Culina|eine persische Nacht

  • Morrigan holte den Reis, den sie vor Stunden eingeweicht hatte.
    Sie wusch den und ließ ihn abtropfen.
    Die Hähnchenteile würzte sie und sie wurden in Öl goldbraun anbraten.
    Die Sauerkirschen mit Zucker und angesammeltem Saft wurden in einen kleinen Topf gegeben und gekocht, etwas Flüssigkeit hob sie auf.
    Reis in reichlich mit Liquamen versetzen Wasser fast weich gekocht
    Fett wurde in einem großen Topf zerlassen, eine Schicht Reis darüber verteilen, darauf einige Kirschen und die Hähnchenteile nebeneinander gelegt, wieder eine Schicht Reis, dann Kirschen usw.
    Etwa ½ Becher Reis wurde mit dem aufgelösten Safran vermischt, und kam als letzte Reisschicht obendrauf.


    Ein sauberes Küchentuch wurde zwischen Topf und Deckel gelegt, das Ganze fest verschlossen und wurde nun auf kleinster Flamme gedämpft.


    Morrigan hatte die Dauer im Gefühl und schaute nach einiger Zeit und stellte fest, dass das Essen soweit gut war


    Den Topfboden spülte sie nun gut mit kaltem Wasser ab, damit sich die Kruste löst.
    Reis und Hähnchenteile wurden nun auf einer Platte angerichtet, mit Pistazien oder Mandeln garnieren.
    Die Kruste löste sie aus dem Topf und servierte sie zusammen mit dem Reis.
    Dazu hatte sie eine Mischung aus Frischkäse, Zwiebeln, Gurken und Knoblauch. Das ganze verfeinerte sie mit Minze.


    Sie hatte alles auf dem Küchentisch angerichtet, zog sich schnell ihr neues Kleid an.
    Stellte eine Schüssel mit warmem Wasser, für die Hände bereit und schicke eine der Küchensklavinnen los, den anderen zu sagen, dass das Essen bereit ist.

  • Das Essen war fertig. Mansuri knurrte der Magen. Beim Betreten der culina duftet es verführerisch. Der Tisch war reichlich gedeckt und unten lagen ganz viele Kissen. In der Hoffnung, dass das Essen so gut schmeckte wie es aussah, lief Mansuri das Wasser im Mund zusammen. Was machten die vielen Kissen da unten, wie sollte das mit dem Essen gehen? Fragen über Fragen...gespannt wartete sie an der Türe.

  • Morrigan lächelte Mansuri an.
    “Chw sch amdid, willkommen.”
    Sie führte sie bis zu den Kissen, kniete sich vor sie hin, streifte ihr die Sandalen von den Füßen und wusch diese gründlich um sie dann ab zu trocken. Die deutete Mansuri an sich auf die Kissen zu setzen, nachdem sie Platz genommen hat wusch sie ihr mit dem warmen Wasser aus einer zweiten Schüssel die Hände.
    Morrigan reicht ihr einen Becher mit Dough, ein Getränk aus Jogurt, Wasser und Salz, versetzt mit Minze.
    “Nun wir auf die anderen warten.”

  • Eilig machte ich mich auf den Weg zur Culina.
    Unterwegs stieß ich mir den Zeh an und zuckte mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen.
    Richtig Sandalen brauchte ich auch noch, diese Sklavenwächter, hatten mir meine neuen doch weggenommen.
    An der Culina angekommen, blieb ich an der Türe stehen und staunte nicht schlecht. Was ging denn hier ab? Ob das ein besonderes Ritual zwischen den beiden war?
    Aber egal das Essen war nicht schlecht. Besser als dieser Brei der meinen ersten Hunger stillte.
    Hoffentlich gibt es dies jeden Abend.
    Schon stand ich neben dem gedeckten Tisch und musterte alles genau.
    Römisch sah das aber nicht aus.

  • Wulfgar am gerade hinter Manuel in die Culina. Er war überwältigt, als er sah was Morrigan da gezaubert hatte. Das essen sah so bunt aus wie eine Herbstlandschaft. Auf dem Boden waren Kissen gelegt. Das warum war ihm aber noch ein Rätsel, aber das Kleid, das Morrigan nun trug, welches ihr der Händler geschenkt hatte, sah an ihr hinreißend aus. Morrigan deutete ihm an sich auf einem Kissen Platz zu nehmen. Und so tat er dies auch, nachdem sie ihm seine Füße wusch und seine Hände ebenso. Dann reichte sie ihm einen Becher mit einer komisch riechenden Flüssigkeit. Die Erinnerung vom Markt noch zu frisch roch er nicht daran und wartete was Mansuri damit tat.

  • Der Inhalt des Bechers war äußerst fragwürdig. Sie schnupperte daran. Ein Duft von Minze stieg ihr in die Nase. Bevor sie sich todesmutig daran machte es zu kosten, sah sie sich Morrigan genauer an. Richtig gut sah sie in diesem Kleid aus. Schick. Es passte zu ihrem Taint. Das kleine dünne Stück Stoff vor ihrer Nase und dem Mund würde Mansuri stören, war bei Morrigan zu Hause bestimmt so üblich. In Afrika trugen sie dicke Tücher, daß man nur die Augen sah. Das machten dort auch die Männer von verschiedenen Stämmen. Aber wo hatte sie das Kleid her? Hatte sie die Einkaufsbörse geplündert ? Darüber wäre sie arg enttäuscht. " Morrigan ? Woher hast du das Kleid." fragte sie.

  • Sie wusch auch Linus die Füße und Hände und bat ihm Platz zu nehmen.
    “Kleid ist ein Geschenk. Kleid und MEIN Kamm, ich geschenkt bekommen von persischem Händler.” Sie schaute Mansuri. “Ich darf Geschenke haben? Sonst ich bring es zurück. Morgen.”


    Nachdem nun alle auf den Kissen sassen holte Morrigan das Essen und stellte es in die Mitte. Sie füllte jedem eine Schüssel auf. Die erste reichte sie Mansuri.
    Sie schaute Mansuri erwartungsvoll an. Erst wenn sie essen würde, dürften auch alle anderen. Sie war so was wie die Erste ihrer Familie hier und das Oberhaupt aß immer zuerst.

  • "Nein, nein. Geschenke muss man nicht zurück geben. Das Kleid ist schick und steht dir sehr gut und MEIN Kamm kannst du auch behalten. " Sie lächelte und beobachtete was Morrigan machte.


    Die erste Schüssel bekam sie. Morrigan sah sie so an, also ob... . Auf was wartete sie denn, bekamen die anderen nichts? Sollte sie alleine anfangen? Sie sah sich um, keine Löffel. Mit den Fingern essen. Das hatte sie das letzte Mal als Kind getan. Sie atmete durch und nahm etwas aus ihrer Schüssel zwischen die Finger und nahm es in den Mund. Vorsichtig kauend, versuchte sie hinter den Geschmack zu kommen.
    Würzig, mit einer leicht fruchtigen Note. Es schmeckte wunderbar. Sie nickte begeistert und kaute aus. " Das schmeckt wirklich sehr gut, Morrigan. Willst du nicht das Kochen übernehmen." verschmitzt sah sie zu ihr. Sie wusste das diese Art Arbeit nicht in Morrigans Sinn war. Einmal im Monat so ein gutes Essen für alle wäre aber eine gute Idee und auch machbar.

  • Hinten, an der Türe, regte sich plötzlich etwas. Es war Parthenope. Ziellos wie immer war sie durch die Villa Claudia gestolpert. Den Sinn und Zweck ihres Dienstes, weswegen sie zur Villa Claudia geschickt worden war, hatte die kleine Griechin vergessen – und nun hoffte sie, einfach wo zu landen, wo nicht der Tod und das sichere Verderben auf sie wartete. Als sie nun die Türe öffnete, die zur Culina führte, wusste sie nicht, was sie erwartete.


    Die kleine Griechin hätte eher erwartet, dass ein großes böses Monster sich hier auftürmte. Doch stattdessen waren hier Sklaven - Sklaven in der Culina. Damit hatte die Epriotin nicht gerechnet. Parthenope kannte sogar ein paar. Was sollte sie nun tun? Gehen oder bleiben? Zögerlich wirkte sie, als sie auf die versammelte Truppe zuschritt.


    “Salvete...“ Sie blickte auf den Tisch. “Was habt ihr da Schönes?“ Ihr treuherziger Blick schweifte zu Morrigan. “Darf ich bleiben?“, fragte sie, die Perserin mit ihren großen Kulleraugen fragend anblickend.

  • “Ich dich Küche? Nein.” eine energisches Kopfschütteln.
    Morrigan reichte allen ihre Schüssel mit dem Essen, als sie die Leibsklavin von Romana bemerkte.
    Auch wenn sie Romana nun wirklich nicht mochte, ihre kleine Sklavin mochte sie dafür um so mehr.
    Freundlich winkte sie sie heran.
    "Natürlich, du darfst, bleiben. Gern sogar. Komm nimm Platz."
    Streifte ihr die Sandalen von den Füßen und wusch so wie bei allen anderen ihre Füße. Sie platzierte die Griechin neben Linos. Wusch ihr noch die Hände und reichte ihr eine Schüssel mit Essen.
    “Lass es dir schmecken.”
    Alle hatten nun Essen. Morrigan schaute noch, dass alle ausreichend zu trinken hatten. Sie hatte obwohl es in ihrer Heimat nicht üblich war, sogar Wein bereit gestellt.
    Sie erhob sich lächelnd.
    “Nun etwas Unterhaltung.” Leise begann sie ein Lied zu singen und bewegte sich dazu anmutig, so wie sie es gelernt hatte. Eben genau so, wie man sich hier in Rom wohl einen orientalischen Tanz vorstellte.

  • Egal was immer das hier war aber normal war dies bestimmt nicht, was gerade hier ablief.
    Die kleine freche Göre hatte wohl das sagen oder spielte sogar die Gastgeberin. Nun begann sie auch noch zu singen und zu tanzen.


    Singen konnte sie auf jeden Fall und ihr Tanz ist auch recht anmutig.
    Über ihre Darbietung vergaß ich sogar das Essen. Verträumt lauschte ich ihr, wobei ich mir dies noch in Begleitung von Târ, Tanbur, Shehnai, Tabla und Sarod vorstellte. Langsam vergaß ich Zeit und Ort.

  • Auch die anderen bekamen von dem Hühnchen. Nachdem Mansuri aber anscheinend nicht davon krank wurde, waren die Gewürze, die Morrigan am Markt hatte schnuppern lassen wohl nicht drinnen. Er aß trotzdem erstmal nur einen kleinen bissen. Das erste was ihm in den Sinn kam war Scharf, dann fruchtig, dann lecker. Das war sehr ungewohnt für Wulfgar so ein essen. Und dann begann Morrigan auch noch in ihrem Kleid zu tanzen. Ihm blieb im Kauen der Mund offen stehen und er konnte nur ihren Bewegungen folgen.

  • Allen schien es zu gefallen. Morrigan fühlte sich das erste mal zu Hause, sie fühlte sich unter Freunde, sie fühlte sich frei. Sie lächelte sanft und in ihren Augen konnte man die Veränderung sehen. Es war kein Zwang, nichts aufgesetztes, es war ehrlich. Ehrlicher als jedes Lächeln, jedes Wort, welches sie zu den Claudiern sprach. Nachdem sie geendet hatte setzte sie sich zu den anderen. “Mansuri? Du singen uns jetzt ein Lied aus deiner Heimat? Bitte.”

  • Zunächst mit Verwunderung, dann aber mit zunehmendem Wohlgefallen blickte Parthenope auf den Tanz, den Morrigan anfing zu veranstalten. Sie verstand nicht, worüber es in dem Lied ging, was die Worte bedeuteten. Aber es gefiel ihr. Es entführte sie in andere Welten. Lud sie zum Träumen ein. Und nichts war Parthenope lieber, als zu träumen.


    So begann sie versonnen zu grinsen und ihre Gedanken schweifen zu lassen, in weit entfernte Gefilde, die jeden normal denkenden Menschen komplett abstrus vorkommen mochten.


    Aufgeschreckt wurde sie, als Mansuri aufgefordert wurde, etwas zu singen aus ihrer Heimat. Mit Schrecken duckte Parthenope sich zusammen. Jetzt würde man sie doch nicht als Nächstes fragen, ob sie was singen würde? Oder? Singen konnte Parthenope schon, aber öffentliche Auftritte jagten der kleinen Griechin Angst ein.


    Vorsichtig begann sie zu essen - und zu husten. "Ui... scharf...", hechelte sie, und trank geschwind einen Schluck Wasser nach.

  • „Ui scharf „ hörte ich plötzlich neben mir, von einer unbekannten Stimme.
    Ach ja richtig, es war ja noch eine Sklavin hinzugekommen.
    Schade, Lied und Tanz war vorbei, wie gerne hätte ich noch weiter geträumt.
    Nun sollte der Hausdrache singen. Wo mochte, denn ihre Heimat sein?
    Ein tiefer Seufzer kam aus meinem Inneren.
    Wenn ich doch nur in einer schönen Rund zu Hause wäre.

  • Es war schön hier zu sitzen. Der Alltag war vergessen. Morrigan hatte nicht zu viel versprochen. Nun sollte sie aber singen. Ein Lied aus ihrer Heimat. Heute am Abend. Es war nicht schwer das passende zu finden. Sie sang. Ein Lied, es ging um ihre Heimat, schwermütig und dann wieder feurig, voller Sehnsucht. Normal tanzte man dazu, was sie keinem verriet. Als sie geendet hatte nahm sie ihren Becher und trank. " Der nächste ist dran." Sie sah Linos an. Das Jüngelchen mit seiner Piepsstimme, er konnte bestimmt besser tanzen. Wulfgar der Bär oder Parthenope, die Schüchterne.

  • Die denkt doch nicht, dass ich hier eine Vorstellung gebe.
    Dies mache ich nur in bestimmten Kreisen.

    "Ich kann nur auf meiner spielen und die habe ich nun einmal nicht hier",
    entgegnete ich Mansuri, extra mürrisch.


    Ich wollte doch meine Stimme, nicht mit Gesang für diese Banausen strapazieren.

  • Linos wollte nicht singen? Schade, aber nein sie würde sich von niemanden die Stimmung verderben lassen.
    “Linos? Wenn du nicht singen magst, erzähle uns doch was von dir, von deiner Heimat. Wir wollen heute alle etwas träumen, vergessen den Alltag.”

  • Nun musste ich mich doch wundern, von meiner Heimat wollte sie hören.
    Wo sollte ich da anfangen?
    „Kreta ist meine Heimat. Der Ort wo alles begann. Das Labyrinth der Götter.
    Die Insel umspült von drei Meeren ist einfach göttlich. Von ihr zu berichten würde Tage dauern. Nicht nur die Geschichten der kühnen Seefahrer, sondern auch die Geschichten der Höhlen verzücken unser Volk, ganz zu schweigen von den Geschichten über die Götter.

    Meine Heimatstadt ist Lardanus eine Hafenstadt im Norden der Insel. Schaut man nach Norden sieht man das Meer in all seiner Schönheit und im Rücken schmiegen sich sanfte dunkle fruchtbare Hügel. In der Ferne ragen die Gipfel eines Gebirges empor.
    Es gibt nichts Schöneres wie die Abende, angefangen von einem wunderschönen Sonnenuntergang bis zum tiefen dunklen blauen Sternenhimmel, am Meeresstrand.
    Eine Vielzahl von Feuern lodern am Strand entlang. Junge Männer sitzen in Gruppen um diese Feuer, erzählen, singen tanzen miteinander je nach Interessen.
    Heiße Diskussionen, wahre Rededuelle werden gefochten. Andere üben sich in der Dicht- oder Sangeskunst. Über Politik und Philosophie wird gestritten. Es wird getanzt und sich geliebt. Die Schönheit eines männlichen Körpers öffnet manche Tore. Die Kunst der Liebe lernt man hier schon im Knabenalter.“
    Dass erzählen von meiner Heimat erfüllte mein Herz mit Traurigkeit. Bisher hatte ich diese Gedanken mit Erfolg verdrängt, doch nun hatte sie mich voll im Griff. Ich schaute sehr interessiert meinen Becher an, niemand sollte mir jetzt in die Augen sehen. Ich räusperte mich. „Nun habe ich fürs Erste genug erzählt, der oder die Nächste ist dran“.

  • Da sich eine ganze Weile weder der Riese, noch meine Nachbarin rührte, schaute ich die Beiden neugierig an.
    Ganz vorsichtig stupste ich dann das verträumte, schüchterne Wesen neben mir an.
    „Möchtest du uns nicht auch etwas erzählen? Singen wäre auch schön, du hast bestimmt eine wohlklingende Stimme ....oder lieber tanzen?“
    Ich wusste, dass dies nicht meine Aufgabe war, ich war aber zu neugierig, außerdem wurde die Stille langsam peinlich.

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