​praehistoria - iter mārci rōmam (Vorgeschichte - die Reise des Mārcus nach Rom)

  • caput prīmum

    Gādēs Malacam

    Gut über 2 Tage dauerte die Fahrt von Gādēs nach Malaca, so das er in der letzten Hälfte des lichten 3ten Tages im Hafen der Stadt von Bord gehen konnte. Zeit für ein Bad verblieb nicht. Sobald der Ladevorgang abgeschlossen ist würde es weiter gehen, ob er nun an Bord sei oder nicht, da hatte der gubernātor (Steuermann) des Handelsschiffes mehr als deutlich drauf hingewiesen.


    Es reichte grade so für einen Schwenk in eine caupōna im Hafen zur Stärkung. Mit einem kleinen Lederschlauch voll Mulsum und einem Laib Brot unter dem Arm geklemmt, bestieg er erneut das Schiff, murmelte eine kurze Grußformel einem der Besatzungsmitglieder zu, um als Dank einen Ballen Stoff in den Rücke gedrückt zu bekommen, da er nicht schnell genug war, den Platz frei zu machen.


    Könnte es schlimmer kommen?


    Malaca Carthāginem Novam


    Die Fahrt von Malaca nach Carthago Nova dauerte gute 2 Tage. Das Wetter war für die Jahrezeit entsprechend gut und die küstennahe Fahrt hatte zumindest den Vorteil wenigsten die Küstenlinie und so auch den ein und auch anderen Seevogel erblicken zu können. Um genau zu sein, wünschte sich Mārcus, die Besatzung würde mehr im Verhalten der Vögel entsprechen und weniger durch unflätiges und dispektierliches Verhalten glänzen. Und die nahe Küstenlinie ließ zumindest die vage Hoffnung erhalten, falls das Schiff sich entschließen sollte sich von Neptūnus umarmt zu lassen, wenigstens an Land schwimmen zu können.

    Schwimmen konnte er ja. Schließlich ist er mit seinen beiden Brüdern häufig im Meer schwimmen gewesen und wieder gekommen.


    Kurz vor der Einfahrt in den Hafen von Carthago Nova schien es, als wollte Neptūnus die Gemütslage des Mārcus heben, wurde doch der gubernātor durch einen wohlplatzierten Treffer eines Vogelschieß bedacht. Mārcus mußte grinsen und seine Laune stieg deutlich an.

    Carthago Nova konnte kommen.

  • Carthago Nova


    Es herrschte reges und geschäftiges Treiben im Hafen der Stadt. Händler und Seefahrer verwandelten neben den hier wohnenden Bürgen und Reisenden die Straßen und Hafenanlagen.

    „Meretrīcis Filius“ schimpfte ein Mann einen dreckig aussehenden Jungen an, der ihm anscheinend seine Bekleidung mit Abwasser aus der Straßenrinne beschmutzt hatte. Die Reinigung konnte schon kostspieliger werden. Und so flog nicht nur die Beschimpfung durch den Raum sondern auch auch schallende Backpfeife folgte darauf, was den Jungen aufschreien ließ. Bevor das Ganze jedoch zu einem nicht ungewöhnlichen Menschenauflauf und Handgemenge ausartete, wurde der Junge von hinten
    von einer Frauenhand an seiner Tunica packend und unter Abhandlungen von Triaden fortgezogen.


    Mārcus eilte schnell zu einer caupōna unweit des Kais, wo sein Schiff fest vertäut lag und in hektischem Treiben Waren ausspuckte und neue aufnahm. Davor, wie immer, die üblichen Gespräche über Bezahlung, Bruch, Menge, Flüche und Beschimpfungen.

    Seevögel trieben im Hafen ihren Schabernack und vor der caupōna bot ein junges Ding grell geschminkt und sehr leicht bekleidet die Verzückungen ihres Körpers an. Reisende als bevorzugte Zielbegierde, jene armen alleingelassenen Männer, und auch Frauen, die doch dringend der zärtlichen Umarmung einer jungen Venusanhängerin bedürfen.

    Jedenfalls stellte sie sich so Mārcus vor – Anhängerin der Venus.

    Die Aufmachung und Verhalten ließen Mārcus mehr als nur zweifeln und ihre Ausprache war östlich angehaucht. Im Grunde wäre er ja derartiger Kurzweil nicht abgeneigt, zumal man über die 4 asses nicht klagen konnte. Doch war er ans Schiff gebunden und die strengen und beobachtenden Augen ein verschroben wirkenden Mannes mit phrygischer Kopfbedeckung, der das Ding, und so auch nun ihn, scharf beobachtete, versprach ihm eher Ärger denn Entspannung und ließ sie auf das reduzieren, was sie anscheinend war:

    eine Sache, zwar eine sprechende und recht gutaussehende, aber dennoch eine Sache.

    Mit freundlichen aber bestimmten Worten wies er sie ab und betrat die caupōna, um sich einzudecken.


    Mit neuer Reiseverpflegung ging er zurück und begab sich zu seinem Platz. Er wollte etwas kosten, was er sonst so nicht findet, das Mālum Persicum (Pfirsich). Er hoffte, das viele Geld war das Obst wert.


    Carthago Nova Diānium Saguntum


    Nachdem das Schiff die Hafenausfahrt passiert hatte, ging es weiter nach Diānium, knapp über eine Tagesreise entfernt. Das mūnicipium war auch ein Flottenstützpunkt und Mārcus hatte nicht wirklich Lust und Laue sich diesem Ort auszusetzen und war froh, als es endliche weiter ging Richtung Saguntum, einen halben Tag entfernt. Er hatte schon Geschichten über diese Stadt gehört.

  • Saguntum - prīma pars (*1)

    Mārcus stand an Deck des Schiffes und blickte Richtung Hafeneinfahrt. Eine leichte Brise, aus Osten vom Meer kommend, spielte mit seinen Haaren und mit 17 Grad war auch die Temperatur angenehm zu ertragen. Es waren zahlreiche Schiffe im Hafen zu erkennen, und das Stimmgewirr der dortigen Menschenansammlungen schien sich schon von Ferne anzudeuten, Schließlich war Saguntum eine sehr wohlhabende Handelsstadt. Wie bei eigentlich jeder Hafenstadt waren auch hier erneut eine große Schar Seevögel unterwegs und erfüllten die Luft mit ihrem Geschrei.


    Keine 60 pedes (Fuß) entfernt schwammen zwei Jungen neben einem kleinen Boot, während ein ältere Mann in diesem stehend lautstarke Verwünschungen den beiden entgegenschleuderte. Anscheinend haben die beiden, die jetzt lachend sich dem Boot schwimmend näherten, zuvor Unsinn angestellt. Mārcus beobachtete die Szene noch einen Augenblick und sah, wie die beiden sich wieder ins Boot zogen. Er fand es doch noch zu frisch, um im Meer zu schwimmen, obwohl er das dringende Bedürfnis hatte, sich frisch zu machen. Die ganze Zeit schon unterwegs.


    Hui! Male olēs Cōnservātor.“(*2), rief ihm ein Seemann zu, bevor er einen Klapps auf seine rechte Schulter vom Sprecher bekam. Mārcus schüttelte sich die Hand von der Schulter und versuchte den Vorfall zu ignorieren und flehte inständig zu den Göttern, in Saguntum ein Bad nehmen zu können. Noch war er auf diese Halunken von Besatzung angewiesen, aber er hatte gehörigen Respekt vor der offenen See. All die Geschichten von den Seevorfällen, die in jeder besseren und schlechteren caupōna (Schenke, Wirtshaus) einer Hafenstadt zum Besten gegeben werden, haben ihn daran gehindert, einen direkteren Seeweg zu nutzen. Und über Land wäre die Wegstrecke noch um einiges länger ausgefallen. Er atmete langsam aus.

    "Warte nur ab.", dachte er sich. Instinktiv achtete er mehr auf seinen Geldbeutel, der an seinem Gürtel hing.


    Das Schiff hatte mittlerweile die Einfahrt des Hafens passiert und er bemerkte Kinder auf der einen Seite am Ende der Mole, die den vorbeifahrenden Schiffen zuwinkten. Mit jedem passus (Schritt) mehr nahm auch die Lautstärke des Stimmengewirrs zu und man konnte schon viele Menschen unterscheiden. Cōnservātor!, wir bleiben hier für einen halben Tag liegen. Doch spätestens zur 10ten Stunde (17 Uhr) legen wir hier wieder ab. Wenn du nicht wieder an Bord bist, dein Problem. wurde Mārcus unsanft aus seinen Beobachtungen gerissen.


    Und nun war es soweit. Das Schiff berührte mit seiner Bordwand den Kai, so dass ein Zittern das ganze Schiff durchfuhr und Mārcus instinktiv sein Gleichgewicht ausglich. Zwei Seeleute sprangen an Land und nahmen die zugeworfenen Taue auf, und vertäuten das Schiff an den Poldern.
    Unmittelbar veränderte sich die Szene, denn Hafenarbeiter, eine bunte Mischung aus servi, līberti und operārii (*3) näherte sich mit ihren Transportkarren dem Schiff. Es schien dringlichst erwartet worden zu sein. Oder die Eilenden waren äußerst arbeitssam. Doch all dies interessierte ihn in diesem Moment nicht.

    Mārcus sprang nur kurze Zeit nach den Seeleuten auf den Kai und begann im Treiben der Stadt unterzugehen. Er hatte 5 Stunden, die mußte er nutze


    Sim-Off:

    *1 : Saguntum - Erster Teil
    *2 : Hey! Du stinkst, Conservator.

    *3 : Sklaven, Freigelassenen und Arbeiter/Tagelöhner

  • Saguntum – secundis pars (*1)


    Er ließ den Portus Sagunti (*2) hinter sich, indem er der Straße in Richtung Forum folgte. Auch hier herrschte Leben und Betriebsamkeit und beide Straßenseiten waren eingesäumt mit Tabernae und Caupōnae.


    Es war nicht verwunderlich, dass die ersten Tabernae der Straße durch die Nähe zum Hafen von Piscātōres (*3) belegt waren. Hier lag ihr Tagesfang in Behältern zur Ansicht durch potentielle Kunden in der Auslage.Jedenfalls hoffte Mārcus, dass es sich um den Tagesfang handelt. Einer der Taberna Piscātōria (*4) wollte wohl auch verdeutlichen, dass es nur bei ihm frischen Fisch gab, da er lebende Fische in mit Meerwasser gefüllten Behältern zeigte, die dort hin und her zogen. Dem entsprechend hatte er auch seine Preise angeschlagen. Frische kostet halt mehr. Die sich dort den Fang ansehende und begutachtende Kundschaft war schon an ihrer Bekleidung anzusehen, dass sie die Preise nicht abschreckt. Viele hatten auch einen Sklaven oder Sklavin dabei, die bei erfolgreichem Handelsabschluß den Fisch aus den Meerwasser Behältern entnahmen und in einen Weidenrutenkorb legten.


    Mārcus ließ die Piscātōres (*3) hintersich liegen und folgte weiter der Straße. Er erblickte eine Taberna Unguentāria (*5), wo in kleinen Gefäßen unterschiedlichste Unguenta (*6), Sēplasia (*7) und Odores (*8) von einer Unguentāria (*9) feilgeboten wurden. Neben ihr befand sich eine Taberna Tōnsōris (*10) und in diese entschied sich Mārcus spontan einzutreten. Er fasste sich mit seiner linken Hand an sein Kinn und strich von dort links und rechts hoch, er brauchte wirklich dringend eine Rasur. Ein innerlicher Seufzer der Erleichterung entfuhr ihm, als er sah, dass es noch einen freien Platz gab. Mit etwas schnellerem Schritt steuerte er auf diesen zu, bevor noch irgendein anderer diesen belegte, und ließ sich nieder.


    Barbam mē tondē!(*11) und deutete dabei mit dem Zeigefinger seiner linken Hand in sein Gesicht.
    Ita statim, domine!(*12), kam die Antwort und ein Schatten huschte schnell zu ihm hin.


    Er spürte einen nassen warmen Stofflappen, der sich um sein Gesicht und Kinn legte und zwei Hände begannen nun durch den Lappen die Feuchtigkeit in sein Gesicht zu massieren. Mārcus kannte die Prozedur seit er das erste Mal rasiert wurde. So wurden die Barthaar weicher und leichter zu entfernen – vorausgesetzt die Rasierklinge war scharf genug dafür.

    Nach diesem Vorgang nahm er im Augenwinkel die Lichtreflexion von Metall war und nun blieb nur noch zu hoffen, dass der Barbier eine scharfe Klinge hatte. Er spürte, wie die Klinge angesetz wurde … und rssscht, neues Ansetzen … rssccht … rssccht … rssccht …. Ein letztes Mal entfernte das Rasiermesser seine Barthaare bevor erneut ein nasses, diesmal kühleres, Tuch auf sein Gesicht gelegt wurde. Dort verbleib es eine kurze Zeit und wurde im Anschluß entfernt. Mārcus strich sich mit der Linken über die Wange, den Hals und das Kinn und besah sich danach seine Hand. Er war zufrieden. Keine Spuren von Blut an den Fingern und das Gesicht war wieder ordentlich glatt. Er schmunzelte.


    Quanti hoc stat?(*13), fragte er den nun an seiner linken Seite stehenden Mann.
    Tres asses, domine.(*14) , antwortete dieser ihm.


    Mārcus ließ drei Asse in die offene und ausgestreckte Hand des Mannes fallen, stand auf und verließ den Laden wieder. Nach dieser Stunde Aufenthalt fühlte er sich fast schon wie neugeboren. Jetzt fehlte nur noch ein Bad und saubere Kleidung. Seine Laune begann sich wieder zu heben.



    Sim-Off:

    *1) secundis pars - Zweiter Teil
    *2) Portus Sagunti - Hafen von Saguntum
    *3) Piscātōres - die Fischer (piscātōr – der Fischer)
    *4) Taberna Piscātōria - Fischladen
    *5) Taberna Unguentāria - Salbenladen
    *6) Unguenta – Salböle, Fette (unguentum - Salböl, Fett)
    *7) Sēplasia – Salben (sēplasium - Salbe)
    *8) Odores - Parfüm
    *9) Unguentāria - Salbenhändlerin
    *10) Taberna Tōnsōris – Barbierstube, Friseurladen
    *11) Barbam mē tondē! - Rasiere mir den Bart!
    *12) Ita statim, domine! - Ja sofort, Herr!
    *13) Quanti hoc stat? - Wieviel kostet dass?
    *14) Tres asses, domine – Drei Asse, Herr.

  • Saguntum – finalis pars (*1)


    Als Mārcus durch den Eingang der Taberna Tōnsōris (*2) wieder auf die Straße nahm er seine ursprüngliche Rinchtung zum Forum wieder auf. Auf seinem Weg passierte er einen Vīnārius (*3) mit seiner Taberna der in verschiedenen Weinamphoren seine flüssige Ware lagerte. In seinem Lokal war ebenfalls ein Theke vorhanden. Ein typischer Einbau mit Öffnungen auf der Oberseite. Hier wurde der Wein aus seinen Amphoren in die Gefäße der Kunden durch ein Sieb abgefüllt. Dazu brauchte man nur seinen eigenen Behälter unter das Sieb halten, welches durch eine vorne eingelassene Öffnung zugänglich war. So konnten auch unterschiedliche gewürzte Weine zusammengestellt werden. Mārcus ließ den Vīnārius auf seiner Linken liegen lief weiter. Hier mal einer stehenden Gruppe schnatternder Frauen ausweichend, die sich über den neuesten Tratsch unterhielten und dort einem stark betrunkenem Mann, dessen Kumpel sich versuchte im schwankenden Zustand zu kümmern.


    An der Straße reihten sich die Geschäfte und er besah sich kurz die Auslage eines Faber Marmoris (*4), der neben seiner Tätigkeit in diesem Gewerk auch handlichere Angebote offerierte. Vielleicht würde er auf dem Rückweg hier noch einmal anhalten und etwas erwerben. Während er weiter seinem Ziel entgegen ging, fiel ihm eine Taberna eines Faber Ferrārius (*5) ins Auge, der anscheinend ein wohl sortiertes Sortiment an Haushaltswaren feilbot. Neben den üblichen Produkten, wie Ōllae (*6), Patinae (*7), Īnstrūmenta Ēscāria (*8), Cultri (*9) und Cultri Vēnātōrius (*10), bemerkte er auch Pūgiōnes (*11).

    Er bleib stehen, um genauer wahrzunehmen, ob es einen gibt, der für ihn in Frage kommen könnte, denn er hatte immer häufiger den Eindruck, sehr unbekümmert die Reise angetreten zu sein und zumindest eine eigene gewisse Wehrhaftigkeit kann nicht schaden. Zwei Stücke kam für Mārcus in die engere Auswahl. Der eine hatte sehr schöne Einlegearbeiten und einen versilberten Handgriff. Besonders das Haupt der Medūsa mittig der Scheide als Silbereinlage gefiel ihm besonders. Auf der anderen Seite würde dieser Pūgiō wohl für mehr Aufsehen sorgen und Probleme anziehen, denn abwehren. Er dachte kurz nach, seufzte leicht und entschied sich für den anderen, eigentlich zu schlichten. Dieser würde seinen Zweck erfüllen ohne Aufsehen zu erregen. Mārcus drückte das Geld dem Verkäufer in die Hand und steckte sich den Pūgiō in den Gürtel, bevor er von dannen ging.


    Er passierte auf seinem weiteren Weg noch zwei, drei Tabernae Sūtōrius (*12), und in ein Faber Tīgnārius (*13) war in seiner Taberna damit beschäftigt seine Kraft und Geschicklichkeit am Holz auszuprobieren, so genau hatte er nicht hingesehen. Er blieb kurz stehn ohne sich zu vergewissern, was hinter ihm vor sich ging, und prompt lief ihm eine Person von hinten in den Rücken.


    Stulte! Animum attende!(*14), sagte Mārcus, wobei er sich umdrehte und einen abgehetzten kleinen Jungen erblickte, der ihn verwirrt ansah, so, als ob er gerade aus seinen Gedanken gerissen worden wäre.


    Mē īgnōsce, domine! mea culpa. dēlīberābundus eram domine!(*15) und versuchte auf die Straße zu treten und so Mārcus auszuweichen. Mārcus packte den Jungen am Kragen seiner Tunica und zog ihn wieder auf den Gehsteig. So leicht wollte er ihn nun nicht davon kommen lassen.


    Jetzt pass mal gut auf, du Flegel. Danke den Göttern, dass ich ein nachsichtiger Mensch bin. Du wirst so noch in dein Unglück rennen.“ Er besah sich den Jungen von oben und unten. Er strotzte vor Dreck und wirkte verängstlich.


    Kommst du von hier?
    Ja, Herr. Ich bin hier geboren.

    So, so. Hier geboren und bald hier gestorben, bei deiner Achtsamkeit.

    Der Junge zuckte zusammen, sein Blick viel auf den Pūgiō, den er in Mārcus Gürtel stecken sah. Gleichzeitig dachte Mārcus kurz über seine Möglichkeiten nach. Seine Reise war bis jetzt weniger erbaulich als angenommen und es sind nun schon einige Tage vergangen. Da kann eine Menge passiert sein.


    Du bist dreckig wie ein wilder Esel! Hast du wenigstens Geschäftssinn in deinem Kopf oder haben dich die Göttern nicht nur mit Unachtsamkeit, sondern auch mit Blödheit gestraft?
    Der Junge war nun vollends verwirrt und starrte Mārcus mit großen Augen an.


    Ich bin schon länger unterwegs und meine Reise wird noch dauern, daher unterbreite ich, trotz deines Fehlverhaltens ein Angebot.“ fuhr er weiter fort.
    Der Junge führte intuitiv seine rechte Hand an seinen Hintern und rieb seine Pobacke, wobei er leicht sein Gesicht verzog.

    Mārcus bemerkte die Bewegung und Richtung des Jungen und mußte laut auflachen.


    Nein, nicht das. Suche dir dafür jemanden anderen. Ich schlage dir ein Tauschgeschäft vor. Du erzählst mir alle Neuigkeiten der letzten Tage, was alles vorgefallen ist und ob es Gerüchte, auch politischer Art, gibt und dafür zahle ich dir den Badbesuch. Ich brauche Gesellschaft und Kurzweil und im Moment bist du, Schutzfink, mir lieber als meine Reisebegleiter.
    Oh!? Herr … ich weiß nicht, ob ich alles mitbekommen habe.

    Gut, hören kannst du mich, bist also nicht taub. Dann wird schon das eine oder andere bei dir angekommen sein. So, und nun los, meine Zeit ist knapp bemessen.

    Damit packte Mārcus den Jungen erneut am Kragen und steuerte so mit ihm Richtung Bad, das seine Werbung an eine Häuserwand gekritzelt hatte.

    Am Eingang des bades entrichtete Mārcus für beide die Entgelte und es ging in den Umkleideraum Einige der anwesenden Besucher guckten die beiden Neuankömmlinge schräg an, ließen sie jedoch in Ruhe. Als beide sich ihrer Kleidung entledigt und in den über den Bänken angebrachten Regalkästen abgelegt hatten, betraten sie das Bad.




    Sim-Off:

    *1) finalis pars – Endteil
    *2) taberna tōnsōris – Barbierstube, Friseurladen
    *3) vīnārius - Weinhändler
    *4) faber marmoris – Marmorkünstler / -handwerker
    *5) faber ferrārius – Schmied
    *6) ōllae – Töpfe (ōlla - Topf)
    *7) patinae – Pfannen (patina - Pfanne)
    *8) īnstrūmenta ēscāria - Besteck
    *9) cultri – die Messer (culter – das Messer, Schlachtmesser)
    *10) cultri vēnātōrius – die Jagdmesser
    *11) pūgiōnes – Dolche (pūgiō – der Dolch)
    *12) Tabernae Sūtōrius - Schusterläden
    *13) Faber Tīgnārius - Zimmermann
    *14) stulte! animum attende! - Narr! Pass auf! (stultus – Narr / animum attendere - aufpassen)
    *15) Mē īgnōsce, domine! mea culpa. dēlīberābundus eram domine!
    Verzeih mir! Meine Schuld, ich war in Gedanken versunken, Herr!

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