exedra | Stärkung für die fremde Welt da draußen

  • Titus schien für kurze Zeit in Gedanken versunken zu sein, was sie als negativ wertete. Nächstes Mal, nahm sich Narcissa insgeheim vor, würde sie mehr auf ihre Worte achten.
    Schon oft hatte sie sich mit ihrer Schwester über das Thema Heiraten unterhalten, vornehmlich dann, wenn sie sich nach einem Fest noch allein in einem ihrer beider Zimmer zusammen gesetzt hatten, um über die Ereignisse zu diskutieren. Ihre Mutter hatte schon recht früh begonnen ihnen potentielle Ehemänner vorzustellen und natürlich war das auch einer der Gründe gewesen, weshalb die alte Lucilla ihre beiden Töchter nach Rom entsandt hatte. Sie wusste von Floras Befürchtungen, an einen, sie würde sagen "alten dicken greisen Senator", verheiratet zu werden, und sie wusste auch, dass ihre Schwester das Leben zunächst noch genießen wollte. Auch ihr ging es vornehmlich so. Dass Manius sich alle Mühe geben würde, wenn - ja, wenn - er denn eines Tages beschliesen würde, sie verheiraten zu wollen, da war sie sich vollkommen sicher. Schon allein weil er fürchten musste, ihrer beider Mutter würde sich obschon eines verunglückten Ehepartners trotz ihrer Artritis nach Rom begeben, um ihn zu Recht zu weisen. Trotz aller Strenge und Nörgeleien, Lucilla vergötterte ihre Töchter. Aber was hieß hier schon "glücklich" - war es nicht die Pflicht einer patrizischen Tochter, mit dem glücklich zu sein, was für die Familie gut war? Sie hielt sich bedeckt, das hier war ganz und gar nicht ihr Feld. "Das wird er sicherlich", erwiderte sie, fügte dann jedoch noch hinzu, um keine Stille entstehen zu lassen: "Du scheinst dich auf deine Ehe zu freuen?!". Ein leises Lächeln auf den Lippen, schließlich wusste man ja nicht gleich auf ihrem Gesicht sehen, was ihr durch den Kopf ging.

  • Es war nichts Neues für sie, dass man sie Beide hin und wieder wie eine Person behandelte. Meist geschah dies unbeabsichtigt, denn da sie sich nun einmal so ähnlich sahen, war es schwer sie auseinander zu halten. Noch würde dies wohl öfter passieren, da sie erst seit kurzem in Roma waren. Sie erwartete nicht, dass ihr Verwandten sie auf Anhieb auseinander halten konnten. Das würde noch etwas dauern, bis sie sich alle näher kennen gelernt hatten.


    „Er kann sich ruhig Zeit lassen“, meinte sie mit einem zuckersüßen unschuldigem Lächeln. Sie wollte tatsächlich ihr Leben genießen. Wie ihr Leben sich gestalten würde, wenn sie verheiratet wurde, das würde sich erst noch zeigen und im Augenblick würde sie sich darüber nicht das hübsche Köpfchen zerbrechen. Stattdessen widmete sie sich einem der Küchlein, welche Marei gebracht hatte. Sie waren noch warum und mit etwas Honig schmeckten sie köstlich.
    „Ich bin mir sicher, Manius wird schon die richtigen Ehemänner für uns finden!“ meinte sie und antwortete er ausweichend auf die Frage, ob ihr Bruder nur das beste für sie wollte. Natürlich wollte er das, aber gleichzeitig dachte er auch an das Wohl der Familie.

  • Die Begeisterung über das Thema hielt sich bei den beiden Mädchen wahrhaftig in Grenzen. Sie antworteten sehr kurz angebunden und ihre Mienen waren allzu beherrscht, um wahre Gefühle zu offenbaren. Ursus nickte auf die Frage hin. "Ja, eigentlich schon. Warum auch nicht? Ich bin sicher, sie wird mir eine gute Ehefrau sein. Und ich habe auch den festen Vorsatz, alles zu tun, damit sie glücklich wird. Das sind gute Voraussetzungen, finde ich. Aber lassen wir das Thema. Sagt mir lieber, wie ihr bisher eure freie Zeit verbracht habt. Ihr könnt doch nicht nur gelesen oder Wolle gesponnen haben, wenn ihr nicht gerade ausreiten ward?" Ursus war durchaus neugierig, was die Zwillinge anging. Er fand es schon erstaunlich, wie ähnlich sie sich sahen. Und so oft gab es das ja auch nicht, daß Zwillinge überlebten, die Geburten waren doch ein großes Risiko.


    Die Küchlein schienen zu schmecken und auch Ursus nahm sich eines davon, um es sich schmecken zu lassen. Wirklich nicht schlecht. Daß die Köchin so etwas schon zum Frühstück machte! Bestimmt wegen der Mädchen, die waren ja auch wirklich kleine Leckermäulchen.

  • Erleichtert darüber, dass sich das Gespräch nun allmählich anderen Dingen zuwandte, griff Narcissa Titus Faden auf. "Wohl zu unserer eigenen Schande haben wir hier tatsächlich noch nicht sehr viel angestellt..." Sie lehnte sich entspannt in den Weidenkorb zurück und faltete die Hände über ihrem Milchbauch. Ihre Mutter hatte sie des Öfteren gescholten, zu viel Milch sei ungesund, aber sie würde die weiße, einfach Flüssigkeit sogar den lecker riechenden Küchlein vorziehen, die direkt vor ihrer Nase standen. Du bist doch keine Katze!, hatte Lucilla gesagt. Tatsächlich hatte es die junge Aurelierin schon einmal in Betracht gezogen, sich eine eigene Milchkuh zuzulegen...aber das waren Gedanken, die nichts mit dem Gespräch zu hatten. Etwas Bewegung war nachher aber auf jeden Fall notwendig, um sich des Bäuchleins zu entledigen, dass sie zu sehen glaubte, das aber für äußere Betrachter gar nicht sichtbar war.
    "Der gestrige Tage verging wie ein Augenschlag. Manius hat uns noch die Villa gezeigt - wir haben dich in der Bibliothek ja getroffen - und im Garten sind wir dann auf Marcus Aurelius Corvinuns gestoßen", fasste sie rasch die Ereignisse des vergangenen Tages zusammen und gestand dann etwas verlegen in Richtung Flora: "Um ganz genau zu sein, Flora hat ihn getroffen und ich bin gegen ihn gestoßen. Ich war in meinem Zimmer eingeschlafen und noch nicht ganz wieder im Reich der Lebenden, als ich nach Flora suchte...."

  • Flora und auch Narcissa wussten, dass sie nie aus Liebe heiraten würden. Ihre Mutter hatte ihnen in dieser Hinsicht keinen Platz für Illusionen gelassen. Von daher sahen sie darin eine Pflicht irgendwann zu heiraten und Kinder zu bekommen. Die ermahnenden Worte ihre Mutter klangen ihr in den Ohren: Verliebt sein ist nichts für junge adlige Damen. Dirnen können es sich erlauben sich zu verlieben, doch ihr seit aurelische Töchter. Eure Pflicht ist es euch dem Willen der Familie zu beugen! Streng war die Miene ihrer Mutter gewesen und ernst. Diese Worte hatte sie auch aus Sorge gesprochen, denn die Liebe konnte Unglücklich machen. In einer Ehe aus Vernunft wusste man zumindest, was einen erwartete und welche Stellung man hatte. Aus diesem Grunde hatte sie auch jegliche Schwärmerei für die jungen Burschen im Keim erstickt.
    Doch Flora hatte trotz allem eine Schwäche für einen gewissen Pferdenarren, der Sohn eines ehemaligen Sklaven, der sich um das Gestüt, welches zum Landhaus gehört hatte, gekümmert hatte. Nicht einmal Narcissa hatte sie das verraten, obwohl sie ihr sonst alles erzählte. Sie hatte zum ersten Mal fest gestellt, dass sie eben nicht alles teilen wollte.
    „Ich wünsche dir und deiner Braut nur das Beste!“ lächelte sie. Es wäre schön, einen so einfühlsamen Ehemann auch später zu bekommen. Aber noch war es nicht soweit und sie würde ihr Leben genießen.


    Sie kicherte leise, als Narcissa auf Titus Frage antwortete, er hatte es wohl anders gemeint, wie es ihre Schwester verstanden hatte. „Naja, spinnen ist nicht wirklich so unsere Lieblingsbeschäftigung“, grinste sie. Flora konnte ganz gut weben und auch nähen, wenn sie denn einmal die Geduld dafür aufbrachte. „Aber Narcissa kann stundenlang lesen, wenn ich sie nicht manchmal aus dem Haus locke“, erklärte sie. Sie selbst hingegen war das schon meist Abenteuerlustiger und wollte etwas erleben.

  • Ursus mußte lachen, als die Schwestern ihm erklärten, daß Spinnen nicht so ihre liebste Beschäftigung war. Dann stutzte er. Hatte das Mädchen gerade gesagt, Narcissa würde so viel lesen? War es nicht eben noch Flora gewesen? Warum... ach, die Mädchen wollten ihn veralbern! Genau, sie versuchten, ihn durcheinander zu bringen, was das Auseinanderhalten dieser beiden Zwillinge anging! Er tat natürlich so, als würde er darauf hereinfallen, wußte aber immer noch ganz genau, wer von den beiden wer war.


    "Der Garten ist Marcus' Steckenpferd. Im Frühjahr werdet ihr staunen, was für schöne Blüten er hervorbringt. Seit Jahren bestückt Marcus den Garten mit seltenen, exotischen Pflanzen und viele Besucher haben schon ihre Bewunderung ausgesprochen. Natürlich bedeutet das auch, daß man im Garten besonders vorsichtig sein muß, denn die Pflanzen sind nur sehr schwer zu ersetzen." Außerdem konnte Corvinus wirklich zornig werden, wenn es um seine geliebten Pflanzen ging.


    "Ich gebe zu, ich habe für Pflanzen nicht so schrecklich viel übrig. Ja, mir gefällt es auch, wenn der Garten voller schöner Blüten ist, aber ich kann mich da nicht so mit befassen, wie Marcus es tut. Da lese ich lieber - oder trainiere mit Cimon - oder gehe einfach in die Stadt."

  • Narcissa erkannte, dass sie Ursus Frage wohl etwas missverständlich aufgenommen hatte, ließ sich davon aber nicht sonderlich aus der Ruhe bringen - immerhin rettete Flora sie ja aus der Situation. Die Schwestern arbeiteten tadellos zusammen.
    Etwas Unrecht tat Flora ihrer älteren Schwester dann aber doch. Natürlich hatte sie Recht, dass Narcissas Leideschaft dem Lesen galt. Aber das war nur die eine Seite, denn ebenso gern mochte sie die Natur und liebte es in der warmen Jahreszeit im Garten - lesend oder schreibend - unter schattenspendenden Bäumen zu sitzen. Und sie war neugierig, beobachtete gern und mochte es zu entdecken. Tatsächlich war es aber sehr oft Flora, die den ersten Impuls gab. Sie widersprach ihr daher nicht, sondern beliße es dabei. Warum Dinge unnötig verkomplizieren.
    "Es war für Lysandra meistens nicht sonderlich leicht, Flora zurück ins Haus zu bringen. Sie musste sie meistens zwingen...", ergänzte sie lächelnd mit Hinblick auf ihren Zwilling.
    "Marcus wird dann wohl in Flora eine Gleichgesinnte finden...", erwiderte Narcissa. Sie selbst mochte zwar Pflanzen zwar ganz gern anschauen, kannte sich diesbezüglich aber kaum aus. Ihre Schwester hatte ihr da einiges mehr vorraus: "Zuhause in Terentum hatte sie auch ein kleines Beet" und zu Flora gewandt sagte sie: "Weißt du noch, dieses heftige Sommergewitter? Du bist einfach nach draußen gerannt, weil du deine Pflanzen schützen wolltest. Mutter und Lysandra haben dir hinterher geschrien..." Sie ließ den Part aus, dass sie selbst ihrer Schwester gefolgt war, um ihr zu helfen. Hinterher waren sie beide völlig durchnässt gewesen. Das war auch das einzige Mal gewesen, dass sie wirklich ernsthaft Fieber bekommen hatten.


    "Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper...", stimmte sie Titus zu. "Ich nehme an, wir werden uns wohl des öfteren in der Bibliothek treffen..." Narcissa ahnte nichts davon, dass der Aurelier insgeheim glaubte, sie würden ein Spiel mit ihm spielen...

  • Nicht bewusst wollten sie Titus durcheinander bringen. Sie hatten sich ja alle Mühe gegeben ihn aufzuklären und zu zeigen, wer nun wer war. Das er aber davon ausging, sie würden ihn veralbern wollen, darauf kam sie nicht.
    Ein wenig hatte sie natürlich übertrieben, was Narcissas Leidenschaft für Bücher anging. Ganz so ein Stubenhocker war ihre Schwester dann doch nicht. Aber hin und wieder musste diese dann doch zwingen mit heraus zu kommen. Meist mit der Aussicht darauf auszureiten.
    Sie grinste verlegen, als Narcissa dann einen kleinen Seitenhieb in ihre Richtung austeilte. „Du übertreibst“, meinte sie grinsend und zog dann eine kleine Grimasse als sie an das Unwetter erinnert wurde. Anschließend hatten sie Beide zwei Wochen das Bett hüten müssen. Eine furchtbare Zeit, sie hatte sich ganz schrecklich gelangweilt. Sie waren eben nicht ganz so empfindlich wie es den Anschein hatte, aber wenn sie einmal krank wurden, dann richtig und immer gemeinsam. Aber sie freute sich schon darauf ein Stück im Garten für sich zu erobern. Die Frage war nur wie lange sie Marcus überreden musste. Was sie sich in den Kopf setzte bekam sie meistens durchgesetzt.


    „In die Stadt gehen klingt gut!“ griff sie auf, während Narcissa natürlich ihre Begeisterung über die hauseigene Bibliothek nicht verbergen konnte.

  • Die beiden Mädchen blieben bei ihrem kleinen Streich und Ursus ließ ihnen die Freude. Er schmunzelte und nickte zu ihren Eröffnungen. "Du liebst Pflanzen und den Garten?", wandte er sich an Flora, die er für Narcissa hielt. "Dann wirst Du Dich mit Marcus bestimmt gut verstehen. Und es ist gut zu wissen, dann kannst Du mich bestimmt beraten, wenn ich mal ein Geschenk für Marcus brauche."


    Als sie von ihrer Kindheitserinnerung erzählten, lachte er amüsiert auf. Die beiden waren als Kinder bestimmt sehr lebhaft gewesen. "Ich erzähle euch lieber nicht, was ich alles auf dem Kerbholz hatte damals. Meine Schwester war ja viel braver als ich. Aber manches haben wir auch zusammen verbrochen. Dieses Haus hier hat schon einiges erlebt an Kinderstreichen." Er lachte wieder, denn in der Erinnerung waren seine Streiche zum Teil wirklich dumm gewesen. Doch welches Kind stellte keine Dummheiten an? "Aus dem Alter seid ihr ja, den Göttern sei Dank, längst heraus", behauptete Ursus grinsend, wobei er sich da insgeheim ganz und gar nicht sicher war. Die beiden sahen im Gegenteil so aus, als säße der Schalk ihnen ziemlich oft im Nacken. So wie ja auch ihr kleiner Spaß mit der Verwechslung zeigte. Er war schon gespannt, wen sie noch alles an der Nase herumführten.

  • "Nun gut, ich gestehe: Ich übertreibe etwas", grinste Narcissa amüsiert. "Eigentlich musste Lysandra sie sogar immer förmlich ins Haus zerren...", Sie meinte es jedoch nicht böse. Falls Marcus sich ihrem Willen widersetzen sollte - was sie nicht glaubte, so würde sie ihrer Schwester auf jeden Fall helfen.


    Sie machte dann doch ein verwirrtes Gesicht, als sich Titus wieder an sie wandte. "Du liebst Pflanzen und den Garten?", fragte er sie.
    "Titus", begann Narcissa zögerlich..."Ich glaube, du hast uns nicht richtig verstanden...Sieh selbst..."...Sie streckte ihm freundlich ihr Handgelenk entgegen, an dem das feingeschmiedete, silberne Armbändchen mit ihrem Namensschild baumelte: "Ich bin Narcissa und das ist Flora..." Sie hoffte, dass ihr Verwandter ihr ihre Direktheit nicht böse nahm - aber offensichtlich glaubte er tatsächlich, dass sie einen Scherz mit ihm trieben. Dabei wollten sie sich das doch noch für ganz andere Gelegenheiten aufsparen.

  • Marei blickte die Zwillinge tatsächlich ziemlich irritiert an. es war ein Wunder, das sie nicht gleich mit Fragen herausplatzte, wieso die Mädchen sich wie ein Ei dem anderen glichen. Scheu lächelnd gehorchte sie dem Wink Narcissas und bekam einen Auftrag sowie eines der duftenden Küchlein. "Ist gut. Ich eile..." Mit leuchtenden Augen und eilte Marei von dannen. Das Küchlein aß sie auf dem Weg zur Küche auf und fragte Köchin Niki nach dem gewünschten Dingen, die sie auf einem weiteren Tablett stehend in die Hande gedrückt bekam. Den Kopf schüttelnd, dass sie noch ein Tablett zu tragen hatte, machte sie sich auf den Rückweg und stiess die Tür genauso wie beim ersten Mal auf. Uuuppss.. beinahe wäre die Milch aus dem Glas geschwappt. Das Sklavenmädchen ging näher und näher an den Tisch heran, stellte das Glas in Reichweite von Narcissas Händen ab. Die Erwachsenen redeteten miteinander. Marei konnte dem hin und her springenden Themenfaden nicht so recht folgen und zog sich in den Hintergrund zurück. Zuletzt ging es um Pflanzen und Garten. Die Lösung wie die eineiigen Mädchen zu unterscheiden waren kam langsam ans Licht. Marei nickte anerkennend... und beneidete die Silberketten, die an den schlanken Mädchenarmen hängen durften. "Schick.." murmelte sie in sich hinein und hoffte leise genug zu sich gesprochen zu haben, um das Gespräch der Großen nicht erneut unterbrochen zu haben.

  • Sie machte eine kleine Grimasse, als Narcissa sie weiter neckte. Sie neckten sich oft, einfach nur so, meist weil es ihnen Spaß machte und auch um scherzhaft etwas Kritik an dem anderen Zwilling zu üben. Aber sie wusste dafür auch dass sie die Unterstützung ihrer Schwester hatte, immer und überall. Vorbehaltlos, es gab nichts und niemanden der sich zwischen sie drängen konnte. Wie Pech und Schwefel waren sie, eine Einheit die man nicht so leicht ignorieren konnte, wenn sie gemeinsam etwas wollten.


    Verblüfft stellte sie fest, dass Titus anscheinend den festen Glauben hegte, sie würden ihn veralbern, denn anstatt sich an sie zu wenden, stellte er die Frage Narcissa. Einen Moment lang sah sie ihn verdutzt an und lachte dann. Sie hatten ihm schon so viele dezente Hinweise gegeben und er verwechselte sie dennoch. Narcissa gab sich alle Mühe ihn auf zu klären. Nur ganz nebenbei bekam sie mit, wie Marei wieder zurück bekam und ihre Armbänder bewunderte. Sie zwinkerte dem Sklavenmädchen zu. „Irgendwie passiert das ständig“, kicherte sie immer noch und sah Narcissa an.

  • Ursus schaute auf die Armbänder. Dann schaute er wieder auf die Mädchen. Irrte er sich denn tatsächlich? Sie blickten so treu und lieb drein. Ihn jetzt noch auf den Arm zu nehmen wäre wirklich nicht mehr nur lustig. Hm. Er war sich so sicher gewesen. Wieder forschte sein Blick in ihren Gesichtern. Hatte er es sich denn tatsächlich falsch herum gemerkt? Offenbar. "Na, sowas aber auch", lachte er und zwinkerte den beiden zu. "Dann bist also Du Flora und Du Narcissa." Er deutete richtig auf die beiden und schüttelte den Kopf über sich selbst. "Na, aber jetzt weiß ich es", behauptete er, sehr von sich überzeugt. "Ihr seht euch aber auch wirklich verflxt ähnlich."


    Zum Abschluß des Mahles nahm er sich einen Apfel. Zu dieser Jahreszeit waren sie sehr schrumpelig, aber sie waren auch süß und aromatisch. "Marei, willst Du den beiden nicht heute ein wenig Gesellschaft leisten und ihnen von uns allen erzählen. Aber nur die guten Sachen natürlich." Er zwinkerte der Kleinen zu. Dann wandte er sich wieder an die Zwillinge. "Marei kennt sich übrigens sehr gut in der Stadt aus. Sie ist aber noch nicht sehr lange bei uns im Haus und ich weiß nicht, ob Celerina ihr schon gestattet hat, in die Stadt zu gehen. Vielleicht sprecht ihr mal mit Celerina? Sie ist ja ohnehin auch noch nicht sehr lange mit Marcus verheiratet und freut sich gewiß über eure Gesellschaft."

  • "Na wir werden es heute Mittag noch einmal testen", bemerkte Narcissa mit einem verschmitzen lächeln.


    "Wir beide haben uns schon ein wenig kennen gelernt", meinte sie mit einem freundlichen Blick auf das kleine Mädchen. Im Garten waren sie bereits einmal aufeinander getroffen und schon dort hatte sie die aufgewckte Marei liebgewonnen. "Ja, vielleicht sollten wir tatsächlich mit ihr reden...." Zu Flora gewandt fragte sie: "Was meinst du? Sollen wir sehen, ob Celerina schon wach ist? Ich würde sie zu gern kennen lernen."

  • Titus dämmerte es langsam, dass er die ganze Zeit die Schwestern verwechselt hatte. Im Augenblick fand sie das sogar witzig. Besonders weil Titus verdutzt von einem zum anderen sah und nach Anhaltspunkten suchte um sie in Zukunft auseinander zu halten. Das es äußerlich nichts gab, würde das Ganze um so schwieriger machen. „Das sagen alle“, lächelte sie ihm zu, als er meinte sie sehen sich verflixt ähnlich. „Vielleicht solltest du unserer Mutter schreiben und sie fragen, wie sie uns auseinander halten kann!“ schlug sie mit einem Lachen in der Stimme vor. Ihre Mutter würde ihm dann wahrscheinlich einfach nur antworten: Ich weiß wer wer ist, ich kann dir aber nicht erklären warum. Diese Erklärung hatten schon viele erhalten.


    Das Frühstück war beendet. Der Vorschlag Celerina zu besuchen klang verlockend. Kurz sah sie zu Marei und lächelte dem Mädchen zu. „Wir gehen deiner Herrin einen Besuch abstatten. Du zeigst uns doch sicher den Weg zu ihrem Zimmer“, sagte sie und freute sich schon darauf noch einen Hausbewohner kennen zu lernen. Kurzerhand erhob sie sich und verabschiedete sich dann erst einmal von Titus. „Wir sehen uns später sicherlich noch einmal. „Komm Narcissa!“ Nur einen Augenblick später waren sie dann auch schon in den tiefen der Villa verschwunden, geführt von Marei.

  • "Keine ganz schlechte Idee", lachte Ursus auf den Vorschlag der Mädchen hin, doch ihre Mutter anzuschreiben und zu fragen. "Aber ich bin mir so ziemlich sicher, daß sie ganz erstaunt antworten wird: Warum? Das ist doch ganz einfach, sie sind doch total unterschiedlich." Er lachte wieder, denn Mütter waren eben so. Sie schauten ihren Kindern nicht ins Gesicht, sie schauten in ihre Herzen.


    "Ja, tut das. Es würde mich freuen, wenn ihr euch anfreundet. Wir sehen uns ganz gewiß später." Er schaute den beiden Mädchen lächelnd hinterher. Sie würden gewiß noch viel Leben ins Haus bringen. Was wirklich nicht schlecht war, die Villa war manchmal viel zu still. Seufzend trank er den letzten Schluck au seinem Becher und erhob sich ebenfalls. Bald würden die ersten Klienten erscheinen. Und er wollte vorher noch in Ruhe dem Hausaltar einen Besuch abstatten.

  • Das eine Mädchen hatte sie gehört. Kurz hielt sie den Atem an, machte sich auf ein kleineres Donnerwetter gefasst, aber es passierte nichts.


    Dafür ein Zwinkerchen da.. ein Zwinkerchen hier. Marei wusste kaum, wem sie zuerst antworten sollte und entschied sich lieber dafür beiden Zwinkernden unschuldig dreinschauend anzulächeln. Aber kaum, das sie sich fürs Lächeln entschieden hatte, wurde sie direkt angesprochen."Ähja... ja, das mach ich gerne, dominus. Nur über das Gute sprechen darf ich." antwortete sie eilig, trat wenige Schritte näher an die Zusammensitzenden heran. Fest glaubend, dass sie dies nun tun durfte, da sie erwähnt worden war.


    Stimmt, jetzt fiel es ihr wie ein Schuppen vor die Augen. Narcissa kannte sie schon! Oh, wo war sie mit ihrem Kopf? Marei nickte dominus Ursus bestätigend zu und antwortete Aurelia Flora. "In Ordnung! Ich führe euch rüber." Sie verabschiedete sich mit einem stummen Nicken vom männlichen Frühstücker und hielt die Tür auf. Dann erst ging sie den jungen Frauen voraus, kramte den Weg zu ihrer Herrin aus dem Gedächtnis heraus. "Von hier aus einmal rechts sowie links abbiegen und dann geradeaus bis zur Sackgasse." erklärte sie fröhlich. "Bis es nicht mehr weitergeht..."


    Sim-Off:

    Link zu Celerinas Zimmer eingefügt

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