kopf blieb ergeben gesenkt.


    "Ich bin mir nicht sicher, wie ich dir helfen kann, Herrin. Die einzige die mir eingefallen ist, ... habe ich nicht gesehen, Domina."


    Zuzugeben das er diese Bezeichnung nicht wirklich zuordnen konnte wollte er nicht, denn er befürchtete dadurch in Schwierigkeiten zu geraten. Vor allem da diese Frau einen sehr ernergischen Eindruck machte. Sicher würde sie einen Fehler nicht so leicht vergeben oder darüber hinwegsehen. Cimon hoffte das er gut mit dieser Hürde klar kommen mochte.

  • Der von ihr angesprochen Skave kam sofort zu ihr und machte auch einen recht ordentlichen Eindruck auf sie. Mit zusammen gezogenen Augenbrauen hörte sich Septima an, was er zu ihr sprach. „Du wirst doch wohl in deinem eigenen Haushalt wissen, wo die Ornatrix zu finden ist!“ herrschte sie den Nubier an. Ohne zu ahnen, dass Cimon überhaupt nicht wusste was eine Ornatrix war, traf ihn der ganze Unmut der Patrizierin. „Wenn du sie nicht gleich gesehen hast, dann geh sie gefälligst holen. Sofort!“ befahl sie Cimon. An sich war die Tiberierin nicht so ungehalten zu ihren oder fremden Sklaven, aber sie hatte das Gefühl, ihr laufe die Zeit davon, auch wenn sie ein wenig froh darum war, für einen kurzen Moment aus dem Atrium fliehen zu können.


    Septima blickte kurz zurück, von wo sie gekommen waren und atmete erleichtert auf. „Nun geh schon.“ fügte sie mit wesentlich sanfterer Stimme an den Nubier gewandt hinzu und schaute sich um. „Was ist in diesem Raum?“ hielt sie ihn aber doch noch einmal kurz auf und deutete auf eine Tür, die zu einer kleinen Kammer mit einem einfachen Bett, einem Tischchen und einer Truhe führte. Womöglich ein Schlafraum für weniger hochgestellte Gäste.

  • Der Flavische Senator verfolgte ebenfalls diesen glücklichen Tag mit einem Becher Wein in der Hand, angelehnt an eine der zahlreichen Säulen des Hauses, beobachtete den Hergang der Zeremonie.
    Schon zuvor hatte er die Gelegenheit gehabt samt der Grazie von Gattin, die er ja nun einmal hatte, das Brautpaar abzufangen und seine Glückwünsche zu entrichten. Eine Verbindung zu den Aureliern war für Durus sicherlich ein politisch wertvoller Zug. Bei den Flaviern war es jedoch, wie die Heiratspolitik es nun einmal ergab, schon recht egal, für welche Familien sich die Jungen entschieden. Wichtige Bande bestanden zu allen. Auch wenn der tiberische Zweig durch Anheirat bisher ausgelassen worden ward, obwohl sich Flavius Furianus redliche Mühe gegeben hatte.
    So stand der Senator, seine Gattin war wohl irgendwo entschwunden, nippend und mit einem leichten Lächeln auf den Zügen.

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