Unterkünfte der Cohors II, Centuria IV

  • Da waren sie also, fast wie in Rom, dachte der Octavier. Frugi und einige seiner Kameraden betraten die ihnen zugewiesenen Barracke. Er war es gewohnt oben zu schlafen, knallte einen Teil seiner Ausrüstung auf das Bett über dem von Pompus. Theopompus ein großer kräftiger blonder Hüne, auch Pompus genannt und Persaeus, ein kleiner dunkelhaariger eher Schmächtiger, der Ähnlichkeit mit einem Wiesel hatte, waren mit ihm versetzt worden.
    Frugi schaute sich um, so wie es jetzt aus sah war das Contubernium jetzt aufgefüllt.
    Wenigstens ändert sich nicht wer wem in die Lorica hilft, dachte Frugi während er seinen Krempel einräumte.


    Sie hatten sich bei ihrer neuen Einheit gemeldet und waren nun endlich soweit, dass sie endlich die Thermen aufsuchen konnten. Anschließend würden sie ihre Verpflegung auffüllen um danach ihren Hunger zu stillen.

  • Nach der Vereidigung im Fahnenheiligtum packte Merula den Beutel mit seinen wenigen Habseligkeiten und stapfte schnellen Schrittes (weniger aus Begeisterung, mehr um dem inzwischen zu vollwertigem Schneeregen umschlagenden feuchten Niederschlag zu entgehen) in Richtung der Barracke, zusammen mit einigen anderen, die wie er neu vereidigt waren.


    Er fragte sich, ob wohl einer der Legionäre, die er heute morgen bei der Ankunft in Mogontiacum bereits flüchtig kennengelernt hatte, ebenfalls hier untergebracht wäre. Ein zu großer Zufall?


    In der Barracke angekommen verräumte er seine Sachen. In der Stube stand ein Schemel. "Erstmal durchschnaufen...". Der junge Furier setzte sich auf besagten Schemel und wartete ab. "Mal sehen, vielleicht taucht hier ja noch jemand auf. Oder es geht irgendwie anders weiter. Bin ja gespannt, was das für ein Drill wird. Wenn wenigstens das Wetter nicht dauernd so beschissen wäre...".


    Er blickte in die Runde. Die anderen "Frischlinge" waren damit beschäftigt, ihre Sachen zu verräumen, sich teilweise um die Betten zu streiten, und die übliche Mischung aus echten Ruppigkeiten und gutartigem Spott auszutauschen.


    "Jetzt einfach mal abwarten... irgendwann taucht schon einer auf, der hier bereits sein Weilchen hockt und sich auskennt. Der kann uns dann sagen, wo wir unsere Ausrüstung bekommen. Und so weiter. Langsam kriege ich Hunger... noch so ein Punkt..."


    Starker Regen fiel, jetzt gut hörbar, auf das Dach der Barracke.

  • Frugi kam gut gelaunt an seine Baracke an, Für heute war Schluss und er wollte gleich zur Lagertherme und ein paar Bahnen schwimmen ehe es zur Taberna ging. Der Wind pfiff ganz schön und er hatte Mühe die Türe zu öffnen. Kaum war er drinnen schlug ihm ein heftiger Windstoß die Türe ins Kreuz und er machte einen Satz nach vorne um gleich weiter über ein Sculum zu stolpern. "Verdammte Scheiße wer legt denn seinen Kram hier mitten im Gang ab?" brüllte er gleich los. Alles im Raum hielt wie auf Kommando in der Bewegung inne und starrte ihn entsetzt an. Ungläubig starrte Frugi zurück. Wer sind denn die? Dann dämmerte es ihm, Scheiße schrie es in ihm auf, alles Frischlinge, nun ist es mit der Ruhe hier vorbei.
    Er strafte sich, "hört zu so geht das nicht der Gang muss frei bleiben." Mürrisch stapfte er zu seinem Bett bis er Merula sah, auf Persaeus unterem Bett. "Ah sie an, du bist auch hier gelandet", kam um einiges freundlicher von Frugi. "Und alles klar oder kann ich dir irgendwie helfen?"

  • Tatsächlich! Einer der Legionäre von heute morgen! Seltsame Zufälle schien es in Germania häufiger zu geben.


    Nicht unerfreut antwortete Merula dem Frugi:"Ja, geht, eigentlich schon! Nur vielleicht kannst du den Regen mal abstellen? Nein, im Ernst, der Centurio von vorhin meinte, jemand von euch könnte uns sagen, wo wir unsere Ausrüstung holen können? Anbei, Du weißt nicht zufällig, ob da auch schon eine Ladung Getreide oder etwas anderes, das essbar ist, rausgegeben wird?" ...sein Magen knurrte.


    "Was kann man hier eigentlich machen, wenn man nicht gerade zum Dienst eingeteilt ist?"

  • Sieh an der, liebe Centurio degradiert uns zur Amme, dachte er ärgerlich. Doch dann erinnerte er sich an seinen ersten Tag, wie dankbar er für jede Hilfe gewesen war. Als er dann an seinen ersten Freund Ferox und seinen Bruder Antias bei der CU dachte, war aller Ärger verflogen.
    "Also gut komm mit zum Horrea"http://www.imperium-romanum.in…/thread.php?threadid=4488, an alle gewandt, "wer noch Ausrüstung braucht, mitkommen."
    Gefolgt von einem Rattenschwanz Frischlingen ging es los. "Um auf deine Frage von vorhin zurückzukommen, Entspannung hier drin, nun ja die Therme, die Lager Tabernae oder Würfelspiel. Allerdings werdet ihr Abends oft keine Lust mehr für irgend was haben und manches mal ohne Essen ins Bett fallen." Wenigstens war es bei uns so, dachte er.

  • Das allgemeine Gebrüll, "TÜR ZU" beachtete Frugi nicht sondern eilte zu seinen Freunden. "Ihr müsst mitkommen und die Casa Acilia bewachen, damit da keiner raus und rein kommt. Dort wartet bitte auf mich, ich habe jetzt keine Zeit zum erklären und bitte Jungs beeilt euch. Ich komme so schnell es geht auch dort hin, dann seht ihr was los ist." Schon rannte Frugi raus und die beiden Freunden schauten zuerst sich an, dann Frugi hinterher.

  • Das war ein Tag gewesen! Der Zug der Neulinge schlich gebückt wie ein Haufen alter Männer zurück zu den Unterkünften, darüber regnete es.
    In der Barracke angekommen, verteilten sich die angehenden Soldaten in die verschiedenen Ecken. Merula ließ sich erschöpft auf den Boden sinken und lehnte sich an eine der Wände an. "Endlich mal etwas Ruhe..." dachte er gerade, als direkt neben ihm eine Stimme laut wurde.


    "Rechteckig, ja, Grieche???!. Ein gehässiges Lachen folgte.
    Merula blickte auf und sah in das Gesicht eines anderen Rekruten, der mit ihm die Barracke bewohnte. "Was willst du? Übrigens bin ich Römer, ja. Wenn Du ein Problem hast, dann sag es geradeaus. Bin zu müde für solche Spielchen." antwortete der Furier.


    "Ja, dass du müde bist, spricht ja auch für sich. Hast uns alle vorhin ganz schön blamiert mit deinem Geplapper. Redest du immer so dummes Zeug? Römer also, Grieche?". Die Augen des Rekruten blitzten herausfordernd auf.


    Merula wurde es jetzt zu viel. Würde dieser unselige Mensch ewig weiterreden? Er sprang auf und packte seinen neuen Mitbewohner am Kragen. "Nun hör mal her, du Affe: ich habe keine Lust auf Gewäsch. Wenn du sonst nix zu sagen hast, sei ruhig, oder lass uns mal nach draußen gehen, dann klären wir, was du eigentlich willst. Das geht schneller, und danach kann ich mich weiter ausruhen. Oder, was meinste?"


    Der unbekannte Rekrut hatte scheinbar nicht mit einer so jähen Reaktion gerechnet, und stolperte zwei Schritte rückwärts. Nun wurden auch die restlichen Männer in der Barracke aktiv. Drei Soldaten stürmten herbei, trennten die Streithähne, wobei sowohl Merula, als auch sein Kontrahent einige Hiebe und Schläge einsteckten. Ein Schemel viel krachend um.


    Einer der Rekruten, ein muskulöser Kerl mitte 20, schrie: "Ruhe! Auseinander!! Ich glaube, ihr seid nicht mehr ganz dicht?! Wenn ihr euch hier prügeln wollt, dann geht dazu in den Wald oder sonstwohin. Keiner hier hat Lust, am Ende irgendwelche Kollektivstrafen ertragen zu müssen. Die zwanzig Mal um's Lager rennen haben doch wahrlich gereicht. Jetzt gebt euch die Hände und haltet die Schnauze!! Ich glaub's ja nicht, schlimmer als bei den Hafenarbeitern in Ostia. Idioten."


    Kurz setzte absolute Stille ein. Dann fing irgendwer in einer der hinteren Ecke zu lachen an.

  • "Was meint ihr ob wir bald einen Urlaubsschein bekommen?" fragend schaute Frugi seine Freunde an, als die Türe aufging und die Frischlinge rein schlurften. Kaum drinnen fing einer das stänkern an. Bald schon war die schönste Rangelei im Gange. Pompus der Riese erhob sich um für Ruhe zu sorgen, als das schon vom wem anders erledigt wurde. Frugi erhob sich ebenfalls mit einem Wink zu Persaeus, der sich ihm anschloss. Sie traten auf Merula zu grinsten ihn an und Pompus meinte drohend, "du kommst jetzt mit." Schon wurde dieser von Persaeus und Frugi eingehakt und sie schleppten ihn auf diese Art unter den teils erstaunten, teils hämisch grinsenden Blicken seiner Kameraden, mit nach draußen. Dort abgestellt meinte Frugi, "entschuldige die Art, aber wir wollten dich alleine mitnehmen und zu einem Wein einladen. Was hältst du davon? Der Stänkerer darin gibt bestimmt nicht so schnell auf, so hast du wenigstens ein wenig ruhe vor ihm und er kann sich wenn er dich nicht mehr sieht beruhigen."
    "sag schon ja und komm mit", meinte Pompus," sonst gibt es heute keine Ruhe in unserem Contubernium." Aufmunternd stieß der Octavier ihn in die Seite.

  • Merula war immer noch zornig. Ein Blinder hätte das gemerkt. Da stand er nun, mit hochrotem Kopf, im Regen, zwischen den anderen.


    "So ein blöder Hund!" fluchte er.


    "Wo genau wollt ihr da denn hin? In jedem Fall: ich bin dabei. Ein bisschen Ablenkung kommt jetzt genau richtig!"


  • Marcus Stirius Pullo



    Auch Pullo war wie die meisten Centurionen früher aufgestanden und natürlich hatte er nichts gesagt. Als das Signal zum Wecken dann kam weckte er erst einen Optio, dann ging es los.
    Er selbst und sein Optio rissen die Türen der Unterkünfte auf und schrien die Männer an sich zu beeilen. "Auf ihr müden Hunde raus aus den Betten. Rüstung an und Waffen anlegen." Natürlich lies es sich Pullo nicht nehmen die Rekruten selbst aus dem Bett zu tretten.




    Sim-Off:

    Wir nehmen die Rekruten mit. Seht es als ersten Übungsmarsch an. Für Octavius Frugi sollte ambulatura kein Neuland sein. Der Übungsmarsch findet regulär dreimal im Monat statt.
    Kein Gepäck großes nur Rüstungen und alle Waffen wir sind zum Abendessen wieder zuhause. Die Feldfalsche und einen snak sollte man aber vielleicht einpacken. ;)





  • Marcus Stirius Pullo


    Pullo trieb seine Männer aus den Betten. Für Langschläfer und Trödler hatte er nichts übrig. Was auch daran liegen mochte das auch er keinen Rüffel von seinem Vorgesetzten bekommen wollte. "Los los los jetzt seht zu das ihr eure Ärsche aus der Baracke bekommt ihr werdet nicht für rumtrödeln bezahlt." Alle hatten sich erst mal vor der Baracke zu sammeln und von dort dann zum Campus zu gehen.




  • Persaeus und Theopompus kamen abgehetzt im Lager an. Sie hatten frei bis zum Abend, waren in einer Taberna gewesen um etwas zu Essen und überlegten ob sie in ein Lupanar gehen sollten oder lieber zum Ludus. Den Jungs dort beim Training zu zu sehen hatten sie sich eigentlich lange vor.
    Draußen vor der Türe hatte Pompus prüfend nach oben geschaut, in der Absicht den Himmel nach Regenwolken ab zu suchen, da sah er den verdammten Fetzen flattern, die Signalfahne „Verdammte Kacke“, fluchte er in voller Lautstärke. Zu dem sichtlich irritiert schauenden Persaeus meinte er, „schau was da oben im Wind flattert.“ Da ertönten sie auch schon durch Mogontiacum, die Signalhörner des Legionslager. Es bedeutete die Einheite hatte an zu treten, Ausgang und Urlaub war gestrichen. „Was meinst du, ob die Germanen kommen oder was könnte sonst los sein?“ Bevor sie zurück zum Castellum gehetzt waren, hatte Persaeus diese Frage nicht verkneifen können. Jetzt waren sie in ihrer Unterkunft und machten sich fertig.

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