Furianus schien eine Weile zu überlegen, doch dann fing er an.
"Es ist schon lange her. Ich hatte das Aedilat inne und du warst schon etwa ein paar Wochen auf dem Landgut in Sardinia.
Milo arbeitete als Scriba meines damaligen Kollegen, Senator Purgitius Macer.
Und im Zuge der aufgetragenen Aufgaben besuchte mich Milo, um nach den Erben der damaligen Betriebe der geachteten und verstorbenen Flavia Messalina zu fragen.
Ich sagte, dass du dies seist, doch wahrscheinlich keinen der Betriebe annehmen würdest. Er wusste ja nicht um dein Verhältnis zu Flavia Messalina, wusste nicht, dass du es warst, der sie der Gens verwies und daher es nur eine Frage der Ehre wäre, wenn du diese Betriebe ablehnst. Außerdem wolltest du deine Ruhe auf Sardinia und ich selbst weiß, was für Anstrengungen und Kosten mit einem neuen Betrieb verbunden sind. Doch deswegen hast du dich in Sardinia niedergelassen, um dem zu entfliehen und ein wenig zu entspannen.
Dies beachtend riet ich ihm dich deswegen nicht zu stören, die Gründe habe ich dir ja gerade aufgezählt. Die Entscheidung hätten wir treffen können, schließlich waren es zwei oder drei Betriebe, also nicht der Rede wert.
Milo sah es anders und unterstellte mir eigene Pläne mit den neuen "Errungenschaften", die du womöglich durchkreuzen würdest. Obwohl ich solche Gedanken nie hegte, ich wollte keinen der Betriebe, Milo hätte sie gerne haben können.
Natürlich war ich verärgert über solch Unterstellungen, schließlich kennt er mich nicht, kannte so vieles nicht - auch über dich."
Er machte eine kleine Pause und blickte zu seinem Vater.
"Ich bin nicht nachtragend und habe ihm dies schon verziehen. Doch seitdem haben wir keinerlei Kontakt und ich wollte dich fragen, ob er etwas dir gegenüber geäußert hat?
Meine Ehre verbietet mir den ersten Schritt, denn ich war es, dem er solch grässlichen Gedanken unterstellte, ich bin der Leidtragende. Darum kann ich es nicht, auch wenn ich es wollte. Es liegt mir viel an ihm, schließlich ist er mein Bruder."
Doch Furianus konnte nicht über seinen Schatten treten und den ersten Schritt machen. Was würde da Milo denken müssen? Nein, Furianus wollte keine Schwäche zeigen, denn als Beleidigter wurde man um Verzeihung gebeten, nicht andersrum.