Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    "Vielleicht lassen sich die Steine der Kastellmauer und die Steine deren Gebäude auch verwerten. Aber, da die Gebäude und die Mauer in der Masivbauweise errichtete worden sind und nur die "Schlaung" aus gehauenen Steinen besteht können wir nur einen kleinen Teil verwerten. Das Andere ist nämlich opus caementitium, welches in diese Schalung aus Steinen gefüllt wird und das kann man nicht verwerten."


    Er blickte fragend umher, da er nicht wusste, ob es Mitglieder gab, welche in architektonischen Dingen bewandert waren.
    Eigentlich konnte es ihm auch egal sein, denn er wollte nur damit ausdrücken, dass nur ein geringer Teil wiederverwertet werden konnte und das auch nur für das Aequadukt, welches die Steine aus der Schalung sicherlich verwerten würde.


    "Die verwerteten Steinblöcke würden dann nur dem Aequadukt zugute kommen können. Jedoch belaufen sich die Kosten im wesentlichen Sinne auf die Bauunternehmen und die Rohstoffe, die dazu importiert werden müssten. Würde die Stadt oder die Provinz staatliche Sklaven einsetzen können, so könnte man die Kosten um ein Vielfaches verringern. Doch dafür würden andere Belange ruhen müssen und diese könnten gefährliche Situationen hervorrufen. Außerdem sind Bauunternehmen geübter im Bauen, als Sklaven, welche noch Tage zuvor in Minen arbeiteten oder Vigiles stellten."

    "Solch ein Kastell hat laufende Kosten und steht einfach nur herum, ist zu keinem Zweck zu gebrauchen. Das ist der Nachteil. Doch ich verstehe nicht, warum man sich gegen diese 800.000 Sesterzen strebt. Es ist unüblich entwendetes Geld, also das aus dem aerarium Saturni, noch zu verzinsen. Das Geld ist für den Staats da, Hispania ist ein Teil des Staates, es ist ziemlich abwegig dieses Geld noch verzinsen zu lassen. Man wird Erträge haben, die der Sadtkasse Tarracos zugeführt werden können, es ist eine Gewinnchance, welche nicht unbeachtet werden sollte. Das Geld kommt der Stadt Tarraco zugute und nicht dem Kaiser, darum sollte sich auch Tarraco um die Beschaffung des Geldes kümmern, so verstehe ich das. Würde man die Einnahmen der Baugrundstücke dem kaiserlichen Prokurator überlassen, dieses Geld somit dem fiscus Caesaris zukommen, so würde ich nicht zögern und den Kaiser um diese 800.000 Sesterzen bitten, doch das Geld kommt nicht ihm zugute, sondern der Stadt."


    Er verstand wirklich nicht, warum man keinen Gewinn rausschlagen wollte. Sich dagegen zu sträuben war nicht produktiv, sogar im Gegenteil. Das Kastell verschlang Jahr zu Jahr Geld, verfiel stetig uneinander, da man es nicht wartete und pflegte. Am Ende hätte man eine Ruine und die Unkosten, welche durch die Jahre aufgrund der Bewachung und des unterbrochenen Straßenweges entstanden wären.

    Was ich mich frage ist, wie die Grundstücke zu verstehen sind.
    Ich meine, sind das einfach unbebaute Grundstücke, die jemand besitzt?
    Wenn ja, dann dürften sie aber keinen Gewinn erbringen.
    Oder sind sie eher als sowas wie villae rusticae zu verstehen, die auch bebaut werden und auch etwas erwirtschaften, eben diese 1% vom Kaufpreis?


    Oder man nimmt die goldene Mitte und es sind Grundstücke, auf denen einfach etwas wächst, was dann eben für 50Sz verkauft wird. Hmm, vielleicht Erdbeeren oder andere Köstlichkeiten... ;)

    Furianus hätte sich selbst an die Stirn fassen sollen. Er hatte wahrlich vergessen, dass man dies unter dem jetzigen Kaiser änderte.


    "Entschuldigt, die Lex habe ich nicht bedacht."


    Sagte er leicht lächelnd und wunderte sich insgeheim. Man gab hier wahrlich zu viel Geld aus, für Stände, die sich dieses Brot wahrlich leisten konnten.
    Er würde dies in Rom noch ansprechen, da war er sich sicher.

    Sim-Off:

    Naja, eine Meile (etwa 1,8 km) einer Straße zu bauen kostete damals etwa 100.000 Sesterzen. Da ist ein Äquadukt für 10.000 unglaubwürdig. Ich wollte die Zahlen nur der Historie ein wenig angleichen, denn natürlich würde euch die Nekropole nichts kosten, ich spiele das ja nur aus.

    "Aber Senator, es können ja auch andere Glaubensgruppen gewesen sein. Es gibt viele Kaufleute, Seemänner, welche aus den östlichen Provinzen stammen und Heiden sind oder auch die aus Judäa haben einen anderen Glauben. Diese könnten es ebenfalls gewesen sein, schließlich wissen wir noch nichts Konkretes.
    Der Brand unter Nero gewesen sein, doch unsere Schriftsteller spekulieren auch auf die Tatsache, dass der Kaiser selbst das Feuer entfacht haben könnte. Daher würde ich mich nicht darauf stützen."

    Furianus erhob sich, nachdem ihm Rederecht erteilt worden war.


    "Entschuldigt, Proconsul, doch die Getreidespenden heißen plebs frumentaria, der Name kommt nicht von ungefähr. Privilegierte Schichten, wie Ritter und Senatoren sind von dieser Dienstleistung ausgeschlossen. Auf diese Hilfe können sich nur frei geborene Bürger Roms beziehen, also keine Peregrini, keine Liberti oder gar Sklaven. Uns Patrizier schließe ich da natürlich auch aus."


    Sagte er lächelnd, denn er konnte sich nicht vorstellen, dass sich ein Patrizier die Blöße geben würde und eine Getreidemarke anfordern. Das war zu irrsinnig, wobei es durchaus merkwürdige Standesgenossen seinerseits gab.


    Sim-Off:

    Ritter und Senatoren waren schon in der Republik von dieser Leistung ausgeschlossen, Augustus beschränkte dies noch auf frei Geborene, um die Zahl zu senken, da das eine Menge Geld kostete.

    Furianus hörte zum ersten Mal von diesem CCHH und wusste nicht so recht was er damit anfangen sollte.
    So wandte er sich an seinen Sitznachbarn, welcher zufällig der Comes war.


    "Comes, verzeiht, aber was ist das CCHH, von dem hier immer wieder gesprochen wird?"


    Er hätte sich wahrlich vorher informieren müssen, jedoch wollte er auch nicht unwissend einfach so lauschen und dumm nicken.

    Als Beisitzer hörte er davon zum ersten Mal. Nachdem ihm das Rederecht erteilt worden war sprach er auch sogleich frei heraus.


    "Werter Proconsul. Die Christen sind durch eine Lex geschützt. Wie ihr selbst wisst sind Gesetze die höchsten Bestimmungen, schließlich wurden sie nicht umsonst aufgestellt. Man kann sich nicht einfach so darüber hinweg setzten, wenn man nur eine Vermutung hat. Eine ganze Gruppe zu verurteilen, für ein Verbrechen, das noch nicht einmal gelöst ist, finde ich zu übereilt. Außerdem hätte der Senat sicherlich auch noch ein Mitspracherecht bei solch einer Maßnahme."

    Furianus war überrascht, dass sich die Herren so sträubten. Schließlich wollte man ein Aequadukt nach Carthago Nova verlegen, welches nicht unter 5 Millionen Sesterzen kosten würde, da waren 800.000 Sesterzen wohl kein Streitthema. Aber gut, vielleicht ging man schon da an die Grenze und das Geld fehlte wirklich.
    Doch das andere Argument, die Provinzkasse sei pleite, das konnte er nicht glauben. Alle Steuern und Abgaben gingen doch in das aerarium provincialis, welches dem aerarium Saturni unterstand, jedoch keine Abgaben zu leisten hatte, nur wenn angefordert. Er schüttelte leicht den Kopf.


    "Meine Herren, ich kann nicht glauben, dass Hispania nicht 800.000 Sesterzen zur Verfügung hat, besonders nicht das aerarium provincialis. Wenn es jedoch wirklich der Fall ist, so ist das besorgniserregend und der Procurator müsste aus seinem Amte entlassen werden. Der Staats hat Einnahmen von etwa 900 Millionen jährlich, da kann es nicht sein, dass die senatorische Provinz Hispania so wenig dazu beiträgt, es ist unglaublich. Wenn das Geld wirklich fehlt, dann müssen wir uns Sorgen machen und vielleicht Untersuchungen einleiten, wo es denn steckt. Millionen von Sesterzen gehen nicht einfach so verloren oder sind große Baumaßnahmen angefangen worden, mehrere Äquadukte oder Sonstiges?"


    Es war zum Haare ausreissen, aber die jetzige Situation erforderte auch eine jetzige Lösung. Wo das Geld geblieben war, das war nun nicht seine Sorge, sondern die des Proconsuls, welcher für die Beschaffung von Steuer- und Zolleinnahmen aus den senatorischen Provinzen verantwortlich war und auch sein Procurator, welcher sich speziell mit dieser Materie beschäftigte.


    "Fakt ist, dass das Geld nicht da zu sein scheint. Da Hispania eine senatorische Provinz ist und demnach dem Senat und dabei dem aerarium Saturni, der Staatskasse, unterstellt ist, so schlage ich vor dem Senat einen Brief zu schreiben und das Geld anzufordern. Jedoch nicht als Schenkung, sondern als Leihgabe. Ich habe zuvor noch erwähnt warum ich die Bauplätze in verschiedene Zonen unterteilt habe, schließlich wird die Provinz damit Geld machen können. Herrschaften, sie wissen alle, dass selbst kleine Bauplätze an der via appia die Summe von mehreren hunderttausend Sesterzen leicht übersteigen, es gibt sogar welche, die auch die Millionengrenze schaffen. Was ich damit sagen will ist, dass wenn wir die Aufwendung und den Ertrag miteinander vergleichen, so wird der Ertrag sicherlich diese 800.000 Sesterzen an Aufwendung übersteigen. Man macht Gewinn, das ist garantiert, bedenkt dies. So könnte man den Senat anfordern das Geld zu leihen und es der Staatskasse wieder einzuverleiben. Auch die Dekurionen Tarracos könnten dieser Pflicht nachkommen, denn für diese vermögende Klasse von Menschen sind 800.000 Sesterzen, kollektiv gesammelt, kein großes Problem."


    Da erinnerte er sich von Leitungen in den östlichen Gebieten, die die Dekurionen einer Stadt sogar selbst bezahlten. Doch da sprach man von Summen in Millionenhöhen, welche bereitwillig gespendet wurden, hier sprach man von 800.000 Sesterzen und man sträubte sich sogleich. Er verstand es nicht, doch verweilte er auch nicht so lange hier.

    "Ich weiß nicht über wie viele Sklaven die Stadt Tarraco oder die Provinz verfügt und diese abstellen kann."
    Sein Blick ging nun deutlich zum Comes, der diese wohl überblicken konnte.
    "Desweiteren müssten noch Verträge mit den Baufirmen ausgehandelt werden. Je weniger Sklaven zur Verfügung stehen, desto mehr müssten wir für die Baufirmen bezahlen."


    Sagte er in den Raum hinein.


    "Aber ich denke, da wir hier Baugrundstücke anbieten wollen und keine Gebäudereihen bauen, so wird sich der Betrag wohl auf etwa 800.000 Sesterzen belaufen."

    "Ich verstehe."


    Sagte er nickend, obwohl er dies so gar nicht begrüßte. Wenn sie ihm gebracht werden würden, dann könnte er doch ganz leicht einige Schriften zu Hilfe nehmen, vielleicht Sklaven holen lassen, die damit vertrauter waren. Oder vertraute man ihm da schon so sehr? Er fühlte sich geschmeichelt und lächelte.


    "Dann werde ich die Fragen sehnlichst erwarten, Glabrio. Der Weg von Rom bis hierher dauert auch ein wenig."

    Naja, sich kleine Jungs zu halten muss ja nichts mit Sexualität zu tun haben.
    Dazu habe ich mal einen Artikel ins Wiki gestellt, denn es gab ja nicht nur einfache Sklaven, sondern Clowns, Narren, körperlich Behinderte, die dann zur Belustigung dienten oder einfach nur Sammlerobjekte waren.
    LINK


    Weiter unten sind auch freche Knaben erwähnt, die auch mehr der Belustigung dienten, als Bettgefährten. Ihr denkt zu modern und gleich an Sexualität ;)

    "Crassus hatte recht, doch kann der Kaiser mit seinem Vermögen wohl über zwanzig Jahre lang alle Legionen Roms bezahlen und das sind einige, Senator. Wenn er Rom liebt, so würde er nicht zögern zumindest die Hälfte seines jährlichen Einkommens dem Staate zu spenden, die Legionen mit zu versorgen. Doch scheint es, dass 30 Milliarden Sesterzen noch nicht genug sind, man weiter das Geld hortet. Ein kluger Schachzug, möchte man anmerken, dass er sich nur durch die Donativa bemerkbar macht, sich so mit einem lächerlichen Anteil an Geld das Vertrauen der Legionäre sichert. Aber der, welcher um sein wahres Vermögen weiß, er wird merken, dass der Kaiser kein Römer ist, sondern ein Mensch, welcher auf sein Wohl und nicht das Roms bedacht ist. In diesem Punkt zumindest."


    Herrje, wären hier irgendwo Prätorianer oder der Senator kaiserfreundlich, Furianus hätte mit diesen Worten sein Leben hingegeben.