Hortus
Faustus schritt gelangweilt durch den Hortus. Immerhin beobachtete er mit viel Desinteresse die Blütenpracht, die in einem riesigen Blütenwerk erkennbar war. Der Garten schien typischerweise so aufgebaut worden zu sein, dass neben Blumen vorrangig Kräuter und Gemüse in einer Vielzahl zur häuslichen Nutzung eingebracht worden waren. Faustus germanisches Blut erkannte die Nutzen von Nahrungsmitteln in jeglicher Form als Basis jeder Hausgemeinschaft an. Doch der Rest der Blütenpracht schien ihm gänzliche Verschwendung zu sein. Doch seine Verwandten, die den Hortus bepflanzt hatten, mussten sich dabei irgendwelche Gedanken gemacht haben. Naja wie auch immer Faustus Schritt weiter aus und erfreute sich an der Ruhe und Stille im Garten. Als Krieger war ihm der Gebrauch von Luxus und Annehmlichkeit immer ein Graus gewesen. Gerade weil er in seiner Kindheit große Entbehrungen erleiden musste ohne eine Vaterfigur war er schneller erwachsen geworden als ihm lieb war. Zu seinem iunischen Vater hatte er immer unbekannterweise einen großen Groll gehegt der nie nachgelassen hatte. Ihm schrieb er auch das schreckliche Ende seiner Mutter zu, deren Tod sich tief in ihn hineingefressen hatte. Und nun war er doch in das Domus der Gens gekommen, trotz seiner inneren Vorbehalte.