Einbestell zur Audienz

  • Die Kaiserin lauschte den Worten des Tribuns und umso länger er sprach umso entsetzter wurde ihr Gesichtsausdruck. „Der Kaiser? Kein echter Römer?“ murmelte sie verständnislos.
    Sie konnte es kaum fassen. Der Mann sprach weiter und nannte schließlich einen Namen.
    Nun war ihr Blick noch mehr als verständnislos. Forderte der Mann tatsächlich gerade die Absetzung des Tiberius und wollte dafür ihre Unterstützung? Was hatte der Mann vor und wollte er wirklich seinen Untergebenen mit in diese Sache reinziehen? Die Kaiserin sah zu dem Optio Octavius Maro. „Salve Optio Octavius. Bitte nimm Platz. Wenn du möchtest nimm dir auch einen Wein.“ Sagte sie zunächst, bevor sie sich wieder an den Tribun wandte.
    „Es ist gut, dass du damit zu mir gekommen bist.“ Die Stimme der Kaiserin war neutral und nichts sagend. „Du kannst dies natürlich auch beim Kaiser vorbringen.“ Sagte sie, nicht damit der Eindruck entstand, dass sie dem Kaiser etwas vorenthalten wollte.
    Nun aber ruhte ein strenger Blick auf dem Tribun. “Ich hoffe nur, dass dies hier nichts mit den Machtkämpfen der Einheiten untereinander zu tun hat?“ Ihr Ton wurde eine Spur schärfer. “Dem Kaiser würde es gar nicht behagen, wenn er davon erfahren, würde, dass seine beiden Einheiten hier in Rom sich in internen Machtkämpfen verlieren.“ Sagte sie und offenbarte damit, dass ihr das Kompetenzgerangel der Einheiten natürlich bekannt war. Sie nahm noch eine Schluck Wein bevor sie in einem leisen Tonfall, der nichts Gutes verhieß weitersprach.“Auf den Trecenarius wurde ein Attentat verübt. Ist dir darüber etwas bekannt?“ Fragte die Kaiserin nun, denn sie hatte gerade einen schrecklichen Verdacht, war dieser Mann hier zu ihr gekommen um den Verdacht von sich abzulenken? Hatte er etwas damit zu tun? “Du forderst doch gerade, dass der Trecenarius abgesetzt wird oder? Vielleicht hat dir schon jemand diesen Wunsch erfüllt. Er ringt gerademit dem Tod.“ Ein langer Blick ruhte auf dem Tribun, bevor sie sich nun an den Optio wandte. “Was kannst du mir zu dieser Sache sagen?“ Sie meinte natürlich die Sache mit dem was der Tiberius gesagt haben sollte, ließ dies aber bewusst offen und wartete nun die Reaktion des Optios ab.

  • Ein Attentat auf den Trecenarius? Maro hob die Braun. Nun. Wenn der Trecenarius so zeitig den Löffel abgeben sollte, würde das ihnen Einiges an Ärger ersparen.


    Er war dann aber doch überrascht, als die Augusta ihn persönlich ansprach.


    "Nun, ehrenwerte Kaiserin, ich kann bestätigen, dass die Worte so gefallen sind, wie es der Tribun geschildert hat. Es ist nun die Frage der Herrschenden, wie sie mit solchen... Ansichten ihres Geheimdienstoffizieres umgehen. Wenn du mich nach meiner Meinung fragst, würde ich sagen, dass es außer Frage steht, dass der Trecenarius ein hervorragender Kämpfer ist, wenn er sich von diesem schändlichen Attentat erholt.


    Er hat sich in Germania ausgezeichnet. Dennoch zeigte er bei diesem Treffen eine fehlende Balance in der Sache und war nicht in der Lage seine persönlichen und schändlichen Ansichten unterzuordnen. Dies alles wirft die Frage auf, ob Tiberius Verus an einem Ort besser aufgehoben wäre, der nicht dazu beschaffen ist, seine Loyalität zum Kaiser derart zu kompromittieren, wie es in diesem Treffen der Fall war. Aus einer solchen Kompromittierung des Trecenarius der Prätorianischen Garde könnte sich in Windeseile eine Gefahr für das Kaiserhaus selbst entwickeln. Ich muss dich nicht daran erinnern, Erhabene, dass die Prätorianische Garde ein zweischneidiges Schwert ist, das nicht nur durch den Kaiser geführt werden kann. Eine faktische Beobachtung. Keine Eifersüchtelei zwischen Stadteinheiten, auch wenn es von außen vielleicht so aussehen mag. Daher war es stets die Praxis, dass an die Trecenarii stets und mit aller Konsequenz nur die allerhöchsten Maßstäbe angelegt werden mussten.


    Als Soldat kann ich zu den Worten des Tribuns hinzufügend dem Kaiserhaus lediglich die äußerste Vorsicht ans Herz legen. Wir tun damit unsere Pflicht als loyale Soldaten des Kaisers. Alles andere wäre schändlich und pflichtvergessen von uns."

  • Die Augusta ließ den Optio reden. Hörte aufmerksam zu. Seine Bestätigung des Gesagten fiel kurz aus. Der gesamte Konzens des Gespräches, in den die Äußerungen gefallen waren, blieb ihr verschlossen. Sie wollte genau wissen auf was sich die Worte bezogen, in welchen Zusammenhang sie standen. Es musste einen Grund oder eine Ursache für die Worte des Trecenarius geben.
    Ja es musste einen Grund geben, bisher hat sie der Tiberius immer als loyal erwiesen. Und er genoss ihr besonderes vertrauen. Nicht umsonst hatte sie gerade diesen Mann beauftragt dem Caesar hinter herzu spionieren, ob dieser denn seien Aufgabe überhaupt gewachsen war. Oder ob er in Persien eigenen Zeile verfolgte. Ja der Tiberius war für die Kaiserin wichtig.
    Entfremdet hörte sie auf das was folgte. Wollte er ihr damit sagen, der Kaiser wäre blind für das was um ihn herum geschah? Der Mordanschlag auf den Trecenarius und das Vorsprechen des Tribun. Das fiel, wie überraschend, alles zusammen.
    Sie musste ganz genau wissen was dieses Gespräch beinhaltete. Bevor sie etwas unternahm. „In welchem Zusammenhang standen seine Äußerung zum Inhalt des Gespräches? Solche Beleidigungen greift man nicht einfach aus der Luft.“ Ein andere Frage beschäftigte sie. „Da ihr ausreichend Zeit habt euch mit Staatsgeschäften zu befassen. Scheint der Mord an dem Senator aufgeklärt?“ Fragend sah sie in die Runde. Schließlich ging es hier um die Sicherheit nicht nur der Senatoren sondern auch um die ihre und um die des Kaisers.

  • Die Reaktion der Augusta gefiel Lucius gar nicht - anstatt hier als Denunziant aufzutreten, fühlte er sich jetzt fast wie ein Angeklagter: Sie unterstellte ihm interne Machtkämpfe und schien es sogar für möglich zu halten, dass er versucht hatte, den Tiberier umzulegen! Das ganze Gespräch schien von vornherein komplett in die falsche Richtung zu laufen!
    Daran konnte Maros umfangreicher Kommentar, der hervorragend die Position des Petroniers unterstrich - der Octavier war ein loyaler Untergebener! - , offensichtlich nichts ändern. Auch wenn er nicht sonderlich empathisch war, spürte er doch eine gewisse Feindseligkeit der Kaiserin! 'Da ihr ausreichend Zeit habt euch mit Staatsgeschäften zu befassen'... - er hätte sich doch direkt an den Kaiser wenden sollen!


    Jetzt hieß es, die Situation zu retten - denn die Vorwürfe der Augusta waren völlig ungerechtfertigt! Aber wie sollte er das dieser arroganten Schnepfe klar machen?
    Der Tribun atmete tief durch.
    "Der Mord an einem Senator ist ein Staatsgeschäft, das nicht in unseren Zuständigkeitsbereich fällt. Tiberius Verus hat diesen Fall selbst übernommen."
    erklärte er dann so ruhig, wie es ihm möglich war - wobei es ihm nicht ganz gelang, die Anspannung aus seiner Stimme zu verbannen.
    "Vom dem Anschlag auf ihn habe ich auch gehört, aber meine Anzeige hat natürlich nichts damit zu tun."
    Dass er nichts mit dem Mord selbst zu tun hatte, schien Lucius nicht erwähnenswert - denn erstens war es völlig irrational, wegen seiner Meinungsverschiedenheit einen Mord zu begehen, zweitens wäre es noch viel irrationaler gewesen, so einen Mord zuzugeben!
    "Dieser Anschlag ist tragisch, aber es erscheint mir sinnlos, deshalb diese gefährlichen Behauptungen zu verschweigen."
    Er machte eine kurze Pause, um die letzte Frage der Augusta so zu beantworten, dass die Tragweite von Verus' Worten deutlich wurde:
    "Die Beleidigung des Kaisers erfolgten wie gesagt im Zuge der Untersuchungskommission, namentlich in Anwesenheit des Consul, der Consulare Decimus Livianus und Purgitius Macer und einiger anderer wichtiger Persönlichkeiten. Konkret entlud sich diese Beschimpfung an der Befragung der ehemaligen Procuratrix deines Gatten, Sergia Fausta. Tiberius Verus kritisierte nicht nur den Umstand, dass der Kaiser sie beschäftigt hatte. In ihrer Anwesenheit - er beleidigte also auch eine Eques Imperii - begann er darüber zu schimpfen, dass Frauen generell unfähig wären und zu selbstsüchtig, arrogant und verantwortungslos wären, um irgendwelche Ämter zu nehmen. Dass der Kaiser also der Tradition seiner Vorgänger folgte, und Frauen zu Equites bestellte und in seiner privaten Verwaltung einsetzte, wäre eine Beleidigung des Mos Maiorum machten es einem aufrechten Römer schwer, ihm zu folgen."
    Er sah erwartungsvoll zu der jungen Frau, die dafür bekannt war, dass sie auch mal etwas unkonventionell war - solche Beleidigungen gegen ihr Geschlecht konnten ihr unmöglich egal sein!
    "Das ist in meinen Ohren geradezu ein Aufruf zur Rebellion gegen deinen Gatten. Deshalb konnte ich unmöglich die Füße still halten, selbst wenn er vorerst außer Gefecht ist."

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  • Die Kaiserin lauschte den Worte und machte sich hier und da Notizen. „Bei der Kommission des Claudiers, sagtest du? Ich werde die nötigen Schritte einleiten lassen, damit das genauestens untersucht wird. Wenn es so viele Zeugen gibt, dann denke ich bekommen wir ein klares Bild. Ich danke dir.. und dir natürlich auch Optio. Für die offenen Worte. Der Kaiser wird es euch danken. Ich werde ihn davon unterrichten“ Sagte die Kaiserin, nachdem sie sich nun alles notiert hatte.
    Sie würde natürlich noch nicht den Kaiser damit belästigen. Sie würde aber eigene Leute beauftrage die Ermittlungen einleiteten und den Tiberius, wenn den nötig etwas an die Leine legen. Aber die Kaiserin hatte kein Interesse an einer Absetzung des Mannes, nicht nachdem sie ihn quasi auf ihre Seite gebracht hatte. „Ich freue mich, dass wir so kaisertreue Männer wie euch in unseren Reihen wissen. Ihr werdet es beide noch weit bringen.“ Vielleicht bis in den Tiber, wenn die Falschen von diesem Gespräch erfuhren. „Ich bin mir sicher, dass mein Mann sich, wenn die Zeit gekommen ist, an eure Ehrlichkeit und Treue erinnern wird.“ War nicht irgendein Posten in einer entfernten Provinz zu besetzen, den der Petronius wahrnehmen konnte? Und der Optio? Würde sich in Germanien doch bestimmt auch gut machen? Die Kaiserin sah die beiden Männer nun fragend an. Es konnte ja sein, dass sie noch etwas ausführen wollten.

  • Maro neigte leicht den Kopf.


    "Wir sind dir für deine Weitsicht dankbar, Erhabene. Es ist gut, diese Informationen in den verantwortungsvollsten Händen zu wissen. Denn es sind gefährliche Zeiten für das Kaiserhaus und die Bedrohungen vielfältig. Wir sind zuversichtlich, dass es das Risiko, das wir allein mit dieser Nachricht für euch aufgenommen haben, wert war. Die Situationen der Hauptstadt verlangen wie immer euer größte Umsicht und Fingerspitzengefühl und wir werden zu den Göttern beten, dass sie eure Stärke und Entschlossenheit beständig erhalten mögen."


    Irgendwas war hier faul. Die Haltung der Kaiserin war von überaus skeptisch zu salbungsvoll innerhalb weniger Momente gewechselt. Aber sie hatte nun die Würfel in der Hand. Wenn sie diesen Streich verbockte und der Tribun und er kompromittiert würden, würde das die Aufdeckung von Verschwörungen auf unbestimmte Zeit erheblich erschweren. Wer würde dann noch so halsbrecherisch sein und die Sache anzeigen?
    Oder sie könnte offenen Krieg zwischen den Stadteinheiten auslösen. Aber solche Überlegungen mussten sie voraussetzen.


    Die Kaiserin war nicht dumm. Wenn doch, dann möge Mars ihnen beistehen. Und dem Kaiserhaus.


    Für den Fall würden sie Vorkehrungen treffen müssen.

  • Lucius war noch nie besonders gut darin gewesen, Schauspielerei zu enttarnen - er nahm also tatsächlich an, dass er sie überzeugt hatte oder ihr Misstrauen gegen einen Oberspitzel größer war als gegen dessen Denunzianten.
    "Ich danke dir ebenfalls. Wir hoffen, damit dem Kaiserhaus einen Dienst geleistet zu haben."
    Solche Ergebenheitsrhetorik war immer gut - vielleicht war das hier ja tatsächlich ein Karriereschub!

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  • Die Kaiserin nickt huldvoll bei den Worten. „Und ich danke euch nochmals für euren offenen Worte. Ihr habe dem Kaiser einen großen Dienst erwiesen.“ Sagte sie. „Die Götter mögen euch stets beschützen, tapfere gute Männer braucht das Imperium. Und Tribun, du solltest die Treue deines Optios belohnen.“ Sagte sie und blickte zu dem Octavier. „Loyalität, die nicht nur dem eigenen Vorteil dient, sollte gepflegt werden. Ich hörte, dass einer der Centurionenposten bei eurer Einheit frei ist. Wäre er da nicht der richtige Mann?“ Sagte die Kaiserin, denn auch wenn ihr nicht gefiel, was die Männer vorgetragen hatten, so sollte wenigstens die Treue des Mannes zu seinem Vorgesetzt belohnt werden. „Und ich denken, wenn der Posten der nächste Stufe frei wird für dich Tribun, dann wird man sich auch an deine Treue erinnern. Ich werde es auf jeden Fall und würde eine Beförderung auch jederzeit unterstützen. Lass es mich also wissen, wenn du einen Empfelung brauchst.“ Sagte die Augusta. „Ich danke euch für eurer Kommen und hoffe, dass ihr dem Reich weiterhin so treu dient.“







    Sim-Off:

    Sorry das ich das hier so abwürge, aber ich bin ja bald auf Reisen

  • Seine Rechnung ging scheinbar gleich doppelt auf - die Augusta war dankbar und Verus erlitt Schaden! Er hielt es zwar für hochgradig unrealistisch, dass sie etwas über die Centurionenposten wusste, aber so oder so war das wohl eindeutig eine Aufforderung, den Octavier zu belohnen.
    "Ich danke dir! Cornicularius Octavius wird zur Beförderung vorgeschlagen werden!"
    Das war vielleicht sowieso praktisch - irgendwie würde Maro diese Beförderung ja auch ihm verdanken! Vielleicht sollte er ihm anbieten, ihn als Klient aufzunehmen...

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