• Lucius wandte sich dem Neuankömmling zu. "Der bin ich." sagte er knapp. "Gerade erst angekommen, hm?" Draußen auf dem Platz wurde es spannend, die Männer der Turma Prima schlossen immer mehr zu den schwitzenden Probati auf.

  • "Nun … Ähm … Ja. Ich bin gerade erst angekommen. " Antwortete er und fügte ein "Decurio. " an.


    Casilius war unsicher geworden. Was wird ihm jetzt erwarten? Wenn er über die Schulter des Decurio Decius sah und die Probati über den Platz hetzen sieht ringt ihm das ein kleines Lächeln der Schadenfreude ab, andererseits wird auch er bald, und wahrscheinlich früher als ihm lieb ist selbst über den Platz laufen.


    Casilius wandte seine Aufmerkdamkeit wieder Decius zu. "Mein Name ist Casilius Proculus, und komme aus Campanien, Decurio. "

  • Lucius hatte gerade nur ein Ohr für den Neuankömmling. "Gut. Wenn die anderen Probati das nächste mal vorbeikommen reihst du dich ein! Das hier ist eine wichtige Übung, die du nicht verpassen solltest."


    Jetzt waren es aber wirklich nur noch wenige Schritte bis die Equites die Probati eingeholt haben würden...

  • Nach etwa zwei Stunden Fußmarsch konnte auch Seleukos nicht mehr leugnen, dass er die zurückliegenden Meter leicht in den Beinen spürte. Doch war seine vorhandene Ausdauer noch bei weitem nicht am Ende, was bei seinem athletischen Körper und seiner Kondition ein Widerspruch in sich wäre. Die Probati hielten weiterhin die Marschformation und blieben jederzeit wachsam. In solch einer kleiner Gruppe und in solch einem Terrain war ein Überfall abzusehen, der durch die Worte des Decurios zu Beginn und dem Fakt, dass es sich um ein Training handelte, nur noch bestätigt wurde.


    Einige weitere Minuten vergingen, als im Fernen eine Gruppe Equites zu erkennen war, die auf die kleine Gruppe der Fußsoldaten zustürmte. Sofort reagierten die Probati und hebten ihre Waffen an. Auch wenn Seleukos wusste, dass alles zum Training gehörte, blieb er ernst. Solch eine Situation war keineswegs weit hergeholt. Bald könnten die Probati sich wieder in solch einer Lage wiederfinden und dann würde es sich höchstwahrscheinlich nicht um ein Training handeln.


    "Wir müssen zusammenbleiben!", rief Seleukos in die Runde und so bildeten sie mit erhobener Parma eine Verteidigung, die nicht leicht zu brechen war. Der junge Grieche übernahm gerne Verantwortung und so scheute er nicht davor, Befehle zu geben. Zwar war er nicht ranghöher, doch irgendwer musste seiner Meinung nach ja seinen Mund aufbekommen.


    Die Equites waren nun fast angekommen und verwickelten die Gruppe in einen Nahkampf. Seleukos wusste, dass sie in jedem Fall zusammenbleiben mussten, ansonsten könnte den Reitern ihre Überlegenheit auf dem Pferd einen Vorteil verschaffen. Wenn die Gruppe zerstreut werden würde, hätten die Equites so gut wie gewonnen.


    Auch Seleukos wurde in den Nahkampf verwickelt. Links und Rechts von seinen Kollegen umgeben, versuchte er seine Front mit der Parma zu schützen. Er lauerte auf den richtigen Moment, um den 'Feind' mit einem geschickten Stoß mit der Spatha von seinem Ross zu stürzen...

  • Der Übungsplatz war nicht schwer zu finden. Man musste nur der zunehmenden Lautstärke folgen. Als er auf den Platz trat war er überwältigt von dem hektischen Treiben auf dem Platz. In der Mitte sah er einen Soldaten mit einem roten Federschmuck. Das musste ein Decurio sein. Lucius hoffte, dass es sich um Decurio Decius handeln würde und machte sich auf den Weg.
    Der Platz war größer als er gedacht hatte und die Sonne brannte. Schatten gab es nicht. Endlich hatte er den Decurio erreicht. Er stellte sich aufrecht hin und grüßte den Decurio etwas verunsichert.


    "Decurio Decius?" Er blickte den Soldaten an. "Probatus Lucius Secundus! Ich soll mich bei dir zum Dienst melden, Decurio!"


    Er hoffte, dass er alles richtig gemacht hatte.

  • Merowech und seine Kameraden hatten die Probaten nun eingeholt. Sie waren die Angreifer. Da die Probaten eine enge Formation bildeten, begannen die erfahrenen Equites damit, einige der noch unsicheren Probaten von der Gruppe abzusondern und auszuschalten: Eine durchaus realistische Situation. Auch Merowech war nun bei den Probaten und verwickelte einen davon in einen Zweikampf. Dieser wehrte sich zunächst tapfer, war aber bereits erschöpft und konnte mit seiner Kampferfahrung nicht mithalten, wodruch es für Merowech ein Leichtes war, den Probaten zu besiegen.

  • "Jawol Decurio! " Casilius wandte sich schwungvoll um, und hielt ausschau nach den Probati. Dort erkannte er bereits einige Unruhe, da die Eques, welche sie verfolgen bereits aufgeschlossen hatten und sie in einen Nahkampf verwickelten.
    Verunsuchert blickte er nochmals über seine Schulter, zurück auf Decurio Decius, bevor er sich dem vom aufgewirbelten Staub des Platzes eingehüllten Getümmel zuwandte und auf sie zumarschierte. Er werde sich nicht abschrecken lassen. Als Soldat, werde er noch oft in so manche Situation kommen die nicht Einfach sein wird. Und einfach wird es für Wahr nicht werden, zumal er über einen Trainingsstand verfügte der, gelinde gesagt eher mit einem zahmen Wildschein vor der Offenbarung seiner Zukunft als Grillgut zu vergleichen war. Aber er werde alles versuchen, er werde sich nicht unterkriegen lassen.


    Eisern legte er einen Zahn zu, wurde immer schnelle, bis er am Ende, als er dem Getümmel nur noch wenige Schritte entfernt war seiner Entschlossenheit durch ein lautes Gebrüll Nachdruck verlieh und drohend seine Waffe hoch in die Luft schwang während er seine Parma an seinen Körper zog um sich zu schützen.


    " Auf ins getümmel. Auf siiiiiiiiiiie! Ahhhhhhhhhhhh!!" Er machte einen Eques aus, bei dem er sich zwar keine Chancen im direkten Vergleich ausrechnete, aber weil er gerade mit zwei weiteren Probati beschäftigt war setzte Casilius auf sein Überraschungsmoment und stürmte auf ihn los. Er werde seinen Mangel an Erfahrung durch Mut zu Risiko wettmachen müssen.

  • Lucius musste sein Vergnügen im Zaum halten um angesichts der natürlich sehr unerfahren wirkenden Probati nicht zu grinsen. Die Holzwaffen klackten hier und da aneinander, doch keiner schien es zu übertreiben, also würden der Tag vielleicht einmal ohne Prellungen und blaue Flecken vorrübergehen. Aber die Probati sollten nun langsam eine Verteidigungsformation bilden, sonst würden sie wohl aufgerieben werden. Mehrere hatten die Equites schon 'getötet' indem sie ihnen mehr spielerisch als ernst leicht mit der Holzspatha auf den Helm oder an andere Stellen des Körpers geschlagen und dabei 'Treffer!' gerufen hatten. Die 'Toten' ließen sich auf Anweisung des Duplicarius Marcus am Rand des Platzes nieder und schienen dank ihrer zunehmenden Erschöpfung garnicht so enttäuscht wie man angenommen hätte. Es gab aber genügend Nachschub. Kaum hatte Lucius den einen Neuling ins Training geschickt und dieser sprang mit lautem Gebrüll auf einen der Equites los - Lucius gluckste unwillkürlich - da kam auch schon der nächste auf den Platz marschiert. "Wunderbar. Der Zustrom reisst ja garnicht mehr ab heute! Auch du kannst dir gleich einen Satz Übungswaffen nehmen und dich ins Getümmel stürzen. Schließ dich der Formation der anderen Probati auf dem Platz an. Und pass auf, dass du nicht gleich unter eines der Pferde kommst!" Lucius überlegte, ob er nicht öfter eine solche Übung abhalten sollte, immerhin hatten davon alle beteiligten etwas...

  • Es war gar nicht so einfach zu den anderen Probati aufzuschließen, die mittlerweile heftig von den 'Angreifern' bedrängt wurden. Aber Lucius war sehr flink in seinen Bewegungen, auch wenn seine neue und ungewohnte Ausrüstung ihn doch etwas bremste und behinderte. Hier und da musste er einigen Eques ausweichen, die ihn bedrängten und versuchten, ihn von den anderen Probati abzudrängen.
    Etwas aus der Puste gelangte er letztlich doch zu der engen Formation von Probati, die nicht wirklich wussten, was sie tun sollten. Diese wollten ihn auch letztlich erst gar nicht in die Formation lassen und Lucius kam sich recht hilflos vor außerhalb der Formation. Das sahen auch die Eques so und konzentrierten sich weiterhin darauf, ihn von den anderen abzukapseln. Lucius musste schon gewaltsam versuchen, sich in die Formation zu begeben und zwängte sich quasi zwischen die anderen Probati und war nun schon ziemlich erschöpft.
    Nun bildeten sie eine fast geschlossene Linie zu den Eques, aber es war ein ständiges hin und her rücken und ständig musste man sehen, dass man nicht hinausgedrengt wurde.
    Lucius war kein Militärexperte, aber ihm war klar, dass sie den Equites kaum Möglichkeit zum Angriff bieten würden, wenn sie in einer geschloßenen und möglichst tiefen Formation stehen würden. Immerhin war das auch ein großer Vorteil der Legionen in der Schlacht. Dennoch waren sie sehr defensiv und es schien so als würden sie in dieser Formation einfach abwarten, bis ihnen die letzten Kräfte entweichen und die Equites die Formation auflösen würden.
    Lucius überlegte, was er tun sollte. Er wollte nicht einfach abwarten, bis er 'niedergemacht' werden würde. Aber so wie der eine Probatus wollte er es auch nicht machen und sich als Einzelkämpfer auf die Equites stürzen. Die Stärke der römischen Einheiten war ihre Disziplin und ihre Fähigkeiten in Taktik und Formation, das wusste Lucius. Aber er war gerade neu hier und hatte, wie wohl auch die meisten Probati, noch nicht viel darüber gelernt.

  • Seleukos musste zu seiner Enttäuschung mit ansehen, dass die anderen Probati anscheinend nicht viel von seiner Anweisung hielten. Immer mehr zerbröckelte die 'Formation' in seinen Grundfesten. Es wurde viel gedrängt und man konnte meinen, dass die Probati sich selbst behinderten. Letztendlich konnte sich auch der Grieche nicht mehr in der Formation halten und musste nun abseits um sein 'Leben' kämpfen. Aufgrund der kräfteaufreibenden Überlegenheit der Equites würde er Wohl oder Übel nicht mehr lange standhalten können. Mit letzter Kraft versuchte er sich wieder zurück zu seinen Kollegen zu schleppen...

  • Lucius hatte nicht das Gefühl, sich hier in einer Einheit zu befinden. Sie waren eher eine Gruppe von Einzelkämpfern und jeder versuchte auf seine Weise zu 'überleben'. Etwas was sie wohl noch lernen werden müssten. Lucius fragte sich, ob es viel Sinn hatte auf die Deckung seiner Kameraden neben sich zu achten, wenn diese wiederum nicht auf seine Deckung achteten.
    Dann fiel sein Blick auf einen Kameraden, der außerhalb der Formation war und anscheinend damit beschäftigt war, wieder zurück zu finden.
    Lucius rammte seinem linken Nachbarn den Ellenbogen in die Seite um auf sich aufmerksam zu machen, dann zeigte er auf den Kameraden außerhalb der Formation. "Deck mich!"
    Lucius versuchte sich aus der Formation zu lösen und den Kameraden zu decken, der zurück zur Formation wollte und hoffte selber, dass sein linker Kamerad ihn decken würde.

  • "Ha, Da hast dus. " Casilius ließ sein Schwert, das selbstverständlich eines der hölzernen Übungsschwerter war auf einen der Angreifer heruntersaußen. Doch ehe es sein Ziel fand wurde Casilius von einem Pferd im Rücken gestoßen und Casilius verlor seine Balance. Er stolperte nach vorne. Sein großes Glück war, dass in dem Getümmel keiner der Eques davon Notitz genommen hatte und Casilius nach ein paar schritte wieder den nötigen Halt fand. Er wandte sich um. Einige der Probati versuchten ihre Formation mit Ausdauer und viel Einsatz zu halten. Andere versuchten alles um sich gegen die drohende Niederlage zu wehren doch hatten nur wenige den Beistand Fortunas und so drängte sich ein Grüppchen der Probati mitten auf dem Platz immer dichter zusammen, während andere geschlagen vom Platz gingen.


    Casilius stand alleine da. Einige der Eques wurden auf ihn aufmerksam und stützten sich nun gleich von mehreren Seiten auf ihn. Casilius wurde langsam klar, dass er als Einzelkämpfer der er nun einmal war, in einer solchen ungleichen Situation keine Chance haben würde. Schon konnte er die Zähne in den vor Schadenfreude grinsenden Gesichtern der heranstürmenden Eques aufblitzen sehen. Angst packte Casilius und schnürte ihm die Kehle zu. "Verdamt! " Nun musste Casilius sehen dass er sich vom Acker macht und sich in die Verteidigungsformation der Probati einreiht. Rücklings stürzte er davon und schälte sich zwischen zwei Probati hindurch. Doch die Sicherheit war trügerisch. Die Gruppe konnte sich nur zaghaft zusammenhalten. Zu groß war der unterschied zwischen ihnen, den Anfängern und Probati und den gut trainierten und geschulten Eques.


    Da sah Casilius einen der Probati wie er versuchte sich wieder zurück in die Gruppe zu kämpfen. Es schien ihm als sei er bereits erschöpft, aber durch seinen rastlosen Einsatz machte er vieles wieder wett. In seinen Gesichtzügen erkannte er, dass es wohl ein Grieche sein musste. Als Casilius sich noch auf den Mann konzentrierte, konnte er hören, wie sich ein Eques auf einem Pferd seiner Stellung näherte, und als er sich umwandte sah er aus seinen Augenwinkeln wie dieser gerade mit dem Schwert ausholte. Ein Reflex, eine unwillkürliche Schutzbewegung ließ ihm die Parma hochschnellen und er hörte wie das Schwert klirrend auf derselben landete. "Abgewehrt. Das war gerade noch mal gut gegangen. " Während sich der Eques samt seinem Pferd neu zu orientieren versuchte wandte er ich wieder um, und sah zu dem Probati hinüber.
    "Komm hier her. Hier hast du eine gute Stellung! " Er winkte zu dem Mann hinüber um seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

  • Für Merowech und die anderen Equites war die Übung eine willkommene Abwechslung im Lageralltag und vor allem konnte wieder einmal das gemeinsame taktische Vorgehen der Truppe geübt werden, welches die Schlagkraft der römischen Truppen ausmachte.Auch die Probaten mussten lernen, dass ein Mann alleine im Kampf gegen die Barbaren nicht viel ausrichten konnte.
    Als er schon einige Probaten 'getötet' hatte, bemerkte er, dass sich einer wieder abgesondert hatte und ein anderer versuchte, ihn in die Fromation zurückzubringen. Merowech und zwei seiner Kameraden machten sich daran, diese beiden Probaten auszuschalten. In gewohnter Weise isolierten sie beide von den übrigen. Merowech verwickelte den einen, der offensichtlich gerade erst bei der ALA aufgenommen worden war, in einen Zweikampf.

  • Da war es auch schon geschehen. Während sich Lucius um seinen Kameraden bemühte näherten sich einige Equites. Lucius blickte sich um. Natürlich hat der Kamerad, den Lucius bat ihn zu decken, keinen Gedanken daran verschwendet dies wirklich zu tun. Lucius wurde zornig wie selten zuvor. Wie sollte man sich im Ernstfall auf so jemanden verlassen können?
    Am liebsten wäre er zu seinem 'Kameraden' hinüber marschiert und ihn aus der Formation gezerrt. Einzelkämpfer hatten nichts in einer Formation zu suchen. Das Problem waren nur die Equites, die zwischen ihm und seinen 'Kameraden' standen. Sie würden ihn nicht so leicht zur Formation zurückkehren lassen. Er hatte noch sein Schwert und sein Schild. Sein Schild bot ihm einen relativ guten Schutz. Allerdings konnte er nicht alle Seiten gleichzeitig decken. Alleine war die Situation hoffnunsglos für ihn. Er überlegte schon, ob er sein Schild den 'Gegnern' entgegenschleudern sollte, denn im Einzelkampf behinderte es ihn nur. Aber selbst wenn er sich aus dieser Situation befreit hätte. Ohne Schild war er in einer Formation kaum zu gebrauchen.
    Also überlegte er, sich zu seinem ebenfalls abgesonderten Kameraden durchzukämpfen. Zu zweit hatten sie eine wesentlich bessere Chance, wenn sie Rücken an Rücken kämpfen würden. Alleine würde er sich kenem Kampf stellen.
    Wie er sah, waren mehr Equites zwischen ihm und der Formation von Probati als zwischen ihm und seinen Kameraden. Also deutete er einen Ausfall Richtung Formation an, machte dann aber kehrt und stürmte zu seinem griechischen Kollegen.

  • Merowech und die anderen Equites ließen sich von der Finte des Neulings nicht täuschen. Übrigens machte es für sie keinen großen Unterschied, da sie den beiden Probaten sowohl zahlenmäßig als auch erfahrungsmäßig höchstwahrscheinlich überlegen waren. Sie waren immerhin vier ausgebildete Soldaten mit Felderfahrung. Während sich die übrigen Equites um die immer kleiner werdende Gruppe der 'lebenden' Probaten kümmerte, verwickelten sie zu viert die beiden abgesonderten Rekruten in einen Kampf.

  • Brigio hatte stumm mit den anderen Eques gekämpft, gedankenverloren in Erinnerung der eigenen Erfahrungen als Probatus.
    Die Erfahrung lehrte ihn, sich beim Kampf zu konzentrieren und so schüttelte er die Erinnerungen ab und widmete sich nur seinen Gegnern, die sich nicht schlecht hielten.
    Abwechseld bearbeiteten sie die zwei Ausreisser, um sie immer mehr verausgaben zu lassen.

  • Der Kampf neigte sich so langsam dem Ende entgegen. Weniger als die Hälfte der Probati war noch im Spiel, die anderen standen am Rand und beobachteten das Spektakel mit sehr unterschiedlichen Minen. Lucius war zufrieden mit diesem ersten richtigen Kampftraining. Er hatte keinen anderen Ausgang erwartet, hatte keinen anderen beabsichtigt. Es war absolut klar, dass die unerfahrenen Neulinge, die noch nicht als eine Einheit kämpften, gegen die bereits kampferfahrenen Equites den Kürzeren ziehen mussten. Aber daraus würde sie lernen - und es nächstes Mal besser machen. Nebenbei war es auch immer interessant zu sehen, wer ein wenig taktisches Kalkül und Führungsqualitäten mit ins Spiel brachte...

  • Nachdem Seleukos aus der Formation gedrängt worden war, konnte er sich gegen einen der Equites recht gut behaupten. Jedoch profitierte dieser nach einigen Minuten an seinem Pferd, dass ihn sowohl Schutz als auch die richtige Position für Übersicht bei Schlägen von oben bot. Es war nutzlos den Eques in einen Nahkampf zu verwickeln. Der Reiter führte einen Schlag nach dem anderen aus, wohingegen dem Griechen bei jedem Hieb mit seinem Schwert geradezu unglaublicher Kraftaufwand abverlangt wurde und er so nur noch eine Chance sah, mit seiner Parma in die Verteidung überzusehen.


    Einen Bruchteil einer Sekunde wagte es der Probatus sich umzusehen und das 'Schlachtfeld' zu überblicken. Eine Formation konnte man mittlerweile nicht mehr erkennen und mehr als der Hälfte der Probati hatte man den Garaus gemacht. Es bestand keine Chance mehr auf Sieg für die Auzubildenden. Schon zu Beginn verspielten sie ihre minimale Chance, indem sie sich selbst behinderten und den einzigen Schutz, eine einheitliche Formation, aufgaben. Die Probati mussten anscheinend noch viel lernen - Seleukos eingenommen.


    Doch Seleukos wollte noch nicht aufgeben. Er hatte noch Kraft, genug Kraft um den anderen Probatus (Lucius Secundus) zu erreichen, der anscheinend genauso wie der Grieche selbst aus der Formation gedrängt wurde und sich nun scheinbar zu Seleukos durchkämpfen wollte. Dieser wusste, dass eine Einheit nur Erfolg haben konnte, wenn sie auch als Einheit kämpften und auftraten. So war es eigentlich selbstverständlich, dass man sich im Kampfe zusammenschluss um so dem Feind trotzen zu können.


    Seleukos erreichte Lucius und postierte sich an dessen Rücken. Als zwei der wenigen 'Überlebenden' versuchten sie nun die Equites bei Laune zu halten. Doch da die Reiter beinahe keine Verluste einstecken mussten, war es schon so weit gekommen, dass zwei einfache Probati sich mittlerweile um fünf bis sechs berittene Soldaten kümmern mussten. Es war wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Lucius und Seleukos 'fallen' würden.

  • Lucius beschloss, die Sache dann abzubrechen, wenn nur noch eine Handvoll der Probati übrig war. Dieser Moment schien schnell näher zu kommen - er zählte 13, die noch auf dem Platz standen. Wenige Atemzüge später waren es noch 9...

  • Doch es war zwecklos geworden. Zuwenige waren sie geworden, welche sich gegen die Übermacht noch wehren konnten. Auch wenn es Casilius wagen konnte manchmal einen Blick aus den Augenwinkeln zu den beiden Probati hinüber zu werfen so wurde es ihm immer klarer, dass sie diesen Kampf verlieren werden.


    Es war hoffnungslos. Die Gruppe wurde kleiner und kleiner. Gerade hatte er wieder einen Schlag abwehren können und Wut stieg in ihm hoch. Was konnten sie nur unternehmen um gegen diese Übermacht etwas ausrichten zu können? Es musste etwas passieren.
    Doch noch während er über eine Lösung nachzudenken wagte wurde er schlagartig buchstäblich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Einen Schwerthieb eines Eques, welcher auf seinem Rappen hoch über ihm das Schwert an ihm herabsausen ließ brachte ihn aus dem Gleichgewicht. Nur mit Glück gelang ihm eine Abwehr mit dem Schild und der Hieb ging an seiner Schulter vorbei. Doch der Schlag war so heftig dass Casilius sich kaum noch aufrecht halten konnte. Er taumelte zwei Schritte zurück. Mit letzter Kraft richtete er sich nochmals auf, reckt das Schwert in die Höhe und sprang einen Schritt auf das Pferd seines Angreifers zu, in der Hoffnung es würde erschrocken zurückweichen. Doch der Rappen rührte sich nicht von der Stelle. Verdutzt über die fehlende Wirkung versuchte er noch den Schild vor seine Brust zu schieben um Deckung vor den nächsten Hieben zu suchen, als ihm ein Schmerz in den Rücken fährt.


    Zunächst glaubte er noch, einer der Probati, die sich in seiner Gruppe befanden hätten ihm im Eifer des Gefechtes einen Ellbogen in den Rücken gerammt. Doch noch während Casilius sich umwandte, musste er einen weiteren Schlag einfangen. Dieses Mal auf seine Hand, mit der er sein Übungsschwert fest umklammert hielt. Erst jetzt erkannte er, dass sich seine Gruppe, in der er sich noch zuvor in Sicherheit wiegte, aufgelöst hatte, und er von allen Seiten attackiert wurde. Er ließ sein Schwert fallen und fiel Rücklings in den Sand des Übungsplatzes.


    Das Spiel war aus.

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