Domus Aeliana - Oecus

  • Marcellus nahm diese Information mit großem Interesse auf zeigte aber nach außen hin keinerlei Gefühlsregung. Nach dem sein Gast schon länger nicht mehr zugegriffen hatte, rief er die beiden Sklaven herbei, um die bisher aufgetischten Speisen wieder abräumen zu lassen. Es dauerte eine Weile und solange die Sklaven um den kleinen Tisch herumschwirrten, beobachtete er sie nur und unterbrach das Gespräch mit Sabina. Kurz bevor die Sklaven aus den Raum gingen fragte er jedoch.


    "Möchtest du noch eine Nachspeise oder hast du andere Wünsche?"

  • „Eine paar Trauben oder Datteln, wenn es dir nichts ausmacht. Ansonsten bin ich wunschlos zufrieden“ sie lachte ihn an. „Hast du vor wieder zuheiraten? Jetzt wo du Rom verlässt sicher nicht, oder?“ Wenn er das konnte, konnte sie es erst recht.

  • Da der Sklave den Wunsch des Gastes selbst hörte, winkte ihn Marcellus nur weg, statt es erneut zu wiederholen. Danach sah er wieder zu Sabina. Das was sie sagte, ließ ihn im ersten Moment stocken. Mit einer solch direkten und persönlichen Frage hatte er nicht gerechnet und er konnte daher auch nicht sofort darauf antworten. Lächelnd sah er Sabina an und versuchte seine Antwort möglichst neutral zu formulieren.


    "Wie du heute schon sagtest – man kann nie wissen, was Fortuna für einen bereithält."

  • Jetzt lachte sie laut auf und blitze ihn an. „ Du fragst mich geschickt aus und selbst behältst du alles für dich. Von dir kann ich wirklich noch lernen. Du hast aber recht, wir wissen nicht immer was die Götter mit uns noch vorhaben.“

  • Marcellus hatte das Gefühl, dass er ihr tatsächlich eine ehrliche Antwort schuldete und gab sie ihr daher auch.

    "Sagen wir so, sollte mir die Richtige über den Weg laufen, dann wäre ich bestimmt nicht abgeneigt mich neu zu binden. Für eine Zweckehe aus familiären oder politischen Gründen bin ich ohnehin bereits zu alt und denke auch nicht, dass ich so etwas noch nötig habe."


    Im selben Moment kehrte auch einer der Sklaven mit der Nachspeise zurück. Die Wünsche des Gastes konnten dabei vollkommen erfüllt werden. Der Sklave platzierte das Tablett auf dem Tisch und verließ wieder den Raum.

  • Sie griff nach einer Traube und spielt erst etwas mit ihr bevor sie sie in ihrem Mund langsam verschwinden lies. Sie dachte nach über das was er gesagt hatte. „ Wann ist man je zu alt für so was.“ Sagte sie eher zu sich selbst. "Es ist nicht immer leicht abzuwägen, ich werde wohl mit der Wahl meiner Familie mich arrangieren müssen.“ Da ich kein Mann bin kann ich nicht einfach verschwinden und mir den Mann mehrem den ich will, dachte sie etwas bitter.

  • Marcellus ließ die Traube nicht mehr aus den Augen und folgte ihren Weg, bis sie letzten Endes in Sabinas Mund landete. Er ließ sich zwar nichts anmerken, aber dennoch hatte diese kurze Vorstellung etwas anregendes und er bekam langsam bestätigte sich sein Gefühl, dass Sabina nicht ganz so jung und unschuldig war, wie sie auf den ersten Blick wirkte.


    "Mit zu alt habe ich mich vielleicht falsch Ausgedrückt. Sagen wir ich bin zu reich an Erfahrung für eine solche Vorgehensweisen. Sich zu Arrangieren ist zwar eine Möglichkeit, jedoch sicher nicht immer der beste Weg. Ich weiß man wird als Frau sehr selten gefragt, aber fühlst du dich denn überhaupt schon bereit für eine Heirat?"

  • Sie schmunzelt und nahm eine Dattel die auf die gleiche weise im Mund verschwand. "Oh, die sind aber besonders süß. Eine wirklich gute Auswahl.“ Sie beherrschte sich nicht gleich die nächste zu nehmen. „ Es geht nicht nach meinem Willen ob ich dazu bereit bin. Wenn der passende Gatte da ist werde ich wohl dazu bereit sein“ Sie lies hier sibyllisch offen ob sie nun den für sich richtigen meinte oder den für ihre Familie und richtete sich auf. "Aelius Claudianus Marcellus, deine Einladung war mir eine Freude und Ehre aber jetzt wird es zeit für mich zurück in die Villa Tiberia zu kehren. Ich hoffe das du mir die Möglichkeit gibst sie zu erwiedern."

  • "Sehr gerne! Es war auch mir eine besondere Freude."


    Marcellus war im ersten Moment sehr überrascht über den plötzlichen Aufbruch seines Gastes, merkte dann jedoch, wie viel Zeit bereits seit dem Beginn des Essens vergangen war. Daher hatte er auch vollstes Verständnis dafür, dass Sabina nicht all zu lange beim ersten Treffen mit einem bis vor kurzem noch Fremden bleiben wollte. Langsam erhob er sich aus seiner Kline und ging zu ihr hinüber, um ihr seine Hand entgegenzustrecken und ihr beim aufstehen zu helfen.

  • Sabina hob die Hand und legte sie in seine. Geschmeidig erhob sie sich und sah ihm dabei in die Augen. Etwas was sie sonst eher zufällig tat. „Würdest du bitte meiner Sklavin bescheid geben lassen.“

  • Als Marcellus seinem Gast auf half trafen sich ein weiteres Mal ihre Blicke. Diesmal sogar aus nächster Nähe, da die beiden dicht beieinander standen. Der Aelier war so angetan, dass er im ersten Moment nicht einmal daran dachte, ihre zarte Hand wieder loszulassen. Erst nach einigen Sekunden ließ er sie aus und trat wieder einen Schritt zurück.


    "Deine Sklavin wird dich beim Ausgang erwarten. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder Tiberia Sabina."

  • Als ihre Blicke sich so nah trafen senkte sie ihren schüchtern. „ Das hoffe ich auch, Claudianus Marcellus“ Sie lies seine Hand los und nahm ihre Pella, die man ihr reichte. „Es war mir eine Freude bei dir.“ Sie schickte sich jetzt an ihn zu verlassen

  • Marcellus klatschte und deutete dann mit der Hand auf die Türe, die im nächsten Moment von zwei Sklaven geöffnet wurde. Dort wartete auch schon Sabinas Sklavin, um mit ihr gemeinsam den Heimweg anzutreten. Marcellus warf ihr einen kurzen musternden Blick zu und wandte sich dann wieder lächelnd zu Sabina.


    "Dann darf ich nun mich von dir Verabschieden. Meine Sklaven werden euch nach draußen begleiten."

  • Nur sehr wage wusste Adria, wann ihr Gatte endlich wieder in Rom ankommen würde. Doch schon als sie die aufgeregte junge Sklavin in ihrer Tür stehen sah, ahnte und hoffte sie, und so war es dann endlich soweit.
    Auch wenn sie es nur ungern tat, ließ sie Lucius noch ein wenig warten. Sie konnte nicht anders als sich nochmals umzuziehen, den Kleinen etwas überzuziehen das noch keine Hinweise auf seine vergangene Mahlzeiten hatte zu machen und erst dann machte sie sich auf.


    Mit Gaius an ihrer Hand betrat sie den Oecus und konnte ihr strahlendes Lächeln kaum kontrollieren.
    Während ihrer langsamen Schritte in seine Richtung betrachtete sie ihn genau. Er sah müde aus, deutlich älter als vor dem Feldzug. Nun gut, er konnte kaum frisch und erholt wieder zurückkommen, trotzdem gefiel es ihr nicht.
    "Salve!" Es hätte sicher richtigere Worte für die Begrüßung gegeben, aber sie wollten ihr nicht einfallen.
    Klein Gaius noch immer an ihrer Hand schien nicht ganz zu wissen, was gerade los ist. Er musste die Aufregung spüren, aber er hatte seinen Vater schon Ewigkeiten nicht gesehen.

  • “Salve.“, antwortete Quarto mit tonloser Stimme.
    Dann stürzte er, seine sonstige Zurückhaltung und Reserviertheit vergessend, auf Adria und den Kleinen zu und begrüßte seine Frau und seinen Sohn erstaunlich überschwänglich.
    “Wie sehr ich euch vermisst habe!“, sagte er, strich seinem Sohn über den Kopf und umarmte sein geliebtes Eheweib, und das war schon außerordentlich, denn das tat er sonst nie.
    “Ich war zu lange fort.“

  • Sie gab ihm eine ebenso herzliche Umarmung zurück. Dabei verspürte sie so ein leichtes Kribbeln in der Nase, die Rührung und Freude machte sich bemerkbar.
    "Viel zu lange."
    Sie nahm sein Gesicht in ihre beiden Hände, strich mit einem Daumen über seine Wange und betrachtete ihn besorgt.
    "Wie geht es dir?"


    Ach, was hielt sie ihn hier eigentlich noch fest.
    "Du hast sicher Hunger. Oder möchtest du dich davor noch ausruhen? Ein Bad nehmen?" Eine große Fürsorglichkeit überkam sie. Und Stolz.
    Er hatte es sicher verdient, endlich wieder verwöhnt und umsorgt zu werden.

  • “Oh ja. Ja, sicher, gewiss sollte ich ein Bad nehmen.“
    Er lächelte ein wenig entschuldigend.
    “Ich rieche vermutlich ein wenig streng, nach der langen Reise?“
    Er zupfte an seiner Toga, die wahrlich auch schon bessere Tage erlebt hatte.
    “Und ich muss gestehen, Hunger habe ich auch.
    Aber alles zu seiner Zeit.
    Viel wichtiger: Wie geht es dir? Hat man dich behelligt? Es gab doch hoffentlich keine Unruhen, als die Nachricht vom Tod des Kaisers in Rom eintraf? Ich habe mir große Sorgen gemacht.“

    Die Sorge, dass ein politischer Umschwung seine Familie in Gefahr brachte, war Quartos stetiger Begleiter.
    “Es war sehr anstrengend, gerade auch die letzten Tage. Ich konnte es kaum erwarten wieder hier zu sein und wir sind fast ohne Pause unterwegs gewesen und während der Fahrt konnte ich fast kein Auge zu tun. Und die Monate in Parthia...“
    Er winkte ab.
    “...nein, es ist vorbei... du wirst ohnehin mehr davon gehört haben, als gut ist. Kriege sind nicht so glorreich und glanzvoll wie in den Epen, die später darüber geschrieben werden. Dichter sind passionierte Lügner, glaube mir. Es ist gut, endlich wieder hier zu sein. Bei dir und dem Jungen.“
    Fast gerührt betrachtete er das Kind.
    “Er ist mächtig gewachsen.“

  • Mit einem stolzen Blick auf ihren Sohn pflichtete sie ihm bei. "Mhm, ist er. Und er hat schon viele Geschichten von seinem Vater erzählt bekommen."


    Inzwischen waren auch schon neugierige Sklaven am Rand des Raumes, die den lange nicht gesehenen Hausherren neugierig begutachteten.
    "Hunger" war das Stichwort, die Köchin verschwand und wusste was zu tun war.
    Es war offensichtlich, dass er gerade nicht weiter an die letzen Monate in Parthia denken mochte und sie hielt jede Frage danach zumindest für den Moment zurück.
    "Uns erging es die ganze Zeit gut. Man spürte natürlich überall Nervosität als die Nachricht vom Kaiser kam, aber es hat sich auch schon bald wieder gelegt, nachdem offiziell wurde wer ihm nachfolgen wird."
    Nochmals strich sie ihm über Wange und Hals.
    "Ach, wir sind so froh dich wieder hier zu haben. Die längste Zeit war denke ich für uns das Warten der letzten Wochen auf dich, während andere Familien ihre Männer schon längst wieder zurück in Rom empfangen konnten.
    Ist dein Bruder nun mit dir angekommen? Wie geht es ihm?"

    Die beiden hatten sicher schon über die vor ihm und uns liegende Zukunft gesprochen und sie war durchaus interessiert möglichst viel zu wissen.

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