An der Anhöhe angekommen, wies Furianus einem der Sklaven na wieder einen Holzphal an diese Stelle zu stecken.
"Das Niveau zwischen diesem Phal und dem Ersten sollte auf jeden Fall exakt ausgemessen werden. Nach den ersten Ausmessungen, laut den vorhandenen Aufzeichnungen, ist hier eine besonders kritische Stelle mit einem Höhenunterschied von 5 Zentimetern.
Druckleitungen habe ich hier nicht vorgesehen, es ist zu niedrig und absurd."
Wandte er sich an seine Begleiter und wartete die ersten Reaktionen ab, welche zu seiner Freude nur aus wohlwollenden und kurzen Nicken bestanden. So zogen sie dann weiter.
Nach etwa 9 Kilometern, es war schon später Nachmittag und die Sonne schien unerbittlich auf die müden Häupter, gab Furianus den Befehl einen erneuten Phal zu plazieren.
"Ein Niveauunterschied von einem Meter ist hier aufgezeichnet, das heißt wir haben viel Spielraum und werden in diesem Teilstück bodennah arbeiten. Die Erde muss also auf ihre Eignung hin überprüft werden."
Er wandte sich an den Ingenieur.
"Dieses Gebiet ist für sein großes felsvorkommen bekannt, also könnte man hier auf Hürden solch einer Art stoßen und man müsse entscheiden, ob man den Kanal trogartig ausbauen will oder doch die herkömmliche Schalungstechnik anwendet. Also hier den Untergrund bis auf eine Höhe von zwei Metern unter dem Boden überprüfen.
Es geht weiter."
Schon gab er seinem Ross die Sporen und trabte den Männern voraus, die sich noch einmal umschauten, um das Gebiet in Erinnerung zu haben, wenn sie das nächste Mal hierher hinausreiten würden, um die Arbeiten zu kontrollieren.
Das nächste Geländestück war mit einem großen Niveauunterschied versehen, den auch Furianus auf seinen Plänen eingezeichnet hatte. Es waren über 70 Meter Höhenunterschied, für ein Äquadukt ungeeignet, man würde zwischendurch einen Druckturm bauen müssen, dies war allen klar. Furianus wies den Sklaven wieder an hier einen Holzphal zu stecken.
"Hier fängt ein problematisches Stück an. Ein Höhenunterschied bis zu der anderen Seite von ungefähr 70 Metern. Die zu überbrückende Strecke beläuft sich selbst auf etwa 6 Kilometer.
Also, es ist hier nur eindeutig, werden wir uns mit Druckrohrleitungen aushelfen müssen."
Der Techniker und der Ingenieur horchten in diesem Moment auf, denn sie wussten, dass dies ihre Aufgabe sein würde.
"Über den Durchmesser und die Anzahl der Rohre werden wir uns später noch unterhalten - dafür müsste ich sowieso mit den Stadträten sprechen und erfahren wie viel Wasser gebraucht wird. Wir reiten nun etwa 3 Kilometer vor, an die Stelle des Druckturms."
und schon wieder war er es, der zuerst die Zügel bewegte und seinem Pferd die Sporen gab, um schneller ans Ziel zu kommen.
Die Landschaft war, wie Furianus schon anfangs bemerkte, sehr kahl. Es war ein wenig sandig und auch große Wälder schienen hier nicht angesiedelt. Dies konnte insofern problemtaisch werden, dass hier vermutlich Wasserknappheit herrschte und die unwissenden Bauern auf die Idee kommen könnten die Druckrohrleitung anzuzapfen und so ein Dilemma anzurichten. Man müsste hier eine Station für die Läufer hisntellen, ansonsten wäre das Risiko zu groß.
Nach einer halben Stunde erreichten sie die Stelle, eine kleine Anhöhe in diesem Kessel. Furianus selbst stieg nun vom Sattel, wies die anderen an es ihm gleich zu tun und befahl den Sklaven ein paar Phäle zu holen.
Sogleich nahm er einen von jenen und steckte ihn in die Erde, nahm den zweiten, den dritten und einen vierten, mit denen er ein großes Viereck absteckte.
"Hier wird der Druckturm stehen. Seine Mauern sollten eine normale Dichte haben, der Druck wird nicht allzu groß sein. Desweiteren will ich nicht, wie üblich, dass die Hälfte des Turmes für das Wasser ausgehölt wird, es soll nur ein drittel sein. So ist das Risiko, wie bei anderen Leitungen schon bekannt, nicht so groß, dass der Wasserdruck Schäden hinterlässt.
Also, Caius, den Turm mit opus caementitium ausfüllen und nur ein drittel für das Wasserbecken zur Verfügung stellen, es mit wasserabweisendem Putz auskleiden.
Gut, reiten wir weiter."
Sie bestiegen wieder ihre Pferde und galoppierten nach vorne, um die Anhöhe zu nehmen, welche sich ihnen nach wiederum 3 Kilometern in den Weg stellte.
Nachdem jene Anhöhe überwältigt worden war gab Furianus wieder die Weisung einen Holzphal zu platzieren.
"Hier ist das Ende der Druckleitung.
Wie üblich wird hier ein Wasserbecken zum Druckausgleich angebracht werden. Aber es soll nicht zu groß sein, ich will ein wenig Druck schon beibehalten, wir werden ihn erst vor den Stadttoren in einem Speicherbecken abbauen. Hier solle der Druck noch bestehen.
Weiter, nach dem Absatzbecken, wird der Kanal hier wiederum unterirdisch geführt. Bis zu einem Fluss, der nach ein paar Kilometern kommen wird.
Er ist unbrauchbar, da zu sehr verschmutzt."
Fügte er noch schnell an und sie ritten weiter, um an die Stelle zu kommen, an der ein Äquadukt gebaut werden musste. Eine andere Methode der Überbrückung kannte man nicht.