"Selbstverständlich."
Sagte er dem zustimmend und nahm sich noch eine Traube.
"Selbstverständlich."
Sagte er dem zustimmend und nahm sich noch eine Traube.
Auch von mir alles nur erdenklich Gute, Numi. ![]()
An diesem Tage war auch Furianus nach den üblichen Verpflichtungen im Senat, mit seiner Schar Klienten und standesgemäß mit einer Sänfte durch die Foren unterwegs und bedeutete den Sänftenträgern stehen zu bleiben. Er selbst entstieg dieser mit Leichtigkeit und hielt einen Moment inne, da die Falten seiner Toga vermutlich nicht so recht fielen und ein Sklave sofort herbeieilte, um diesen Missstand zu beheben.
Seine Liktoren, mit den großen fasces, schnitten die Menge um die Angebot auch sogleich durch, so dass ein paar Männer seiner Klientel voraus schritten und er mit einigen Leibwächtern folgte - im Rücken der größere Teil der Klientel.
Unmittelbar vor den Angeboten hielt der Zug inne und Furianus besah sich die Ware. Er hatte eindeutig zu wenig Sklaven und nach dem letzten Einkauf vertraute er keinem seiner Sklaven mehr etwas anständiges am Markt zu erstehen. So mühte er sich selbst hierhin und fragte sich bei welchem Preis das Angebot war.
Ein kurzes Flüstern und ein Sklave eilte zu dem Sklavenhändler und rief aus.
500 Sesterzen für dies aus dem Orient.
Furianus wurde weder den Damen, noch dem kleinen Cousin gewahr, der ja auch schließlich nur sehr schwer in dieser Menge ausfindig zu machen war.
"Es kommt mir durchaus so vor, wenn man auf die Quantität blickt, mit der so manch ein Kollege die Landwirtschaft betreibt. Konkurenz ist war der Nährboden für Fortschritt, aber zu viel vertilgt so manchen Neueinsteiger. Ich überlege es mir doch wohl noch, denn überstürzen will ich so einen Schritt keineswegs."
Er hatte oft darüber nachgedacht und würde wohl in den kommenden Tagen seine geliebten Rechnungen aufstellen, denen er doch mehr Vertrauen schenkte, als dem Rate seiner Klientel oder Freunden. Denn Zahlen logen nicht und gaben auch einen gewissen Gesamtüberblick, prophezeiten richtiger, als so mancher Augur.
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"natürlich, Commodus, ich verstehe deine Ansicht vollkommen. Es wäre ja auch ein wenig schade, wenn der Senat nur aus gleich hallenden Stimmen bestehen würde, Differenzen machen die Politik attraktiver und führen meist zu einer guten Entscheidung."
Wenn jeder Mensch gleich wäre, die gleichen Ideen und Ansichten pflegte, so wäre eine Institution wie der Senat nich vonnöten. Außerdem führten viele verschiedene Ansichten zu dem besten Ergebnis.
"Ich überlege auch, ob ich mir nicht ein Landgut kaufen sollte und mit jenen Erträgen wirtschafte. Aber mir scheint, der Markt ist vollkommen gesättigt."
`Ich sehe schon, der Mann ist nicht dumm?`Rezitierte Furianus in Gedanken und fand keine Worte für diese Insolenz. Und dann diese Wortwahl, der Gaul gehe ihm durch.
Perplex stand er einige Sekunden da und dachte nach, schließlich erhob er wieder das Wort.
"Wir informieren uns wohl alle schon im Voraus welche Gentes hier vertreten sind - das hat mit Dummheit nichts zu tun, du brauchst uns das nicht zu unterstellen.
Ich habe genug gehört."
Er schüttelte leicht den Kopf und ließ seinen Blick durch den Raum hindurch schweifen, abwartend ob noch jemand eine Frage stellen würde.
Nun musste Furianus auflachen. Unsäglicher Zusatz, das hätte Furianus nun nicht gesagt.
"Naja, für diesen unsäglichen Zusatz habe ich gestimmt."
Dann nahm er einen bissen des guten Fladenbrotes und ließ Commodus nicht lange in der Verwunderung über seine Stimmabgabe.
"Der Grund dafür ist, dass es wirklich nicht unserem Stande entspricht solcherlei Betriebe unser Eigen nennen zu können. Der Wirtschaft, dem normalen Bürger, dürfte dies sowieso ungemein entgegen kommen, hat er doch jetzt die Möglichkeit zu wirtschaften - nun ohne große Konkurenz.
Da veräußere ich lieber meinen Betrieb, als von dem Volk als nach Sesterzen strebend dargestellt zu werden. Schließlich sind wir keine Epikureer."
Furianus lächelte mild, als der Tiberier ihm diese Frage stellte und antwortete ruhig.
"Weil ich Flavier bin. Wir stellten Kaiser und dienen Rom."
Doch die weiteren Ausführungen verwunderten Furianus doch sehr.
"Wie kann dein Vater und dessen Vater den Arvales Fratres angehört haben, wenn die Gens Tiberia erst seit einer Generation dem Stande der Patrizier angehört?"
Er hatte sich dahingehend schon recht gut informiert und wusste, dass es Tiberius Lucidus war, dem die Gens ihre Adelung zu verdanken hatte. Ein fragender Blick streifte zuerst Iuvenalis, dann Vitamalacus, der ihm hoffentlich mehr sagen konnte.
Furianus hörte dem alten Mann, weil er um eine Vorstellung gebeten hatte, besonders aufmerksam zu.
Der Lebenslauf war ohne große Besonderheiten, jedoch durchaus akzeptabel. Und so richtete er die erste Frage an den Aspiranten.
"Mein Name ist Lucius Flavius Furianus. Meine Frage ist, warum gerade du in den elitären Kreis der zwölf angesehensten Patrizier, dem der Kaiser höchstselbst angehört, aufgenommen werden solltest?"
"Ich fragte, da ja kürzlich der, der Lex Claudia ähnlicher, Zusatz zur Lex Mercatus eingebracht wurde. Im Zuge dessen habe versuche ich nun meinen Barbier möglichst rentabel zu veräußern. Es war ein Vortasten, daher weine ich dem nicht nach."
Dann nahm er sich ein Stück Fladenbrot.
"Und wie siehst du das?"
Furianus sympathisierte mit der Meinung des Senators Quarto, konnte jedoch nicht verstehen warum der Decimer sich nach der ersten Äußerung des Quarto nun so angegriffen fühlte. Womöglich verstand er es falsch, hatte Quarto doch das Kollektiv der einzelnen Unterteilung vorgezogen und bezeichnete alle als Römer.
Doch vorerst wollte er sich raushalten, hatte er seinem Gewissen doch schon Folge geleistet und die Acta, die Zeitung des Kaisers, in Schutz genommen. Außerdem wollte er sich das Gesicht eines Parthers, der liest, dass die Römer - nein, der Senat - die eigene Staatszeitung, die ihres eigenen Kaisers, anklagen, nicht vorstellen - es wäre zu erniedrigend.
Die Antwort des ehemaligen Consuls erwiderte Furianus mit einem dankbaren Nicken. Schließlich wollte er nur den Grund für die Entscheidungs des Senators wissen, nicht über eine einzige Diploma streiten.
Die Ausführungen des Octavius Maximus waren an sich nicht falsch, doch auf der anderen Seite dieser Anlehnung an das Volk, welches der ehemalige Volkstribun durchaus vollbracht hatte, stand die fehlende Gravitas und die Missachtung der Sitten im Senat auf der anderen Seite.
Hätte das Volk über die Auszeichnungen abstimmen können, so würde, da war sich Furianus sicher, der ehemalige Volkstribun einer der ersten sein - doch der Senat entschied.
"Ich würde den Mann gerne hören, Magister, falls dies möglich wäre. Schließlich ist es, allein diesem Gremium anzugehören, ein weitaus höheres Ziel als ein niederes Magistratenamt, da wir hier ein kleiner elitärer Kreis sind."
Brachte Furianus ein und war schon gespannt welches Gesicht er erblicken würde.
"Wir haben derzeit vier Fahrer:
Dominator spectatorum, Magister Rotarum, Vir fortis Orci und Pegasus.
Dominator ist der Beste derzeit, Magister Rotarum gehört auch zu den Spitzenfahrern, nur die anderen Zwei sind recht unerfolgreich."
Erwiderte er auf die Frage Mhorbaines und wandte sich sogleich an Metellus.
"An finanziellen Mitteln fehlt es der Factio nicht. Spureningenieur? Glaubst du unsere Trainer und Techniker wären aus ihren jahrelangen empirischen Erfahrungen im Pferdesport nicht in dem Maße bewandert, wie ein Spureningenieur?"
"Ich schließe mich ebenfalls den Kollegen Vinicius Lucianus und Purgitius Macer an, möchte jedoch an Senator Vinicius Lucianus die Frage richten, weshalb er die Arbeit seines Quaestor Consulum, Claudius Marcellus, einer Auszeichnung nicht für würdig erachtet."
Furianus hatte von Claudius Marcellus keine schlechten Gerüchte bezüglich seiner Arbeit gehört und so interessierte es ihn ungemein sehr, weshalb seine Arbeit nicht gewürdigt werden sollte - so viele Aufgaben hatte er ja nicht zur Bewältigung aufgetragen bekommen.
Die ersten Worte des Senators Decimus rissen Furianus unweigerlich aus seinen Gedanken.
Doch er konnte beruhigt einen leichten Seufzer von sich geben, da weder er diesen Artikel verfasst hatte, noch in der Redaktion saß. Zwar erinnerte es ihn daran, dass er in letzter Zeit fast gar nicht dazu kam in der Redaktion zu erscheinen, doch womöglich war es ein günstiger Wink der Götter, um nicht zur Verantwortung gezogen zu werden.
Doch er gehörte als Redakteur der Acta an und musste sich hier einfach äußern.
"Ehrenwerte Senatoren,
ich stimme vollkommen mit euch überein, dass dieser Artikel, diese überspitzten Worte, ein wenig zu viel des Guten waren.
Doch einem solch harten Vorschreiten, einer Klage des Senates, kann ich nicht zustimmen.
Betrachtet man die vergangenen Entwicklungen in Hispania, könnten diese zu solch einer objektiven Meinung durchaus verleiten. Womöglich hat sich der Redakteuer nicht gründlich genug informiert, vielleicht sind seine Informanten auch nicht zuverlässig, denn sowas kommt, und das weiß ich aus eigener Erfahrung, nicht selten vor - doch solch ein hartes Vorgehen entbehrt jeder Rücksicht.
Schließlich ist die Acta Diurna die Zeitung unseres Kaisers, das sollte nicht vergessen werden.
Mahnende, weisende Worte sollte der Senat gegenüber diesem Artikel einschlagen, keine Klagen."
Dass er für die Acta Partei ergriff war dennoch nicht so selbstverständlich, wenn er sich nur an den von ihm und seinem teuren Freund Senator Curio verfassten Leserbrief bezüglich der Avarus-Rede erinnerte, der von der Redaktion - er war durchaus objektiv gehalten - nicht veröffentlicht wurde, da man keine Klage riskieren wollte. Aber Furianus hatte schon immer diese üble Eigenschaft nicht nachtragend zu sein.
"Der Götter Segen und das Leben gedeiht. Mehr braucht es nicht, Speis und Trank ausgenommen."
Bemerkte er lächelnd an und befand, dass das Thema schon vollends ausgeschöpft war, man eigentlich eines neuen bedurfte.
"Besitzt du eigentlich Betriebe, Commodus?"
Wenn du mich meinst, so bin ich auch betroffen, finde es jedoch in Ordnung.
"Denke nicht falsch von mir, Commodus, denn so anspruchsvoll bin ich nicht. Denn entgegen der üblichen Jugend in Baiae erfuhr ich eine andere."
Sagte er milde lächelnd und wunderte sich wie schon zu oft, dass man mitsamt alle Patrizier für Göttern nacheifernde Arroganten hielt. Er kannte viele, viele, die so sehr dieser Vorstellung entsprachen wie die Sonne blau sein konnte - nämlich gar nicht.
"Ich hoffe es aufrichtig, mein Freund. Doch es liegt in den Händen der Götter, daher wäge ich mich niemals in Sicherheit."
Und vermutlich würde er eines Tages noch Recht haben.