Pompa für Aulus Aurelius Pinus

  • Magnus ward von Tacitus angesprochen, welcher ihm dankte. Er nickte freundlich und sagte dann.

    "Es war mir ein Bedürfnus zu helfen, Deine Einladung nehme ich gern an. Eventuell möchte sich Amytis, als nun Freie, sich uns anschließen und so etwas Konventionen erhaschen. Es sei denn , das es Dir unangenehm ist. Falls dem nicht so sei, bitte ich Dich sie ebenso einzuladen."

  • Amytis schüttelte den Kopf. "Ich habe nichts dagegen." Immerhin ging es ja nur um den Weg bis zum Forum. Dieser war nicht das Problem, aber nachdem sie ihren Dienst bei Yúnzi geleistet hätte, wäre sie in der Zukunft nun auf sich allein gestellt. Und was diese anging, schien es, als gäbe es einen vermeintlich einfachen Weg, der ihr aber nicht zusagte, da sie mit dem Aemilier leider ein paar Dinge verband, die vermutlich die schlechteste Seite aller Römer und Männer vereinte, oder den schweren, bei dem sie aber wirklich alleine wäre. Sie seufzte innerlich.

  • Sporus trottete der Herrschaft hinterher, als er plötzlich von einem Mann angesprochen wurde, der aus dem Nichts zu kommen schien. "Dich kenne ich doch, du bist der Sklave Sporus. Du hast mich schon mal bedient, auf einer Feier deines Herrn. Erinnerst du dich? Ja, das war eine schöne Zeit." Dann sprach er zu Tacitus, davon ausgehend, dass dieser nun der Herr von Sporus ist. "Ich würde den Sklaven gerne mal wieder benutzen, was verlangst du dafür?" fragte er Tacitus in einem übertrieben höflichen Ton. Sporus erschrak, als er das hörte, und wartete ängstlich auf eine Antwort von Tacitus.

  • Ein Fremder sprach den Sklaven an und Magnus hörte ,was jener wolle. An sich interessierte er sich nicht für Sklaven, nun aber konnte er sowohl bei Amytis und Tacitus punkten. Des Weiteren fand er das was jener Fremde wünschte völlig deplatziert.

    Er schob sich zwischen den Mann und den Sklaven und fixierte ihn mit starren Blick. Leise aber sehr drohend sprach er dann.

    "Höre Freund ,wer immer Du seist, Du willst sicher keinen Ärger mit den Haus der Aemilia. Wir kommen von einer Totenfeier und wagst dem Sklaven anzusprechen und ihm Offerten zu machen? Noch kannst Du verschwinden, falls aber nicht schneide ich Dir höchstselbst das Gemäch ab und lasse es Dich fressen. Also wähle Freund, aber wähle gut!"

    Da war er wieder der alte Magnus, nur diesmal sah er sich im Recht. Es ging ihm nicht um den Sklaven, sondern das er den Totenstock sichtbar trug und jener Fremde, sich trotzdem erdreiste den Sklaven anzusprechen.

  • Der Mann schaute Magnus böse an, ging dann aber und verschwand in der Menge. Sporus war sehr erleichtert. "Danke, Herr", sagte er zu Magnus mit einer tiefen Verbeugung.

  • Magnus nickte dem Sklaven zu.

    "Keine Ursache, auch ein einfacher Sklave kann nicht von jeden belieben Dahergelaufen angemacht werden. Wo kämen wir denn dahin."

    Magnus schaute kurz zu Amytis und lächelte freundlich.

  • Ich hatte mich bewusst zurückgehalten, weil ich sehen wollte, wie Aemilius Magnus reagierte. Mir gefiel, dass er Sporus verteidigte. Auch wenn er dabei etwas harsch war. So nickte ich nur kurz, aber anerkennend, in seine Richtung. "Nun dann, vergessen wir diesen unhöflichen Menschen." Den Weg setzte ich ruhigen Schrittes fort. Mit etwas Smalltalk ging es weiter zum Forum Romanum.


    Dort angekommen steuerte ich auf die Basilica Aemilia zu. Magnus' Ahnen hatten diese bereits vor etlichen Generationen dem römischen Volk geschenkt und das Gebäude auch stets instand gehalten und renoviert, obwohl es ihnen nicht gehörte. Allerdings ging ich nicht dorthin, um Magnus in irgendeiner Form besonders zu ehren, sondern weil die Geschäfte in dem Gebäude den meiner Meinung nach besten Weinhändler Roms beherbergten. Außerdem war die Basilica eines der schönsten Gebäude Roms.


    In dem Gebäude ging ich zu dem Weinhändler, der auch einen Ausschank hatte. "Vier Becher von dem besten Falerner, verdünnt zu gleichen Teilen mit Quellwasser aus den Albaner Bergen, bitte." Meine Anweisung an die Sklavin, die Gäste bediente, war einfach und präzise. Sie nickte nur und verschwand im Laden, um kurz darauf ein Tablett mit den Bechern zu bringen. Die Becher waren aus feinstem ägyptischem Glas. Mit einem höflichen Lächeln gab ich ihr die mir bekannte Summe für diese Köstlichkeit und legte, wie immer, auch ein kleines Trinkgeld dazu. Und wie immer bedankte sich die Sklavin mit einem strahlenden Lächeln. Ich nahm einen Becher von dem Tablett und erhob ihn. "Auf den ehrenwerten Aemilius Magnus, der uns allen ein Beispiel für die Dignitas und Gravitas eines Römers ist. Aemilius, ich danke dir erneut für deine Unterstützung und Führung bei der Bestattung von Aurelius Pinus."

  • Sporus war sehr überrascht, dass er auch einen Becher Wein bekam. Sein erster Becher Wein überhaupt. Aber er hielt etwas Abstand. Das gebührte sich für ihn nicht. Er stand, neben den dreien und war begeistert, dass er teilnehmen durfte. Ebenso bedankte er sich bei Tacitus für diese Ehre.

  • Magnus nahm seinen Becher und hob ihn an. Er wusste sehr wohl wo er sich hier befand. Freundlich antwortete er und schloss sogar Amytis und Sporus in seine Tede ein.

    "Ich habe zu danken ehrenwerter Aulus Iunius Tacitus, dafür das ich auserwählt wurde und dafür das Du die Basilica Aemilia auswähltest, auch wenn es nicht um meinethalben, sondern wegen des guten Weines war. Ich danke der nunmehr Freien Amytis und versichere ihr hier vor Zeugen, meiner Freundschaft und Unterstützung. Auch dem Sklaven Sporus danke ich ,das er trotz aller Entbehrung ,seinen Herrn, mit dem er es sicher nicht immer leicht hatte , das Geleit gab."

    Er nickte den Becher erhoben den Anwesenden zu und trank.

  • Amytis war durchaus überrascht von Magnus' Worten. Ja, es sprach durchaus für ihn, Sporus zu verteidigen, aber aus ihrer Sicht hatte er sich ihr noch deutlich schlimmer gegen ihren Willen aufgezwungen, als sie keine Wahl gehabt hatte, was diese Worte in ihren Ohren recht wertlos machten. Für Sporus war es dennoch sicher ein gutes Gefühl. Sie blieb daher bei ihrem bisherigen kühlen Gebahren.

    Die Lust auf den Wein war ihr in der Folge leider ebenfalls gründlich vergangen, aber sie wusste auch, dass sie ein gewisses Bild zu wahren hatte. Noch so eine Sache, die sie in der Sklaverei gelernt hatte. Sie unterdrückte daher ein verächtliches Schnauben bei den Worten Yúnzis, der es ja nicht besser wissen konnte, und Magnus sondern rollte nur insgeheim mit den Augen. Zu einer Freundschaft brauchte es zwei Personen, das schien Magnus aber egal zu sein. Sie hob dennoch ihren Becher und trank. "Ich bin froh, dass es vorüber ist. Und ich bin gespannt, wohin unser Weg nun führt, Sporus."
    Dann beschloss sie, diese Freundschaft auf eine Probe zu stellen und blickte den Aemilier an. "Ich habe meine Freiheit gewonnen, aber das Haus, in dem ich wohnte, verloren. Ich werde eine Unterkunft brauchen, werter Aemilius Magnus. Oder eine Arbeit, mit der ich mir ein Zimmer leisten kann." Sie atmete kurz tief ein und beschloss, noch mutiger zu sein. "Und auch wenn ich dankbar bin für jede Hilfe, möchte ich nur mit Menschen unter einem Dach schlafen, bei denen ich mich sicher fühle." Womöglich hatte sie nun ihre Gunst verspielt, aber es war wohl kaum sinnvoll, weiterhin nur schweigend zu grollen. Nachdem sie gesprochen hatte, nahm sie einen größeren Schluck Wein.

  • Aemilius Magnus beeindruckte mic h mit seinen Worten. Ob sie ehrlich gemeint waren wusste ich nicht. Die offene Reaktion von Amytis beeindruckte mich ebenfalls. Sie sprach nun wie ein freier Bürger - was sie formal auch war.


    Gerade, als ich mich zu beiden äußern wollte, sprach mich ein Mann an. "Bist du Aulus Iunius Tacitus? Der als Gesandter des serischen Kaisers unserem Kaiser geschrieben hat?" Ich betrachtete den Mann nun genauer. Gepflegte Tunika, gute Schuhe, der Gürtel eines Veteranen, graue Haare. Und eine Transporttasche aus gutem Leder. "Ja, der bin ich," entgegnete ich knapp. Er griff in die Transporttasche und zog eine Wachstafel hervor, die mit dem kaiserlichen Siegel verschlossen war. "Ist hiermit zugestellt. Vale." Ich nahm die Wachstafel an und öffnete sie, während der Mann seiner Wege zog.


    Nachdem ich den Inhalt der Wachstafel gelesen hatte, wendete ich mich zuerst an Amytis. "Die Audienz ist auf längere Zeit verschoben. Das heißt, dass ich deine Dienste erst einmal nicht mehr benötige. Ich danke dir für deine Hilfe und würde sehr gerne wieder auf Dienste zurückkommen, wenn ich einen Termin für die Audienz habe." Dann blickte ich Aemilius Magnus an und dann wieder Amytis. "Aemilius, Amytis, vielleicht kann ich einen Kompromiss für euch beide herstellen. Wenn du Amytis zunächst eine Arbeit gibst und sie vorerst in der Domus Iunia wohnen kann, würdet ihr feststellen können, ob es zwischen euch harmoniert. Wäre das für euch beide eine Lösung?"

  • Sporus hörte nicht wirklich zu, was die anderen sprechen. Er war von dem ganzen Geschehen beeindruckt. Und immer wieder konnte man vom Weitem viele Menschen begeistert rufen hören. Irgendwas war im Kolosseum los. Ob er da irgendwann auch mal rein darf, um zuzusehen? Dann konzentrierte sich aber wieder auf die Gespräche und war gespannt, wie Amytis und Magnus reagieren würden.

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