[Culina] Serisch kochen mit Tacitus

  • Nachdem alles andere geregelt war, fand ich mich in der Culina ein. Sporus war bereits da und auch ein Küchensklave der Villa. Außerdem waren meine serischen Zutaten bereits in der Küche, aber noch nicht geordnet oder irgendwie bereitgestellt, weil ich ja noch keine Anweisungen gegeben hatte. Ich blickte mich kurz um, was wir noch in der Culina hatten und deutete zunächst auf eine Ente, die ich auf dem Markt erstanden und hierher liefern gelassen hatte. Sie war bereits ausgenommen. "Topf, groß genug für die Ente. Wasser, kein Salz." Der Küchensklave verstand sofort und platzierte die Ente in einem passenden Topf, bedeckte sie mit Wasser und stellte den Topf auf die Feuerstelle.


    "Sporus, nimm bitte eine Hand voll Pfeffer und mörsere den Pfeffer, bis er ein feines Pulver ist." Da er bei der Reise nach Germanien von mir im Lesen und Schreiben unterrichtet worden war und ich zumindest die Gewürze beschriftet hatte, nahm ich diese Gelegenheit wahr, um mit ihm lesen zu üben. Währenddessen ging ich ebenfalls zu meinen Vorräten und suchte nach den noch nicht auf Latein beschrifteten verschlossenen Tonflaschen. Schließlich fand ich, wonach ich suchte. Kurz sah ich zu Sporus, um zu sehen, ob er den Pfeffer gefunden hatte.

  • Sporus sah sich die Gewürze an. Die Schrift darauf war gut lesbar, sodass es ihm nicht allzu schwerfiel, die Wörter zu lesen. Dennoch dauerte es eine kleine Weile, bis er den Pfeffer fand. Er nahm etwas von dem Pfeffer in seine Hand, und zeigte es Tacitus. "Das müsste Pfeffer sein" sagte es durchaus mit stolz, aber dennoch fragend, ob er richtig gelesen hatte.

    Wenn Tacitus das nun bestätigen würde, wird Sporus, wie geheißen, Mörsern.

  • Ich sah kurz auf das Gewürz in Sporus' Hand. "In der Tat, das ist Pfeffer." Mit einem kurzen Lächeln nickte ich ihm zu. Während er dann das Gewürz mörserte, öffnete ich eine der Tonflaschen und gab einen ordentlichen Schuss von der braunen Soße darin zu der Ente. Statt Salz oder Garum verwendete ich lǎochōu, wie es die Serer nannten. Dieses flüssige Gewürz wurde durch Fermantation von einer Art von Bohne erhalten. Ein lateinischer Name fiel mir dazu nicht ein, weil es weder die Bohne noch das Gewürz hier gab. Ich nahm mir einen Löffel und probierte das Wasser, aber es war noch nicht salzig genug, deshalb gab ich einen weiteren Schluck dazu. Dann schmeckte es mir salzig genug, um weiterzumachen.


    Während Sporus noch mörserte, immerhin wollte ich feines Pulver, nahm ich mir getrocknete Ingwerscheiben aus meinen Vorräten und ließ mir vom Küchensklaven ein Brett und ein Messer geben. Ich schnitt die Scheiben in kleine Würfel, etwa in der Größe von halben Pfefferkörnern. Dann nahm ich mir ebenfalls einen Mörser und mörserte die Würfel zu feinem Pulver. Als ich damit fertig war, sah ich zu Sporus herüber. "Wie sieht es bei dir aus, Sporus?"

  • Sporus arbeitete fleißig daran, den Pfeffer zu einem feinen Pulver zu Mörsern. "Bitte, schau Yunzi. Ist es so gut?", fragte Sporus und zeigte Tacitus sein Machwerk. Der Pfeffer war nun sehr fein geworden. Sporus war stolz darauf, gemeinsam mit Tacitus kochen zu dürfen. Er fühlte sich geehrt, Verantwortung tragen zu dürfen, auch wenn es in einem kleinen Rahmen war.

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