• Es dauerte nicht lange bis die Tür geöffnet wurde, doch erst der schroffe Umgangston des Ianitors ließ Minervina erstaunt aufblicken. Bei den Göttern, was war denn das für ein ungehobelter Flegel? Gerade bei den Flaviern hatte sie besseres Personal erwartet. Pikiert blickte sie zu ihm hinüber, blieb aber im Hintergrund und hoffte, dass die beiden Sklavinnen in der Lage waren mit disem Kerl zurecht zu kommen. Sie selbst wollte sich nur ungern mit dem anlegen.


    Eingeschüchter von dieser rauhen Begrüßung blickte die blonde Sklavin den Ianitor mit großen Augen an. "S... salve, meine domina Aurelia Minervina möchte gerne zu Flavia Celerina. Sie hat eine Einladung von ihr erhalten." So, und nun hoffte sie, dass er sie ohne großen Anstalten eintreten lassen würde.


  • Der stechende Blick des flavischen ianitors bohrte sich in sein Gegenüber - schon wieder so eine nordische Eingefangene, dachte er verächtlich, Acanthus teilte durchaus die Meinung der geborenen Sklaven über gefangene Nordländer, die nicht allzu positiv war - dann sah er an ihr vorbei in Richtung der Sänfte. Das aurelische Wappen darauf sah echt aus, auch wenn er die Frau darin nicht kannte - es würde schon seine Richtigkeit haben. Am Ende schickte er noch ein verwöhntes patrizisches Gör weg, weil er zu genau sein wollte, und bekam dann einen Riesenärger ... und dabei wollte er doch nur seine Schriftrolle in Ruhe zu Ende lesen. Acanthus schnippte mit den Fingern und ein junger Sklavenbursche eilte herbei.
    "Deine Herrin ist willkommen," sagte der Grieche im 'mal sehen wie lange noch' Tonfall und gab die Tür in Richtung des atriums frei, und jener Sklavenbursche führte dann kurz darauf auch Minervina in das Innere der villa Flavia.

  • Erfreut, dass man sie mit diesem wichtigen Auftrag erkennen ließ, dass Merit-Amun doch zu etwas zu gebrauchen war und das Vertrauen sich allmählich wieder einstellte, war sie direkt zur villa Flavia gelaufen. Den Weg kannte sie bereits von der ersten Übungsstunde bei diesem gelehrten Sklaven namens Kleochares, aber heute war sie in anderer Mission hier, nämlich als Botin. Den griesgrämigen Türsklaven kannte sie schon von ihrem ersten Besuch hier, und diesmal - im Gegensatz zum letzten Mal - ließ sie sich nicht einschüchtern und grüßte freundlich. "Iiti. Ich Merit-Amun, kommt von Aurelia. Ich Brief an, äh, Kajuss Flawiuss, äh, Akwilijuss? Gebt gleich. Direkt", sagte Merit-Amun und meinte persönlich. :D



  • Auf seinem Stuhl zu harren und in den Raum zu starren, dabei nichts zu denken, nur zu sehen, zu beobachten und zu lauschen, das war eine Kunst, die Acanthus perfektioniert hatte in all den Jahren seines Dienstes an der porta. Auch heute betrieb er jenes kleines Spiel. Staubflocken tanzten vor seinen Augen, wie muntere kleine Geisterwesen, die sich an dem goldenen Licht erfreuten, dennoch sah Acanthus sie nicht, noch interessierte er sich für den Schimmer auf dem roten Marmor, der in einem harmonischen Muster sich mit dem weißen Marmor vom schwarzen Meer vereinte. Erst das Pochen an der Tür ließ seinen Geist wieder in seinen Körper zurück kehren, der leere Blick aus den Augen schwand und der ianitor erhob sich, um zur Tür zu gehen und das übliche:
    „Was willst Du?“
    von sich zu geben. Kalt und völlig desinteressiert besah er sich die Frau vor der Tür, eindeutig eine peregrina oder serva, keine vornehme Dame, dafür war ihr Teint zu dunkel. Acanthus lauschte, verstand aber kein Wort.
    „Meinst Du den dominus Flavius A-qui-lius?“
    , sprach er überbetont aus.
    „Die Botschaft kannst Du mir geben!“
    , fügte er an, denn was sie sonst gemeint haben könnte, das verstand er nicht, dafür war ihr Latein zu schlecht.

  • Merit-Amun widerstand irgendwie dem Impuls, eine Grimasse des Missfallens zu ziehen. Sie wusste ja selbst, dass ihr Latein nicht gerade das Beste war, schließlich hatte man sie deswegen zu diesem flavischen Sklaven namens Kleochares in die Lehre geschickt, damit es sich besserte. Ein wenig hilflos sah sie auf die schmale Schriftrolle herunter, die sie in ihrer Hand hielt, als der Türsklave anbot, den Brief an sich zu nehmen. Würde ihrem Herrn das recht sein? Sie wollte ihn um keinen Preis wieder enttäuschen, so wie damals, als sie zurück in ihre Heimat geflohen war. Das war töricht gewesen, das war ihr nun klar. Spätestens, seit ihr Anubis erschienen war, vor vielen Monden in Germanien. Als sie um ihr Leben hatte bangen müssen. Ein wenig verklärt sah sie auf. "Herr hat sagen, ich giben A...kwi...lius. Nur sie. Er, ich meint. Bitte, mir lassen geht zu dein Herr", gab sie zurück. Genaugenommen hatte Corvinus ihr nicht einmal den Brief selbst gegeben, das war Brix gewesen, aber das wusste ja der flavische Türsteher nicht.


  • Acanthus taxierte die Frau vor der porta der Herrschaften und wußte nicht so recht, was er davon halten sollte. Nein, eigentlich wußte er es schon, Verachtung und Ärger stieg in ihm auf. Warum schickten die Aurelier nicht einen Boten, der auch den Sinn dieser Funktion erfüllen konnte, nämlich eine Botschaft in einer zivilisierten Sprache überbringen? Es war als ob man einen fußlahmen und stummen Krüppel an die porta setzen würde, der als ianitor dienen sollte. Oder beßer, einen tauben ianitor. Acanthus wußte indes nicht, wie er jetzt reagieren sollte. Der erste Impuls von Acanthus war, der Frau die Tür vor der Nase zu zu werfen, wie er das sonst bei Gesindel machte. Aber da es wohl tatsächlich um eine Botschaft an den Herrn Aquillius ging, beherrschte sich Acanthus eisern. Erst dann ging Acanthus auf, warum der Herr dieser Sklavin ausgerechnet sie geschickt hatte. Sie war hübsch, sie konnte kaum Latein sprechen, ergo: sie mußte ein Betthäschen sein, das eine ganz andere Art der Botschaft überbringen sollte, als man sie sonst auf papyrus verfaßte.


    „Sollst – Du – die – Botschaft – persönlich – über – bringen?“
    Deutlich und betont, als ob Acanthus mit einem geistig zurück gebliebenen Idioten sprechen würde, formulierte er die Worte.

  • Merit-Amun blinzelte den Türsklaven misstrauisch an, das Pergament dabei in den Händen drehend. Sie konnte seine Miene zwar sehen, nicht aber davon ablesen, was wohl in seinem Kopf vorgehen musste. Allerdings war sie der Meinung, dass der ianitor sie wohl am liebsten nicht hereingelassen hätte. Mit einem entschlossenen Ausdruck auf den Zügen wartete sie also, nicht ohne leise zu seufzen. "Der hält mich wohl für dumm", murmelte sie auf Griechisch, als der Kerl mit ihr sprach wie mit einem alten Knilch. "Ja. Nur A...kwilius. Das Problem? Ist schnell, gehen. Nur sei sichern, er kriegt." Merits Tonfall wurde nun ein wenig patzig. Sie war sich zwar dessen bewusst, konnte es aber nicht ändern. Der Kerl trieb sie zur Weißglut, und nur weil sie selbst sich so ungeheuer schwer tat mit der Lateinischen Sprache, hieß das nicht, dass sie nichts verstand, was in ihr gesprochen wurde.


  • Es war nicht weit gefehlt, Acanthus hielt die Sklavin tatsächlich für äußerst beschränkt, eben nicht nur in ihrer sprachlichen Fertigkeit; zumindest zeugte sein verächtlicher Gesichtsausdruck davon. Jetzt sah Acanthus noch mal hinab auf die Hände der Frau, die so beschäftigt zu sein schienen mit dem Gegenstand. Doch eine schriftliche Nachricht? Acanthus gab es auf, zu spekulieren, was die Natur der Nachricht war. Er wollte es auch nicht wißen.
    „Für Dich immer noch Flavius Aquilius!“
    Die Rüge und Kälte in seiner Stimme war nicht zu überhören. Acanthus wandte sich um und winkte einen der Sklaven heran, die schon darauf warteten, etwaige Besucher in die villa zu führen, oder eben Botschafter für hohe Herren.
    „Folge dem Sklaven!“

  • Ungeachtet der Tatsache, dass dieser ianitor vielleicht griechisch verstehen oder sogar sprechen konnte, murmelte Merit-Amun in ihren nicht vorhandenen Bart einige Worte in dieser Sprache, die ihre Meinung über den Greisgram nur allzu deutlich zum Ausdruck brachten. Sie schüttelte unwillig den Kopf, sparte sich jedoch eine direkte Antwort auf den Tadel des Türsklaven. Vermutlich war er nur frustriert, weil er den ganzen Tag nichts anderes sah als die porta und die Bank, auf der er während des Wartens auf Besuch saß. Armer Kerl, Merit-Amun sollte mitleid mit ihm haben, doch ehrlicherweise fand sie ihn nur blöd - ein aufgeblasener Wichtigtuer, nichts weiter. Stumm, aber entschlossen, folgte sie dem Sklaven und verschwand damit in den Eingeweiden der villa, Acanthus hinter sich lassend.


    Sim-Off:

    :D

  • Orestes war glücklicherweise noch die Idee gekommen sich nicht direkt zur Villa Flavia Felix, sondern war in den aurelischen Besitztümern eingekehrt hatte sich kurz erholt, etwas gegessen und sich dann in einer Sänfte zur Villa der Flavier bringen lassen. An der Villa angelangt stieg er aber selbst aus - gab den Trägern ein Zeichen, dass sie auf ihn warten sollten und ging zur Porta, an der er einen Ianitor vermutete. Es war eine Zeit wo, normalerweise von einem Ianitor bewachte Türen nicht geschlossen waren, also konnte er selbigen Sklaven direkt ansprechen: "Salve. Ich wünsche Flavius Aquilius zu sprechen. Es geht um eine mögliche Cooptation zu den Palatinischen Saliern. Du kannst Manius Aurelius Orestes melden."


  • Acanthus, der flavische ianitor, hatte es sich im Schatten des Hauseingangs etwas gemütlich gemacht und hielt mit einem geschlossenen und einem geöffneten Auge Siesta.
    Die nahenden Schritte der Sänftenträger leißen ihn aufmerksam werden und als dann ein gutgekleideter Herr der Sänfte entstieg und ihn persönlich ansprach, hatte er sich bereits schon wieder aufgerappelt und war wieder voll einsatzbereit.
    Das waren doch einmal klare verständliche Worte, die der junge Herr von sich gab, nicht so, wie das eldende Hin- und Hergedruckse so mancher Sklaven.
    "Sehr wohl, Herr!" Ohne mit der Wimper zu zucken, winkte er eine junge Sklavin herbei, die man zum Staub wischen verdonnert hatte.
    "Du, führe den jungen Herrn ins Atrium und melde dem Herrn Aquilius, der Herr Aurelius Orestes möchte ihn gerne sprechen. Ach ja, und sorge dafür, daß der junge Herr eine Erfrischung erhält!"
    Spätestens jetzt konnte man feststellen, daß der ianitor heute einen guten Tag erwischt hatte.
    Mit einer einladenden Geste, gebot er dem Besucher einzutreten und der Sklavin zu folgen.

  • Orestes war beeindruckt: Einen solch höflichen und kompetenten Ianitor konnte nicht jedes Haus sein eigen nennen. Auf jeden Fall hatte es sich als sinnvoll erwiesen in der Sänfte vorgetragen zu werden. So konnte man sicher sein, schneller vorgelassen zu werden.


    Er folgte der Sklavin ins Atrium.

  • Heute hatte ich mir vorgenommen meine Schwester Antonia zu besuchen. Lange hatte ich sie nicht gesehen und war voller Vorfreude. Mit einer Sänfte hatte ich mich auf den Weg durch Rom gemacht und stand jetzt vor der Porta der Villa Flavia.


    Auf einen kurzen Wink von mir klopfte mein Sklave Andronicus an.


    *poch,poch,poch*


  • Wie stets war es das Gesicht vom flavischen Ianitor Acanthus, das der Besucher als Erstes erblickte. Gerade weit genug, dass er hinaussehen konnte, hatte er die massive Tür der Villa geöffnet und musterte nun den Sklaven, welcher direkt davor stand.
    "Wer bist du und was willst du?", spulte er die übliche Begrüßung für Unfreie ab, nicht ohne die Sänfte im Hintergrund mit einem kurzen Blick zu bedenken.

  • Noch nie war Imperiosus in einer Villa gewesen, schon gar nicht bei einer Patrizischen Familie. Doch da er Aristides überraschen wollte, ging er zu der Villa, in der er leben sollte. Wobei er nicht wirklich wusste, ob er zuhause war oder nicht gerade im Dienst ist. Doch sicherlich würden es ihm die Haussklaven schon sagen, wenn er nicht da war. Als er vor der Türe war, klopfte er kräftig an und wartete, was nun geschehen würde.


  • Das überaus kräftige Klopfen an der Tür, war Acanthus natürlich nicht verborgen geblieben. Es gehörte schließlich zu seinen Aufgaben, denjenigen, die klopften, zumindest zu öffnen. Ob er ihnen letztlich auch Einlaß gewährte, hing von anderen Faktoren ab. Wenn er darüber sinnierte, kam es stets zum Schluß, einen verantwortungsvollen Posten inne zu haben. Nicht daß er deswegen seine Arbeit liebte, oh nein! Es war mehr eine Haßliebe, die ihn täglich wieder zur flavischen porta trieb.


    Er öffnete die Tür und erblickte einen Legionär, der sich vor ihm postiert hatte. Er musterte ihn von oben bis unten und fragte schließlich: "Wer bist du und was willst du?"

  • Imperiosus musste nicht lange warten, als ihm ein Sklave öffnete. Sofort stellte er zwei Fragen die er wahrscheinlich immer jeden Besucher stellte, doch passte es Tiberius nicht, dass ein einfach Sklave wie er es war ihn so musterte.


    " Salve. Ich bin Centurio Artorius Imperiosus, ich wollte zu Flavius Aristides, sofern er zu Hause ist. Ich bin ein alter Kamerad aus der Legio I. "


    Zwar war Aristides noch nicht allzu lange weg von der Legion, doch lange genug um ihn mal besuchen zu kommen, vorallem wenn man mal ganz selten in Rom ist, so wie es jetzt der Fall war.


  • Acanthus hörte sich an, was der Besucher zu sagen hatte.
    "Sei Willkommen! Ich werde den dominus von deinem Besuch informieren lassen. Folge bitte bitte dem Jungen ins Atrium und warte dort!"
    Acanthus rief einen Sklavenjungen herbei, der schon des öfteren bei ihm herumgelungert hatte. Nun ja, man konnte sich nicht früh genug um Nachwuchs kümmern! Dem Jungen gab er Anweisungen, was er tun sollte und bat den Besucher mit einer einladenden Geste, dem Jungen ins Atrium zu folgen.

  • "Salve Ianitor,mein Name ist Andronicus. Mein Herr Marcus Claudius Verus möchte seine Schwester Antonia besuchen", antwortete mein Sklave.


    Andronicus bemerkte zwar den flüchtigen Blick zur Sänfte des Ianitors, sagte aber nichts weiter, sondern wartete geduldig auf Antwort.

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