• Leise seufzte sie. Sie würde nicht mit Macer und Septima tauschen wollen. Einander zu lieben ohne einander nahe zu sein und zu wissen, dass es eigentlich falsch war, musste furchtbar sein. Doch die Liebe an sich war ja nicht falsch, nur die Umstände. Was sie wohl getan hätte, wenn Sedulus es abgelehnt hätte, dass sie Valerian heiraten durfte. Sie wäre wohl ähnlich verzweifelt, wie Macer
    Einmal hatte sie bereits Tiberius Durus kennen gelernt, er war nicht nur Consul sondern auch Pontifex des Cultus Deorum. Auf sie hatte er einen strengen Eindruck gemacht, höflich, distanziert, unnahbar schon fast. Doch das war nur ihr Eindruck, Septima konnte ihren Verwandten wohl besser einschätzen. Kurz nippte sie an ihrem Becher, sie wusste nicht was sie ihm raten sollte.


    "Du liebst sie",das war eine Festellung. "Für die Liebe riskieren wir alle viel. Wenn es das Risiko wert ist, dann soltlet ihr euch nicht aufhalten lassen!"


    „Was will denn Septima?“ fragte sie ihn dann, nach einem Moment des Schweigens.

  • Natürlich liebte er seine Septima, doch das Risiko war doch zu groß für Macer. Und was, wenn sie irgendwann streiten würden, er wäre alleine und ohne Karriere.


    An diesem Punkt waren die beiden also verschiedener Meinungen und doch gefiel es ihm immer mehr, mit Calvena darüber zu sprechen.
    Septima will die Hochzeit wohl oder übel antreten. Doch kann sie genau so wenig ohne mich wie ich ohne sie...wir werden geheime Treffen planen müssen. Diese Pläne waren natürlich nicht nur gefährlich sondern auch moralisch etwas fraglich.


    Ich bin durchaus bei der Überlegung ebenfalls eine Heirat zu vollziehen. Dann aber aus politischen Gründen, mein Liebe ist ja wohl für immer vergeben!

  • Sie waren beide nicht grundzätzlich anderer Meinung, Calvena wollte nur das sich Macer aller Konsequenzen bewusst war, welche die seine geheime Beziehung mit sich brachte. Das er vorsichtig sein musste, dass er niemandem sein Glück anvertrauen konnte oder sonst mit seinen Gefühlen hausieren gehen durfte. Es würde schwierig werden für ihn.


    Bedächtig nickte sie. Septima war sich die Verantwortung gegenüber ihrer Familie also bewusst und wollte sich nicht gegen deren Wünsche stellen, obwohl sie dadurch nicht wirklich glücklich werden würde. Tauschen wollte sie nicht mit ihnen, sie würde gar nicht wissen, was sie tun sollte, wenn sie nicht mit Valerian zusammen sein durfte.


    "Seid vorsichtig!" sagte sie sanft. Leicht verzog sie das Gesicht, als er meinte, ebenfalls heiraten zu wollen, aus politischen Gründen. Aber ob das dann fair gegenüber seiner irgendwann-mal-Braut sein würde Auch weil er von vornherein ausschloss dieser dann so etwas wie Liebe gegenüber zu bringen.


    "Und wer soll die Glückliche dann sein?" fragte sie und behielt ihre bedenken erst einmal für sich.

  • Man konnte in Calvena´s Gesicht all zu stark ihre Unzufriedenheit mit Macer´s Plan sehen. Dies verursachte bei ihm ein laues Gefühl, eigentlich war es wirklich eine mehr als blöde Idee, aber was sollte er sonst machen.


    Schau nicht so drein. In Rom ist das durchaus normal, die Heirat aus Liebe ist mehr als selten. Du, ich meine ihr könnt euch wirklich glücklich schätzen! Der Neid über solch ein Liebesglück konnte er nicht verbergen, wollte er auch nicht. Er freute sich rießig für die beiden.


    Ich hab mir darüber noch nicht all zu viele Gedanken gemacht. Natürlich versucht man möglichst Nahe an einen Senatoren zu heiraten, also dessen Tochter am Besten! Er überlegte, ob es im Moment überhaupt solch eine Chance gäbe, vielleicht kannte Calvena ja jemanden, er blickte sie etwas fragend an...

  • Leise seufzte sie, er verstand ihre Mimik völlig falsch. Im Grunde wusste, dass sie ziemliches Glück hatte, dass sie heiraten durfte aus Liebe. Aber es erschien ihr Unfair, das Macer gerade nur an sich dachte und nicht an das arme unglückliche Mädchen, welches eines Tages seine Frau werden würde.


    „So meinte ich das nicht. Ich weiß doch, dass die meisten Ehen aus politischen Gründen geschlossen werden. Aber es ist irgendwie Unfair, dass du nicht einmal einräumst, so etwas wie zärtliche Gefühle für deine zukünftige Frau, zu empfinden. Das Mädchen wird dann nichts weiter sein, als ein hübsches Anhänsgel für dich, während du hintenrum dein Glück mit Septima genießt...“, gab sie zu bedenken und nippte noch einmal an ihrem Wein.


    „Im Grunde versuchst du nur deine politische Situation zu verbessern, an deine Zukünftige, wer sie ist, was sie ausmacht und so, denkst du dabei gar nicht...“


    Es war gar nicht so einfach ihm zu erläutern, worauf sie hinaus wollte.


    "Ich will nicht dein Gewissen oder deine Moral sein... aber bei dieser Entscheidung darfst du nicht vergessen, dass es auch die über deine Ehefrau sein wird... Du bist mir bisher nicht wie ein Mensch vorgekommen, der sich nicht scherrt, was jemand anderes empfindet. Im Augenblick ist es alles noch theoretisch, doch was ist wenn du eine Frau für dich gefunden hast, kannst du dann einfach guten Gewissens eine Ehe eingehen, die wirklich nur Schein ist?"

  • Ich schließe das keinesfalls aus! Calvena hatte ja sowas von recht, für Macer erstreckte sich die ganzen Auswirkungen seines Planes...einfach schrecklich.


    Ich verstehe das nur nich Calvena. Erst fand ich keine und jetzt habe ich die Frau gefunden, die ich lieben kann und schon ist es verboten. Ich bin einfach verzweifelt!

  • Er stritt es zwar ab, aber sie war sich ziemlich sicher, dass er bis zu diesem Moment sich keine Gedanken gemacht, was seine zukünftige Frau anging. Sie sah das er litt und ihrer unverblümte Art hatte ihm einige Dinge vor Augen geführt, derer er sich nicht bewusst gewesen war. Doch sie wusste nicht wie sie ihm helfen konnte.


    „Ich kann dir nur eines raten: Genieße was dir gegeben ist, aber versuche, wenn es soweit möglich ist, nicht noch jemand anderes ins Unglück zu stürzen. Ich weiß, du hast Pläne und Träume, aber sei dir immer bewusst, dass wenn du heiratest, das Risiko steigt, dass deine Liebe zu Septima ans Licht kommt und dann wirst nicht nur du Unglücklich sein, sondern auch deine Frau! Ich kann dir nicht sagen, ob es das Risiko für dich Wert ist, dass musst du entscheiden und auch Septima!“


    Leise seufzte sie, irgendwie tat ihr Macer leid.

  • Calvena lief zur Höchsttour in einer Moralpredig auf, fast wie seine Mutter..damals :D.


    Vielleicht sollte er sich doch noch einmal mit Septima darüber unterhalten, mehr schaden konnte es ja nicht mehr. Was rätst du mir dann? Soll ich etwa ewig unverheiratet bleiben, man wird mich irgendwann fragen, wieso ich denn keine Frau habe! Was soll ich dann antworten?


    Die Fragen stellte er nicht nur an sie, sondern in den Raum herein. Was sollte Calvena auch antworten können...

  • Du meine Güte, das Gespräch entwickelte sich zu einem Melodrama. Hätte Calvena gewusst, dass er sie gerade in Gedanken mit seiner Mutter verglich, wäre sie wohl reichlich ein geschnappt gewesen. So aber zuckte sie nur mit den Schultern.


    „Rede mit Septima... es geht um euch Beide und eure Zukunft!“ antwortete sie schlicht.

  • Sicher. Aber wieso muss das alles so grausam sein? Er war nicht sonderlich religiös, doch in dieser Sache konnten doch nur die Götter Einfluss nehmen...und ihr Onkel.


    Macer kannte den Consul nicht sonderlich, doch sein Ruf eilt weit voraus, er ist Patrizier durch und durch.
    Ich hatte schon den Gedanken, zu ihrem Onkel zu gehen und alles aufzudecken. Aber ich schrecke vor seiner Reaktion mehr als zurück. Um es deutlich zu sagen, er hatte Angst davor, Angst er könnte nicht nur Septima für immer verlieren, sondern auch seine Karriere und sein Ruf.

  • Macers Verzweiflung war so offensichtlich und doch konnte sie ihm nicht wirklich helfen. Nur zuhören und ihm Mut machen, oder aber auch ein wenig kritisch. Sie setzte eine ratlose Miene auf und zuckte mit den Schultern.


    „Ich kann dir nicht die Antworten geben, die du suchst. Ich kenne Tiberius Durus auch nur aus einer kurzen Begegnung. Hast du mal mit Septima darüber geredet, dass du mit ihrem Onkel am liebsten reden würdest? Sie kann ihn sicher einschätzen und wüsste, wie er reagieren wird!“ meinte sie und betrachtete kurz ihren Becher. Der Wein darin hatte einen tiefroten Ton und reflektierte das Licht. Sie suchte nach einer Lösung für seine Lage, aber irgendwie gab es keine, die alle Probleme auf einen Schlag löste.

  • Natürlich habe ich das. Sie hält das für keine gute Idee und wöllte lieber diese Situation aushalten. Macer hatte dafür vollstes Verständnis, nur ein Wahnsinniger würde auf solch eine Idee kommen.


    Er war zwar sehr verliebt, der Wahn war aber zum Glück noch nicht über ihn gekommen und so verwarf er auch schnell wieder die Gedanken an einen Besuch bei Durus. Vielleicht sollte ich das alles auch verdrängen. Versuchen, Septima zu vergessen auch wenn das ziemlich schwer ist. Und zudem noch sein Herz brechen würde, aber es gab wohl keine Alternative...

  • Wieder nippte sie an ihrem Wein. Macer konnte sie nicht wirklich helfen oder irgendetwas raten. Er wusste selbst in was für einer vertrackten Lage er gelandet war. Sie konnte ihm nur als Freundin beistehen und versuchen ihm die Wahrheit vor Augen zu führen, auch wenn diese schmerzhaft war. Doch sie konnte ihn verstehen, wusste sie selbst doch, wie schön es war, verliebt zu sein und sich nach jemandem zu verzehren und auf den Augenblick zu warten, diesen wieder zu sehen. Unwillkürlich musste sie an Valerian denken, sie hatte ihn schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen und sie vermisste ihn. Aber das nächste Wiedersehen, würde nicht ewig auf sich warten lassen.


    „Du musst selbst wissen, was das Beste für dich ist und ob du sie wirklich vergessen kannst“, sagte sie leise.

  • Wohl eher nicht! Vielleicht ja doch, aber dann dürfte er sie nie mehr sehen, ob er das aushalten würde?


    Mein Verwandter scheint sich ein wenig Zeit zu lassen...Wie ging dein Fest zu Ende? Was ist noch passiert, nachdem ich weg war? Catulus hatte wohl noch etwas zu tun in Ostia, kein Wunder als frisch gewählter Magistrat.

  • Kurz herrschte Schweigen zwischen ihnen, während sie Beide ihren eigenen Gedanken nach hingen. Macer war ja ein netter Kerl, Septima konnte sie noch nicht wirklich einschätzen, aber bisher hatte sie diese nur als nette junge Frau kennen gelernt. Doch wie würde diese Geschichte zwischen den Beiden ausgehen? Sie wünschte ihnen nur das Beste, doch war es auch heikel. Auf jeden fall würde sie das Geheimnis für sich behalten.


    Schließlich kamen sie auf ein anderes Thema zu sprechen. „Ach ich hab ein wenig Zeit mit gebracht“, lächelte sie, als Macer meinte, dass sein Verwandter sich Zeit ließ. „Viel ist nicht mehr passiert, nachdem du gegangen bist. Ein paar nette Gespräche und naja, wenn ich den geflüsterten Gerüchten der Sklaven glauben schenke, dann hat sich wohl Salinator mit jemand vergnügt…“, vertraute sie ihm an und musste dann unwillkürlich an das Geschmiere an der Hauswand der Caecilia denken. Ob das irgendwie zusammen hing? Schließlich schob sie den Gedanken wieder weg. Da ging wohl gerade ihre Fantasie mit ihr durch. „Aber frag mich nur nicht, mit wem er das Vergnügen hatte. Ich hab davon überhaupt nichts mitbekommen.“

  • Macer verschluckte sich fast an seinem Wein als er von de Geschichte des Praefectus Urbi hörte. Ich wusste doch, dass der sich noch jemand angeln würde! Er lachte laut los und hörte so schnell auch nicht mehr auf, der Gedanke daran war einfach zu amüsierend.


    Ich glaube aber, dass er es auch wirklich schwer hat. Ich versteh gar nicht wieso keiner seine Frau sein möchte... Oder wollte er keine?

  • Calvena grinste breit, als Macer sich beinahe an seinem Wein verschluckte. Anscheinend war er was den Klatsch und Tratsch anging, nicht auf dem neuesten Stand. „So so, du hast also geahnt, dass er sich einen meiner Gäste angelt?“ meinte sie recht amüsiert, doch als er sich laut fragte, warum Salinator noch keine Frau hatte, sah sie ihn skeptisch an. Sie hatte eine Menge Theorien, warum keine Frau sich auf ihn einließ. Sie empfand den PU als unangenehmen Zeitgenossen.


    „Ich glaub er will keine Frau, er will eher Gespielinnen...“, meinte sie trocken und musste sich nur an die begehrlichen Blicke erinnern, mit denen er sie immer bedacht und auch alle anderen jungen Frauen. „Wenn er kann nimmt er alles was nicht bei Drei auf den Bäumen ist... und er zählt verdammt schnell“, scherzte sie trocken. Sie verkniff sich zu sagen, dass Salinator ein schmieriger vulgärer Kotzbrocken ist.

  • Als er weiter über den PU nachdachte, kam ihm der Gedanke an sein Tribunat. Er hatte noch immer nichts von ihm gehört, vielleicht musste Macer doch etwas warten.


    Was macht eigentlich deine Ausbildung? Kommst du gut voran? Er musste es hoffen, sonst wäre sein Verwandter gleich aufgeschmissen und umsonst nach Rom gereist.

  • „Noch steht der Termin für meine Opferpürfung nicht fest, aber ich denke einmal, lange werd ich nicht mehr warten müssen“, erzählte sie ihm. „Wenn ich daran denke, werd ich ganz schön nervös. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Götter mir gewogen sind und das Opfer annehmen werden!“ Sie lächelte ihm zu. „Wie sieht es mit dir aus? Bist du zufrieden mit deinem derzeitigen Amt?“

  • Das hört sich ja gut an. Aber nervös brauchst du doch wirklich nicht sein, du bestimmte ein sehr fleißige Schülerin! Macer wusste, dass er ihr kein Mut machen musste, sie war selber schon immer hochmotiviert und die Prüfung wird ein Leichtes für sie sein ;).


    Ich kann mich sicherlich nicht beklagen. Aber meine Amtszeit endet schon bald, im Moment warte ich auf eine Antwort des Praefectus Urbi, ob ich eine Tribunatsstelle bekomme. Er wartete nicht nur darauf, er wird von Tag zu Tag immer nervöser und kann den entscheidenden Brief kaum noch abwarten...

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