Eine etwas andere Schule

  • Hübsch wollte sie schon lange nicht mehr sein, eigentlich war ihr egal, wie sie aussah. Die Zeiten, in denen sie sich darüber Gedanken gemacht hatte, waren lange vorbei. Allmählich fragte sie sich, ob es dieses andere Leben überhaupt gegeben hatte. Dann wurde sie gepackt und unsanft weitergeschoben. Diese Liv war genauso brutal wie die Männer. Noch ehe sie darüber nachdenken konnte, wurde ihr Gesicht unter Wasser gedrückt. Thierza blieb kaum Zeit, noch Luft zu holen. Verzweifelt versuchte sie, sich aus dem Griff zu befreien, schlug um sich und schrie, was natürlich nur noch mehr Luftnot zur Folge hatte. Die Zeit schien ihr endlos und als der Druck endlich nachließ, hob sie schnell den Kopf und schnappte nach Luft. Die Haare hingen tropfnass ins Gesicht und sie sah diese Liv nur verständnislos an, während sie immer noch keuchte. Lächeln sollte sie? Hätte sie einen Grund dazu, wäre das sicher machbar, aber so. Thierza zog ihre Mundwinkel nach oben, denn vor einem erneuten Untertauchen hatte sie große Angst. Ob ihr kläglicher Versuch allerdings so aussah, als würde sie lächeln, wußte sie nicht. Ehrlich war es auf keinen Fall.


    Dann tat sich ein neues Problem auf. Was genau sollte sie jetzt tun? Was erwartete diese Frau von ihr? Thierza hatte keine Ahnung. Schließlich war sie kein Mann und sie selbst hatte auch noch nie mit einem Mann... zumindest nicht so, dass sie etwas davon gehabt hätte. Ängstlich blickte sie zu der Wasserschale und versuchte noch angestrengter zu lächeln. Die Verzweiflung in ihrem Innersten nahm immer mehr zu. Während sie zu ihr ging und sich aufs Bett kniete, überlegte sie fieberhaft, wie es die Männer bei ihr getan hatten. Womit könnte sie...? Vielleicht mit den Fingern? Diese Frau anzufassen, ohne zu wissen, was sie tun sollte, kostete sie eine enorme Überwindung. Das Herz schlug ihr bis zum Hals, wohl eher aus Angst, als sie sich zwischen Livs Beine tastete. Es fühlte sich seltsam an, ein wenig vertraut und doch so fremd. Hoffentlich war alles richtig, sie sehnte sich so sehr nach einem Bad und vor allem nach etwas Warmen zum anziehen. Thierza legte drei ihrer Finger aneinander und tat dann genau das, was die Männer bei ihr taten, nicht ganz so grob, aber auch alles andere als einfühlsam. Dabei vergaß sie natürlich ihr Lächeln nicht, vermied es aber, ihr ins Gesicht zu sehen, oder dahin, wo ihre Hand beschäftigt war. Der Bauchnabel schien ihr als neutraler Punkt am geeignetsten.


  • Vinicia Livenineae - Liv


    Die Kleine hat wirklich keine Ahnung, dachte Liv und in ihr reifte ein Plan, dazu musste sie die Sklavin aber erst einmal herrichten. Seufzend schob sie Thierza von sich weg, stand auf und schnappte sich die Kette. Schon und zerrte sie hinter sich her in Richtung Bad. Dort angekommen stieß Liv die Sklavin einfach ins Wasser, "du bleibst da drin, ich komme gleich wieder.“ Ehe Thierza sich versah war sie zurück, mit einem Krug Wein und zwei Bechern Wein.
    Liv zog sich aus und stieg zu der Sklavin ins Becken, begann diese nicht gerade sanft zu schrubben, zwischendurch goß sie sich und ihr Wein ein und reichte den Becher. „Den trinkst du jetzt aus, dann sehen wir weiter.“
    Liv wusste nun genau was sie tat als sie einem Schwamm ergriff und begann sanft die Sklavin mit diesen zu reiben. Zuerst ihr Gesicht und weiter zu ihren Brüsten und danach immer tiefer gleitend. Ihre Beine und Füße widmete sie genau soviel Aufmerksamkeit wie dem Rest ihres Körpers. Sie war sich sicher, dass Thierza langsam ruhiger und lockerer wurde und stieg aus dem Bad. Sich selber und die Sklavin hüllte sie in ein großes Tuch ein. „Und nun komm mit in meine Kammer, dort lassen wir es uns gut gehen.“
    Liv folgte ihr mit dem Wein. In der Kammer angekommen goß sie ihnen Wein ein und lächelte die Sklavin an. „Hier trink das und dann leg dich zu mir ins Bett.“
    Liv ließ das Tuch, welches ihren Körper umschloss fallen und schaute die Sklavin auffordernd an, ehe sie diese zu sich zog. Kaum lagen sie neben einander, streichelte Liv ihr sanft über die Wangen, zog sie näher zu sich und küsste sie. Eine Hand zog dabei ihren Kopf sanft zu sich, während die andere sich mit ihren Brüsten beschäftigte. Sie wusste irgendwann würde sie die Frau in der Sklavin erwecken. Jetzt setzte Liv Mund, Zunge, Hände und alles was einer Frau zur Verfügung steht ein und zeigte der Sklavin wie schön und erfüllend eine Nacht mit einer Frau sein konnte.

  • Erschrocken stolperte Thierza hinter Liv her, voller Angst, was sie nun mit ihr tun würde. Als sie dann ins Wasser gestoßen wurde, war sie sicher, es würde schlimmer werden als mit der Schale Wasser im Zimmer. Ängstlich drückte sie sich in eine Ecke, wegzulaufen wagte sie nicht. Es gab dort draußen genug Männer, die sie wieder einfangen würden. Was ihr dann blühen würde, wollte sie sich nicht ausmalen.


    Kurz darauf kam Liv zurück. Mit Wein? Bevor sie darüber nachdenken konnte, war die Frau auch schon bei ihr. Erst, als Thierza sicher war, dass sie nicht untergetaucht wurde, ließ sie die Prozedur mit dem Schwamm über sich ergehen. Es war unangenehm, aber bei weitem nicht so schlimm, dass es nicht auszuhalten wäre. Dann bekam sie ihren Wein. Zuerst nippte sie nur, doch dann leerte sie den Becher in einem Zug. Währenddessen wurde Liv sanfter, was Thierza noch mehr verwunderte. Misstrauisch hielt sie still, genoss aber das wohlige Gefühl in der Körpermitte. Zwar wurde sie ruhiger, doch die Angst blieb. Auch noch, als sie in ein Tuch gewickelt und mit netten Worten aufgefordert wurde, zurück in die Kammer zu gehen.


    Thierza tat, was ihr befohlen wurde. Dort bekam sie einen zweiten Becher Wein. Auch den trank sie wieder in einem Zug. In ihrem Kopf schwirrte es und sie hatte es schwer, sich gerade zu halten. Ins Bett zu legen war da eine gute Alternative und so ließ sie sich fast dankbar von ihr ins Bett ziehen. Kurz schloss sie die Augen, öffnete sie aber schnell wieder, da sich alles zu drehen begann. Dann spürte sie die Hand an ihrer Wange und Thierza drehte sich zu Liv, die ihr immer näher kam, um sie zu küssen. Die Nähe war angenehm, der Kuss eine Überwindung. Doch je länger sie von ihr gestreichelt und berührt wurde, desto mehr entspannte sie sich und ergab sich den Gefühlen, die immer stärker durch ihren Körper flossen. Die Wirkung des Weins und die starken Empfindungen zogen sie in eine Welt, die sie bisher noch nicht kannte. Ihr Herz schlug schnell, der Atem ging heftig und als sie meinte, es nicht mehr aushalten zu können, erlöste sie eine Explosion, die ihr die Sinne raubte...


    Schwer atmend lag sie auf dem Bett, konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Das erste mal seit Wochen war sie einfach nur glücklich. War es das, was man das Schöne an der Liebe beschrieb? Das, was Frauen empfinden sollten, wenn sie mit einem Mann zusammen waren? Die Glückseligkeit verging schnell, und ihr wurde wieder bewußt, dass sie mit Liv im Bett lag. Nun wußte sie aber, was die von ihr wollte. Es war immer noch ungewohnt, aber es war eine Art von Nähe, die sie hier sonst nicht bekam. Nicht von den Männern. Vielleicht auch nie wieder von Liv. Diese Nacht aber wollte sie so viel wie möglich davon erhaschen, deshalb lehnte sie sich nun ihrerseits an den anderen Frauenkörper und begann, ihn zu erforschen. Erst streichelte sie noch zögerlich über den fremden Körper, dann begann sie, Liv auch mit den Lippen zu verwöhnen. Sie küsste ihren Hals, wanderte tiefer, verweilte ein wenig bei ihren Brüsten, die so anders waren als ihre. Ihre Hände strichen über den Bauch, der Mund kreiste um ihren Bauchnabel, um dann schließlich ihr Ziel zwischen den Beinen zu finden. Thierza kniete vor ihr, beoachtete, spielte und bereitete ihr dann hoffentlich ebenso heftige Gefühle, die sie erleben durfte, auch wenn sie lange noch nicht so erfahren darin war...


  • Vinicia Livenineae - Liv


    Für Liv war die Veränderung mit innerer Freude bemerkt. Die anfänglichen Ablehnung, hatte sich die Anspannung der Sklavin gelegt. Mehr noch sie schien genau wie Liv den Rest der Nacht zu genießen. Sie gab sich ganz der Sklavin hin.
    Am Morgen nach einem kurzen Schlaf wachte Liv auf, beugte sich zu Thierza und küsste sie auf die Stirn.
    „Na siehst du Süße es kann also auch Freude machen und glaub dir du brauchst es genau wie ich und die Kerle. Doch wenn du es lieber mit Frauen treibst, dann sehe ich was ich für dich tun kann. Jetzt Schlaf noch ein wenig, ich komme gleich wieder.“
    Liv Plan war Vulpis zu beschwatzen, dass sie sich jetzt um Thierza kümmern sollte. Doch der hatte andere Pläne und sie musste ins Lupanar.



    Cossus Geminius Veranianus - Vera


    Vera, der nun alleine mit den Schülern war, bemerkte erst gegen Mittag, dass Thierza nicht an ihrem Platz war und stürmte wütend in das Zimmer von Liv, Als er dort die schlafende Sklavin sah, konnte er sich nicht beherrschen und nahm sie mit Gewalt. Anschließen ohrfeigte er sie nach jedem Wort, was er sagte. „Da...liegt...das...faule ...Stück... im...Bett...während... ich...ihr...Herr...mich...abracker... ! STEH AUF! Herrschte er sie an. Noch immer wütend Zerrte er sie nach draußen und kettete sie nackt wie sie war . draußen auf der Straße an der Türe an. Schnell hatte er auf einem großen Bogen Papyrus geschrieben.



    Heute darf sich jeder kostenlos,
    nach seiner Lust, mit ihr vergnügen!!!


    Nachdem er den Bogen an die Türe angebracht hatte meinte er selbstgefällig, „so damit weiß du was auf dich zukommt und machst schon einmal Werbung für dich.“


    Was für ein Fest für die ganze Straße. Viele starrten sie zuerst nur an, ehe dann Bewegung in die Masse kam. Ein Straßenlümmel der sich ein Jux daraus machen wollte mit irgend einem undefinierbaren Klumpen zu bewerfen, bekam von seinem Freund einen Stoß. „Bist du verrückt, komm lass uns sie genauer ansehen.“ Schon waren die beiden bei ihr und gaben ihrem Forscherdrang nach. Befingerte sie mit ihren Dreckshänden und begannen ihren Körper zu erkunden, in ihren engen Wohnungen hatte sie schon reichliches zu sehen bekommen, jetzt endlich durften sie es ergründen. Ehe sie weiter gehen konnten wurden sie von einer alten Matrone weggescheucht.
    Das bedeutete für Thierza aber nicht, dass sie jetzt Ruhe hatte. Viele kamen vorbei und von vielen wurde sie ohne Hämmungen benutzt.

  • Von einem Kuss geweckt, blickte sie in das Gesicht von Liv und lächelte zaghaft. Ja, es konnte Freude machen, mehr als das, und etwas beschämt, weil sie es mit einer Frau erlebt hatte, nicht wie üblich mit einem Mann, nickte sie seelig. Schlafen, ohja, der Aufforderung kam sie gerne nach, vor allem in diesem kuschelig, warmen Bett. Während Liv ging, kuschelte sie sich mit dem Gefühl, von ihr beschützt zu sein, in die Decke und schloss die Augen.


    Im Traum lag sie auf einer Wiese, beobachtete Schmetterlinge, als plötzlich eine dunkle Wolke auftauchte. Sie wollte aufstehen und weglaufen, doch etwas hielt sie fest, drückte sie hart auf den Boden. Verstört riss sie die Augen auf und in dem Augenblick spürte sie schon den Schmerz, der sie innerlich zu zerreisen drohte. Es war Vera, der sie mit Hass in den Augen nahm und so alles zerstörte, was letzte Nacht so hoffnungsvoll aufzublühen begann. Tränen flossen und sie schrie, doch es half nichts. Als es vorbei war, versuchte sie, ihr Gesicht mit den Händen vor den folgenden Schlägen zu schützen. Dabei war es nicht ihre Schuld, sie hatte nur auf Liv gehört. Wo war die überhaupt? Nie wieder würde sie ihren Worten vertrauen...


    Vera zerrte sie nach draussen und kettete sie in aller Öffentlichkeit an. Zitternd vor Kälte und Scham beobachtete sie, was er schrieb und war entsetzt, als sie las, was es war. Ob es in dem Fall ein Vorteil war, lesen zu können? Sie wußte zumindest, was nun auf sie zukam, und die Ersten ließen nicht lange auf sich warten. Zwei Jungen, fast noch Kinder, die neugierig und wenig sanft auf Erkundung gingen. Fast bedauerte sie, dass sie weggejagt wurden. Es wäre sicher nicht so schmerzhaft für sie gewesen wie die Männer, die nach ihnen kamen. Die waren ausgewachsen und kräftig und weil es nur für das Vergnügen war, auch dementsprechend rücksichtslos. Immer wieder wurde sie benutzt und liegengelassen und immer sehnlicher wünschte sie sich, dass das alles ein Ende hatte.

  • Auch, wenn die Gassen voll von Leuten waren, drehte sie sich hin und wieder um, weil sie meinte, Blicke zu spüren. Die Gegend war ihr schon immer unheimlich, obwohl noch nie etwas passiert wäre, was dieses Gefühl rechtfertigte. Es kam nicht selten vor, dass sie hierhergeschickt wurde, denn hier gab es etwas, das sie auf dem normalen Markt niemals bekommen würde. Lala war schon auf dem Rückweg, als sie auf jenes Haus zuging, in dem vor einigen Tagen dieser Dieb verschwunden war. Zwei verschwitzte Männer kamen ihr entgegen, die sie anzügllich musterten, aber auch die ließen sie in Ruhe. Den Grund dafür fand sie, als sie direkt an dem Haus vorbeikam. Eigentlich sah es aus wie jedes andere, doch an diesem Tag wurde klar, was sich hinter den Türen verbarg.
    Offensichtlich ging es den Frauen hier aber nicht so gut, wie denen, die in ihrem Hinterzimmer die Männer beglückten. Glücklicherweise war ihr das erspart geblieben, bis jetzt. Wie gerne hätte sie dieser Frau geholfen, die so unglücklich an die Tür gekettet war. Dann wurde sie auch noch Zeugin, wie ein alter, zahnloser Kerl über sie herfiel. Angewidert wandte sie sich ab und ließ den Blick über die Hauswand aufwärts schweifen, ob sie jemand am Fenster entdecken konnte. Was sie sich davon erhoffte, war ihr in dem Moment selbst nicht klar.


  • Cossus Geminius Veranianus - Vera


    Vera warf zufällig einen Blick aus dem Fenster und blickte auf ein Weib was in der Straße und vor dem Haus nichts zu suchen hatte. Wer ist das und was will die hier? Ein Auftrag? Zu den Schwarzen gehört sie nicht, überlegte er. Vielleicht hat sie gefallen an einem der Jungs gefunden. Dann muss ich es wohl rauskriegen. Er setzte ein harmloses Lächeln auf und trat vor die Türe. „Suchst du etwas oder einen? Oder wolltest du dich anmelden?“ Immerhin wäre sie eine willkommene Abwechslung, stellte er bei näherer Betrachtung fest.

  • Lala fühlte sich ertappt, doch der Mann war alles andere als unfreundlich, und so atmete sie erleichtert auf. Beschwichtigend hob sie eine Hand und winkte ab. "Nein, ich dachte nur.. " Ja, was dachte sie eigentlich? Sie hätte einfach weitergehen sollen, so schnell wie möglich, nur weg von diesem Ort. Doch etwas hielt sie zurück. "Anmelden?" Er hatte sie neugierig gemacht, obwohl sie das Treiben vor der Tür eher abschreckte. "Wofür denn anmelden?" Es war ja offensichtlich, was in dem Haus vor sich ging. Und dafür würde sich sicher niemand anmelden wollen.


  • Cossus Geminius Veranianus - Vera


    „Komm doch rein“, lud er sie ein, dann erst wurde ihm bewusst was sie vermutete. „Ach du meinst hier wäre....wegen ihr“. Mit dem Kopf zu Thierza weisend, lachte er kurz auf. „Nein hier ist kein Lupanar, dass ist nur eine Sklavin, der Gehorsam bei gebracht wird. Hier ist eine Schule, ich dachte du wüsstest das.“ Wieder musterte Vera sie fragend. „Du bist nicht einfach so vorbei gekommen. Stimmst? Was führte dich wirklich hierher?“
    Seine Gesichtszüge wurden härter, alle Freundlichkeit war aus seinem Gesicht gewichen. Mit zusammengekniffenen Augen schaute er sie an, trat auf die Straße und stellte sich dicht vor sie, eine Hand an die Hauswand gestützt.WAS also?“ Grollend, wie ein fernes Gewitter, war der Klang seiner Stimme.

  • Eine Schule? Hier? Ihr Blick ging zu der Sklavin, die noch immer dieses keuchende Scheusal ertragen musste. Wenn das eine Bestrafung war, wollte sie nicht wissen, wie er mit den Schülern umging. Und schon gar nicht wollte sie herausfinden, was er mit ihr machen würde, wenn er die Wahrheit herausfinden sollte. Da war eine kleine Notlüge die bessere Alternative. Noch bevor sie jedoch antworten konnte, kam er auf sie zu. Keinen Moment ließ sie ihn aus den Augen, dann konnte sie seinen Atem auf ihrem Gesicht spüren. Trotz der drohenden Geste, blieb sie äußerlich ruhig, auch wenn ihre Knie drohten, unter ihr einzuknicken. In der Garküche hatte sie gelernt, wie man mit solchen Kerlen umging. Nur war es dort ihr Revier, hier war es seins und sie hatte keine Ahnung, wie sie hier wieder heil herauskommen sollte.


    Ohne seinem Blick auszuweichen, versuchte sie, Ordnung in ihr Gedankenchaos zu bekommen. "Ich kam hier wirklich nur zufällig vorbei. Allerdings muss ich gestehen, dass ich doch jemanden suche." Um ihm ein wenig das schüchterne, verliebte Mädchen vorzuspielen, senkte sie bei den folgenden Worten den Blick. "Vor einiger Zeit habe ich einen hübschen Jungen gesehen und ich glaube, er ist in dieses Haus gegangen. Ich hatte gehofft, ihn irgendwie wiederzusehen." Lala zuckte mit den Schultern und hob dann wieder die Augen, die ihn nun treuherzig anblickten. "Vielleicht geht er ja hier zur Schule? Was ist das denn für eine Schule?" Ihr war klar, dass es keine normale Schule war, das musste er aber nicht wissen. So spielte sie weiter das naive Ding.


  • Cossus Geminius Veranianus - Vera


    Aufmerksam hörte Vera der Fremden zu. Ach schau an, da hat wohl Gemi doch nicht aufgepasst. Na den kauf ich mir. Doch wer ist sie? Wurde sie von den Schwarzen eingesetzt oder will sie ihn erpressen? Seine Gedanken wirbelten nur so herum. Sie konnte ihnen gefährlich werden. Die Andren sind im Lupanar und mit den Neulingen kann ich noch nichts anfangen. Wenn ich sie gehen lasse quatscht sie womöglich. Ich muss sie ins Haus schaffen.
    „So du kleines Miststück nun hör mir gut zu. Du wirst jetzt keine Dummheiten machen und langsam vor mir her ins Haus gehen. Einen Ton oder eine falsche Bewegung von dir und du bist Fischfutter“.
    Zischend hatte er seine Drohungen in ihr Ohr gestoßen. „Jetzt drehst du dich um und gehst vor mir her, ohne einen Laut von dir zu geben durch die Türe ins Haus.“ Vera wusste genau hier würde es keinen stören wenn eine Frau schrie. Eher im Gegenteil, es kamen noch Kommentare wie, mach schon zeige es ihr oder ja richtig, so lieben sie es. Er wollte trotzdem kein großes Aufsehen, er wollte nur wissen was hinter ihrem Erscheinen hier steckte.

  • Seine Drohung verfehlte ihre Wirkung nicht. Doch sie war nicht blöd und wußte, wenn sie jetzt in dieses Haus ging, käme sie nie wieder heraus. Das naive Mädchen war also die falsche Entscheidung gewesen. So leicht ließ sie sich jedoch nicht einschüchtern. Sie kannte diese Gegend, also überlegte sie, wie sie hier am schnellsten herauskommen würde. Blieb noch dieser Kerl, der drohend über ihr stand. Er war stark und wenn sie nicht schnell genug war, hätte er keine Schwierikeiten, sie ins Haus zu zerren. Hatte sie eine Wahl? Ihr Blick war der einer eingeschüchterten jungen Frau und sie drehte sich Richtung Tür. Doch nach dem ersten Schritt duckte sie sich unter seinem Arm hindurch und rannte los. Dabei ließ sie den Korb los, der ihm dadurch direkt vor die Füße fallen musste. Blöd, denn darin befand sich alles, was die Frauen in ihrem Hinterzimmer benötigten und das war nicht billig gewesen. Trotzdem verschwendete sie daran gerade keinen Gedanken, sie rannte um ihr Leben.

  • Geminius Veranianus war im ersten Augenblick so verblüfft, dass es einen Moment dauerte ehe er reagierte. Er drehte sich in ihre Laufrichtung und wollte ihr hinterher laufen, geriet aber ins stolpern über den Korb und dessen Inhalt. Er versuchte den Sturz zu verhindern, schaffte es für einen Lidschlag, stolperte dann aber doch weiter und merkte wie er sich unweigerlich dann doch dem Boden näherte und letztendlich zu Fall kam. Seine Arme hatte er ausgestreckt und minderte so mit seinen Händen den Aufprall.
    Alles ging so schnell, dass sein Gedanke, du musst sie aufhalten, verzögert zu ihm vordrang. Noch ehe er sich aufrappelte, stieß er einen Pfiff aus. Gleich danach erschienen vier Burschen aus dem Haus und starrten ihn verwundert an, als er sich gerade wieder hingestellt hatte und seine aufgeschürften Hände rieb. „Ihr müsst sie aufhalten, ein Mädchen, eine junge Frau, sie lief dort entlang. Sie wir euch auffallen, eine flüchtende schaut sich immer wieder um daran erkennt ihr sie. Lauft schon!" Sie liefen los und er rief ihnen noch hinterher, dunkelblonde Haare hat sie!“
    Erst jetzt sah er, wie für seine Umgebung die Zeit stehen geblieben war und alle ihn anstarrten. „Was?“ raunzte er sie an. „Und du kommst mit rein,“ fuhr er Thierza wütend an und zerrte an ihren Ketten rum ehe er sie gelöst hatte. Im Türrahmen drehte er sich um. „Verschwindet, es gibt nichts mehr zu sehen“, blaffte er zur Straße und knallte die Türe zu. „Du machst, dass du ins Bad kommst! Du siehst echt zum kotzen aus. Mach schon! Glotz mich nicht so an!“

  • Keuchend wälzte sich der Kerl von ihr herunter und Thierza rollte sich wieder eng an die Tür, als könnte sie dort Schutz finden. Doch da wurde schon wieder an ihren Ketten gezogen, die tief in ihren Hals schnitten. Verschwindet... hörte sie Vera schreien und der Alte raffte seine Tunika und beeilte sich, davonzukommen. Thierza starrte Vera an, der sie nach drinnen zerrte. Sie hatte nichts von dem Vorfall mitbekommen und verstand nicht, worum es ging. Als die Tür ins Schloss fiel, zuckte sie zusammen. Nun war sie wieder Vera allein ausgeliefert.


    Den Blick gesenkt, wie er es verlangte, ging sie Richtung Bad. Wie sie aussah, war ihr schon lange nicht mehr wichtig. Wie kalt ihr war, spürte sie aber, als sie in das warme Wasser eintauchte. Es tat so unglaublich gut, auch wenn sie immer noch fröstelte. Die Stille, als sie untertauchte, um die Haare auszuwaschen, genoss sie so lange, bis es schmerzte und sie lautstark nach Luft schnappen musste. Nach Atem ringend, lehnte sie am Rand, bevor sie anfing, sich gründlich zu enthaaren. Kein Härchen zuviel zierte mehr ihren Körper. In der Überzeugung, Veras Ansprüchen zu genügen, stieg sie aus dem Wasser und trocknete sich ab. Miit letzter Kraft durchkämmte sie die nassen Haare, wischte sich die letzten Wassertropfen vom Gesicht und schleppte sich dann zurück an ihren Platz, den Vera ihr zugeteilt hatte. Zitternd rollte sie sich dort zusammen. Der Boden war kalt und schnell kühlte sie wieder aus. Ihr Hals schmerzte und immer wieder schüttelte es sie vor Kälte. Irgendwann wurde es besser, aber ihr Körper fühlte sich unnatürlich heiß an. Thierza bemerkte es nicht, sie wollte nur noch schlafen und schloss erschöpft die Augen.

  • Atemlos kam der kleine Falco in Veras Raum gestürzt.Ich hab sie! Ich weiß wo sie arbeitet! Immer noch keuschend strahlte er trotzdem seinen Lehrer an.
    „Ja und sag schon wo finde ich sie“, brummte Vera nicht ohne Zufriedenheit. Ich wusste doch aus dem wird was, dachte er. „Dann wirst du mich nachher dorthin führen.In einer der Garküchen ist sie“, kam es stolz von Falco.

  • Vulpis wieder in der Schule und erfuhr natürlich sofort von den Geschehnissen um Gemi, der vom Forum bis hierhin verfolgt worden war. Gut ließ sich erkennen wie Ärger Vulpis Gesicht verfinsterte, so etwas durfte einfach nicht geschehen. Da muss sofort was geschehen, dieses Weibsstück darf nicht reden. Vera du lässt dir von Falco den Weg zeigen. Da die anderen noch im Lupanar sind muss du mit Falco und den Dreien zurechtkommen. Die können die Eingänge und Fenster im Auge behalten während du sie in der Garküche besuchst.“


    Auf dem Weg zu seinem Cubiculum, sah er Thierzia in ihrer Ecke kauern. Er drehte sich zu Vera um und blaffte nur kurz, um die kümmer ich mich ab jetzt selber! An Thierzia gewandt kam, "komm mit!“
    In seinem Cubiculum, was mit einem Schreibtisch, zwei Clinen, zwei Sessel und einem Beistelltisch ausgestattet war, der Schlafbereich war mit einem Vorhang abgetrennt, wies er sie an sich auf einen Sessel zu setzen.
    „So nun werden wir beide uns einmal in aller Ruhe unterhalten. Du brauchst keine Angst vor mir zu haben, ich habe noch nie einen Menschen geschlagen, noch nicht einmal einen Sklaven. Erzähle mir von deinem Leben.“ Mit einen freundlichen Lächeln goss er stark verdünnten Wein in einen Becher und stellte ihn vor ihr auf dem kleinen Tisch ab.

  • Thierza folgte ihm, verängstigt und erschöpft. Sie sollte sich auf einen Sessel setzen, was sie auch brav tat. Lange hätte sie ohnehin nicht stehen können. Was die beiden vorhin geredet hatten, nahm sie auch kaum wahr. Nur, dass hier alle böse waren, das hatte sie schon mitbekommen. Auch, wie der Raum aussah, war ihr in diesem Moment völlig egal, sie sank in sich zusammen und lag mehr im Sessel, als sie saß. Ihr ganzer Körper glühte und alles tat weh. Und daran waren diesmal nicht nur die Männer schuld.


    Als er ihr etwas zu trinken brachte, stürzte sie sich fast darauf und trank den Becher in einem Zug fast leer. Ihr war, als würde sie von innen vertrocknen. Dann erst hörte sie ihm zu. Keine Angst? Nein, sie hatte keine Angst, sie fühlte schon lange nichts mehr. Selbst der Tod könnte sie nicht mehr schrecken, egal, wie grausam er daher käme. Er wollte also etwas von ihrem Leben hören? Fast hätte sie gelacht, doch sein Lächeln schien ungewohnt freundlich. Aber war es ehrlich? Thierza trank den Becher leer, bevor sie antwortete. "Mein Leben?" Ihre Stimme klang mehr wie ein Krächzen. "Mein Leben gibt es nicht mehr... " Die Männer in Ostia hatten angefangen, es zu stehlen, und die Männer hier hatten ihr den Rest genommen. Thierza war nicht mehr am Leben.

  • Langsam goß er noch einmal ihren Becher voll und musterte sie aufmerksam. Mit den Worten, „nun hör mir einmal gut zu“, stellte er den Becher vor ihr ab. „Es ist nun einmal wie es ist. Ich habe dich als Sklavin gekauft und bin nun einmal dein Besitzer. Ich habe gleich bemerkt, du bist noch nicht lange Sklavin, brauchte aber die Gewissheit, dass du auf jedes Wort, nein eher noch auf jeden Wink hin hörst. Gut es mag bessere Methoden geben eine Sklavin dahin zu bringen, aber ich habe es Vera übergeben dafür zu Sorgen. Jetzt will ich sehen ob er Erfolg hatte oder ich sehe mich gezwungen dich in die Hände eines anderen zu geben.“ Sie noch immer mit ihren Blicken fixierend rückte er eine Obstschale neben ihren Becher. „So nun noch einmal, erzähl mir von deinem Leben und wie du zur Sklavin wurdest. Ja und nimm dir von dem Obst.“
    Vulpis hoffte, warum auch immer, sie würde reden und er könne vernünftig planen. Vielleicht könnte er sie langsam an ihre Sachen heranführen oder sie sogar wie beim Einkauf gepant, dafür musste er aber sicher sein, dass er ihr trauen konnte.

  • Die Ansage war klar, doch könnte es schlimmer werden als hier, wenn er sie jemand anderem geben würde? Thierza nahm sich eine der Früchte, die besonders saftig aussahen und zuckte mit den Schultern. "Ich bin bei meinem Vater und meinem Bruder aufgewachsen, meine Mutter habe ich nie kennengelernt, sie starb bei meiner Geburt." Der Hals tat weh, sie legte ihre Hand an eine Seite. "Wir reisten durch viele Länder, lebten in Athen, in Alexandria..." Nun wurde ihr Durst wieder so schlimm, dass sie den nächsten Becher leerte. "Dann wollten wir nach Rom, weil hier die Kunst sehr geschätzt sein soll. Wir kamen bis Ostia, dort wurden wir überfallen und verschleppt." Thierza schluckte schwer. "Was aus meinem Vater und meinem Bruder wurde, weiß ich nicht." Eine Träne kullerte, kam aber nicht weit, denn sie wurde hastig weggewischt. Es war das Einzige, das sie noch am Leben hielt, die Sorge um ihre Familie. Stöhnend sackte sie ein wenig in sich zusammen. Der Kopf fing an zu dröhnen, und weil die Frucht sich kühl anfühlte, legte sie sie an die Stirn.

  • Fast wie ich es mir gedacht habe, überlegte Vulpis. Da wurde eine Familie ausgeraubt und auch noch versklavt. Natürlich wird die Tochter des Hauses nicht damit fertig, zumal wenn sie auch noch an üble Typen gerät. Wir haben es bestimmt nicht besser gemacht, eher ….lassen wir es. Vielleicht könnte ich sie für andere Sachen benutzen. So kreisten seine Gedanken während er da saß und sie beobachtete. Wir haben ihr ja echt übel mit gespielt.
    „Ich nehme an du hast eine gewisse Bildung? Sag mir was kannst du alles außer Tochter sein?“
    Scharf wurde sein Blick, ganz so, als ob er ihre Gedanken lesen wolle.

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