• Während eines feststehenden Zeitfensters - gleich zu Tagesbeginn - wurde das Atrium regelmäßig für die Salutatio genutzt. Nur zu dieser Zeit und spät am Abend traf man den Hausherrn in der Villa Claudia an. Die engeren Klienten wurden hier vorgelassen, während andere all zu oft ihren Patron nicht zu sehen bekamen, aber vor der Porta mit Geschenken - zuweilen auch mit einer Einladung - bedacht wurden.

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  • Die Situation in der er sich gerade befand überforderte Frugi ein wenig. Er vermutete, dass viele der Anwesenden als Klienten oder Bittsteller hier waren. Unsicher schaute er sich um. Sollte er besser gehen oder eisern durchhalten? Wenn er jetzt ging würde er nie zu einem Ergebnis kommen. Er kannte die Arbeitszeiten und Termine des Praefecten und wusste, es konnte keinen besseren Zeitpunkt geben.

  • Als Menecrates Frugi entdeckte, fuhr ihm der Schreck in die Knochen. Sein Cornicularius suchte ihn noch vor Dienstbeginn auf, das konnte nur Schlechtes bedeuten. Da der Octavier die Ermittlungen im Fall der getöteten Vestalis Maxima leitete, musste diesbezüglich etwas von katastrophalem Ausmaß passiert sein, sonst hätte er abgewartet, bis Menecrates in der Castra eintraf. Der Claudier vermutete, dass Internas durchgesickert waren und Teile der Bevölkerung aufbegehrten, aber er brauchte Gewissheit. Offen sprechen konnten sie vor Anwesenden über den Fall nicht, daher ließ der Hausherr das Atrium umgehend räumen. Viele der Anwesenden zeigte sich überrascht. Sie wurden regelrecht aus der Villa gedrängt. Die Sklaven - ausnahmsweise wurden nicht sie getrieben, sondern sie drängten die Klienten zum Aufbruch - entschuldigten das Vorgehen mit prekären Nachrichten.

    Als sie allein im Atrium standen, winkte Menecrates Frugi heran. "Was ist passiert?", flüsterte er. Das verbliebene Personal durfte nichts mitbekommen.

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  • Der Schreck fuhr dem Octavier in seine Glieder, als er merkte, was er mit seiner Anwesenheit angerichtet hatte. Bestimmt hatte sein Verhalten mindestens eine Strafpredigt zur folge.

    Obwohl er noch nicht im Dienst war und privat hier war, nahm er sofort Haltung an. „Salve Praefectus Claudius“; kam mit ihm mit der
    gewohnten Grußgeste. „Bitte verzeih mein frühes erscheinen in deinem zu Hause. Ich komme in privater Angelegenheit und bin deshalb
    so früh hier. Mir tut leid das mein Erscheinen solch eine Unordnung in deinen Tagesablauf verursacht hat.
    “ Schuldbewusst senkte er
    seine Augen.

  • Während die Information vom Ohr zum Hirn wanderte, dort verarbeitet wurde und schließlich in ein erleichtertes Auspusten mündete, blickte Menecrates seinen Cornicularius verständnislos an. Erst nachdem der Druck wich, konnte er sich wieder rühren.

    "Meine Güte, Octavius!" Er strich sich imaginäre Schweißperlen von der Stirn. "Musst du mich so erschrecken?" Er grinste befreit und fügte an: "Wie soll dieser Tag enden, wenn er bereits so dramatisch beginnt?" Felsblöcke fielen von seiner Schulter. Er ging zu seiner Sitzecke und ließ sich in den Korbstuhl fallen. Anschließend winkte er Octavius mittels Kopfbewegung heran. "Komm, setz dich. Was gibt es denn?"

    Etwas Schlimmeres als ein Durchsickern im Vestalinnenmord konnte von Frugi nicht berichtet werden. Solange der Kaiser mit der Information nicht an die Öffentlichkeit trat, musste Menecrates sie säuberlich unter Verschluss halten - möglicherweise für immer, aber das stand noch nicht fest.

    Er hob die Brauen und zeigte sich gespannt. Was seine Klienten über den Rauswurf dachten, kam ihm derzeit noch nicht in den Sinn. Er stellte erst später fest, dass er am nächsten Tag einiges wiedergutmachen müsste.

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  • Erleichtert über die Reaktion von Claudius Menecrates entsetzte Frugi sich hin. „Nun wie gesagt es geht um eine private Angelegenheit. Da ich in Rom außer dem Centurio Octavius keine Verwandte habe und der ist glaube nicht der geeignete Ansprechpartner für mich. Außerdem hatte ich bisher auch noch nie Kontakt mit der Familie. Du schienst mir die geeignete Person mir zu helfen und die richtige Auskünfte zu geben. Nun weiß ich nur zu gut um dein Zeitproblem und die Fülle deiner Arbeit, trotzdem wäre ich dir für deine Hilfe dankbar.“

    Der Cornicularius war froh die Einleitung zum Thema so ohne zu häufiges herumgestottere geschafft zu haben. Er atmete noch einmal durch und fuhr fort.

    „Wie du sicher weiß kam Manius Octavius Gracchus zu Tode durch Erstickung während eines Krampfanfall, möglicherweise durch eine Vergiftung. Die Obduktion wurde von Miles Medicus Iunius Scato durchgeführt.Der Tote begleitete Octavia Romana als ihr Vormund zur Casa Octavia. Der ermittelnde Miles Germanicus Ferox ließ mich rufen, um mir den Tod des Octaviers mit zu teilen. Auch bat er mich, mich um die Octavia zu kümmern. Ich brachte sie zur Casa Octavia, doch es bleibt für mich die Frage, bin ich verpflichte mich um ihre Vormundschaft zu kümmern, sie gar zu übernehmen. Wenn ich dazu bereit wäre, wie müsste ich da vorgehen? Bisher war ich mir immer nur selber verpflichtet.“

    Jetzt war Frugi froh seine Fragen und sein Problem geantwortet zu haben.

  • Bei der Nennung des Centurio Ocatvius klingelte es nicht sofort, da Menecrates aber auf geklärten Sachverhalten bestand, hielt er sich eine Weile beim Nachdenken auf und hörte anfänglich kaum zu. Nachdenken und gleichzeitig zuhören lag außerhalb seiner Möglichkeiten. Er kombinierte: Octavier gab es viele, aber gleichzeitig Centurio sicher wenige. Er vollführte einige unnötige Schlenker über Magistrate, die er verwarf, Senatoren, die ihm als Octavier sofort einfielen, bis endlich der Sesterz fiel. Er schlug sich vor die Stirn, was Frugi vielleicht verwundern mochte, weil die Reaktion sicherlich nicht zu dessen Erklärungen passte.

    "Natürlich! Maro." Er schüttelte über sich selbst den Kopf und fügte murmelnd an: "Wie konnte ich den vergessen?" Wahrscheinlich lag es daran, weil er ihn überwiegend als Optio kannte.

    Wieder fiel der Name Octavius, ein Gracchus, aber dieses Mal lieferte Frugi die Erklärung zur Person gratis mit - angefangen vom obduzierenden Miles über den Ermittler und am Ende verstand Menecrates, dass sich die Problematik um die den Toten begleitende Octavia drehte.

    "Es existiert kein Gesetz, das dich oder jemand anderen zwangsweise zum Vormund bestellt oder für eine junge Frau einfordert. Ebenso wenig gibt es eine moralische Pflicht, sich als Tutor anzubieten." Er trank einen Schluck Wasser, das über den gesamten Tag im Atrium bereitstand, und bot Frugi mit einer Geste selbiges an. "Jede Familie kann die für sie passende Regelung unabhängig von gesellschaftlichen Zwängen finden."

    Er nahm nochmals einen Schluck und dachte nach. Frugi gehörte dem Militär an und durfte als Unteroffizier nicht heiraten. Tutor zu sein, sollte ihm jedoch niemand verwehren können, sofern er wollte. Gleichzeitig fiel Menecrates kein Präzedenzfall ein.


    "Wünscht sich die junge Frau, Romana hieß sie, denn einen Tutor? Die Frage wäre auch, wofür? Sollst du ihr Vermögen verwalten? Will sie jedes Mal bei Rechtsgeschäften deine Zustimmung einholen?" Die Medaille musste auch von der anderen Seite beleuchtet werden. "Willst denn diese Verantwortung gerne übernehmen?"

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  • Anfangs war Frugi noch zu aufgeregt um Menecrates zu beobachten. Er musste zu sehr auf sich selber achten. Er kannte seine Schwäche, sich manchmal, besonders bei Aufregungen, zu unklar aus zu drücken. Allmählich beruhigte er sich. „Aber ich fühle...“ wollte er einwenden, doch weiter sprach er nicht, denn der Claudier war noch
    nicht fertig. Er stellte Fragen, welche er nicht beantworten konnte.

    „Nein, dies alles kann ich nicht beantworten. Roman war zu erschöpft. Sie brauchte Ruhe und ich musste schnell zurück. Das müsste also zuerst abgeklärt werden“. Letztes kam nachdenklich. „Braucht aber eine Frau in ihrer Position nicht einen Vormund?“

    Jetzt nahm Frugi auch einen Schluck Wasser, er hatte noch mehr Fragen. „Ich habe da noch weitere Fragen. In der Castra hängt ein Aushang, der Leichnam des Octaviers kann abgeholt werden. Nun ist es ja so, wie ich schon erwähnte, ich kannte ihn nicht, trotzdem fühle ich mich irgendwie verpflichte mich darum zu kümmern. Es wäre wohl kaum angebracht sie einfach zur Casa Octavia zu karren und das war es dann. Nein, wenn möchte ich es schon ordentlich übernehmen. Die Frage ist nur, Erd- oder Feuerbestattung, ja und“, verlegen rieb sich Frugi seine Hände. Bestimmt hielte ihn der Preafectus jetzt für einen einfältigen Trottel. „Wie ist da der Weg hin? Bestimmt gibt
    es dazu Hinweise, Richtlinien oder ähnliches. In solch einer Situation war ich noch nie. Noch nie musste ich mich um solche Probleme des alltäglichen Lebens kümmern.“
    Bestimmt nerve ich jetzt mit meinem Gejammer. Besser wäre ich nie hier aufgekreuzt. Fast wäre er aufgesprungen, hätte sich entschuldigt und wäre los gerannt, doch das wäre auch nicht richtig gewesen. Bisher hatte er sich noch immer seinen Problemen gestellt.

  • Menecrates wunderte sich zwar ein wenig über die erneute Nachfrage, wo er doch die Variabilität der Lösung bereits herausgestellt hatte, aber er ließ es sich nicht anmerken. Stattdessen kam ihm der Verdacht, es könne sich bei der jungen Frau noch um ein Mädchen handeln.

    "Wie alt ist denn das Kind? Ist sie noch nicht zwölf, dann muss sie selbstverständlich unter eine Vormundschaft. Ist sie älter, dann hilft ein Tutor in vielerlei Hinsicht, aber wie gesagt, es gibt kein Gesetz, dass heutzutage Frauen als generell nicht geschäftsfähig betrachtet. Das ist ein Relikt der Vergangenheit, auch wenn uns nur wenige Jahre zwischen der heutigen und der traditionellen Handhabung trennen. Hängt die Familie den Traditionen an, oder will sie ein Zeichen nach außen in Richtung Wahrung der Traditionen setzen, dann bekommt eine Frau ohne Vater und ohne Ehemann auch heute noch einen Tutor. Um ehrlich zu sein, die Wahrung der traditionellen Frauenrolle ist mir an anderer Stelle sehr viel wichtiger als an dieser." Er fragte sich allerdings, ob eine Frau ohne Tutor die erste Stufe erklomm, um später ein Abbild dieser grausigen Sergia Fausta zu werden. In so einem Fall müsste eine klare Gesetzesgrundlage her. Menecrates wollte diese Thematik im Auge behalten.


    Es folgte weitere Fragen.

    "Octavius Gracchus sagt mir etwas. Das ist ein Magistrat, dessen Amtszeit wegen schlechter Amtsführung nicht anerkannt wurde. Der Mann zählt für mich als einfacher Bürger, er hat die Toga praetexta nicht verdient und sollte nach Ablauf der Aufbahrungszeit ohne viel Aufwand aus der Stadt getragen werden. Eine familiäre Prozession ist freilich gestattet. Vorher waschen und salben, aber das ist ja selbstverständlich. Vergesst die Münze nicht, damit er überfahren kann. Ihr müsst einen Verbrennungsplatz kaufen und du müsstest klären, ob deine Familie eine Parzelle oder ein Grabhaus besitzt." Menecrates wusste nur bei Kindern und Sklaven von Erdbestattungen. "Außerdem eine Urne. Natürlich gibt es auch feststehende Abläufe bei der Einäscherung." Er blickte fragend, weil er nicht annahm, dass er diese aufzählen sollte.

    Wichtig zu erwähnen, fand er aber das Folgende: "Falls du den Toten in eurer Casa beklagst, musst du dich ebenfalls reinigen, bevor du wieder in die Castra kommst. Alle gelten als unrein, die mit dem Toten in Berührung kamen."

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  • Innerlich rang Frugi mit den Händen. „Wie alt sie ist, kann ich nicht sagen. Sie schien mir aber aus dem Kindesalter herausgewachsen zu sein. Ob sie einen Tutor braucht kann sie dann wohl selber entscheiden.“

    Langsam wurde ihm die Situation peinlich. Bestimmt wäre er dem Praefecten schon lästig.

    "Für die Bestattungsvorbereitungen und für die Durchführung gibt es doch bestimmt Einrichtungen, die ich damit beauftragen kann. Ich bin ja bereit die Kosten zu übernehmen, daran teilnehmen muss ich ja wohl kaum er mehr zu sich selber.

    "Praefectus Claudius, ich danke dir für deine Hilfe und für deine Zeit, die du mir gegeben hast."

    Jetzt so im nach hinein betrachtet, fragte er sich, was ihn da wohl geritten hatte mit seinen Problemen hier auf zu tauchen.

  • Menecrates beschlichen Zweifel, ob das Resümee gut ausfiel, daher wiegte er den Kopf. "Frag sie und kläre außerdem für dich oder deine Familie, wie sehr ihr den Traditionen verbunden seid. Letztendlich spielt das die entscheidende Rolle."

    Auch in Bezug auf die Bestattung fiel ihm im letzten Moment noch ein wichtiger Hinweis ein.

    "Tja, also wenn eine Familie da ist, kümmert sich diese in der Regel auch um die Bestattung. Ich persönlich wäre sonst in Sorge, ob die Manen des Toten womöglich keine Ruhe finden. Aber mir kommt noch ein anderer Gedanke." Er hob den Zeigefinger, es hätte auch eine Kerze zur Erleuchtung sein können. "Manche Römer", er hüstelte, "viele Römer gehören Bestattungsvereinen an. Es besteht daher die Möglichkeit, dass dein Verwandter bereits Vorsorge getroffen und sowohl Gelder angespart als auch Abläufe im Voraus geplant hat. Da würde ich mich zunächst erkundigen."

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