Ein Haus in den Canabae - Die Casa Helvetia entsteht

  • Das mit dem Stoff, auch wenn der jetzt nicht übermäßig groß und schwer war, ließ er sich nicht zweimal sagen.


    Seinem Bruder nickte er ebenfalls noch kurz zu wobei er sich nicht sicher war das dieser das mitbekam.
    An Acanthos gerichtet tat er kurz, recht überzeugend, so als ob er ganz ernst war, mit erhobenen Zeigefinger usw.
    "Und schön die Tür im Auge behalten!"


    Ob Acanthos noch das dicke Grinsen sehen würde was Corvinus auf dem Gesicht hatte als er dann gemeinsam mit Alpina das Haus verließ konnte wohl nur dieser selber beantworten.


    Zu Alpina gerichtet sagte er dann:
    "Das stimmt natürlich mit freien Händen kann man jede Menge anstellen!"


    Und tatsächlich... war das eben gerade passiert... wohl jeder Anwesende und Alpina wohl ganz sicher hatten gerade gesehen und gespürt das er ihr einen kleinen Klaps auf den Hintern gegeben hatte.

  • Während Curio noch mit dem Arbeiter sprach, begleitete Acanthos die beiden zur Haustür. Ebensowenig, wie er danach aber das breite Grinsen des Decurios sehen konnte, könnte Corvinus den vernichtenden Blick sehen, den Acanthos ihm nachwarf, als die beiden auf die Straße traten. Manche Blicke konnten töten und dieser gehörte definitiv dazu. Ich habe es mir nicht ausgesucht, auf eine Tür aufzupassen, ging es dem Macedonen durch den Kopf, und als die beiden bereits ein Stück vom Haus entfernt waren, schloss der Sklave die Tür und sperrte sie danach mit dem Schlüssel ab. Nein, er würde sich heute nicht mehr um die Tür kümmern und bald müsste er sich schon um überhaupt keine Tür mehr kümmern müssen, als um diejenige zu seiner Schlafkammer.

  • Sie verließen das Haus. Kaum zur Tür hinaus nahm Corvinus ihren Kommentar bezüglich der freien Hände sehr wörtlich und klapste ihr auf den Hintern. Sie fing seine Hand und erhob in gespieltem Tadel den Zeigefinger.


    "Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten!"


    Dann zwinkerte sie ihm zu. "Wo geht´s jetzt lang? Es scheint dir langweilig zu sein."

  • Alpina hatte sich mit Acanthos abgesprochen. Sie wollte an diesem Nachmittag in der Casa Helvetia mit dem Schreiner des Duccischen Betriebes zusammentreffen, um die Ausstattung der Culina, des Cubiculums von Corvinus und ihr, der Schlafkammer von Neman und dem Gästezimmer zu besprechen. Das Kinderzimmer würde Zeit haben. Zunächst würde das Kind bei Corvinus und ihr im Cubiculum Platz finden. Sie wollte die gemeinsam Kasse nicht überstrapazieren.


    Während sie auf den Schreiner wartete, sah sie den Arbeitern zu, die inzwischen nur noch Kleinigkeiten verbesserten. Bald würde das neue Haus fertig sein.

  • [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/a-germanen-maenner-jung/44.jpgEckwin


    Der Schreiner kam alsbald zur vereinbarten Stunde. Er hatte einige Utensilien zum Maßnehmen in ein Tuch eingeschlagen.


    "Salve", grüßte er, als ihm nach dem obligatorischen Klopfen die Tür geöffnet wurde. "Ich bin Eckwin, der Schreiner. Ich soll hier was vermessen."

  • | Acanthos


    Nachdem Acanthos Alpina noch ein bisschen das Haus gezeigt hatte, klopfte es an der Tür. Schnellen Schrittes ging der Macedone zur Haustür und öffnete sie.


    Salve, Eckwin. Du wirst schon erwartet.


    Er nickte dem Schreiner zu, gab ihm zu verstehen, dass er ihm folgen sollte und ging dann die wenigen Schritte durchs Vestibul in die Küche.





    Scriba Personalis - Iullus Helvetius Curio

  • Acanthos öffnete dem Schreiner und führte ihn gleich in die Culina. Alpina begrüßte den Mann freundlich.


    "Salve. Du musst der Schreiner sein, nicht wahr? Mein Name ist Susina Alpina. Und deiner? Ich würde gerne mit dir die notwendigen Einbauten besprechen. Dann kannst du mir sicher sagen, ob meine Ideen in die Tat umgesetzt werden können."
    Sie zeigte dem Mann die vorhandenen Einbauten: die gemauerte Feuerstelle und eine gemauerte Arbeitsfläche daneben.


    "Das hier ist schon ganz nett so, aber ich hätte gerne eine hölzerne Arbeitsplatte obenauf. Und einige Regale für die Töpfe und das Geschirr. Wo meinst du hätten wir Platz dafür? Ich bräuchte schon mindestens drei oder vier Regale. Es ist kein kleines Haus und ich gehe davon aus, dass neben der Familia, die auch schon zahlreich ist, häufig Gäste im Haus sein werden."


    Sie zeigte ihm auch den etwas wackligen Tisch mit den drei Stühlen.
    "Stühle werden wir auch noch welche brauchen. Momentan sind wir zu siebt, bald acht und ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass ich davon ausgehe, dass es bald noch mehr Familienmitglieder geben wird."
    Denn Alpina ging schwer davon aus, dass Runa auch irgendwann zur Familie gehören würde.
    Sie sah den Schreiner erwartungsvoll an und wartete auf seine Antwort.

  • [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/a-germanen-maenner-jung/44.jpgEckwin


    Der Schreiner trat ein und wurde gleich in die Culina geführt, wo ihn eine hübsche Frau begrüßte, die in Sachen Möbel offenbar das Oberkommando führte.


    "Salve Susina Alpina. Ich bin Eckwin. Was Möbel angeht, bin ich dein Mann", kündigte er großspurig an und zeigte grinsend eine Zahnlücke. Anschließend hörte Eckwin sich die Vorschläge und Fragen seiner Kundin an. Kommentarlos sah er sich die Gegebenheiten an, rieb sich gelegentlich über die Nase.


    Schlussendlich erklärte er: "'Ne hölzerne Arbeitsplatte ist ein Kinderspiel. Die Regale...hmm...würde ich samt und sonders an der Längswand hier gegenüber der Feuerstelle aufstellen. Sicherheitshalber weit weg vom Feuer, weißt du?" Er zeigte, wo er die Regale hinstellen würde.


    Mit fragendem Blick ersuchte Eckwin daraufhin eine Erklärung zum letzten von Alpina angesprochenen Punkt: "Die Stühle sollen dann aber nicht in die Culina, oder wie? Ihr esst doch bestimmt im Triclinium oder sowas?" Da wäre ja gar kein Platz, dachte er sich. "Wie viele sollen's denn sein? Vier weitere dann?"

  • Alpina nickte zu den Vorschlägen des Schreiners und ließ sich zeigen wie er sich die Regale vorstellte. Als er dann auf die Stühle zu sprechen kam, stutzte Alpina. Klar, natürlich würden die Stühle vortan im Triclinium gebraucht werden. Sie musste sich erst an die Vorstellung gewöhnen, dass sich das Leben nicht mehr in der Culina und einem einfachen Esszimmer sondern in einem Triclinium abspielen würde.
    Dem Schreiner gegenüber begann sie laut nachzudenken.


    "Nun, ja, die Sklaven werden wohl auch weiterhin in der Culina essen. Das bedeutet, dass wir mindestens vier Stühle hier brauchen werden. Lieber ein oder zwei mehr, denn wenn Gäste mit ihren Sklaven kommen, sollen die ja auch irgendwo bewirtet werden. Außerdem brauchen wir tatsächlich ein paar Stühle im Triclinum, denn nicht alle Gäste werden auf den Klinen Platz finden. Vielleicht 3 Stühle dort. Ich werde noch ein paar einfach Klappsessel besorgen, die für einen größeren Personenkreis hergenommen werden können. Vielen Dank für deinen guten Hinweis."


    Sie verließen die Culina und Alpina zeigte dem Schreiner die Schlafkammern der Sklaven, orderte für jede ein Bett, und eine Kleidertruhe, die sich auch als Nachtkästchen nutzen ließ. Für den Anfang wollte sie sparsam bleiben. Man konnte ja im Laufe der Zeit das ein oder andere dazukaufen.


    Dann betraten sie das gemeinsame Cubiculum von Corvinus und ihr. Das geräumige Zimmer bot ausreichend Platz.


    "Wir wünschen uns ein großes, stabiles Bett aus dunklem Holz mit Kopf- und Fußteil. Dort drüben an der Wand. Es sollte nicht nur uns beiden Erwachsenen Platz bieten sondern vermutlich in der ein oder anderen Nacht auch unserem Nachwuchs."
    Sie rieb sich liebevoll den Schwangerenbauch.
    "Könntest du ins Kopfteil eine Bärenfamilie schnitzen oder einlegen? Das wäre schön."


    Nachdem das geklärt war, bestellte sie auch noch für jeden eine Kleidertruhe. Nun blieben eigentlich nur noch die Regalbretter für die Taberna Medica. Sie bat den Schreiner mitzukommen.

  • [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/a-germanen-maenner-jung/44.jpgEckwin


    Eckwin folgte Alpinas Gedanken. Er nickte wiederum und merkte sich die Aufträge, indem er sie nochmal halblaut für sich wiederholte: "Also 'ne hölzerne Arbeitsplatte, vier Regale, sieben Stühle."


    Daraufhin folgte er seiner Kundin durch die verschiedenen weiteren Räume. Die Helvetier mussten ja ziemlich schnell zu einer Menge Zaster gekommen sein, wenn sie für jeden Sklaven eine eigene Kammer und ein Bett zur Verfügung stellen konnten, dachte Eckwin bei sich. "Vier Betten, vier Kleidertruhen", notierte der Schreiner auf seiner gedanklichen Auftragsliste.


    Als letztes kam dann ein recht geräumiges Schlafzimmer an die Reihe. Eckwin sah sich beeindruckt um. "Bei Donars Hammer, ihr habt's hier ja wirklich gemütlich", platzte es aus Eckwin heraus. "Großes, stabiles Bett. Dunkles Holz. Kopf- und Fußteil", wiederholte er anschließend nochmal. "Joa, da passt das wohl gut hin", kommentierte der Schreiner die Platzwahl. Er nahm Maß, so wie er es auch in den anderen Räumen getan hatte. Zuletzt fragte er schmunzelnd: "Eine Bärenfamilie? Kein Problem. Wie viele Bären sollen's denn sein?"

  • Alpina errötete leicht auf die Frage des Schreiners nach der Anzahl der Bären auf dem Kopfteil des Bettes.
    Sie sah an sich hinunter.
    "Nun ja, zunächst sind es wohl drei Bären aber ich hoffe doch dass es mindestens noch ein oder zwei weitere werden. Nachdem man das Glück aber auch nicht überstrapazieren will, würde ich mal sagen. Bärenvater- mutter und zwei kleine Bärchen."


    Sie sah den Schreiner eindringlich an.
    "Ich weiß, dass unsere Wünsche kostspielig sind und das Budget ist auch nicht unbegrenzt. Vielleicht sollten wir erstmal überschlagen, ob wir noch im Rahmen liegen..."

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    Alpinas Erröten veranlasste Eckwin zu einem breiten Grinsen. "Nichts leichter als das", erklärte er großspurig. So eine Schnitzarbeit war für ihn zwar Tagewerk. Aber wenn sie gut aussehen sollte, waren trotzdem Fingerfertigkeit und Geduld gefragt. Eckwin war selbstbewusst genug um diesen Umstand gutgelaunt zu überspielen.


    "Öh, ja klar", stimmte der Schreiner Alpinas Wunsch nach einer Kostenschätzung zu. "Also das sind 'ne Arbeitsplatte, vier Regale, hmm... sieben Stühle, hm...hmm... vier Betten und Kleidertruhen, joa... und also noch das Bärenbett..." Man sah, dass Eckwin angestrengt die Kosten überschlug, wozu er bisweilen auch die Finger benutzte. Schließlich fasste er zusammen: "Ja, also das wird wohl alles in allem etwa 430 Sesterzen kosten, schätze ich mal." Er sah Alpina erwartungsvoll an. Sprengte das bereits den Rahmen? Aber der Helvetius, der hier wohnte, war ja immerhin Offizier bei der Legion. Eckwin dachte bei sich, dass der sich so viele Möbel wohl leisten könnte, wenn er gut gespart hatte.

  • Als der Schreiner Alpinas Wünsche für realisierbar hielt, freute sie sich. Angespannt wartete sie auf die Zahl, die er für die Möbel und Einbauten im Kopf überschlug. Sie konnte aufatmen, als er sie nannte.


    "Das klingt realistisch und fair", sagte sie. "Dann würde ich dich noch bitten auch in meiner zukünftigen Taberna Medica einige Regale einzubauen. Möchtest du dir das bei der Gelegenheit auch gleich noch ansehen?"


    Alpina hatte über die vergangenen Jahre doch ein wenig auf die Seite gelegt und die Schätzung des Schreiners ließ noch ein wenig Spielraum für neue Regale. Die Alten würde sie dann in der Vorratskammer unterbringen.

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    Realistisch und fair. Ja, so war er tatsächlich, dachte Eckwin zufrieden. Diese Alpina war wirklich eine kluge Frau, dass sie das so schnell erkannt hatte.


    "Natürlich", ging der Schreiner deshalb auch fröhlich auf ihren Wunsch ein, er möge sich doch gleich noch um die Regale in der Taberna Medica kümmern. "Nach dir", sagte Eckwin also und ließ Alpina damit den Vortritt, damit sie ihm die entsprechenden räumlichen Gegebenheiten zeigen konnte. Vor seinem inneren Auge sah Eckwin freilich bereits weitere Sesterzen in sein Säckelchen kullern.

  • Erfreut, dass der Schreiner sich auch gleich die Taberna medica ansehen wollte, ging Alpina voraus. Sie zeigte ihm den Raum, erleuterte wo der Tresen stehen sollte und wie sie sich die Aufteilung der Regale vorstellte.
    "Ich bin durchaus offen für deine Vorschläge. Wichtig ist mir nur, dass die wichtigsten Dinge nicht allzu hoch droben auf Regalbrettern stehen, denn ich bin schließlich nicht sehr groß. Es wäre unbequem, wenn ich immer einen Hocker holen müsste."

  • [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/a-germanen-maenner-jung/44.jpgEckwin


    Ewickin sah sich in Ruhe um. Ein Tresen, keine zu hohen Regale und selbstredend ausreichend Platz in diesen Regalen. Eckwin grübelte einen Moment, bevor er sagte:


    "Ich könnte einen hohlen Tresen zimmern, in dem du Dinge unterbringen kannst. Da stehen sie ganz sicher niedrig genug. Und in deinem Rücken, hier, würde ich aber trotzdem noch ein breites Regal empfehlen. Das würde ich dann etwa so hoch machen wie du es bist. Kannst dann ja immer noch bequem Krüge und sowas oben drauf stellen. Was meinst du? Oder ist dir das schon zu hoch?"


    Bei seinen Erklärungen gestikulierte Eckwin ausschweifend um Alpina zu veranschaulichen wie er sich die Möbel vorstellte.

  • Alpina strahlte und nickte.
    "Das klingt wunderbar. Vielen Dank für deine wertvollen Vorschläge. So machen wir das. Wann meinst du könntest du anfangen?"


    Sie freute sich darauf, dass sie bald in diesem schönen Haus ihre Taberna Medica betreiben konnte und Eckwin machte einen kompetenten EIndruck. Zufrieden reichte sie ihm die Rechte um die getroffenen Abmachungen zu besiegeln.

  • [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/a-germanen-maenner-jung/44.jpgEckwin


    Alpina freute sich sehr, was auch Eckwin zum Lächeln brachte.


    "Öh, ich habe da noch einen Auftrag in der Mache", zeigte Eckwin sich zurückhaltend was den Arbeitsbeginn betraf. "Aber ich schätze, meine Leute und ich können mit den Arbeiten an deinen Möbeln vielleicht ab morgen, ganz bestimmt aber übermorgen beginnen."


    Und weil er vermutete, dass Alpina ein großes Interesse auch an dem Termin der Fertigstellung der Möbel hatte, sagte er im typischen Handwerkerdiktus: "Ich denke in einer bis anderthalb Wochen haben wir das Meiste fertig. Am besten lasse ich dir dann die jeweils fertigen Teile in kleineren Ladungen schicken. Alles auf einmal wäre wohl etwas viel."

  • Alpina nickte zustimmend. Das klang alles sehr gut so.
    "Hervorragend. Ich freue mich. Am besten kommen wir dann mal gemeinsam vorbei, um die Bezahlung vorzunehmen. Bis dann also."


    Sie verabschiedete den Schreiner und fühlte sich unheimlich erleichtert. Bald würde dieses leere Haus gefüllt werden. Zunächst mit Möbeln und dann mit Leben.

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