Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    Gegen ein Abenteuer hätte Furianus eigentlich nichts einzuwänden, doch Rücksicht musste er dennoch nehmen und würde für eine sichere und schnelle Überfahrt opfern.


    "Wenn es mir die Zeit und das Alter erlaubt, so hoffe ich das ganze Reich bereisen zu können. Würdest du auch gerne sehen welch Schätze die anderen Provinzen besitzen?"


    Sagte er leicht lächelnd über die Reling schauend. Bald würden sie in See stechen können und er wäre wieder einigermaßen frei von Verpflichtungen.

    Selbst am Morgen der Saturnalien war Furianus nicht gerade glücklich aus dem Bett gestiegen, denn die Kopfschmerzen plagten ihn seit geraumer Zeit und raubten ihm jeden Gedanken, die doch Formeln zur Berechnung der Warenmenge errechnen sollten. So ließ er sich auch missmutig waschen und einölen, denn er hoffte auf eine lindernde Wirkung, die auch glücklicherweise eintraf und ein wenig des Schmerzes nachließ.
    In keinster Weise war er gut gelaunt, vielmehr war ihm der Tag recht gleichgültig.
    So trat auch er in einer dunkelroten Tunika in den Raum und grüßte.


    "Io Saturnalia."


    Und wieder musste er feststellen, dass hier eine Frau stand, die er nicht kannte. Entweder sein Nomenclator hatte vergessen ihm von der Ankunft einer Frau zu erzählen oder er hatte es schlicht vergessen. Aufs erstere hoffend trat er zu ihr.


    "Salve junge Dame, ich bin Lucius Flavius Furianus. Sohn des Senators Flavius Felix."


    Da er sogleich Gracchus und Aristides erblickte, stellte er die Vermutung auf, dass dies holde Wesen Aristides mitgebracht hatte. Gracchus konnte es nicht sein, denn er war vermählt, doch Aristides sah man nie in Rom, sie musste zu ihm gehören.

    Zitat

    Original von Sextus Pompeius Antipater
    Ich glaube nicht das jemand wütend ist. Ich bin es auf alle Fälle nicht. Es geht auch nicht darum wer für irgendwas verantwortlich ist sondern inzwischen doch eher um ein: Brauchen wir noch mehr Regeln? Für mich heißt die Antwort nein. Im übrigen werde ich meinen Sohn Kassander nennen, auch wenn ich zum Kaiser gehen muss. Mal sehen ob der auch sagt dass ich das nicht darf.


    Wernn du deinen Sohn ständigem Geflüster, Belächelungen und Kichereien, vielleicht auch noch einigen unbequemen Nachfragen aussetzen willst, so tu das.
    Damals wurden Namen wie Aplle, Brooklyn oder sonstwas nicht so toleriert wie in unserer Zeit. Ein den Römern atypischer Name bedeutete gleich skeptische Blicke und die Nachfrage was in den Vater gefahren sei, ob man selbst Peregrinus war/ist. Für einen römischen Bürger, der Kassander hieß, war das sicherlich nicht angenehm und verursachte gleich Stolpersteine für´s Leben.
    Als Römer wirst du deinen Kindern keine exotischen oder gar "fremden" Namen geben, das wäre äußerst ungeschickt. Zwar geht hierbei vielleicht ein Stück der Individualität verloren, doch wir sind noch nicht an dem Punkt, dass hier jeder vierte den gleichen Namen trägt und man die ID´s nicht unterscheidet. Wem es so ergeht, der möge sich bitte melden. ;)
    Der Name an sich ist aufgrund der vielen Primas, Secundas, Tertias und weiteren Aufzählungen der Töchter, sowie auch Söhnen, nichts Besonderes. Daher wirst du auch keinen Mann aus gutem Hause finden, der Kassander hieß, geschweige denn einen Senator, der von der Norm in seinem Namen abwich - Liberti und Peregrini natürlich ausgeschlossen.

    Nachdem einige seiner loyalsten Klienten versorgt waren und auch die anderen Sklaven Kleinigkeiten geschenkt bekommen hatten, machte sich Furianus zu Fuß - und das sah man selten - auf dem Opfer mit einer handerlesenen Schar von Klienten beizuwohnen. Er hatte eine schlichte Tunika an und die für die Saturnalien angemessene Kopfbedeckung. Natürlich musste er keinen Anweisen ihm Platz zu machen, keinen Klieten einen Seitenblick zuwerfen, damit jener sich den Weg durch die Menge bahnte, nein, er stand etwas abseits und wohnte so dem Opfer bei.


    Und da waren wieder flavische Züge zu erkennen, als er einen Priester betrachtete, der seinem Vetter sehr ähnlich sah. Wie sich herausstellte war die Vermutung vollkommen zutreffend und der Mann sogleich zugeordnet.


    Die ausgelassene Stimmung unter den Menschen war erfreulich, doch wenn es ausarten, die Menschen in völliger Trunkenheit ihren Funken Anstand verlieren würden, so stand die flavische Sänfte in Reichweite zur Flucht.

    Furianus kommentierte die Antwort des Konsuls mit einem wohlwollenden Nicken und erblickte die lukullischen Speisen. Nach einer kleinen Begutachtung griff er auch zu und ließ es sich schmecken.


    Großen Hunger hatte er zwar keinen, aber es lohnte sich einmal zu kosten und den flavischen Sklaven aufzutragen etwas ähnliches zu zaubern, falls es denn schmeckte.


    Den Wein ließ er sich jedoch verdünnen, da ihm kräftiger Wein zu schnell in den Kopf stieg und die fürchterlichen Kopfschmerzen einsetzten.

    Und wieder schien der Volkstribun seine scharfe Zunge spielen zu lassen, was Furianus ungemein erfreute.


    "Ich hörte von anstehenden Beumaßnahmen am Tempel des Mars Ultor. Weiß jemand etwas mehr, denn dies Vorhaben scheint schon seit langer Zeit geplant zu sein, bis heute jedoch noch nicht realisiert. Nicht, dass der Götter Zorn über Rom bricht."

    "Für heilige Gebäude ist der Curator Aedium Sacrarum zuständig. Wie mir scheint, ist dies wiederum eines der zahllosen vakanten Ämter in Rom."


    Man brauchte wirklich wieder mehr fäihige Männer. Er wusste nicht worin diese Knappheit begründet war, denn von Seuchen oder Morden an fähigen Rittern und Senatoren hörte man nichts.

    Furianus saß nun schon seit etwa zwei Stunden an der Ausarbeitung der Formeln, welche zum gewünschten Ergebnis führen sollten und blickte zufrieden auf die tabula, welche nur so von den Feldzügen des Schwammes übersät war.
    Sogleich nahm er die erste tabula und notierte sich die Aufzeichnungen darunter.


    Beschaffungs- und Lagerbereich
    Horrea/Lager
    Höchstbestand: XXX
    Mindestbestand (eiserner Bestand): XXX
    Meldebestand*: XXX
    durchschnittlicher Lagerbestand*²: XXX


    Formeln:
    * (Lieferzeit X Tagesverbrauch) + eiserner Bestand = Meldebestand
    *² (Jahresanfangsbestand + Jahresendbestand) : 2 = durchschnittl. Lagerbestand


    Beschaffung
    optimale Bestellmenge: XXX


    Formel:
    Lagerkosten + Bestellkosten = optimale Bestellmenge
    oder
    Wurzel aus [(2 X Bestellfixe Kosten X Jahresbedarf) : (Einstandspreis X Lagerkostensatz in Prozent)]



    Und noch immer war er nicht zufrieden, gab es doch noch Größen wie die Losgröße zu berechnen, denen er sich aber an einem anderen Tag zuwenden wollte.


    Sim-Off:

    Zwar kannten die Römer die BWL wohl nicht in der Form, doch ich finde es interessant dies mit der damaligen Getreideversorgung zu verbinden. ;)

    Furianus saß wieder einmal hinter dem Schreibtisch und rechnete.
    Er hatte sich schon ein wenig in die wirtschaftliche Kunde eingelesen und hatte sogleich ein paar neue Begriffe eingeführt.


    Sorgfältig schrieb er alles auf eine Tabula.


    Beschaffungs- und Lagerbereich
    Horrea/Lager
    Höchstbestand: XXX
    Mindestbestand (eiserner Bestand): XXX
    Meldebestand: XXX
    durchschnittlicher Horreabestand: XXX


    Er würde das später noch verfeinern und seinen Nachfolgern auch die Berechnungsformeln überliefern, so dass sie selbst nicht die Mühe auf sich nehmen mussten die Formeln für diese Größen herzuleiten.
    Danach griff er zur Seite und betrachtete seine neu gestaltete tessera frumentaria, die Marke, mit der ein Bürger Roms kostenlose oder preislich stark verminderte Ware erhielt:



    Diese würde er auch noch ein wenig umändern und etwas einfügen müssen, doch dies würde er später in Angriff nehmen, denn zuerst musste er sich an die Abänderungen der Lex Frumentaria machen.

    Ein leichtes Nicken dem Vetter, ein wohlwollender Blick zu dem Tiberier und Furianus trank einen großen Schluck. Danach stellte er den schön verzierten Becher ab und betrachtete für einen Bruchteil der Sekunde die handfertigkeit, mit der dies Stück Rohstoff zu Kunst wurde.
    Danach blieb sein Blick auf dem Consul haften, welcher ebenfalls so gut in das Thema hinein zu passen schien.


    "Und du, Vinicius Lucianus, hast du ebenfalls Heiratsabsichten?"

    An Agrippina hatte Furianus schon lange nicht mehr gedacht. Er sah sie damals bei Festlichkeiten oder Kultzeremonien, doch gesprochen hatte er noch nie mit ihr. Sie war die Virgo Vestalis Maxima und brachte der Gens viel Ehre ein Ansehen durch dieses Amt. Dass sie sich irgendwann gegen den Kult entscheiden würde, hoffte Furianus nicht. Er rechnete auch nicht damit, da die meisten Frauen der Göttin auch nach den vielen Jahren weiterhin dienten.
    Doch da wurde er wieder angesprochen und zügelte sich, um dem Vetter nicht einen allzu bösen Blick zuzuwerfen. Natürlich konnte er nicht sagen, dass sie den Termin stets vor sich hergeschoben haben und es bald unausweichlich feststehen würde. In letzter Zeit fragten ihn viele danach und immer wieder musste er sie um geduld bitten, sogar den eigenen Vater. Der letzte termin wurde ja kürzlich sowieso wieder verworfen, da die Misenumreise dazwischen kam.


    "Bald wird man den großen Häusern Roms Einladung verschicken. Bis dahin hülle ich mich in Schweigen, Vetter."


    Sagte er lächelnd und trank darauf einen Schluck in der Hoffnung nicht weiter auf das Thema eingehen zu müssen. Sichtlich unwohl fühlte er sich schon lange dabei. Eigentlich recht eigenartig, freute er sich doch so sehr auf den Bund mit Claudia, nur irgendwie schien sich das allmählich verflüchtigt zu haben - der Stress war maßgeblich ausschlaggebend.

    Zitat

    Original von Quintus Tiberius Vitamalacus
    Das führt mich zu dem einzigen Haken, bzw. Sorge die mich bei dieser Änderung beschleicht : Wird es in Zukunft genug Kandidaten für den CH geben ? Schon jetzt sind die Wahlen nicht wirklich wahlen, weil es meist nur so viele Kandidaten wie Ämter gibt. Wenn jetzt der CH noch etwas exklusiver wird, könnte es dazu kommen, das immer weniger Posten iom CH besetzt werden können.


    Genauso sehe ich das auch. Solange die Zahl der Senatoren nicht groß anwächst oder sie im großen Stil adoptieren, wird man mit einem extrem unterbesetzten CH rechnen müssen.
    Aber irgendwann wird der Fall eintreten, dass dann jede Familie einen Senator stellen könnte und sich das wiederum verzweigt, am Ende ( so in 5-7 Jahren :D) dann eigentlich viele Gentes sich für politische Karrieren eignen werden, da sie Senatoren haben werden oder zumindest in der Vergangenheit hatten an die man anknüpfen könnte. ;)


    edit: Wenn man darüber nachdenkt, dann ist das Anknüpfen an verstorbene Senatoren ja nicht erlaubt, da man nicht unter ihrer Patria Potestas stehen kann und somit auch nicht den Ordo Senatorius angehört. Oder könnte man dies im Zweifelsfalle? Denn dann könnte man einen Ansturm auf die lebenden Senatoren verhindern, indem man einfach den Sohn eines verstorbenen Senators spielt - und davon gibt es genug.

    Furianus konnte ein kleines, jedoch unkommentiertes, Lächeln nicht zurückhalten. Durus suchte nach einer Frau, die Schwester des Gracchus war mehr als angemessen - für ihn war es fast schon entschieden.
    Es konnte nicht besser kommen, als einen treuen Freund bald in der Familie sehen zu können. Er hoffte, dass die Götter sich nicht gegen solch eine Verbindung stellen würden.


    So trank er einen Schluck verdünnten Weines und nickte Durus leicht zu, um diesem zu bedeuten, dass er diesen Vorschlag mehr als nur begrüßte.
    Bald wären die Flavier ein Stück ärmer, doch um eine kostbarere Verbindung reicher - für ihn stand schon alles fest, denn eine Flavierin sträubte sich nicht gegen die Familie und das Schicksal, ein Tiberier auf Brautschau würde sich solch eine Partie nicht entgehen lassen.

    Die Penelope lag nun schon über ein Jahr in Ostias Hafen. Eigentlich erwarb Furianus die Yacht, als er nach Hispania aufbrach, um sich dort seinen Tätigkeiten zuzuwenden. Doch in dem Jahr der Ruhe war das Schiff stets gepflegt worden, so dass es wie neu aussah. Die Besatzung war jedoch die alte geblieben und viele der Matrosen wurden in diesem einen Jahr fast schon in Ostia heimisch, vermissten das offene Meer jedoch ungemein.


    An jenem frischen Morgen wurde die Penelope wieder beladen, man ging auf Reisen. Die Befehle wurden über das Deck geschrien und Matroesen liefen umher, überprüften noch einmal die Segel und Taue.


    Nach etwa ein bis zwei Stunden kam der Eigentümer an Bord, vor dem die Mannschaft natürlich besonders glänzen wollte - solch eine begehrte Stelle war umkämpft, denn die Reichen bezahlten gut und man musste fast nichts dafür tun im Vergleich zu einem kaufmännischen oder Transportschiff.


    Furianus nahm Claudia bei der Hand und geleitete sie sicher über die schmale Brücke auf´s Deck. Lächelnd blickte er auf das weite Meer hinaus.


    "Willkommen auf meinem Schiff, Liebste. Ich habe sie auf den Namen Penelope getauft. Dies nicht von ungefähr, denn der legendäre Seefahrer und König von Ithaka, Odysseus, trotze auf seiner Penelope vielen Gefahren. Ich hoffe, du kennst die Sagen um ihn."


    Er hatte damals mit dem Gedanken gespielt das Schiff Argo zu taufen, doch das legendäre Schiff verbrannte letztendlich vor den Augen des Jasons - sein Schiff sollte nicht brennen.

    ...lief ein Sklave in Gedanken umher und schaute, ob auch ja nichts vergessen wurde oder noch für die Benutzung bereitstehen sollte, denn die Herrschaften waren noch nicht aufgewacht.
    Nach einer weiteren Stunde des geschäftigen Treibens, von dem die Patrizier nichts mitbekommen sollten, eilte der alte Sklave zu den Leibsklaven der Herrin.


    "Wir werden in einer Stunde aufbrechen müssen, die Herrin sollte sich bereit machen. Speis und Trank zum Frühstück werden in etwa 10 Minuten gebracht."


    Die gleiche Prozedur wandte er beim Dominus an, der jedoch schon aufgestanden war und mit dem Sklaven persönlich sprach.