Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    Am heutigen Tage erwartete Furianus einen Vertreter eines Unternehmens, welches sich schon durch viele Bauten in der Umgebung auszeichnen konnte.
    Nach kurzem Klopften trat auch der Erste Vertreter ein.


    Salve, Architectus Provincialis. Ich bin Clodius Rufus Maximus, ich sollte hier für einen neuen Auftrag vorstellig werden."


    Sagte er zögerlich und mit einer schüchternen Verbeugung.
    Sogleich stand Furianus lächelnd auf und deutete mit der Handfläche auf einen Stuhl.


    "Salve. Bitte, setz dich doch."


    Wie gesagt, so getan und der Mann setzte sich sogleich auf den Stuhl vor dem Schreibtisch.


    "Nun, wie du bereits weißt wird das Areal der Kastelle einer neuen Verwendung zugeführt, sowie auch ein Aquädukt gebaut."


    Da der Mann dies nur allzu gut wusste, besonders das Geld, welches seinem Unternehmen dadurch zufließen würde, nickte er hastig.


    "Gut. Dazu werden Fachkräfte, mancipes, gebraucht. Nun, erzähl mir ein wenig von deinem."


    Es war schon merkwürdig, Maximus erlebte viele solcher Gespräche das sich zu verkaufen wusste er immer noch nicht.


    "Mein Unternehmen baute schon viele Straßen hier in der Region, sowie einige in Tarraco. Ich habe Architekten, Ingenieure, sowie auch zahlreiche Techniker. Wir setzen auf Qualität und in der Pflege und Instandsetzung von Straßen sind wir auch geübt."


    Ein gekonntes Lächeln unterstrich seine Werbung vorzüglich.


    "Soso."


    Ließ Furianus verlauten und strich sich über das Kinn.


    "Das erste Projekt steht schon so gut wie fest. Doch dafür brauchen wir nicht nur ein Unternehmen, was sich im Straßenbau versteht, sondern auch eines, welches sich auf dem Gebäudebau auch gut auskennt. Es sollen Brunnenanlagen und Marmorbänke ebenfalls entstehen. Seid ihr in der Hydrotechnik auch bewandert oder gibt es dort keine Erfahrungen?"


    Natürlich musste Maximus nicht lange überlegen, auch wenn sie keine Erfahrungen gehabt hätten, so würde er sofort zustimmen und in den höchsten Tönen von ihren bautechnischen Errungenschaften und Erfahrungen sprechen, schließlich brauchte er Aufträge, besonders in der letzten Zeit waren sie rar geworden.


    "Doch, doch, Erfahrungen mit der Hydrotechnik haben wir natürlich auch. Wir haben sogar einen ehemaligen Aquarius unter uns und gerade der sollte sich mit dem Anlegen von Rohrleitungen auskennen."


    Furianus nickte ruhig, ließ jedoch seine Mimik in gewohnter Neutralität, schließlich reichte ihm ein ehemaliger Aquarius nicht, der Bau musste sicher und vor allem qualitativ hochwertig sein.
    So stützte er sich auf seine Ellebogen.


    "Ein Aquarius ist mir nicht genug, aber du sagst, dass ihr euch auskennt, dann würde ich euch nehmen. Wie sieht es mit den Baumaterialien aus, würdet ihr sie selbst an den Bauort liefern oder verlangst du diese?"


    Furianus konnte sich gut vorstellen warum sie einen ehemaligen Aquarius in ihren Reihen hatten. Diese Berufsgruppe war doch mehr als korrupt und der Mann hatte sich sicherlich viel zu Schulden kommen lassen, ansonsten wäre er kein ehemaliger Aquarius, sondern noch immer einer.


    "Baumaterialien wie Holz oder verschiedene Kiessorten könnten wir besorgen, zu sehr günstigen Preisen. Jedoch Sand, Ziegel und Puzzolane können wir nicht übernehmen."


    Maximus spürte schon, dass der Architectus nur sehr schwer zufrieden zu stellen war, hoffentlich würde er darauf eingehen, schließlich brauchte er neue Projekte, sonst könnte er seine Leute nicht bezahlen.


    "Keine Sorge, Bestandteile des opus caementitium, sowie Sand und Material für hydraulischen Putz werde ich selber anliefern lassen, denn die Kosten dafür sind nicht unerheblich. Wie viele Männer hast du unter dir?"


    Maximus wusste die Zahl selbst nicht genau, aber er musste schätzen, sollte sogar noch mehr Männer angeben, als er hatte, das kam besser an.


    "Nun, also, Architekten haben wir zwei, Ingenieure auch zwei, Techniker dürften es fünf sein und Handwerker dann auch etwa 10. Arbeiter haben wir 30 und 10 Sklaven."


    Glitt es sehr langsam über seine Lippen, da er die Zahlen doch in Maßen halten wollte.
    Furianus lehnte sich indes zurück und lächelte.


    "Ein kleines Unternehmen. Aber natürlich kommen an die 100 bis 180 Sklaven der Provinz dazu, das dürfte eure Reihen insoweit ausfüllen. Ich nehme an, dass du Vorarbeiter hast, denn die Sklaven sind geübt im Bauen, jedoch auch keine professionellen Handwerker."


    Maximus antwortete nun sicher, denn die Fähigkeiten seiner Männer waren ihm bewusst.


    "Natürlich, das ist kein Problem. Meine Männer wissen es Sklaven zu führen, kein Problem. Ich selbst werde mich um alles kümmern, selbst Anweisungen geben."


    Furianus stand nun mit lächelnder Miene auf.


    "Und genau das werde ich von dir erwarten, Clodius Rufus Maximus. Ich selbst werde die Baustelle ab und an prüfen, wenn Baumängel entstehen, so hast du dies zu verantworten und eure Bezahlung wird darunter leiden. Es wird am Ende gezahlt, denn das ist kein Privatauftrag, ihr erhaltet euer Geld, keine Sorge."


    Und zum Zeichen der Vereinbarung schüttelte ihm Maximus sogleich heftig die Hand.


    "Natürlich, mit den Bedingungen sind wir einverstanden."


    Er war nun mehr als erleichtert, er war glücklich, dass er sein Unternehmen nicht nutzlos war, sondern nun auch endlich wieder einen Auftrag bekam. Vielleicht würde er noch illegal ein paar Arbeiter anheuern, vielleicht noch einen Aquarius, die waren sowieso korrupt.


    "Gut, dann werde ich dir bald eine Mitteilungen zuschicken lassen, in der du dann nähere Informationen erhälst. Darunter auch euren Arbeitsort, denn von den drei Projekten bekommt ihr eines, die Militärareale müssen aber vorher abgebaut, zerstört und der Baugrund planiert werden, das wird noch dauern. Vale, Rufus Maximus."


    Maximus nickte und verstand sogleich, dass er sich nicht hätte freuen sollen. Es würde noch einige Ziet dauern, bis sie zum Einsatz kämen, diese Zeit musste auch er überbrücken - irgendwie.


    "Ich danke für dein Vertrauen, Architectus Provincialis. Vale."


    Lächelte er und ging hinaus.
    Furianus gab seinem Sklaven einen Wink, denn der nächste Vertreter musste hineingelassen werden. Er selbst nahm wieder seinen Platz am Schreibtisch ein.

    "Ich danke dir und wünsche ihn dir ebenfalls. Mögen die Götter mit dir sein, Glabrio. Vale."


    Und mit diesen Worten verabschiedete er sich und machte sich auf zu seinem Officium, denn es galt einige Pläne zu zeichnen und Vertreter der einzelnen Baufirmen anzuhören.

    Furianus konnte es kaum erwarten, dass es der Princeps Curiae genehmigt, aber da dieser ohne Einwände dem Gesprächsverlauf lauschte, so hatte er wohl nichts beizufügen und würde es auch gestatten.


    "Herrschaften, wir wissen immer noch nicht was wir mit dem zweiten Militärareal machen könnte. Gibt es denn jetzt Vorschläge?"


    Sagte er mehr oder minder beiläufig in den Raum hinein, da die Herren ja am Anfang dieser Frage auswichen und man seinen Entwurf besprach.

    "Ah, ich verstehe."


    Sagte er lächelnd und war sich sehr wohl bewusst, dass diese Person auch bestochen werden konnte. Nicht, dass er sowas vorgehabt hätte, dich due Möglichkeit wäre leicht gewesen.


    "Nun, dann werde ich warten. Gibt es sonst noch etwas?"


    Sim-Off:

    Den Thread hier ganz vergessen, sorry. :(
    Ähm, nein, ich simme den Aufpasser dann schon mit, nur keine Umstände. ;)

    Ich verstehe dich nicht.
    Wenn du als Ädil ein Vergehen entdeckst, dann postest du das sofort.
    Vielleicht war es auch ein Vorteil für die Personen, schließlich bekommen sie ja am Sonntag noch den Lohn, welcher das Strafmaß noch ansteigen lässt, hätte er danach das edikt gepostet, dann hättest du ihm vorwerfen können, dass er extra gewartet hat, damit die Personen ihr Gehalt bekommen und die Strafe anwächst...ist doch unlogisch.

    Wird alles automatisch berechnet, dein Barvermögen...es werden auch deine Waren berücksichtigt, das darf nicht vergessen werden.
    Das Strafmaß kommt daher automatisch zustande, der Ädil postet es dann einfach rein.


    Du musst bei der Berechnung des Mindestpreises davon ausgehen, dass das Programm den Mindestpreis unter den Bedingungen berechnet, dass du die restlichen Waren deines Betriebes auch für den Normpreis verkaufst. Liegst du mit deinen anderen Waren drunter, so stimmt die Rechnung des Programms nicht mehr und der Mindestpreis deiner Ware wird heraufgesetzt.
    Verkaufst du jedoch eine der Waren deines Betriebes mehr als es der Normpreis vorgibt, so kannst du die anderen Waren auch unter dem Mindestpreis verkaufen, die hauptsache ist eben, dass du keine Verluste machst.


    Und was Avarus meint ist mir auch ein Rätsel. ;)

    "Und eben diese Pläne liegen uns nicht vor, Caesoninus. Wir haben es eilig, ich wede inzwischen die Gebäude begutachten."


    Sagte er beiläufig und setzte sich in Bewegung Richtung Principa, da er davon ausging, dass dort die meisten Leitungen waren. Oder er musste nach einem brunnen suchen.

    Sim-Off:

    Ja, ich weiß, aber wir haben noch ein weiteres Kastell zu verwerten und auch das Äquadukt wird Unsummen verschlingen, da war ich schon verwundert, dass man sich über solch eine "kleine" Summe aufgeregt hat. ;)


    Furianus blickte in den Raum und stellte fest, dass man sich nun bisweilen überwiegend positiv auf seinen Vorschlag äußerte. So wartete er ab, was denn die Anderen zu sagen hätten.

    Sim-Off:

    Wie schon gesagt, 800.000 Sesterzen waren damals nichts für eine Stadt, für eine Provinz schon gar nicht. Beim Bau von Wasserleitung, seien es auch kurze, sprechen wir von siebenstelligen Beträgen, die sich um die 11 - 18 Millionen Sesterzen einpendeln. 800.000 sind da nichts dagegen und ein Friedhof war damals weitaus mehr, als heute, es war ein Mittel der zur Schau Stellung vieler reicher Ritter, Dekurionen und Senatoren. ;)
    Ich kann ja schließlich auch nicht innerhalb von 1 Monat alles bauen, wir haben ja noch andere Projekte, das dauert zu lange.


    Furianus konnte nicht seufzen, obwohl ihm gerade danach war. So senkte er seine Stimme, sowie auch resignierend die Hände.


    "800.000 Sesterzen sollten in einer provinzialen Stadt kein Problem darstellen, wenn die ganze Provinz dies nicht aufwenden kann, dann sollte man den Kaiser darauf aufmerksam machen, denn hier scheinen Millionen spurlos zu verschwinden. Desweiteren muss man sich bewusst machen was eine Nekropole in unserer Zeit darstellt. Man wird sich reissen ein Grundstück für die letzte Ruhe zu finden, was für ein großes Monument Platz bietet und an einer vielbefahrenen Straße liegt. In Italia zumindest, da bezahlt man höhere Beträge, als diese 800.000 Sesterzen nur für das Grundstück, dann baut man noch für etwa eine halbe Million Sesterzen ein Monument oder Grabstätte, wenn dies noch auf einer der vielbefahrensten Straßen liegt, zum Beispiel der via appia, so bezahlt man noch mehr für das Grundstück. Und das alles zu Lebzeiten, man sorgt sogar während man lebt für die Pflege des Monuments, man gibt für diese Pflege Millionenbeträge aus, damit Sklaven oder deren Kinder und Kindeskinder von diesem Geld das Grabmal pflegen können.
    Ich weiß nicht wie es hier in Hispania scheinbar ist, und ich denke, dass das wohl nicht von den italischen Gewohnheiten abweicht, da diese Provinz schon vor langer Zeit romanisiert wurde, aber in Italia müsste man für seine letzte Ruhestätte durchaus ein paar Millionen Sesterzen aufwenden. Mag es hier billiger sein, doch ich würde nicht gerne an einem Landweg ein Monument stehen haben, was keiner sieht oder wollt ihr das, Senat Matinius? Jeder Mensch, welcher sich Römer nennt und dem Stand der Equester, Dekurionen oder Senatoren angehört, dieser Mensch wird bestrebt sein dort zu liegen, wo ihn möglichst viele Menschen, er niemals vergessen wird. Dies erreicht man durch einen guten Grabplatz und ein schönes Monument und die entsprechende Pflege. Dies alles versuche ich hier zu schaffen und verstehe nicht wie man sich über eine Summe von 800.000 Sesterzen nicht einig werden kann. Besonders ihr, Senator, euer Gehalt dürfte diese Summe in fünf Jahren wohl weit übertreffen. Und wenn man mir nicht glaubt, hier eine Zeichnung der via appia und ihr könnt euch alle sicher sein, jedes dieser Monumente wurde sicherlich für eine Summe gekauft und erbaut, die eine Million Sesterzen weit übertrifft."



    Er war es leid hier stundenlange Vorträge zu halten, er musste überzeugen, und es war ihm egal wie, vielleicht half diese Zeichnung, denn viele Dekurionen schienen Rom oder Italia noch nicht gesehen zu haben.

    "Werter Duumvir, wenn ich diese Vorarbeiter hätte, dann würde ich auch Gebrauch von ihnen machen."


    Sagte er kurz zum Duumvir gerichtet und hörte sich dann des Senators Ausführungen an.


    "Senator, Baustoffe auszutauschen ist nicht so leicht, wie ihr es euch vorstellt, doch Baustoffe wegzulassen ist reine Fahrlässigkeit, das mache ich nicht, ohne mich. Günstigere Ersatzstoffe als Kies oder Sand, was gäbe es da, Senator? Wie könnte man Farben ersetzen? Denkt nicht, dass ich die Brunnen nun mit Marmoplatten verkleiden lassen will, nein, ich versuche schon kostengünstig zu Bauen und werde wohl zum Marmorputz greifen, als zu teurem Marmor, dumm bin ich nicht.
    Und ja, Senator, ich würde den teureren Unternehmern vertrauen, wenn ich weiß, dass das, was wir errichten, auch die nächsten zwanzig Jahre hält und nicht bloß zwei oder drei.
    Ich verstehe einfach nicht wie man sich gegen so einen niedrigen Betrag strebt, welcher noch sicherlich Gewinn abschlagen wird, wenn man die lukrativen Bauplätze anbietet.
    Doch wenn es einheitlich gewünscht ist, so kann ich dem Kaiser schreiben und ihm sagen, dass Hispania nicht einmal 800.000 Sesterzen aufwenden kann, um daraus dann später Gewinn machen zu können und ein unbrauchbares Kastell, welches von Jahr zu Jahr noch mehr Gld verschlingt, abzubauen und zu ersetzen."


    Furianus hatte so gut es ging ein wenig Lächerlichkeit in seine Aussage bringen wollen, da er einfach nicht verstehen konnte, warum man sich gegen so einen kleinen Betrag strebt.


    Sim-Off:

    Diese 800.000 Sesterzen sind doch fiktiv, wir können noch wochenlang darüber streiten, auch wenn ich als plausible Summe 1,5 Mio. Sesterzen angegeben hätte können - das wäre realistischer gewesen. *sfz*

    "Brutus hatte zwar noble Beweggründe, die res publica, doch sein Vorgehen war feige. Einen unbewaffneten Mann, welcher durch seine Kraft und Stärke das erreicht hat, was sich Brutus niemals erträumt hätte, mit Dolchen feige und mit Hilfe anderer zu ermorden, das war beschämend. Cäsar war ein großer Mann, er hätte der Republik sehr von Nutzen sein können, doch es sollte nicht sein. Ich glaube, dass ich selbst so reagiert hätte, wenn ich mit meinem Geschick und meinem Genius hervorragen würde und dann mitansehen müsste, dass man mir meine Legionen nimmt, mit welchen ich noch zuvor ganz Gallien unterwarf, ich hätte nicht anders gehandelt, wie es Cäsar tat. Er war einfach nur ein Mann in Bedrohung, er hat sich gewehrt."


    Doch das was der Senator sagte, das glaubte er nicht. Iulianus war kein Cäsar und hatte Günstlinge im Senat, sowie auch in verschiedenen Schichten. Es war ein Leichtes die Macht wieder zu holen, die man seinem Vorgänger nahm, besonders mit der Hilfe der Kaisermacher, der Prätorianer.


    "Sein Onkel wurde verjagt, doch hatte er Komplizen und treu ergebene Freunde. Anders Cäsar, welcher sich gegen ganz Rom behaupten musste. Es war ein Leichtes als Tribun der einzigen in Italien stationierten Einheit die Macht zu erlangen, die er brauchte."

    "Mein Vorfahre meinte die Donativa, denn ich kenne keinen Kaiser, der seine Legionen selbst bezahlt hat, dies Gold wird immer aus der Staatskasse entwendet."


    Sie hätten besser vom Thema abweichen sollen, denn es war schwieriger den Kaiser dazu zu bringen seine Legionen selbst zu bezahlen, als hundert Tempel eigenhändig aufzubauen. Doch das Geld, welches dem römischen Staat durch die Herrschaft eines einzigen entwendet wird und wurde, dieses Geld hätte man anderweitig verwenden können. Man hätte zig neue Legionen und Auxiliareinheiten stellen können, würde innerhalb nur einiger Jahre das ganze Weltreich und noch mehr erobern können. Man hätte keine Germanen mehr zu fürchten, keine Parther, das römische Reich wäre da, wo es jeder Römer sehen wollt. Herrscher der gesamten Welt, ohne Ausnahme, ein Reich ohne Feinde.


    "Naja, die Götter halten ihre Hand über ihm, denn sonst hätten sie ihm dies Schicksal nie auferlegt. Aber er ist kein Gott oder Halbgott, da habt ihr recht. Er ist ein durch sein Schicksal begünstigter Mann, nicht mehr und nicht weniger. Selbst die Herrschaft musste er nicht an sich reissen, ganz anders mein Vorfahre, Kaiser Vespasian. Nein, Iulianus hat sich die Hände nicht schmutzig gemacht."

    "In unseren Kreis wurden mittlerweile schon ägyptische Gottheiten etabliert, auch der Kult des Mythras scheint stetig seine Anhängerschaft auszubauen. Genau so gut könnten es auch Hirten gewesen sein. Wir alle wissen, dass diese Gesellschaftsgruppe vor Raub und Totschlag nicht zurückschreckt, dies ist Gesindel, welches auch sicherlich nicht vor der Hand der Götter Angst haben muss. Was haben sie denn schon zu verlieren? Wir sollten nicht zu vorschnell reagieren und erstmal abwarten was uns die Ermittlungen für Informationen liefern."

    "Die üblichen Rohstoffe beim Bau, Senator Agrippa. Um nur einige zu nennen, das wäre Sand, verschiedene Kiessorten, natürlich behauene Steine aus Steinbrüchen, Holz, für die Brunnen dann noch Material zur Herrstellung von hydraulischem Putz und natürlich Farben. Diese Stoffe müssen teilweise in sehr großen Mengen herbeigeschafft werden, einige Kosten auch in kleinen Mengen ein Vermögen. Ich habe mich noch nicht mit der Beschaffung der Rohstoffe auseinandergesetzt, aber die angegebene Summe dürfte in etwa Stimmen, auch wenn man Stoffe wie Steine, Sand oder auch Holz aus Hispania nimmt. Der Bau ist niemals kostengünstig. Was die Statue des Imperator Caesar Augustus angeht, so werde ich bei diesem nachfragen, da es ja staatliche Bildhauer gibt und er uns die Statue womöglich kostenlos zur Verfügung stellt. Wenn wir was anderes, nicht die Statue des Kaisers, in die Platzmitte eingliedern wollen, so würden zusätzliche Kosten entstehen. Sei es für anderweitige Statuen, bei denen man Bildhauer bezahlen müsste oder Bauten, bei denen die Stoffe die Kosten emporsteigen lassen.
    Senator Agrippa, mögen die städtischen Sklaven viel geleistet haben, ich vertraue lieber einem teureren Unternehmen mit fachkundigen Agrimensoren und Architekten, als Sklaven, die bisher nur Steine schleppen mussten und nun ganze Abschnitte der Baustelle auf eigene Hand formen sollen. Überall kann ich ja auch nicht sein, da wir ja noch ein Kastell wiederverwerten müssen und eine Leitung nach Carthago Nova zu bauen ist."


    Seiner Meinung nach stand alles fest, die Summe vor allem. Er hätte vielleicht eine höhere Summe vorschlagen sollen, denn er wusste nicht was die hiesigen Unternehmen für ihre Dienste verlangen würde und inwiefern man Stoffe kostengünstig importiert.