[Officii Decemviri Litibus Iucandis] Aulus Tiberius Ahala Tiberianus

  • "Salve Tiberius und vielen Dank! … ", erwiderte Prisca freundlich lächelnd, als der Tiberer sie höchstpersönlich herein bat. Jeden anderen namenlosen Beamten hätte sie wohl kaum eines Blickes gewürdigt, nicht aber so den Sohn des Mannes, der mittlerweile Cousine Nr. II ihrerseits geehelicht hatte "Ich hoffe ich komme nicht ungelegen? Es ist wegen deines Briefes den ich vor kurzem erhalten habe." Mit dieser floskelhaften Frage und einem entschuldigendem Augenaufschlag schob Prisca sich an dem Tiberer vorbei in dessen officium, welches sie eingehend musterte, ehe sie sich (mit einer eleganten Drehung) auf dem zugewiesenen Stuhl nieder ließ. Die Aurelia war nicht überrascht, den Sohn des Consuls ausgerechnet hier zu treffen schließlich war das Schreiben das sie erhalten hatte mit seiner Unterschrift versehen, auch wenn sie ihm wohl durchaus einen etwas ruhmreicheren Posten - als den des Erbschaftsverwalters - zugetraut hätte. Aber gut, er war ein junger (gut ausehender) Mann und er hatte seine Karriere damit noch vor sich: Aulus Tiberius Ahala Tiberianus Kein einfacher Name und doch erinnerte sich Prisca noch gut an ihn und an die nuptiae consulares, wo sie Ahala das erste Mal begegnet war. "Lange ist es her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben, Tiberius, nicht wahr? Wie geht es dir und deiner Familie?", erkundigte sich Prisca eher beiläufig nach dessen Befinden um das Gespräch nicht sofort auf den eigentlichen Anlass ihrer Anwesenheit zu lenken, der sie nicht minder interessierte, wie den "Anlass"-Geber selbst ...

  • Zitat

    Original von Aulus Tiberius Ahala Tiberianus
    "Herein" rief Ahala auf das Klopfen hin und richtete sich hoffnungsvoll an seinem Schreibtisch auf. Mit etwas Glück stand wieder eine schöne Erbin vor der Tür, in dieser Hinsicht war ihm Fortuna in der letzten Zeit wahrlich hold gewesen.


    Leider trat keine hübsche Erbin ein, sondern der Präfekt der Garde:"Salve, bist du der zuständige Beamte für die Erbschaftsangelegenheiten?"

  • "Ungelegen? Aber nein, dafür bin ich doch schließlich hier." entgegnete Ahala mit seinem strahlendsten Lächeln, das ihm bei Anblicken wie diesem deutlich leichter fiel als in den leider deutlich häufigeren Situationen, in denen griesgrämige alte Schachteln oder staubtrockene Kerle sein Officium betraten.
    Er wartete, bis die Aurelia sich gesetzt hatte und nahm dann ebenfalls Platz. "Mein Brief...oja, natürlich...Aurelius Pegasus...es tut mir sehr leid, dass ich dich deswegen anschreiben musste. Leider kann ich es mir in meinem Amt nicht aussuchen, wessen Trauer ich eventuell noch verstärken werde und wessen nicht. Lass mich dir bitte nochmal mein Mitgefühl ausdrücken." Ahala hatte den besagten Bruder der Aurelia niemals kennengelernt und auch die biographischen Daten nicht im Kopf, vermutete aber, dass dieser nicht allzu alt geworden war, zumindest, wenn die Geschwister etwa im gleichen Alter gewesen waren. Ein Grund mehr, das Leben so weit wie möglich zu geniessen, schließlich konnte auch er selbst jederzeit von irgendeinem Würfelpartner niedergestochen oder, wesentlich schlimmer, vom Aktenberg auf seinem Schreibtisch erstickt werden.


    "Ja, es ist lange her, viel zu lang, wenn du mich fragst." lächelte er und erinnerte sich mit einem Schmunzeln an die erste Hochzeit seines so bindungsfreudigen Vaters. "Und danke der Nachfrage. Uns Tiberiern geht es derzeit wirklich gut. Eine junge Verwandte wurde als Vestalin erwählt, und mein Vater hat wieder geheiratet, aber das weißt du natürlich, du warst ja die Pronuba meiner Stiefmutter." Ahalas Lächeln wurde noch ein wenig breiter und er betrachtete seine Gesprächspartnerin anerkennend. "Die Ehe scheint dir gut zu tun, Aurelia, du bist noch strahlender als damals bei Vaters erster Hochzeit."

  • Naja, man konnte schließlich nicht immer Glück haben, dachte Ahala, als sich der Besucher um etwa zwanzig Jahre zu alt und entschieden zu männlich für seinen Geschmack herausstellte. Trotzdem natürlich kein Grund, nicht entgegenkommend zu sein.


    "Salve, ja, das bin ich. Mein Name ist Tiberius Ahala, nimm doch bitte Platz und sag mir, wie ich dir behilflich sein kann."

  • Zitat

    Original von Aulus Tiberius Ahala Tiberianus


    Ahala´s Mitgefühl klang aufrichtig, wenngleich seine entschuldigenden Worte im Grunde überflüssig waren. Prisca trauerte nicht (zumindest nicht innerlich) und sie weinte ihrem Halbbruder auch keine einzige Träne nach. Dem "traurigen Anlass" ihres Besuches entsprechend ließ sich die Aurelia allerdings zu einem theatralisch wirkenden Seufzer hinreißen: "Ach ja, der Tod ereilt uns eben meistens mitten im Leben und das ohne jede Vorwarnung. Schrecklich nicht wahr?! … Möge mein Bruder von nun an glücklich im Elysium wandeln. " Blablabla … so, jetzt ist´s wirklich genug mit der Trauer um diesen Kerl. Mit einer flüchtigen Handbewegung wischte Prisca eine Krokdilsträne fort und legte notgedrungen eine Trauersekunde ein, indem sie betroffen den Blick in die linke oberen Ecke des Büros, des Tiberers und scheinbar in die Ferne schweifen ließ.


    "Ich nehme an du hast mich angeschrieben weil du mir mitteilen willst, was Pegasus mir hinter lassen hat.", fuhr die Aurelia anschließend und offensichtlich schnell gefasst fort: Wir haben uns leider kaum gekannt, musst du wissen, obwohl wir Geschwister waren." Naja Halbgeschwister! ER, der von meinem Vater mit einer Anderen - hinter dem Rücken meiner Mutter - gezeugte und von ihm anerkannte Bastard. Pah! Aber gut. Über die Toten sollte man besser nicht schlecht reden, um nicht von deren larvae heimgesucht zu werden: "Umso mehr hoffe ich, dass mein lieber Bruder mir ein paar persönliche Zeilen hinterlassen hat, etwas das mir ein wenig Aufschluss über sein Leben gibt", knüpfte die Aurelia, mit einem erwartungsvollen Blick zu Ahala, an den eigentlichen Grund ihres Besuches an. So hatte dieser nun die Gelegenheit das Gespräch sachlich weiter zu führen - oder auch nicht - je nachdem wie beschäftigt er augenblicklich wäre.


    Prisca hätte allerdings nichts gegen einem netten Plausch einzuwenden. Wenn ich schonmal hier bin. Zumal sie durchaus angetan war von der charmanten Art des Tiberers und wie er ihr mit seinen dezenten Komplimenten zu schmeicheln verstand ohne, dass es unziemlich gegenüber einer verheirateten Frau gewirkt hätte. ... noch stahlender als damals … Ja das gefiel ihr! "Oh ja ich finde auch, dass es schon viel zu lange her ist. Aber ich freue mich, dass es den Tiberern so gut geht und gratuliere euch zu der großen Ehre, die eurer Angehörigen zu Teil wurde", schenkte Prisca ihrem Gegenüber zum Dank für seine Worte ein bezauberndes Lächeln, welches in einem amüsierten Kichern endete: "Oh je! Ich glaube du solltest meine Cousine lieber nicht Stiefmutter nennen und schon gar nicht in ihrer Gegenwart! Wenn sie das hört, könnte sie schnell sehr wütend werden, könnte ich mir vorstellen. Aber ich kann schweigen ...", zwinkerte sie ihm scherzend zu, obwohl es ein durchaus gut gemeinter Rat war."Wie sieht es eigentlich bei dir mit der Ehe aus, Tiberius? Gibt es schon Eine die sich glücklich schätzen darf?", fragte sie dann ganz ungeniert nach Ahala´s Heiratsplänen, ohne sich etwas dabei zu denken. Ein junger adeliger Mann war schließlich gefragt unter den Damen der Gesellschaft ...

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    Original von Aulus Tiberius Ahala Tiberianus


    Gut verborgen, aber dennoch irgendwie untergründig, war aus seinem Tonfall durch zu hören, dass ihn die Aufgaben einer matrona eher weniger interessierten. Von daher beließ sie es bei der eher beiläufig erwähnten Handarbeit. Mehr gab es dazu im Grunde auch nicht zu sagen. Mit den Feinheiten würde er sich wohl nie beschäftigen.
    Ganz leicht nickte sie. Das war es tatsächlich schon. Eine Unterschrift und schon waren die Erbschaftsangelegenheiten abgehandelt. „Das ging schneller wie ich erwartet hatte“, gab sie dann zu.
    „Ich hab meine Zimmer bereits einrichten lassen“, erzählte sie dann. Mit einer gewissen Freude hatte sie die Sklaven herum gescheucht und auch ein bisschen gequält, bis die Möbel endlich am richtigen Platz waren. Am Ende war es auch dem Maler gelungen, das Wandbild so zu gestalten wie sie es hatte haben wollen. „Was würdest du davon halten, wenn ich dich zum Essen einlade? Da wir ja bald unter einem Dach wohnen, würde ich dich gern etwas näher kennen lernen. Bisher hatten wir noch keine Gelegenheit dazu.“

  • Terentius Cyprianus...als er den Brief geschrieben hatte, war Ahala gar nicht bewusst gewesen, dass dieser an einen der derzeit mächtigsten Männer Roms gerichtet war, aber zum Glück fiel es ihm immerhin noch ein, als dieser nun leibhaftig in seinem muffigen Büro vor ihm saß.


    "Mein Brief? Oja, natürlich, Praefectus, der Nachlass der verstorbenen Terentia Gemina. Einen Augenblick bitte, ich habe die genaue Summe nicht im Kopf, werde aber gern nachsehen." nickte Ahala und begann auf dem Schreibtisch nach den entsprechenden Unterlagen zu suchen. Wenn er sich irrte, dann lagen diese irgendwo in dem Stapel hinten links...


    "Gestatte mir bitte, dir an dieser Stelle auch nochmal persönlich mein Mitgefühl zum Tod deiner Verwandten auszusprechen, Terentius."

  • "So sei es." bekräftigte Ahala den frommen Wunsch der Aurelia und setzte einen, hoffentlich, gebührend betroffenen Gesichtsausdruck auf. Das Schicksal des besagten Aurelius Pegasus war ihm im Grunde herzlich gleichgültig, aber das war ja noch lange kein Grund, sich seiner attraktiven Gesprächspartnerin als unsensibler Klotz zu präsentieren, auch wenn er davon vermutlich gar nicht so weit entfernt war.


    "Persönliche Zeilen, hm...." Ahalas Blick glitt ein wenig ratlos von Prisca zu den Unterlagen hinüber, die sich auf das Erbe des verblichenen Aurelius Pegasus bezogen. "Soweit ich weiß beschränkt sich sein Nachlass auf eine gewisse Geldsumme und ein Grundstück, aber ich schau gern noch einmal genau nach, falls du einen Moment Zeit hast." Während er die Papyri durchsuchte, kam die Sprache auf Flora, und Ahala lächelte. "Nun, ich muss dir recht geben, sie hat wenig an sich, was man normalerweise mit einer "Stiefmutter" verbindet, aber nichtsdestotrotz ist sie, rechtlich gesehen, genau das. Vielleicht gewöhnen wir uns ja noch daran, ich verspreche dir auch, sie möglichst nicht mit diesem Titel anzusprechen."Noch immer nichts, das ansatzweise wie ein Brief aussah, aber Ahala arbeitete sich weiterhin unbeirrt durch die hohen Stapel, zumal die nächste Frage der Aurelia förmlich nach einer Ablenkung schrie. "Heiraten..., ich? Oh nein, nein, in dieser Hinsicht ist nichts in Sicht." wiegelte er schnell ab und machte eine abwehrende Handbewegung. "In nächster Zeit muss ich mich erstmal um mein politisches Weiterkommen kümmern, da würde mir nicht genug Zeit für eine Ehefrau bleiben. Und ob die sich in meinem Fall so glücklich schätzen könnte, sei auch dahin gestellt." Er zwinkerte Prisca zu und forstete dann weiter seine Unterlagen durch.

  • Es lag Ahala bereits die Frage auf der Zunge, ob Flora die Räumlichkeiten ihrer verschollenen Vorgängerin bezogen hatte, doch dann kam ihm noch rechtzeitig die Erkenntnis, dass das wohl ein wenig arg unpassend wäre. So beschränkte er sich stattdessen auf ein Nicken gefolgt von einem aufrichtig überraschtem Gesichtsausdruck.


    "Du willst mit mir essen gehen? Nun, da sage ich ganz bestimmt nicht nein, ich bin froh, wenn ich diesem Büro für eine Weile entfliehen kann. Schwebt dir denn etwas bestimmtes vor?"

  • Zitat

    Original von Aulus Tiberius Ahala Tiberianus


    Im Grunde ging Prisca nicht davon aus, dass ihr "lieber" Halbbruder ihr irgendwelche persönlichen Worte hinterlassen hatte, weshalb die Bemühungen des Tiberers (ein derartiges Schreiben aus seinen Aktenbergen auszugraben) wohl nicht von Erfolg gekrönt sein dürfte. Trotzdem ließ sie ihn ein wenig herum wühlen, da ihr dies wiederum die Gelegenheit gab ihn währenddessen näher in Augenschein zu nehmen. Warum hat Flora eigentlich nicht ihn geheiratet? Na gut, Laevina hat seinen Vater, den Konsul sitzen lassen, aber hätte man diese "pikante Angelegenheit" zwischen den Tiberern und uns nicht auch auf diesen Weg regeln können, indem er eine Aurelia abbekommt? Hauptsache jemand aus der Familie, hätte das nicht gereicht? Kamen Prisca beim Zuschauen spontane Überlegungen, die völlig absurd sein mochten zumal sie- im nachhinein betrachtet - ohnehin keine Rolle mehr spielten. Trotzdem! Ein Mann wie Ahala hätte ihre Cousine sicher glücklicher gemacht, als sein Vater, dieser alte Tattergreis, … pfui! Böse Prisca!


    Oder wäre Ahala doch nicht der richtige 'Mann'? , wunderte sich Prisca dann doch ein wenig über dessen schnelle Abwiegelung hinsichtlich seiner Heiratspläne. Die abwehrende Handbewegung sah ja fast so aus, als wäre er schockiert allein ob der Vorstellung einer Heirat. Jetzt oder auch später. Hmm, ob er am Ende froh wäre, wenn er gar keine Frau ehelichen muss?, grübelte Prisca über seine Worte nach, ohne sich etwas von ihrer Verwunderung anmerken zu lassen. Im Gegenteil sah sie ihn unverwandt interessiert an. Soll ja vorkommen, dass Männer lieber unter Ihresgleichen bleiben. Allerdings sieht er mir gar nicht nach einem 'Trans-Tiberer" aus, stellte Prisca dabei - amüsiert über ihr Wortspiel - still für sich fest.


    "Verzeih, ich wollte natürlich nicht indiskret sein mit meiner Frage", entschuldigte sich die Aurelia schließlich, allein, weil es der Anstand gebot. "Ich dachte nur, weil eine Ehe ja durchaus auch Vorteile haben kann … gerade auch für das politische Weiterkommen.", bohrte sie sogleich wieder neugierig nach. Das waren doch seine Worte gewesen, oder? Mal abgesehen davon brachte eine Ehe mitunter auch sehr viele angenehme und anregende Stunden mit sich, fand Prisca da ihr das Glück beschieden war einen Mann wie Piso gehelicht zu haben. Ein Mann der sich für seine Frau Zeit nimmt und sie auf Händen trägt! "Aber ich finde es rühmlich von dir, dass du dir genügend Zeit für deine Frau nehmen würdest ...", lobte sie deshalb seine Einstellung: "und von daher bin ich überzeugt, dass sich eine Jede glücklich schätzen würde, müsste sie einem Mann wie dir das Eheversprechen geben", zwinkerte Prisca schmunzelnd zurück. Ihr direkter Blick unterstrich durchaus Gefallen, den sie zweifellos an ihm fand, wobei es natürlich außer Frage stand, dass ihre Worte nur als harmloses Kompliment gemeint waren. Schließlich war sie eine glücklich verheiratete Frau und als solche ließ sie Ahala weiter in seinen Aktenstapeln suchen, während sie sich in Geduld übte ...

  • Zitat

    Original von Aulus Tiberius Ahala Tiberianus
    Es lag Ahala bereits die Frage auf der Zunge, ob Flora die Räumlichkeiten ihrer verschollenen Vorgängerin bezogen hatte, doch dann kam ihm noch rechtzeitig die Erkenntnis, dass das wohl ein wenig arg unpassend wäre. So beschränkte er sich stattdessen auf ein Nicken gefolgt von einem aufrichtig überraschtem Gesichtsausdruck.


    "Du willst mit mir essen gehen? Nun, da sage ich ganz bestimmt nicht nein, ich bin froh, wenn ich diesem Büro für eine Weile entfliehen kann. Schwebt dir denn etwas bestimmtes vor?"


    Ein Mann wie Ahala –gut aussehend, charmant und ein wenig draufgängerisch- der wurde in der Regel nicht eingeladen, sondern lud selbst ein, um sich beliebt bei den Damen zu machen. Dass sie nun die Initiative ergriffen hatte und ihren baldigen Stiefsohn zum Essen einlud, dass überraschte ihn sichtlich. Flora zeigte nur ein verschmitztes Grinsen. Einen Hintergedanken hatte sie dabei nicht. Sie wollte ihn schlicht und einfach kennen lernen. Schließlich würden sie schon bald unter einem Dach leben und dann auch irgendwie lange mit einander auskommen müssen. Sie hatte ja nicht vor es Aurelia Laevina gleich zu tun und mit irgendeinem dahergelaufenem Kerl durch zu brennen. Auch wenn es verlockend war.


    „Wie wäre es mit der Taverna Apicia?“, schlug sie vor. „Guter Wein und gutes Essen, das dürfte selbst unsere verwöhnten Gaumen gefallen.“ Und es war öffentlich genug, dass nicht jemand auf den Gedanken kam, sie würde sich mit einer heimlichen Liebschaft treffen.

  • Zitat

    Original von Aulus Tiberius Ahala Tiberianus
    Terentius Cyprianus...als er den Brief geschrieben hatte, war Ahala gar nicht bewusst gewesen, dass dieser an einen der derzeit mächtigsten Männer Roms gerichtet war, aber zum Glück fiel es ihm immerhin noch ein, als dieser nun leibhaftig in seinem muffigen Büro vor ihm saß.


    "Mein Brief? Oja, natürlich, Praefectus, der Nachlass der verstorbenen Terentia Gemina. Einen Augenblick bitte, ich habe die genaue Summe nicht im Kopf, werde aber gern nachsehen." nickte Ahala und begann auf dem Schreibtisch nach den entsprechenden Unterlagen zu suchen. Wenn er sich irrte, dann lagen diese irgendwo in dem Stapel hinten links...


    "Gestatte mir bitte, dir an dieser Stelle auch nochmal persönlich mein Mitgefühl zum Tod deiner Verwandten auszusprechen, Terentius."


    "Ich danke dir für dein Mitgefühl." Was er in etwas so aussprach als wäre es nicht mehr als eine bürokratische Angelegenheit und trommelte mit den Fingern auf seinem Stuhl rum, während er auf die unterlagen wartete.


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    Aulus Tiberius Ahala Tiberianus
    Basilica Ulpia
    Officii Decimv. Lit. Iud.


    Salve Tiberius,
    ich danke dir für deine freundlichen Worte die sicher nicht den Verlust aufwiegen können. Doch ist das nicht dein verschulden.
    Da auch du deine Aufgabe zu erfüllen hast. Teile ich dir mit das ich in römischer Tradition das Erbe antreten werde.



    L. Iulius Antoninus
    Centurio Cohortes Praetoriae

  • Die Gefahr dass sein Gegenüber vom Gram zerfressen vor Ahalas Schreibtisch kollabieren würde, war offensichtlich eher gering, was dem Tiberius jedoch nur recht sein konnte, denn für verständnisvolle und zartfühlende Trauerarbeit hatte er in den vergangenen Wochen seiner Tätigkeit hier nur mäßiges Talent gezeigt.


    "Ah, hier ist es ja." gab er nach erfolgreicher Suche schließlich bekannt. "Das Erbe deiner Verwandten Terentia Gemina beläuft sich auf knapp 500 Sesterzen. Grundstücke oder Betriebe sind nicht vorhanden."

  • Ahala verfügte über ein derart stabiles und unerschütterliches männliches Ego, dass er nicht mal auf die Idee kam, die Aurelia könnte seine so offen zur Schau gestellte Bindungsunwilligkeit als mangelndes Interesse am weiblichen Geschlecht interpretieren. Dafür gelang es ihm, auf ihr zwar nicht zutreffendes aber nichtsdestotrotz ungemein schmeichelndes Kompliment halbwegs bescheiden zu reagieren.


    "Oh, ich bitte dich, Aurelia, eine Frage aus deinem Mund würde ich nie als indiskret interpretieren." winkte er erneut ab, diesmal allerdings deutlich entspannter. "Eine Heirat kann politisch gesehen sicher ungemein vorteilhaft sein, da gebe ich dir Recht, aber derzeit scheint es keine Bande zu geben, die zwischen der Gens Tiberia und einer anderen auf diese Weise geknüpft oder auch verstärkt werden müssten. Und da..." er hob den Blick von dem Aktenstapel und deutete Prisca gegenüber eine kleine Verbeugung mit dem Kopf an "...die besten und reizvollsten Partien nun leider nicht mehr zur Verfügung stehen, sehe ich auch keinen wirklichen Grund, mich mit einer Eheschließung allzu sehr zu beeilen. Schau dir meinen Vater an, der hat auch erst sehr spät geheiratet, und ich denke nicht, dass das zu seinem Nachteil war." Ahala grinste leicht, schüttelte dann jedoch mit einem Blick auf seinen Schreibtisch bedauernd den Kopf. "Ich fürchte, die Hinterlassenschaft deines Bruders beschränkt sich ausschließlich auf eine Summe von rund 1800 Sesterzen und einige Waren. Tut mir wirklich leid, Aurelia."

  • Einen Augenblick lang hatte Ahala fast vermutet Flora wolle ihn mit ihrer Einladung nur testen, aber nein, sie schien es tatsächlich ernst zu meinen... Und da er seinerseits weder moralisch noch arbeitssam genug war, um ein gemeinsames Essen mit der zukünftigen Frau seines Vaters auszuschlagen, erhob sich Ahala mit einem erfreuten Grinsen von seinem Stuhl und öffnete die Tür seines Officiums.


    "Eine gute Wahl, ich denke, mit dieser Taverne können wir nichts falsch machen. Nach dir, werte Aurelia..."

  • Zitat

    Original von Aulus Tiberius Ahala Tiberianus
    Die Gefahr dass sein Gegenüber vom Gram zerfressen vor Ahalas Schreibtisch kollabieren würde, war offensichtlich eher gering, was dem Tiberius jedoch nur recht sein konnte, denn für verständnisvolle und zartfühlende Trauerarbeit hatte er in den vergangenen Wochen seiner Tätigkeit hier nur mäßiges Talent gezeigt.


    "Ah, hier ist es ja." gab er nach erfolgreicher Suche schließlich bekannt. "Das Erbe deiner Verwandten Terentia Gemina beläuft sich auf knapp 500 Sesterzen. Grundstücke oder Betriebe sind nicht vorhanden."


    "Nicht viel. Nun ich denke bei so einem geringen Betrag spende ich es dem Staat. ich danke dir für deine Auskunft. Gibt es sonst noch was?"

  • Zitat

    Original von Aulus Tiberius Ahala Tiberianus


    Ach?Die Verbindungen der Tiberia waren also so stark, dass es derzeit keinen politischen Nutzen hätte weitere Bande zu knüpfen?! Unmerklich rutschten Prisca´s Augenbrauen nach oben wie sie das hörte, ohne aber etwas darauf zu erwidern. Eigentlich können die Bande doch gar nicht fest genug sein, oder? Und wie sieht es mit den Flaviern und Claudiern aus?, war sie da etwas anderer Meinung. Hatten die Tiberer überhaupt Verbindungen zu den anderen patritizischen Familien? Die Aurelia war sich nicht sicher, aber das ging sie im Grunde ja auch nichts an.


    "Trotzdem eine Schande, dass ein Mann der es so gut versteht der Frauenwelt zu schmeicheln, sich ihrer selbst vor enthalten will", entgegnete Prisca dann direkt auf die Bemerkung des Tiberers hin und zeigte sich, mit einem bezaubernden Lächeln auf den Lippen, sichtlich geschmeichelt von seinem Kompliment. Weiter wollte sie dann auch nicht "nachbohren" inwieweit Ahala tatsächlich keine Heirat in jungen Jahren in Betracht zog. Seinem Vater hat es nicht geschadet? Haha. Ihm vielleicht nicht, aber was ist mit meiner armen Cousine? Beinahe hätte Prisca belustigt aufgelacht, beließ es aber bei einem bedauernden Blick: und einem leichten Schulterrzucken: "Ich sage nur:tempus fugit. Naja und was man in jungen Jahren nicht tut, fällt einem im Alter womöglich noch schwerer" Ein schelmisches Grinsen huschte im Anflug über ihre Lippen als sie damit wirklich nur ganz ..ganz .. ganzganz indirekt auf die "kleinen Schwächen" anspielen wollte , welche Männer im fortgeschrittenen Alter oftmals plagten. Flora könnte womöglich ein Lied davon singen.


    Was Ahala wohl davon halten würde? Nun gut. Zunächst einmal konzentrierten sie sich beide wieder ganz auf den "offiziell" traurigen Anlass, weshalb Prisca eigentlich her gekommen war. "Nur materielle Dinge also … hmm...", murmelte die Aurelia sichtlich enttäuscht über die Aussage, dass ihr Bruder ihr sonst nichts hinterlassen hatte. Kein Brief. Kein Wort mit dem er sich eventuell ihr gegenüber geäußert hätte. War er ihr bis zuletzt böse geblieben, weil sie damals seine wahre Identität verschleiert hatte? Prisca seufzte leise und ihr Blick schweifte für einen Augenblick ab als sie daran zurück denken musste. Doch dann fing sie sich schnell wieder und fragte gefasst nach den weiteren Formalitäten:"Nun gut. …. Du willst den Fall sicher bald abschließen, Tiberius. … Was muss ich also tun?"

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