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Die Nacht verging schnell, der Schlaf war nicht gerade ungetrübt, denn anders als im Dorf gab es hier scheinbar viele Mücken.
Schon in der Früh machte sich Furianus mitsamt einer kleinen Gefolgschaft zur Casa des Comes auf, um hier mit jenem und dem Proconsul das Frühstück einzunehmen.
Ein Sklave klopfte an die Tür.
Furianus, der mit seiner Kolonne schon fast außer Sichtweite des Dorfes kam, erhielt durch einen herbeieilenden Kurier ein Schreiben.
Sorgfältig las er es und lächelte leicht. Der Comes schien in der Hydrotechnik nicht sehr bewandert, wenn er das Wasserversorgungssystem als Äquadukt bezeichnete - das Äquadukt war nur eine Form, eine Bautechnik, welche zu einer Wasserleitung gehörte. Furianus war sich nicht sicher, ob er kommen könnte, denn schließlich würden sie ab der Flussfassung nur langsam vorankommen und es wäre wohl schon Abend, wenn sie Carthago Nova erreichen würden. Da musste er wohl oder übel in einem Haus, welches er sich noch dafür kaufen würde, übernachten und dann einfach am nächsten Morgen zum Frühstück erscheinen. Denn solch eine Einladung abzulehnen galt stets als unhöflich und Furianus wollte sich diesen Schuh nicht anziehen.
Die Kolonne erreichte nach drei Stunden die auf der Karte eingezeichnete Flussfassungsstelle. Furianus entstieg des Zweiergespanns und sah sich den Platz an.
Es war ein guter Platz für eine Flussfassung, denn hier war er relativ schmal und durch Anhöhen zur Seite begrenzt. So konnte das Wasser ruhig anlaufen, wenn die Flusssperre errichtet worden ist, doch zur Sicherheit musste er trotzdem Begrenzungsmauern errichten, schließlich wollte man kein Wasser in der Erde versickern sehen, es sollte ja in das Wassersystem geleitet werden.
"Sattelt mein Pferd, ab hier beginnt unsere Arbeit. Das Gespann soll wieder zurück. Du und du, ihr tragt die Holzphäle."
Sagte er zu den beiden Sklaven, welche sich sofort die Phäle nahmen.
Nachdem das Pferd Furianus´gesattelt und die Karten in eine Tragetasche verstaut wurden, ging es auch für ihn auf den ungewohnten Pferderücken.
So folgten sie in den Satteln ihrer Pferde dem weiteren vorgezeichneten Verlauf der Wasserleitung und Furianus bemerkte erfreut, dass ein relativ gutes Gefälle schon am Anfang vorherrschte, man also nicht nachhelfen musste und das Wassersystem unter der Erde anzulegen war.
Nach etwa 5 Kilometern kamen sie endlich aus dem Wäldchen, in welchem der Fluss lag, zu einem großen Tal mit dahinter aufragenden Anhöhen. Es waren zwar keine großen Berge, aber man konnten schon relativ gut sehen, dass man sie entweder durch Druckrohre überwinden müsste oder eben durch Schachten hindruch führen.
Sein Pferd war etwas störrisch und trabte ein wenig umher, Furianus richtete seine Worte währenddessen an einen Sklaven.
"Markiere diese Stelle, hier müssen wir nivellieren lassen."
Ein weitere Blick galt dem Agrimensor.
"Merke dir diese Stelle, hier wird man besondrs genau messen müssen, denn Fehler kann man sich in den Anfangsphasen der Wasserleitung nicht leisten, ansonsten verschwenden wir nur Zeit und Ungemengen von Sesterzen.
Bleibt kurz hier, ich komme gleich."
Und gab er seinem Pferd einen Stoß in die Seiten und es lief quer zum Talverlauf am Rande des Waldes. Furianus wollte das Pferd nicht erproben, wollte hier kein Wettrennen machen, nein, er musste sich vergewissern, ob man die Anhöhen nicht durch einen Verlauf zu einer Seiten umgehen konnte. So würde man sich eine Druckleitung oder Stollen in die Anhöhen sparen. Doch leider waren auf der rechten Seite schon größere Anhöhen, gar schon Berge.
So raste er in vollem Galopp zurück, an den verwunderten Männern vorbei in die andere Richtung quer den Anhöhen zu.
Doch leider war dort auch keine Ausweichmöglichkeit, da dort nur ein kleinerer Pfad verlief und man den Wasserverlauf sozusagen durchschlängeln musste. Und je mehr Ecken, Wendungen, Absenkungen oder Anhöhen so ein Wassersystem aufwies, desto verletztlicher war es. An den Knickpunkten war das Material besonders großen Kräften ausgesetzt und daher sehr angreifbar.
Wieder bei den wartenden Männern angelangt gab er ein Handzeichen und man ritt direkt zu den Anhöhen...
Furianus begab sich, wie seinem Klienten versprochen, zu der Schola Tarracos, um Pompeius Strabo abzulösen, da dieser ja von Corduba bis hierher reisen musste.
So klopfte er an die porta zum officium.
Furianus, welcher schon viele Wochen zuvor vom Comes angesprochen wurde das Projekt der Wasserleitung für Carthago Nova zu übernehmen, hatte nun genug Informationen gesammelt, um sich das erste Mal einen Eindruck der Lage zu verschaffen.
Wie üblich, so musste er zuerst die planmäßige Begehung auf sich nehmen - ein großes Unterfangen, musste man doch beachten, dass die Wasserleitung eine Länge von etwa 30 Kilometern aufwies.
"Dem Plan zu urteilen müssen wir zuerst zu der Wasserfassung an einem kleineren Fluss. Den Namen kenne ich nicht, doch er befindet sich nahe einem Dorf, dort müssten wir nachfragen."
Sagte Furianus die Karte betrachtend zu einem seiner Agrimensi.
Sogleich fasste er sich mit der rechten Hand ans Kinn und grübelte über das weitere Vorgehen.
Aus Tarraco waren sie angereist, per Gespann natürlich, denn solch eine lange Fahrt auf eines Pferdes Rücken wäre nur eine unnötige Strapaze, die Furianus sehr gerne überging.
Doch allem Anschein nach kam er nicht drum herum sich doch auf den Rücken eines Pferdes setzen zu müssen - es war in gewisser Weise seine Pflicht als Architectus.
Nach einigen Instruktionen des Architectus setzte sich das Gespann gen Südwesten in Bewegung. In dem Zweiergespann saß Furianus und studierte, wie einige Male zuvor, die Skizzen und Aufzeichnungen des Vorgängers und befand sie noch immer als gelungen.
Dem Zweiergespann folgten vier Pferde, auf denen jeweils ein Ingenieur, Agrimensor, Aquarius und der Bauunternehmer saßen. Einige Sklaven folgten der Kolonne zu Fuß.
Durch die Sklaven bedingt erreichten sie das Zieldorf erst am Abend und Furianus schickte einen seiner Leibsklaven los, um sich mal ausnahmsweise mit einem einfachen Quartier zu begnügen, ansonsten hätte er sicherlich schon vorab Sklaven vorgeschickt und sich ein Haus oder wenigstens eine Wohnung im ersten Geschoss zu kaufen und einzurichten.
So residierten sie, zwar unfreiwillig, jedoch überraschend ohne eine Mückenplage, in einem Gasthaus einfacher Art.
Am nächsten Morgen sattelte man die Pferde und belud das Gespann mit einigen Holzpfählen, die zur Markierung vorgesehen waren.
Eine Stunde später setzte man sich auch in Bewegung...
Nach dem Gespräch erhob sich Furianus und ging.
Fast 2 Monate habe ich gewartet, ich beende das mal.
Die letzte Phase, das "Einkleiden" des Brunnens in Marmor sollte nun beginnen.
Es war ein schöner, weißer Marmor, welcher natürlich nicht in Blöcken ankam, sondern schon zugeschnitten geliefert wurde.
Dabei ging eine Platte zu Bruch, doch man kalkulierte so etwas immer ein und war auch nicht schmerzhaft.
Die Platten waren schwer und mussten von sechs Mann gleichzeitg angehoben und an den rechten Platz geschafft werden. Dort wurden sie in die eigens hierfür abgesenkten Erdschlitze eingelassen und penibelst genau ausgerichtet, so dass sie sich nicht bewegten.
Den oberen Teil des Laufbrunnens sollten Statuetten und Reeben aus Marmor schmücken, daher waren hier die Platten sinnlos und zu aufwendig zu platzieren.
Man verwendete für den Schein daher Marmorstuck, welcher poliert wie echter Marmor aussah - die gekonnten Fugennachahmungen machten die Arbeit täuschend echt.
Die Statuetten wurden nach oben per Lastzug gezogen und an der vorgesehenen Stelle gekonnt und mit Bindemittel dazwischen platziert. Das Gleiche geschah auch mit den anderen Kunstwerken, die schon seit einigen Tagen nur darauf warteten dem Laufbrunnen seinen Glanz zu geben.
Doch bevor der Laufbrunnen in Betrieb genommen werden konnte musste etwas Entscheidendes erst fertig gemacht werden - das Abwassersystem.
Mit jenem fing man schon in der Phase des Straßenbaus an, indem man Durchläufe in den Straßenverlauf einbauen ließ und diese dann später bis zu einem nahe gelegenen Fluss ausbaute. Dieser wurde natürlich zuvor überprüft und für geeignet befunden das Abwasser aufzunehmen, denn er war sowieso von Algen bevölkert.
Nach einem weiteren Tag des Wartens war das Abwassersistem und die Sickerschlitze endlich vollendet und man leitete zum ersten Male das Wasser durch. Ein Augenblick, der alles ringsum stillstehen ließ, der Augenblick, indem jeder nach dem Wasser horchte, welches sich langsam aber unaufhaltsam seinen Weg durch die Bleirohre bahnte und letztendlich in den Brunnden floß.
Einige Sklaven umarmten sich vor Freude. Die meiste Arbeit haben sie daran gehabt und nun war er fertig, lief einwandfrei und dies bedeutete gleichzeitig, dass die Sklaven nun frei bekamen, für mindestens einen Tag.
Ein weiterer Bauabschnitt war geschafft und nun fehlte nur noch die Statue des Kaiser, deren Sockel und natürlich das Abstecken der verschiedenen Baustücke nach Preis und Größe.
"Vale, Glabrio. Mögen die Götter über dich wachen."
Mit diesen Worten verabschiedete auch er den Klienten und bedeutete einem Sklaven mit einer flüchtigen Handbewegung gen Ausgang den Mann hinaus u führen.
Strabo war ihm bekannt, sie kannten sich schon sehr lange. ![]()
Doch seines Wissens war dieser Duumvir Cordubas und ein Hin- und Herpendeln zwischen den beiden Städten war sicherlich anstrengend. Na falls sich Strabo bereit erklärte dies zu machen, so würde er natürlich auch aushelfen wollen.
"Nun, wenn sich keiner findet, so würde ich dies übernehmen."
Sagte er lächelnd.
Furianus nickte dezent, doch eines hatte er noch auf dem Herzen.
"Das freut mich. Und wer wird die Schola hier leiten?"
Furianus war doch sehr überrascht, andererseits auch wieder froh, dass sein Klient eine solch ehrenvolle Anstellung fand. Germania war zwar weit entfernt, doch es schien Glabrio nach Germania zu ziehen.
"Es ist zwar schade, dass du Hispania verlässt, doch es hat seine Vorzüge. Als Duumvir kannst du dich dort sicherlich entfalten, besser als Magistratus."
Er lächelte ihn an und seufzte.
"Nun denn. Dann bleibt mir nichts anderes übrig, als dir alles Gute und den Segen der Götter zu wünschen. Wir bleiben natürlich schriftlich in Kontakt, hoffe ich?"
Furianus lächelte kurz auf, doch wurde er sogleich auch wieder ernst.
"Und wenn du, werter Strabo, den Kontext beachtet hättest, so wüsstest du, dass ich mit "Gegenmänner" genau jene Vertreter der Stadtteile meinte.
Aber seis´drum, dies ist nur Spekulation und ich wohl zu misstrauisch."
Dann lehnte er sich zurück und stützte sich mit der Hand ab, welche nun auf seiner Schläfe lag.
"Wahrlich noble Gedanken, doch solltest du wissen, dass die Rechte des Volkstribunen heutzutage dem Imperator Caesar Augustus obliegen. Wir leben im Prinzipat, in keiner Republik, Strabo."
Obwohl er eine Republik natürlich begrüßen würde, doch dies waren nur Träume.
Und zu den Volksversammlungen sagte Furianus lieber nichts, schließlich wurden sie faktisch seit Kaiser Augustus nicht mehr abgehalten. Eine Institution der Republik, welche noch vom Namen her bestand.
"Der Duumvir spricht in der Curia Provincialis nicht für das Volk, sondern als gewählter Mann seiner Stadt für eben diese. Sekundär spricht er im Interesse seiner Regio.
Ansonsten hätte ich keine Bedenken zu äußern."
Ad
Kaiserliche Korrespondenz, Imperator Caesar Augustus,
Palatium Augusti,
Rom,
Provincia Italia
Lucius Flavius Furianus grüßt den Göttlichen, Imperator Caesar Augustus.
Mein Kaiser, wie mir auferlegt bin ich nach Hispania gereist und auch gut angekommen.
Sogleich darauf, nach dem Beziehen meiner Residenz, sprach ich mit dem Proconsul Hispanias, Senator Matinius, danach mit dem Comes der Regio und legte diesen meinen Auftrag nahe.
Die hispanische Verwaltung war zuvorkommend und sehr hilfsbereit, so dass ich schon nach einem Tag mein Officium beziehen durfte.
Dem Auftrage, welcher mir von euch erteilt, nahm ich mich sogleich an, inspizierte die Kastelle mit einem Agrimensor und machte Pläne zu deren Verwendung.
Wie mir aufgetragen, mein Kaiser, reichte ich der Curia Provincialis eben jene Vorschläge und Pläne zur weiteren Verwendung des einen Kastelles ein, das andere Areal sollte auf die Bedürfnisse der Stadt eingehen, den Vorschlägen der Sodales entspringen und nicht meiner Feder.
Mein erster Vorschlag, die Gebäude der Kastelle völlig abzureissen, die Straßen an den Kastelltoren weiterzuführen und dies zu einer Art Nekropole auszubauen, fand große Zustimmung. Der Kostenvoranschlag von 800.000 Sesterzen jedoch nicht.
Nach einer langen Debatte über die mögliche Dezimierung der Kosten einigte man sich die Steinblöcke und Materialien, welche aus den Kastellgebäuden gewonnen werden können, in das neue Projekt einfließen zu lassen und somit eine Minderung der Kosten zu erreichen.
Den Bauplan, mein Kaiser, habe ich dir beigelegt.
Da die Sodales der hispanischen Kurie über einen relativ niedrigen Betrag von 800.000 Sesterzen verwundert und bestürzt waren, ist dies in meinen Augen das Zeichen eines Missstandes. Vor allem, da Hispania als Olivenöllieferant unserer cura annona fungiert und auch einen hohen Anteil an Steuergeldern beiträgt, war ich doch sehr verwundert, dass man anfänglich nicht bereit war eine Summe von 800.000 Sesterzen für ein Bauprojjekt, welches noch dazu durch den Verkauf der Bauplätze für Mausoleen finanziell lukrativ werden wird, aufzuwenden. Der Proconsul selbst sagte man hätte nicht so viel Geld in der Provinz- und Stadtkasse. Vielleicht wäre die Entsendung eines kaiserlichen Procurators hierbei sinnvoll, um die finanzielle Not Hispanias wenigstens zu lindern.
Aus diesem Grund, mein Kaiser, bitte ich dich dem Projekt mit einer Geste der Güte, einer Statue deiner selbst, auszuhelfen. An der Kreuzung beider Straßen soll eine Statue deines Abbildes, zu deinen Ehren, errichtet werden, so dass man deinen Genius stets erblicke und bewundere.
Die Verwendung des zweiten Kastell sollte, wie bereits erwähnt, auf Vorschlägen der Sodales basieren. Die Vorschläge, eine Therme, einen Garten oder ein Pantheon auf dem Gelände außerhalb der Stadt zu errichten, waren aus meiner Sicht nicht realisierbar, da sie vom Stadtkern und somit entgegen römischer Städteplanung liegen würden.
Wir einigten uns schließlich darauf das ehemalige Kastell zu einem Übungs- und Zuchtplatz für zwei Factios umzubauen und an jene zu verkaufen.
Hispania ist für seine starken Pferde bekannt, auch das Klima ist angenehm und für einen Zucht- oder Übungsort optimal.
Im Zuge dessen habe ich natürlich die Pläne ausgearbeitet und auch diesem Schreiben beigelegt, mein Kaiser, so dass ihr selbst einen vagen Blick auf dieses Projekt werfen könnt.
Die einzelnen Factios wurden von mir auch schon angeschrieben und ich warte auf Antwort, um die Umbauten und Abrissarbeiten am zweiten Kastell beginnen zu können.
Der zukünftige Nekropolenplatz befindet sich in einer vorangeschrittenen Bauphase, da die Gebäude nun abgebaut und die Straßen weitergeführt wurden. Gerade wird der Kreuzungsplatz erweitert und Rohre für einen Laufbrunnen zur Erfrischung und Verweilung Reisender gelegt.
Mein Kaiser, ich warte auf baldige Antwort bezüglich der Statue und eure Meinung zu meiner Arbeit.
Mögen die Götter euch schützen, mein Kaiser.
gez.
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Anhang:
Bauprojekt der Nekropole / ehemaliges Kastell der Legio IX Hispana:
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Bauprojekt des Factiogeländes / ehemaliges Kastell der Ala II Numidia:
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Furianus legte seine rechte Hand aufs Kinn und sprach ruhig weiter.
"Warum die Dinge unnötig komplizieren?
Wenn ein Bürger Interesse an der Politik hat oder Beschwerde ablegen will, warum tut er dies nicht beim Duumvir oder Magistratus, der dann die Vorschläge und Beschwerden in der Versammlung vorträgt.
Ich glaube nicht, dass sich für jeden Stadtteil "Abgeordnete" finden lassen, denn ein Händler ist Händler, der Metzger ein Metzger und diese werden sicherlich nicht die Zeit haben Versammlungen zu lauschen, sie haben ja schließlich ihr Gewerbe.
Warum also noch mehr Verfahren, wenn man die Beschwerde oder den Vorschlag einfach den Vertretern der Stadt, den Magistrati und Duumviri, vortragen kann?
Zudem kommt noch der Aspekt dazu, dass man sich denken könnte Misstrauen gegenüber den gewählten Duumviri oder Magistrati liegt vor, schließlich werden ja gezielt Gegenmänner gewählt, von Seiten der Bevölkerung.
Ich wage es zu behaupten, dass eine Kluft zwischen Stadträten und Bevölkerung entstehen könnte, der Eindruck der Unzufriedenheit wäre sowieso bestehend."
Mit Stirnesfalten blickte er zu Strabo.
"Inwiefern sollte der Duumvir einzelne Bürger und etwaige Stärken jener fördern?
Ich war immer der Ansicht, dass die Duumviri genug Aufgaben inne haben."
Kurz hielt er inne, schien in Gedanken. Nach einigen Augenblicken fuhr er fort.
"Wer soll dieser Vorsitzende sein, wer wird ihn wählen, ihn bestimmen?
Das Zweite ist, es ist kaum realisierbar. Einer Stadt mit tausenden von Einwohnern, mit hunderten von ihnen, die jener Versammlung lauschen, wird so nicht geholfen. Jedem Bürger Rederecht zu erteilen und dann noch eine geregelte Versammlung zu garantieren ist utopisch. Bis jeder zu Wort gekommen ist, sicherlich noch mehrmals, ist der Tag längst vergangen, alle übermüdet.
Dies führt zu einer extremen Verlangsammung dieses Gremiums und der Entscheidungen und Beschlüsse. Und dies, so wirst du mir sicher zustimmen, ist nicht im Sinne des Allgemeinwohls, wenn man nicht zum Ende kommt."
Furianus, der zuvor besonnen und interessiert den Gesprächsverlauf beobachtet hatte, widerstand dem Drange nicht mehr einfach in Untätigkeit zu verbleiben.
So bedeutete er dem Princeps Curiae mit einem kurzen Handzeichen er möchte reden, nachdem ihm dies gestattet worden war, so erhob auch er sich.
"Werte Sodales, werter Antragssteller,
als gewesener Quaestor Principis und Aedilis Curulis wage ich zu behaupten mich in der Politik ein wenig auszukennen.
Die Politik, dazu zähle ich die Curiae jeglicher Art ebenfalls, ist ein großer Aspekt unseres Lebens, die Politik leitet, sie bestimmt die Zukunft.
Diese Gremien wurden ins Leben gerufen, um die Abläufe, vor allem Entscheidungen, besser zu koordinieren und sicher zu stellen, dass die Wahrung des allgemeinen Interesses stets gewahrt wird. Dies zum Zwecke Oligarchen, von eigenen Interessen geleitet, keine Freiheiten der Beschlussfassung einzuräumen.
Zu diesen Gremien, möchte man meinen, haben nur auserwählte Männer und Frauen Zugang.
Pragraph 5 der vorgeschlagenen Erweiterung verletzt in meinem Sinne die Absichten dieser Gremien. Es sind Versammlungen der curia municipii, von denen hier die Rede ist, keine Marktveranstaltung, wo der Lauteste meist den Zuschlag bekommt. Diese Versammlungen bestehen aus auserwählten Männern, die repräsentieren und einen gewissen Grad an Bildung oder Vermögen aufweisen können. Paragraph 6 führt daher meiner Meinung nach diese Versammlung ad absurdum. Ein Mann von Bildung und Stand, angehörig diesem Kreise der Versammlung, wird sich von einem Fischhändler, Bauern oder sonstigem Mann von beschränkter Weitsicht nicht ins Wort fallen lassen. Es wäre ein einziges Disaster, wobei letztendlich sowieso kein Mann der Versammlung wirklich zu Wort kommen wird.
Ich will keinen Mitbürger diskriminieren, doch nicht jeder besitzt so viel Weitsicht und verständnis für manche Entscheidungen oder Beschlüsse. Besonders nicht der einfach Römer, der sich nicht für Politik oder solch eine Versammlung interessiert.
Außerdem bestünde hierbei ein gewisser Missbrauch des Rederechts, wenn ein Bürger einer gewissen Person jener Versammlung mit vollster Absicht immer wieder ins Wort fällt, sie gar beleidigt, nur aufgrund von persönlichen Zwistigkeiten oder Differenzen.
Am Ende führt dies, so bin ich mir sicher, ins Chaos und der Sinn jener Versammlung, das Allgemeinwohl zu wahren, wäre verfehlt.
Zu Paragraph 9 hätte ich eine Frage. Und zwar, durch welches Gremium dieser Vertreter des Volkes mit Vetorecht gewählt wird?"
Ad
Claudia Antonia et Manius Flavius Gracchus,
Villa Flavia Felix,
Rom,
Provincia Italia
Werter Vetter, werte Claudia Antonia,
ich gratuliere euch zu eurer bevorstehenden Hochzeit. Mögen die Götter über euch und eure Verbindung wachen, mögen die neu geknüpften Bande dieser zwei Familien ewig bestehen und durch Nachwuchs gesichert sein.
Dir, mein Vetter, gratuliere ich besonders zu deinem Wahlerfolg und dem Dienst an des Kaisers Seite, welchen ich selbst vor Jahren inne hatte.
Leider ist es mir vergönnt an jenem glücklichen Tage mit euch zu feiern, die Arbeit hier in Hispania lässt mir keinen Freiraum für ein längeres Fortbleiben.
Entschuldigt mein Fehlen daher, nehmt statt dessen meine besten Glückwünsche und Geschenke entgegen.
Wi-Sim
Mit besten Glückwünschen verbleibe ich somit, mögen euch die Götter behüten.
gez,
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Ad
Gaius Prudentius Commodus,
Villa Rustica Prudentia,
Colonia Claudia Ara Agrippinensium,
Provincia Germania
Lucius Flavius Furianus Gaio Prudentio Commodo s.p.d.
Werter Senator Prudentius, ich begrüße deine Zustimmung und die Bekundung deines Interesses im Sinne der Factio Purpurea an diesem Projekt. Im gleichen Zuge danke ich dir für deine großzügigen Spenden an die Factio, verzeih, dass ich in letzter Zeit nicht so viel aufbringen konnte, doch die Kosten nagen an mir.
Auch danke ich dir für die Glückwünsche, es erfreut mich dies besonders aus deiner Feder lesen zu können.
Senator Prudentius, du warst ein guter Princeps Factionis und genießt noch immer meine Bewunderung und Vertrauen. Ich, sowie wohl auch die anderen Mitglieder der Factio, würden dich lieber weiterhin als unseren Princeps Factionis wissen, doch die Gesundheit geht noch immer vor.
Ich hoffe und bete, dass du zu vollen Kräften kommst und hoffentlich eines Tages wieder als Princeps Factionis der Factio Purpurea erstrahlst.
Natürlich werde ich deine Bitte nicht abschlagen und mich um die Factio kümmern, bis eine Vollversammlung einen neuen Princeps Factionis auserkoren hat.
Als dein Vicarius und Mitglied der Factio kann ich den Erwerb des Trainingsgrundstückes nur begrüßen. Wie du weißt ist auch der hiesige Proconsul, Publius Matinius Agrippa, ein Mitglied unserer hochgeschätzten Factio. Dies und meine Funktion als Architectus Provincialis könnten der Factio zur Hilfe gereichen, besonders im finanziellen Sinne. Ich werde diesbezüglich noch mit Senator Matinius sprechen.
Das Factiogelände wurde von mir geplant, daher kann ich auch auf Sonderwünsche des Rennstalls gut eingehen, mit welchem ich zuvor noch ebenfalls Kontakt aufnehmen müsste.
Hispania ist für die gute Pferdezucht bekannt und berüchtigt, die Pferde hier sind um einiges billiger, doch nicht minder Kraftvoll. Vielleicht lässt sich auch ein neuer Angestellter angagieren, welcher sich um die Beschaffung und Aufzucht neuer Rennpferde intensiv kümmern könnte.
Auch habe ich gehört, dass germanische Pferde zwar klein, jedoch sehr robust und zäh sein sollen, entspricht das der Wirklichkeit? Wenn ja, dann könnte man diese für die Zucht ebenfalls einbinden, versuchen zu kreuzen und züchten.
Dein Verlust ist groß, doch ich hoffe, dass du der Factio trotz deinem Zustand noch immer die Treue hälst.
In tiefem Dank an deine Arbeit und dich selbst,
gez.
[Blockierte Grafik: http://img98.imageshack.us/img98/3769/kopievonkopievonsiegellappmacermi3.gif]
Ad
Tiberia Claudia,
Landsitz Tiberia,
Rom,
Provincia Italia
Teure Claudia,
welch Schmerz durchfuhr meinen Körper, als ich die ersten Zeilen deines Briefes las. Welch furchtbarer Verlobter muss ich sein, dass ich nichts von deinem Zustand, deiner Krankheit, wusste.
Vergib mir, meine Liebe.
Doch deine weiteren Worte ließen mein Herz wieder beruhigt schlagen, es sprang nicht auseinander, ich danke den Göttern, dass sie dich wieder geheilt. Und auch dem Kaiser und der Priesterschaft gilt mein ewiger Dank.
Unser ehrenwerter Imperator Caesar Augustus weiß um deinen Platz und dein Ansehen, welches du gegenüber dem Cultus Deorum und ganz Rom genießt, er wird deine Bitte sicherlich nicht ausschalgen. Ich bin mir sicher, dass er dich mit offenen Armen wieder aufnehmen wird, er ist es dir schuldig, Rom sowieso.
Doch ich mahne, liebste Verlobte, verausgabe dich nicht allzu sehr. Ich bin kein Medicus, nicht mal sehr erfahren, doch nach solch einem Kraftakt braucht die vollständige Genesung viel Zeit. Bitte schone dich.
Auch ich bedauere deine Abwesenheit, denn Hispania ist erfüllt von Schönheit, man muss sie nur zu erblicken wissen. Wie gerne würde ich die Hoch- und Talfahrten meiner Gefühle, die von Aufregung und Begeisterung bis zur stummen Bewunderung reichen, mit dir an meiner Seite teilen.
Meine Arbeit diktiert meinen Tag. Ich wünschte, dass es andersrum wäre, doch es ist meine Pflicht, die ich stets zu erfüllen streben werde - egal welch Verluste ich hinnehmen muss. So ist mein Auftrag weitestgehend fortgeschritten und ich hoffe spätestens bis zur nächsten Wahlperiode wieder in Roms zu sein - in deinen lieben Armen und im Glanze deiner wunderbaren Augen.
Claudia, auch wenn dir diese Worte nicht allzu tröstlich sind, ich fühle mich ebenfalls einsam und doch manches Mal verloren. Deiner anfänglich dürftige Zuneigung musst du dich nicht entschuldigen, es ist verständlich gewesen. Wir waren uns fremd, doch ich wage nun zu sagen, dass wir uns näher sind denn je.
Könntest du mich in diesem Moment sehen, du wüsstest, dass es nicht mal einer Berührung, der Begegnung bedarf, um mir ein Lächeln zu entlocken - deine lieben Worte der Ehrlich- und Aufrichtigkeit genügen bereits.
Es schmerz mich dich in diesem Augenblicke nicht an meiner Seite zu wissen, nicht von deinem Lächeln erwärmt zu werden, doch ich nehme dies gerne auf mich, ertrage es geduldig in dem Wissen, dass die Freude des Wiedersehens größer sein wird als je zuvor.
Mögen die Götter dich bis zu diesem Tage weiterhin behüten, ich werde dafür beten.
In tiefster Zuneigung,
dein Lucius.
Am nächsten Tag, in der Frühe, wurde endlich der letzte Stein der beiden Straßen gelegt, doch das Ende war noch fern.
Nun musste man sich wiederum der ausgehobenen Fläche rund um die Straßenkreuzung zuwenden und die ersten Rohrleitungen legen.
Ein Freispiegelkanal war hier sinnlos, daher verwendete man Bleirohre, die eigens dafür vor Wochen angefertigt wurden. Zum Glück hatte man hier einen ehemaligen Aquarius zur Seite, welcher sich damals tagtäglich mit jenen Belangen befassen musste und die Handgriffe und Schritte auswendig kannte.
So fügte man die Rohre ineinander zusammen und verdichtete jene anschließend, um den Wasserverlust so gering wie nur möglich zu halten. Wasser kam immer abhanden, sogar sehr viel und besonders in den Druckrohrleitungen, die ja ständigen Belastungen ausgesetzt waren.
Die einzelnen Krümmer, waagerecht, sowie auch senkrecht ausgerichtete, wurden wie nach Vorschrift und Erfahrung durch eine Betonschalung gesichert, da der Druck an solchen Stellen einfach zu groß war.
Das Fundament für den Laufbrunnen wurde schon bei dem Straßenbau angefertigt und stand schon bereit.
Nach 2 Tagen waren die Rohrleitungen für das Zuwasser weitestgehend verlegt, jedoch noch nicht freigegeben. Zuerst muste man sich logischerweise dem Laufbrunnen annehmen.
Diese verkleidete man außen mir Marmorplatten und der Einflussbehälter wurde mit einer Mörtelschicht aus Puzzolanen, Ziegenmehl und den üblichen Zuschlägen aufgetragen.
Für die Verzierungen und Figuren waren Bildhauer zuständig, diese waren jedoch noch nicht vor Ort.
Der Rohbrunnen war nach 5 Tagen funktionsfähig, jedoch noch nicht vollendet.