Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    Der Sklave, welcher die ganze Zeit draußen im Regen stand, eilte zu Claudia und verbeugte sich.


    "Mein Dominus lässt sie begrüßen, Domina. Sie mögen doch bitte in diese Sänfte einsteigen, unser Weg führt sogleich vor die Tore Roms, wo wir dann auf Kutschen gen Ostia fahren werden."


    Und er wies mit seiner Hand auf die zweite Sänfte, deren Vorhang schon ein wenig zurückgezogen war, um Claudia das Einsteigen zu erleichtern.

    Das meinte ich ja damit.
    Wären sie nicht an das Kaiserbild gebunden und hättem es dennoch voran nach jerusalem getragen, so wären sie törricht. Wenn aber das Kaiserbild fester Bestandteil solch einer Auxiliareinheit war, dann hatten sie schlicht keine Wahl, als mit dem Bildnis voran zu schreiten und sich der wütenden Masse auszusetzen. ;)

    Nun ergriff Furianus Partei für seinen Vorgesetzten.


    "Als ehemaliger Architectus Provincialis und Verfasser einer Dissertation über die Wasserversorgung Roms, kann ich Senator Octavius nur zustimmen. Die Wasserversorgung benötigt Kräfte, sowie auch die Gebiete der operum publicorum und sacrarum es tun. Die Infrastruktur Roms soll ja nach wie vor nicht unter Einsparungen und Abzug von Kräften leiden.
    Die staatlichen Minen oder sonstige sklavenverzehrende Betriebe sollten jedoch Kräfte entbehren können. Es ist sinnvoller weniger Kupfer und Erz zu fördern, anstatt Rom eine Seuche oder Krankheit zuzumuten. Der Pöbel.."

    Sein Blick richtete sich automatisch auf den Tribunus Plebis, der dieses Wort als Beleidigung seiner "Schutzbefohlenen" auffassen konnte. Er hoffte es jedoch nicht.
    "...ist sehr schnell in Rage zu bringen. Und ein unkontrolliertes Rom ist wie ein blutendes Herz - es schmerzt und kann ein vorzeitiges Ableben herbeiführen."


    Dann lehnte er sich wiederum ein wenig zurück und genoss die Speise.
    Als dann das Gespräch sich dem Curator Aquarum zuwandte, spitzte er wieder die Ohren.


    "Senator Purgitius ist ein geeigneter Mann. Ich hoffe für Rom, dass er zusagt."


    Auch wenn der Senator seines Wissens nach kein Konsular war, war dieses Amt doch besser mit einem fähigen Mann besetzt, der den Voraussetzungen nicht voll entsprach, als vakant zu bleiben.


    Sim-Off:

    S. Iulius Frontinus lebte bis 103-104 n.Chr. und war noch in diesen Jahren als Curator Aquarum tätig.
    Quelle: Wasserversorgung im antiken Rom, 3. Auflage, FRONTINVS-Gesellschaft
    Abschnitt: Die Gestalt Frontins in ihrer politischen und sozialen Umwelt, von Werner Eck.
    Zwar ist es möglich, dass er in diesem sich dem Ende neigenden jahr schon verstorben war, doch die Vakanz des Amtes dürfte keine allzu große Bedrohung für Rom gewesen sein, auch wenn es stets wieder von jemand anderem eingenommen wurde - schließlich war es angesehen und begehrt. Eigentlich führte der Curator Aquarum die Aufsicht, alles Andere taten seine Prokuratoren ritterlichen Standes.

    Zitat

    Original von Publius Annaeus Domitianus
    Zu diesem ritterlichen/ senatorischen Purpurstreifen, hätte ich mal eine Frage. Purpur hat ja in gewisser Weise eine rötliche Farbe, also geh ich davon aus, daß diese Streifen rot waren, was ja auch die Symbolik rechts des Avatars im IR verdeutlicht.
    Nun, ich bitte, mich nicht deswegen zu schlagen :P , aber im Film "Gladiator" gibt es einige Senatoren, die statt einem roten einen schwarzen Streifen tragen. Ist das irgendeine Besonderheit ? Gab es auch schwarze Streifen (als Trauerflor) ? Haben diese Senatoren eine besondere Funktion ? Oder ist das nur eine künstlerische Freiheit des Regisseurs, die nicht viel mit Überlieferungen zu tun hat ?


    Und wieder ein verspäteter Kommentar... ;)
    Man muss bei Purpur bedenken, dass es nicht nur rötlich war, sondern ein breites Farbenspektrum einschloss. Kann man auch im Wiki nachlesen.


    Außerdem gab es damals, die Differenzierung nach dem Ort ist richtig, auch verschiedene Preisklassen. Purer Purpur war natürlich pures Gold wert oder gar mehr, doch es gab auch zahlreiche Beimischungen von anderen Farben, um es preiswerter zu machen oder sich von der Menge abzuheben und eben einen andersfarbigen Streifen zu tragen. ;)


    Also erachte ich es für möglich, dass es auch schwarze Streifen gab. Jedoch ist es sicherlich ortsabhängig gewesen und folgte vielleicht auch irgendwelchen Trends. Verhält sich mit der heutigen Mode ja auch nicht anders. ;)

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    Als Rang würde ich es schon bezeichnen. Ähnlich wie beim Primus Pilus könnte es sein, dass es jeweils immer nur für ein Jahr besetzt wurde. Das Ansehen war sicherlich vergleichbar.


    Der Imagifer ist meines Wissens für die Legion nicht sicher belegt. Es könnte sein, dass dieser nur bei den Hilfstruppen (die ja keinen Adler hatten) im Einsatz war. Immerhin muss man einen römischen Bürger wohl kaum regelmäßig mit einem Kaiserportrait konfrontieren, während das bei Auxiliarsoldaten ohne Bürgerrecht eher Sinn macht, ihnen regelmäßig ihren Dienstherrn zumindest bildlich voran gehen zu lassen.


    Back to topic und weg von Wikipedia. :D


    Dass das Kaiserbildnis durchaus bei Auxiliareinheiten Sinn macht lässt sich auch belegen. Zumindest gab es in Judäa schon meines Wissens nach unter Pontius Pilatus einige Unstimmigkeiten, als der Procurator in Jerusalem Kaiserbildnisse aufstellen ließ und auch seine Einheit mit diesem voran schritt. Dass das eine Auxiliareinheit war ist sicher und wenn diese besonders in Jerusalem mit dem Bildnis einmarschierte, dann war das Kaiserbiild sicherlich ein Bestandteil der Einheit. So törricht konnten sie nicht sein, um das Bildnisverbot in Jerusalem nicht einzuhalten.

    Die Musterung seines Vetters bemerkte der in Gedanken versunkene Furianus nicht einmal. Sein Blick ruhte auf Gracchus, dem Verwandten, dessen Wesen nicht ergründbar schien - bis auf die Tatsache des abscheulichen Traditionsbewusstseins. Aber wer konnte ihnen, jenem Zweig der Familie, den Gracchus nur allzu gut repräsentierte, solch ein Verhalten verwundern.
    Schließlich wussten sie nichts über seine Absichten, schienen sich auch nicht sonderlich damit befassen zu wollen, vielleicht auch zu können. Wer wusste dies schon.
    Furianus ahnte schon vor seiner Abreise, dass ihn keiner vermissen, ihm geschweige denn jemand außer Vater schreiben würde, doch er hoffte. Dass es so eintreffen würde, ahnte er nicht, es schmerzte. Nun war er wieder da und gewillt seinen Platz, der ihm merklich nicht gegönnt wurde, mit allen Kräften zu verteiden. Und es würde ihm gelingen, er wäre sonst nicht hier.


    Wieder den Gedanken entrissen, schaute er zu seinem alten Freund. Die Worte des Gastgebers waren vielversprechend und vielleicht könnte er den Vorteil seiner Anwesenheit und der Freundschaft nutzen, um an dieser Idee ein wenig zu verdienen. Geld spielte für ihn sowieso, da er in seiner Jugend nicht die Vorzüge einer patrizischen Erziehung und Lebensweise genießen konnte, eine wichtige Rolle. Wer immer Geld besessen hatte, der wusste es nie so sehr zu schätzen, wie jemand, der stets gewzungen war es zu mehren, um die existenzielle Grundlage nicht zu verlieren.

    Sim-Off:

    Nun, da Frontinus noch im Jahre 103 n. Chr.in der Wasserverosrgung tätig war, nehme ich nicht an, dass er da schon verstarb. ;) Er ist vermutlich 104 n. Chr. verstorben.


    Furianus lauschte nun sichtlich aufmerksamer dem Praefectus Urbi, denn es interessierte ihn natürlich ungemein, wer denn dies ehrenvolle Amt antreten würde, wer dieser Konsular sein könnte.

    Sogleich legte sich, und zwar nach der Äußerung des Praefectus Urbi, Furianus´Stirn in leichte Falten. Er war sich nicht sicher, ob der Senator einen der Honorationen Roms, nämlich Sextus Iulius Frontinus, einfach überging oder schlicht vergessen hatte.
    Furianus war sich zwar bewusst - im Laufe seiner Recherche brachte er dies in Erfahrung - dass das vakante Amt des Curator Aquarum keine allzu großen Probleme bereitet haben köönnte, denn die Wasserversorgung hatte immer noch die unzähligen Prokuratoren, welche die eigentliche Arbeit verrichtete. Der Curator diente eigentlich nur der Aufsicht über dieser großen Truppe, hatte natürlich auch die Verantwortung zu tragen. Doch Frontinus war wohl entgegen aller Erwartungen mitunter der Beste Curator Aquarum, den Rom jemals hatte.
    Aber viele Männer hatten sicherlich anderes zu tun, als das Werk des Frontinus über die Wasserversorgung Roms zu lesen. Vielleicht war Furianus auch der einzige im Raum, der wirklich bescheid wusste. Aber der neue, falls es einen geben würde, würde sich wohl auch selbst kundig machen und dies lesenswerte Werk in Angriff nehmen.


    Nun war man schon kurz davor Wetten abzuschließen worüber Furianus nur müde lächelte, lag es doch in der Natur so vieler Plebejer. Der Gedanke dieser von der italischen Curia vorgeschlagenen Gesetze schien hier nicht gewirkt zu haben. Ein positives Zeichen, wie er fand.

    Da Furianus eine Arbeit zur Wasserversorgung schrieb, was jedoch keiner wusste, war er mit den Problemen des Abwassers vertraut. Seiner Meinung nach war eine Säuberung abzuwenden, wenn man nur die Rechen und Abflusseinrichtungen in Schuss hielt, sie vielleicht verfeinerte, wie man es schon bei den Wasserspeichern tat, um das Wasser zu säubern.


    "Wenn ich recht informiert bin, so untersteht dem Curator Aquarum eine Besatzung von etwa 800 Sklaven und Liberti - meiner Meinung nach etwas zu viel. Wäre es möglich, natürlich mit dem Einverständnis des Curator Aquarum, eine gewisse Zahl abzuziehen und diese dann der Abwasserversorgung zuzuteilen? Auf eine Erweiterung der Familia Caesaris könnte man auch zurückgreifen, wenn natürlich der Imperator bereit ist einige seiner so zahlreichen Sklaven zu überstellen."

    An
    Tiberia Claudia
    Villa Tiberia,
    Roma


    Salve Claudia.


    Wie kürzlich mit dir besprochen, plane ich eine reise nach Misenum, um mich über die Bauarbeiten unserer Villa zu informieren.
    Die Reise wird nun voraussichtlich in zwei Tagen beginnen. Bereite dich auf eine Schiffsreise vor, wir werden etwa eine Woche abwesend sein. Ein befreundeter Patrizier stellt uns seine Villa für diesne Zeitraum zur Verfügung, viel Gepäcks bedarf es demnach nicht.


    In zwei Tagen stehe ich vor der porta, um dich abzuholen. Bis dahin verbleibe ich in freudiger Erwartung, dich auf dieser Reise neben mir zu wissen.


    [Blockierte Grafik: http://img98.imageshack.us/img98/3769/kopievonkopievonsiegellappmacermi3.gif]

    "Davon abgesehen, dass jede Erzählung über Hispania der Schönheit dieses Landes nur spottet, war es eine bereichernde Aufgabe. In meinen Gedanken formte ich Kunstwerke und meine Hand brachte diese aufs Papyrus. Die Sklaven vollzogen den letzten Schritt - sie bauten. So in etwa kann man meine Aufgaben betrachten."


    Mit einem darauffolgenden Lächeln gab er zu verstehen, dass er als Künstler nicht ernst genommen werden wollte. Doch diese Umschreibung gefiel ihm recht gut und traf auch, bis auf die Strapazen mit den Bautätigkeiten, zu.

    Ein leicht gereizter Blick zu seinem Sklaven und schon tauchte plötzlich einer der vielen Mitbewohner auf.
    So schwieg er erst einmal und beobachtete, mit vor der Brust verschränkten Armen, die Begrüßung des Lucullus und die Freude.
    Ein kleines Lächeln konnte er dennoch nicht vermeiden, auch wenn er anfangs erbost war nicht benachrichtigt worden zu sein.


    "Nun, wenn mein Vater nicht hier in Rom weilt bin ich hier der Hausherr. Lucius Flavius Furianus ist mein Name, Sohn des Senators Flavius Felix."


    Fügte er ein und bedeutete seinem Sklaven schonmal voraus zu gehen. Danach blickte er wieder zu den Beiden und nickte leicht.


    "Aber ich will euch auch nicht weiter stören. Ihr werdet euch sicherlich noch viel zu erzählen haben, da ist ein dritter Beobachter nicht angebracht. So heiße ich dich willkommen, Flavia Minervina."


    Ein Lächeln zum Abschied verschenkte er noch und folgte seinem Sklaven, der in einiger Entfernung auf ihn wartete und schon das Schreibgerät zuckte, um sich alles Mögliche zu notieren.

    Furianus, der darüber nachdachte sich einzubringen oder nicht, entschied sich für das erstere.


    "Nochmals zurück zum Thema der Cloaca Maxima. Wodurch werden diese Misstände hervorgerufen? Ich denke, dass dies durch das vakante Amt des Curators für die Cloaca Maxima herrührt?

    Sim-Off:

    Korrekter historischer Name kommt morgen, heute wälze ich keine Unterlagen mehr ;)


    Sein Blick, welcher zuerst auf Durus ruhte, glitt nun automatisch zum Praefectus Urbi, welcher da doch eher bescheid wusste.

    Furianus´Kopf bewegte sich hin und her.
    Dem Verwandten schenkte er ein kurzes Lächeln, während er sich auf die Kline legte. Sogleich drehte er sich zu dem Consul und nickte diesem lächelnd zu.


    "Wie auch du, Vinicius Lucianus. Du eilst mir jedoch stets voraus."


    Dann wieder eine leichte Drehung des Kopfes und er blickte den alten Freund an.


    "Sehr gut, werter Cicero. Die Vorzüge Hispanias habe ich genießen können, wie auch die Tätigkeiten, welche mir auferlegt worden waren."


    Damals, er konnte sich noch gut daran erinnern, war Cicero der, welcher sich die Zeit nahm ihn in Ostia zu verabschieden. Diese Überraschung hatte Furianus nicht vergessen, zeugte dies doch von dem edlen Charakter dieses Mannes. So nahm er sich auch gleich vor Cicero auf ein Gläschen Wein in die Villa Flavia einzuladen.

    Nun betrat auch Furianus, in alter Manier lächelnd, den Raum. Kurz blieb er stehen, damit man ihn ja nicht übersah.


    "Salvete."


    Gab er kurz von sich und machte sich auf den Weg zu einer Kline. Dabei versuchte er einige Gesichter zuzuordnen - sein Nomenclator war leider in der Villa Flavia geblieben.

    Die letzten Worte gerade noch vernehmend, trat auch Furianus in den Raum und grüßte die Anwesenden freundlich.


    "Salvete. Entschuldigt, doch ein zeitiges Aufbrechen ist mir leider nicht gelungen - ein neues Amt birgt neue Überraschungen."


    Sogleich begab er sich auf eine Kline und ließ sich nieder.