Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    "Auf der Rostra," begann er und seufzte leicht, "war ich weder Patrizier, noch Senator, ich war Römer. Denn wenn man nichts tut, um das Übel zu verhindern, dann befiehlt man es."


    Aber er wollte nicht schon wieder damit anfangen. Er hatte seine Pflicht getan und einen kleinen Teil dazu beitragen können, dass es kein Jahr der Erniedrigung wurde - doch er spielte mit der Klinge und hat sich auch geschnitten, was sein eigenes Wahlergebnis nur bestätigte. Dennoch, er war zufrieden damit und musste sich nun keine Vorwürfe machen.


    "Ich habe die beiden Probationes auch abgelegt. Sie sind nicht leicht, aber für uns götterfürchtige und wohl erzogene Patrizier keine schwere Hürde."


    Sagte er lächelnd, um den alten Mann ein wenig beruhigen zu können. Dieser würde ein positives Ergebnis erzielen, davon war Furianus überzeugt, auch wenn der Claudier senil war.


    "Ich hege keine Zweifel an deiner Eignung, bist du doch der Jugend durch deine Erfahrung weit voraus. Und im Amte des Augur dürfte der Erfahrung mehr Bedeutung zuteil kommen, als in einem anderen Kollegium.
    Ich möchte dich bitten mir, wenn du erste Ergebnisse bezüglich der Probationes hast, mitzuteilen, wann ich beim Kaiser vorsprechen sollte. Außerdem dürfte er dich wohl auch persönlich kennenlernen wollen, schließlich ist sein Vertrauen eine der höchsten Ehren."

    "Nun, ich habe dein Anliegen gehört und ziehe die Ehre nicht zurück."


    Sprach er mit einem Lächeln. Augur wollte der Claudier also werden. Furianus würde nun wie üblich sagen müssen, wie verantwortungsvoll und angesehen dies Amt war, wie wichtig die römische Religion und die Götter. Doch ein zweiter Blick auf das schon mit Falten übersäte Gesicht zeigte ihm, dass dies hier völlig sinnfrei war, schließlich war Myrtilus ein Patrizier und dazu noch einer im hohen Alter. Diesen zu belehren war doch unangebracht.
    So bot er ihm mit seiner rechten Hand eine freie Kline an und legte sich selbst auf die daneben stehende.


    "Eine höchst seltene Bitte, die du an mich heranführst. Doch deine Bitte schmeichelt mir, da dein Vertrauen in meine Person ein großes zu sein scheint, wird deine Zukunft doch von mir abhängen. Und natürlich werde ich dir helfen, das ist selbstverständlich.
    Die Frage ist nur, wie ich verfahren soll."


    Furianus konnte genau so gut insgeheim die Vor- und Nachteile der Möglichkeiten abwägen, doch Myrtilus sollte ihn später aufgrund einem Misserfolg nicht anklagen können, ihm nichts vorwerfen. So musste er dies vor dem Claudier tun.


    "Nun, der Kaiser, wie auch der Senat, würden deine Person sicherlich gerne messen wollen, bevor die Entscheidung getroffen ist. Das Problem im Senate ist, dass dort unter anderem Männer sitzen, die dich nicht als Römer, sondern sogleich als Patrizier betrachten. Und gegen unseren Stand scheinen einige von ihnen eine natürliche Abneigung entwickelt zu haben. Deine Meriten in Ehren, Myrtilus, doch es würde ihnen nicht reichen - nichts reicht dieser Art von Menschen, welche sogleich zu klassifizieren beginnen.
    Das Problem beim Kaiser ist, dass er wohl nicht allzu häufig von seinem Vorschlagsrecht Gebrauch macht und den Senat auch ungern beschneidet. Das heißt, dass er von deiner Person unbedingt überzeugt sein muss und das ist aufgrund der fehlenden priesterlichen Tätigkeiten ein nicht ganz kleines Problem. Und wenn er nicht überzeugt ist, wird er dein Gesuch ganz abweisen oder mir nahe legen dies im Senate vorzubringen.


    Doch ich würde es gerne beim Kaiser versuchen. Schlägt es dort fehl, hätte man immer noch die Hoffnung, dass er dein Gesuch an den Senat weiterleitet und man könnte sich darauf konzentrieren. Wenn ich dein Gesuch vor den Senat bringe und er fällt sein Urteil gegen dich, so ist alles verloren.
    Stimmst du mir da zu oder denkst du anders?"

    "Leider beherrscht, auch entgegen unserer Erwartungen, nicht viel Arbeit unseren Alltag - bis jetzt.
    So wollte mein Kollege und ich uns bei dir erkundigen, ob wir als Praetoren unser Augenmerk auf anderweitige Aufgaben richten sollen, wenn wir die Amtsgeschäfte eines Praetors verrichtet haben. Es gäbe ja, aufgrund der doch bescheidenen Kandidaturen des letzten Wahlgangs, wohl noch Tätigkeiten, deren nicht so viel Beachtung geschenkt wird oder nur eine ihnen nicht gerechte."


    Es waren zwar alles Spekulationen und Furianus, wie auch Commodus, bewusst, dass der Cursus Honorum nicht ganz unbesetzt war, schließlich gab es genug Kandidaten, doch eben weniger.

    Der Senator ließ auch nicht lange auf sich warten und betrat mit offensichtlich geröteten Augen das Atrium. Die letzte Nacht war recht unangenehm gewesen und die Grillen schienen sich gegen ihn verschworen zu haben, zumindest kamen ihm diese sonderbaren Klänge die letzte Nacht nervtötend und zu laut vor.
    Als er des Gastes gewahr wurde, wurde die Überraschung größer. Einen Claudier zu erwarten, das war außergewöhnlich, doch dieser war dazu noch ein alter Greis, was die Sache nicht einfach machte.
    Doch er ging nichtsdestotrotz mit einem freundlichen Lächeln auf den Mann zu, denn schließlich musste er auch als Praetor unvoreingenommen sein und sollte über solchen Äußerlichkeiten stehen.


    "Salve, Claudius Myrtilus. Was verschafft mir die Ehre deines Besuches?"


    Er reichte ihm die Hand.

    Furianus musste nicht lange überlegen und wollte sogleich antworten, als ihm die Mitteilung der Factio Russata überbracht wurde.
    Nachdem er sie durchgelesen hatte, legte er sie beiseite.


    "Die Equarria. Ob wir gute Chancen haben oder nicht, wissen nur die Götter. Ich bin kein Experte, daher wäre es ratsam einen unserer fähigen Trainer zu befragen."


    Sogleich schickte er nach einem Trainer, der sich auch sogleich zu ihnen gesellte und der Fragerunde ausgesetzt wurde.


    "Wie siehst du unsere Chancen an, bei den Equarria anzutreten? Würdest du es versuchen?"


    Der alte Mann, klein, doch in strammer Haltung und kalten Augen, zögerte nicht lange.


    "Nein. Zwei unserer Fahrer sind erkrankt und einige der besten Pferde sind wie verwandelt. Ihnen scheint auch etwas zu fehlen, zumindest fressen sie schon seit einer Woche nur widerwillig und nicht genug. Außerdem scheinen die Wagenachsen nicht richtig justiert, so dass es schwer sein wird, sie eine gerade Linie fahren zu lassen.
    Ein Zeichen der Götter, wenn ich meine bescheidene Meinung kundtun darf. Ich würde nicht antreten, nicht mit solchen Problemen."


    Furianus nahm dies mit einem Nicken zur Kenntnis, zeigte jedoch keinerlei Reaktion. Nach einiger Zeit, wandte er sich an die Mitglieder.


    "Also werden wir wohl warten müssen. Ich will die Pferde und Fahrer nicht zu sehr beanspruchen."


    Sim-Off:

    Wahrer Grund: Ich habe es leider übersehen und erst heute gelesen. Tut mir leid, ich bräuchte dringend eine Vertreter. ;)

    "Ich bedanke mich für deine Glückwünsche."


    Erwiderte er auf die Glückwünsche des Callidus und fuhr auch fort.


    "Wir sind hier, um mit dem Kaiser über anderweitige Verpflichtungen zu sprechen, um die sich die Praetoren in dieser Wahlperiode kümmern sollten."

    "Salve, Aelius."


    Brachte Furianus etwas überrascht hervor. Dass Callidus nun Magister Officiorum war, eine Überraschung, die doch sehr nahe lag, da ja Quarto für den Palast verantwortlich war und die Aelier sowieso dort wohnten.
    Callidus war ein sehr fähiger Mann und würde Quarto sehr entlasten.

    Consul: Marcus Vinicius Lucianus :dafuer:


    Aedilis Curulis: Manius Tiberius Durus :dafuer:


    Tribunus Plebis: Appius Terentius Cyprianus :dagegen:


    Quaestor Principis: Manius Matinius Fuscus :dagegen:
    Quaestor pro Praetore: Gaius Decimus Maior :dagegen:
    Quaestor Urbanus: Lucius Octavius Detritus :dagegen:
    Quaestor Consulum: Lucius Claudius Marcellus :dagegen:

    Sim-Off:

    Nun wurde ich eines sehr fähigen Scribas beraubt. Mea culpa... :(


    Kurze Zeit später, seitdem war vielleicht eine Stunde vergangen, hallten die Schritte - es waren doch mehrere, wobei die Aufmerksamkeit nur auf eine Person gerichtet blieb - von Furianus durch den großen und doch recht langen Gang wider.
    In gewohnter Manier ließ er seine Liktoren vor der Tür warten, heute schickte er sie nicht weg, da er beabsichtigte noch hinaus zu gehen, und betrat das Officium.
    Sofort wurde er von dem Besuch unterrichtet, was seine Neugier unnötigerweise weckte und er sich vornahm am Ende des Tages Commodus abzuwarten, um ihn dann beim Verlassen des Gebäudes abzufangen und die Neugier zu stillen.

    Ein junger Sklave gab an der Porta eine Mitteilung ab.


    Ad Gaius Prudentius Commodus


    Ich grüße Dich, mein Freund.
    Natürlich sollen meine ersten Worte dir zu dem wunderbaren Ergebnis deiner Wahl gratulieren und ich bin erfreut, dass ich dich meinen Kollegen nennen darf.
    Wie du sicherlich schon gemerkt hast, so wird es keine Generalversammlung der Magistrate geben, denn der Kaiser hat nicht geladen.


    Wie ich dir schon bei unserem letzten Gespräch mitteile, würde ich den Kaiser, mit dir an meiner Seite, aufsuchen, um etwaige Aufgaben oder Verpflichtungen zu erhalten, die aus dem doch schon lichten Feld der Magistrate dieses Wahlganges entstehen könnten.


    So bitte ich dich am morgigen Tage, zur dritten Mittagsstunde, mit mir zum Palast zu eilen, um eine Audienz zu erhalten.
    Ich werde pünktlich erscheinen und in meiner Sänfte vor deinem Domizil warten.


    gez.
    L. Flavius Furianus


    [Blockierte Grafik: http://img444.imageshack.us/img444/6913/furiaaaatransparentfo1.png]

    Die Liktoren schritten voran und Furianus folgte sogleich. Natürlich entließ er die Respräsentanten seines Imperiums vor seinem Officium, denn zu gebrauchen waren sie dort nicht. Gefolgt von drei Scribae und einigen Sklaven betrat er das geräumige Officium und wies die Männer an sich hier einzurichten, er tat selbiges und nach ein paar Stunden war alles nach seinem Geschmack, bereit ihm zu Diensten zu sein.


    Er selbst setzte sich sogleich an den großen Tisch und bearbeitete einige Dokumente minderer Dringlichkeit, harrten sie doch schon zu lange der Erledigung.

    "Ich schließe mich ebenfalls meinen beiden Vorrednern an. Ein paar mahnende Worte, das wäre ganz recht, eine Anklage jedoch zu übertrieben."


    Auch wenn sein Kommentar nun keine neue Idee oder etwas anders Hilfswürdiges aufgriff, so diente er dennoch die Meinung wiederzugeben, der sich die meisten Senatoren wohl anschlossen - bis auf einige, die sich jedoch auch zuvor schon hinreichend geäußert hatten.

    Auch wenn er, wie auch die Zeit, nach einem Abschied drängten, schüttelte er dennoch leicht den Kopf.


    "Spreche nicht von in Anspruch nehmen, spreche lieber von beidseitigem Genuss, lieber Freund. Es ist mir immer wieder ein Vergnügen, wenn das Gesicht meines Gegenübers das deine ist."


    Und doch, um ein Festhalten oder eine Überstrapazierung des alten Freundes zu vermeiden, erhob er sich freundlich, um Commodus das Geleit zur Tür zu geben.